Leistungsbeschreibung Los 2 Oberflächengewässergütemesssnetz:
- Präambel / Erläuterung des Status Quo
Gegenstand dieser Leistungsbeschreibung ist die Bereitstellung einer Softwarelösung zur Datenerfassung, -verarbeitung und -verwaltung des Bremer Luftmessnetzes. Ziel ist ein zentralisiertes, zuverlässiges und gesetzeskonformes System zur kontinuierlichen Überwachung der Oberflächengewässergüte-Qualität im Land Bremen.
Das Oberflächengewässergütemessnetz Bremen besteht aus zwei Messstationen, deren Messdaten zentral in einer Software erfasst und verarbeitet werden. Jede Messstation verfügt über einen Windows-basierten Rechner, auf dem die Datenerfassung kontinuierlich läuft und die Messwerte der dort installierten Analysatoren aufnimmt.
Die Einteilung der Anforderungen unter 2. ist wie die in der Leistungsbeschreibung Los 1 aufgebaut, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Es ist zulässig, dass eine neue Softwarelösung die Anforderungen beide Lose abdeckt.
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- Leitstand (Zentrale)
Das Datenerfassungssystem des Oberflächengewässergütemessnetzes erfasst fortlaufend sowohl Messdaten der Analysatoren als auch diagnostische Geräteparameter – darunter Betriebszustände, Wartungsinformationen und Fehlermeldungen. Diese Daten werden automatisiert vom zentralen Client-PC (Leitstand) abgerufen, der im Büro steht. Angedacht wäre die zentrale Datenhaltung in eine virtuelle Serverumgebung in die Dataport-dSecureCloud oder ins -RZ zu verlegen.
Werden die Messsonden kalibriert bzw. geprüft, entstehen in den Datenreihen Lücken. Diese gilt es im Nachgang zu korrigieren. Derzeit sind über die Software MST per Diagramme die zuletzt und zuerst gemessenen Punkte zu verbinden. Des Weiteren werden Alarmmeldungen bei Über- oder Unterschreitungen von Messwerten per E-Mail an einen „Verteiler“ geschickt. Derzeit holt der Leitstand die Daten aktiv aus den Messstationen ab. Der Leistand-PC ist hier gleichzeitig die Messnetzzentrale inklusive Datenspeicherung.
Leitstand
- Windows 11 PC
- Exporte als CSV der Rohdaten und nach manuellen Korrekturen
- E-Mail Alarmmeldungen
- Visualisierung, Reports, Auswertung
Datentausch, Zeitsynchronisation
2 Messstationen
- Windows PC
- Datenübertragung per Mobilfunk)
Abbildung 1:Überblick der Softwarestruktur des Oberflächengewässergütemessnetzes Bremen
Die Datenbank (MEVIS-Datenbank) ist eine dateibasierte, hierarchisch nach Jahren und Monaten im DAT-Verzeichnis organisierte Datenstruktur. Sie enthält Messwertdaten sowie Konfigurationsdateien zur Zuordnung der Daten zu Stationen, Komponenten und Kanälen. Für die Migration sind insbesondere die Zeitreihen und zugehörigen Konfigurationsinformationen relevant.
Für den Zugriff auf die Messwertdaten stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
- Export über MKT (vorgesehener Standardweg)
- MKT bietet umfangreiche Exportfunktionen für Messwertdaten als CSV, Text, HTML
- Export kann manuell oder automatisiert (zyklisch, nach Eingang neuer Werte) erfolgen
- Filter, Zeitbasen und Formatoptionen sind konfigurierbar
- Direkter Dateizugriff auf die Datenbankstruktur
- Die Messwertdaten liegen im DAT-Verzeichnis in einer Jahres- und Monatsverzeichnisstruktur vor.
- Der Zugriff erfolgt im MEVIS-System intern über MDB.DLL; eine dokumentierte externe Schnittstelle (API, ODBC, etc.) ist nicht verfügbar.
- Konfigurationsdateien
- Die Zuordnung der Daten zu Stationen, Komponenten und Kanälen erfolgt über INI-Dateien (MEVIS.INI, xxxxKOMP.INI, xxxxKAN.INI).
Für die Migration der Altdaten wird der Export über MKT als primärer Zugangsweg empfohlen. Die MKT-Exporte ermöglichen die Auswahl beliebiger Kanäle, Zeitbasen und Mittelwertzeiträume und können große Datenmengen verarbeiten.
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- Datenspeicherung und -exporte
Auf dem Leitstand-PC / Messnetzzentrale sind die Exporte der Roh-Daten im CSV-Format als Task in der Aufgabenplanung eingerichtet:
- Bundesanstalt für Gewässerkunde BfG (Datenbank: undine) und zugangsbeschränkte Internetseite Kleine Wümme (1x/Tag)
- Export vom Leitstand zum Import in die WAIS MS-SQL Server Datenbank (Tabelle dbo.WerteRoh) im Dataport Rechenzentrum per VBScript (auto-import.vbs, 1x/Tag)
Die Datenspeicherung erfolgt zusätzlich durch den 2. Export und Import in eine MS SQL Server Datenbank des Wasserinformationssystems (WAIS).
Nach einer Korrektur von Rohdaten (Lücken, Ausreißer) sind die Korrekturen als CSV zu exportieren.
- Export vom Leitstand zum Import in die WAIS MS-SQL Server Datenbank (Tabelle dbo.Werte) im Dataport Rechenzentrum per VBScript (import.vbs) nach Bedarf.
Beide VBSkripte sind für Windows Betriebssysteme entwickelt. Eine Beispiel-Exportdatei steht in der Anlage_CSV_Exportdatei_zum_WAIS-Import_Wasser.zip zur Verfügung. Bei Verwendung von Linux als Betriebssystem sind die Skripte vom Auftragnehmer in eine andere Skriptsprache umzuschreiben.
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- Visualisierung
Auf der Homepage der SUKW werden die exportierten Messdaten in 4 Webdiagrammen mit der Software ArcGIS Dashboard angezeigt. Dazu ermittelt werden die Tagesmittelwerte von 180 Tagen in der WAIS MS-SQL Datenbank. In einer Datenbanksicht werden diese mit der Punktgeometrie der Messstelle kombiniert und als ArcGIS Server Dienst in die Webdiagramme integriert (kein Bestandteil der Vergabe).
Im internen Wasserinformationssystem WAIS bzw. in der zugehörigen Webkarte WAIS-GIS werden Überschreitungen von Messwerten zu definierten Grenzwerten angezeigt. (kein Bestandteil der Vergabe).
- Anforderungskatalog
- Grundlagen und Verträge
Im Folgenden werden die wesentlichen rechtlichen und vertraglichen Rahmenbedingungen dargestellt, die für den Betrieb der Softwarelösung maßgeblich sind. Dabei werden die relevanten gesetzlichen Vorgaben, Datenschutzbestimmungen sowie spezifische Anforderungen der Freien Hansestadt Bremen berücksichtigt. Nachfolgend sind die detaillierten Anforderungen aufgeführt, die im Rahmen des Projekts einzuhalten sind.
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Gesetzliche Anforderungen | A1 | Die Software muss die im Zusammenhang mit der Wassergütequalitätsbewertung und dem Betrieb von Wassergütemessnetzen einschlägigen Anforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie funktional unterstützen und regelkonform abbilden. |
| DGSVO | A2 | DGSVO-konforme Softwarelösung |
| EVB-IT | A3 | Geltung der EVB-IT System-AGB, gesamte Kommunikation in deutscher Sprache |
| IS-LL | A4 | Einhaltung der Informationssicherheitsleitlinie der Freien Hansestadt Bremen. |
| BremBGG | A5 | Einhaltung des Bremischen Behindertengleichstellungsgesetzes (BremBGG). Sie haben die Möglichkeit ein Angebot abzugeben, auch wenn Ihre IT-Lösung gegenwärtig keine gesetzliche Barrierefreiheit enthält. Falls diese nicht vorgelegt werden können, wird die IT-Lösung bei Bedarf durch den Auftraggeber nach Zuschlagserteilung einem standardisierten Barrierefreiheitstest unterzogen. Dabei ggf. festgestellte Defizite werden, falls im Umsetzungsaufwand keine unzumutbare Belastung vorliegt, in einen Maßnahmenplan überführt. Dieser Maßnahmenplan wird in Abstimmung zw. Auftraggeber und Auftragnehmer im Rahmen des regulären Weiterentwicklungsprozesses des Auftragnehmers umgesetzt. |
| Dienstleistungen | A6 | Lieferung eines vollständigen Softwaresystems unter Berücksichtigung der bestehenden IT-Struktur mit einer Servicearbeitsplatzlizenz. |
| A7 | Dokumentation in deutscher Sprache. | |
| A8 | Support und Wartung durch qualifiziertes Personal in deutscher Sprache über die gesamte Betriebsdauer, inklusive Updates und Integration von Feature-Drops. Dieses wird durch einen anzubietenden Wartungsvertrag mit einer Mindestlaufzeit von 4 Jahren und automatischer jährlicher Verlängerung erfüllt. | |
| A9 | Die Leistung ist als Kaufmodell auszuführen. Angebote auf Basis von Miet-, Leasing-, Abonnement oder sonstige Nutzungsmodellen werden nicht zugelassen. | |
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- Abnahme, Inbetriebnahme
Bis die neue Messzentrale den Systembetrieb vollständig übernimmt, muss die Übermittlung aktueller Messdaten im CSV-Format an die zuvor genannten Ziele weiter erfolgen. Daher ist ein Parallelbetrieb der alten und neuen Messzentrale anzustreben.
Derzeit wird die Breitfuss-Software verwendet, sodass alle Daten in der Breitfuss-Datenbank liegen. Der Datenbestand der bestehenden Messnetzzentrale umfasst gegenwärtig 241 MB.
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Inbetriebnahme | A10 | Die Inbetriebnahme hat auf Grundlage eines dem Angebot beigefügten Zeitplans mit dort definierten Meilensteinen (z.B. Lieferung Hardware/Testbetrieb in Teststation/Testbetrieb Zentrale/Übernahme Altdaten) zu erfolgen. In diesem Plan sind auch Schulungen und der besondere Supportbedarf während des ersten Betriebsquartals zu berücksichtigen. |
| A11 | Sämtliche Messgeräte und Messkomponenten sind im Rahmen der Inbetriebnahme in den Stationen und in der Messnetzzentrale durch den Auftragnehmer vollständig zu konfigurieren, zu prüfen und das System betriebsbereit zu übergeben. Die beiliegende Anlage „Übersicht Schnittstellen und Komponenten Wasser“ ist zu beachten | |
| A12 | Bis zur vollständigen Übernahme des Systembetriebs durch die neue Messzentrale müssen die gesetzlichen Vorgaben weiterhin erfüllt werden. Der Auftragnehmer hat anzugeben, ob ein Parallelbetrieb im Übergang von Alt- zu Neusystem möglich ist. | |
| Abnahme | A13 | - |
| A14 | Mit erfolgreichem Abschluss des Abnahmetests wird der Regelbetrieb gestartet. | |
| A15 | Etwaige während des Abnahmetests festgestellte notwendige Nachbesserungen sind zu dokumentieren und die betreffenden Prüfschritte erneut durchzuführen. | |
| A16 | Die Abnahme erfolgt, wenn alle in der Leistungsbeschreibung aufgeführten Funktionen ausgeführt werden können. | |
| Datenmigration | A17 | Migration sämtlicher vorhandener Messdaten mit Zeitstempel der Fertigdatenbank (Datenbank ca. 241 MB) aus der bestehenden MEVIS-Datenbank in die neue Messzentrale durch den Auftragnehmer. Der Auftragnehmer hat sicherzustellen, dass durch die Migration keine Dateninkonsistenzen oder Informationsverluste entstehen. |
| A18 | Migration der Rohdatenbank. Gültigkeitskennzeichnungen und Kontrollstufen sollen dabei vollständig erhalten bleiben. Die Statusinformationen sind, soweit technisch möglich, in die entsprechenden Strukturen und Ausprägungen des neuen Systems zu überführen. | |
| A19 | Altdaten (migrierte Daten) und aktuelle Zeitdaten sollen in einer fortlaufenden Zeitreihe dargestellt werden können (Messwert mit Zeitstempel). Für Altdaten vor dem 01.01.2025 reicht die Übernahme der Messkomponenten aus der Fertigdatenbank aus. Daten ab 01.01.2025 müssen vollständig migriert werden. | |
| A20 | Die Datenübernahme ist durch Stichprobenprüfungen zu kontrollieren und zu dokumentieren. |
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- Hardware
Generell ist Hardware kein Bestandteil dieser Ausschreibung, da in den Stationen und im Leitstand bereits Windows-basierte PCs vorhanden sind. Als zukünftige Zentrale wird eine VM (virtuelle Maschine = Server) in der Dataport Systemlandschaft favorisiert. Falls in den Stationen zusätzliche Hardware benötigt wird, muss dies entsprechend angegeben werden.
Die PCs im Stationsnetzwerk sollten grundsätzlich erhalten bleiben und über Remote-Verbindung bedienbar sein, da viele Wartungs- und Troubleshooting-Maßnahmen aus der Ferne durchgeführt werden.
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Datenerfassung Messstation | A21 | Windows-basierter PC vorhanden, verbleibt im Stationsnetzwerk. Der Stationsrechner muss über das Netzwerk fernbedienbar sein. Dieser PC kann auch für die zu installierende Datenerfassung genutzt werden. |
| A22 | Zusätzliche Hardware (z. B. USV-Systeme, gesondertes Modul zur Datenerfassung in den Messstationen) nur bei nachgewiesenem Bedarf und Angabe im Angebot. |
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- Datenbank
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Datenbank | A23 | Der Anbieter stellt das genutzte Datenbankformat dar; marktübliche Formate (z.B. SQL-basiert) sind vorzuziehen. Eventuelle Lizenzkosten für das Datenbanksystem sind transparent im Angebot aufzulisten und müssen im Rahmen des EVB-IT Systemvertrags abgegolten sein. |
| A24 | Server: Roh-/Fertigdatenbank mit mehrstufiger Validierung (Rohdaten, automatische Validierung, täglich, monatlich, jährlich), Speicherung: Minutendaten (Rohdaten) über 2 Jahre, Stundenwerte dauerhaft in der Fertigdatenbank | |
| A25 | Station: Rohdaten inkl. Plausibilitätsprüfung (konfigurierbare Min-/Maxwerte, Sprunghöhe, Anzahl gleicher Werte, Fehler-/Betriebsstatus), manuelle Wiederherstellung der Gültigkeit möglich, Speicherung aller Daten für 3 Monate des Messbetriebs | |
| A26 | Manuelle Plausibilisierungsmöglichkeit der Daten in vier verschiedenen Stufen (automatische Validierung, täglich, monatlich, jährlich) unter Beibehaltung Integrität der Rohdaten | |
| A27 | Alle durchgeführten Änderungen müssen bei Bedarf auf den Stand der Rohdatenbank rückgängig gemacht werden können. | |
| A28 | Für in der Datenbank gespeicherte Stundenwerte muss eine prozentuale Gültigkeit der Momentanwerte festgelegt werden können. | |
| A29 | Datenintegrität auch bei Störungen: Keine Veränderung von Messwerten, Gültigkeit, Kontrollstufe oder Gerätestatus nach Ausfall und Wiederinbetriebnahme |
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- Datenauswertung und -visualisierung
Datenauswertungen müssen einfach visualisierbar und individuell anpassbar sein, da das Team klein und sehr benutzernah arbeitet. Bitte stellen Sie die Funktionen durch Screenshots dar; ideal sind übertragbare Visualisierungen.
Die Visualisierungen sollten schnelle Überblicksmöglichkeiten über den Zustand des Messnetzes liefern – durch Warnungen, Symbole, Farben und Live-Daten. Zusätzlich müssen die Auswertungen (sowohl tabellarisch als auch grafisch) übersichtlich Daten für die interne Übersicht, Datenübermittlung und Öffentlichkeitsinformation liefern.
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Allgemein | A30 | Alle Konfigurationen für Auswertungen, Grafiken und Liveanzeigen müssen speicherbar, wiederaufrufbar und auf andere Rechner übertragbar sein. |
| A31 | Generierung von Grafiken aus Datentabellen | |
| A32 | Alle Grafiken müssen in Bildformate exportiert werden können | |
| Standardauswerte-funktionen | A33 | Grafische und tabellarische Datenauswertung in unterschiedlichen Zeitintervallen (Minuten, Halbstunden, Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre) |
| A34 | Grafische Datendarstellung individuell konfigurierbar: Min-/Max-Achsen, Linienfarbe/-breite, Legenden, Füllfarbe/Schattierungen, Farbverläufe (Bitte dem Angebot Screenshots beilegen) | |
| A35 | Spezifische Diagramme: Tages-/Wochen-/Monats-/Jahresgänge, Zeitreihengrafiken (bis 4 Kanäle), Min-/Max-Werte | |
| A36 | - | |
| A37 | Auswertung nach Tageszeiten/Wochentagen | |
| A38 | Zusammengefasste Mittelungen über mehrere Stationen | |
| A39 | Flexible zeitliche Auswertung und Berechnung von Messdaten (z.B. Mittelwerte für einzelne Wochentage, Berechnung von Differenzen einzelner Sensorwerte (Kanäle) von verschiedenen Messstationen) | |
| Liveanzeigen im Leitstand | A40 | individuell konfigurierbare Liveanzeigen zur Visualisierung von Messwerten/Betriebs-/Fehlerstatus/Verläufen |
| A41 | Einbindung von Inhalten (Grafiken, in gängigen Bildformaten) | |
| In Messstation | A42 | Visualisierung von Kurz-/Langzeitdaten |
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- Datenerfassung in den Stationen
In den Stationen werden die Daten der Messgeräte erfasst, abgefragt und anschließend an die zentrale Messnetzzentrale weitergeleitet. Die Datenübertragung kann sowohl aktiv durch Abfrage als auch passiv durch Senden der Messgeräte erfolgen. Darüber hinaus sind bei Kalibrierungen und Wartungen spezifische Anforderungen zu erfüllen, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messungen sicherzustellen.
Im Folgenden sind die detaillierten Anforderungen an Funktionskontrollen, Datensicherung, Kalibrierung und Geräteabfrage aufgeführt, die für den Betrieb der Stationen verbindlich sind:
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Funktionskontrollen | A43 | - |
| A44 | - | |
| Sicherung | A45 | Nach einem Stromausfall muss der Stationsrechner automatisch mit der letzten gespeicherten Konfiguration neu starten, inklusive korrekter Uhrzeit – auch bei fehlender Netzwerk- oder Datenverbindung nach außen. |
| A46 | Vollständige Konfiguration (inkl. aller Kanäle) auf externes Laufwerk sicherbar und wiederherstellbar | |
| Kalibrierung | A47 | Manuelle Betriebsstatus-Setzung |
| A48 | ||
| A49 | - | |
| Geräteabfrage | A50 | Diagnose-Tools für Schnittstellenkommunikation zur Datenabfrage |
| A51 | ||
| A52 | ||
| A53 | bis 7 gleichzeitig aktive Kanäle bei bis zu 6 Geräten/Sensoren | |
| A54 | - | |
| A55 | Erweiterbarkeit auf weitere Datenprotokolle | |
| A56 | Automatische Erkennung inventarisierter Geräte mit Ort-Anpassung in Gerätedatenbank |
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- Anforderungen für den Server
Der zentrale Server bildet die Schnittstelle des gesamten Messnetzes. Er übernimmt die koordinierte Sammlung, Speicherung und Validierung aller Messdaten in einer zentralen Datenbank sowie den automatisierten Export der Messdaten an das Umweltbundesamt und weitere Empfänger. Der Server ist in der Dataport dSecure Cloud betrieben und gewährleistet so eine sichere und zuverlässige Datenverarbeitung.
Im Folgenden werden die Anforderungen an den Datenaustausch mit den Stationen, die Zeitsynchronisation, den Datenexport und -import sowie die Verwaltung von Wartungs- und Inventardaten sowie die Messunsicherheitsberechnung dargestellt. Diese Anforderungen sind für den reibungslosen Betrieb und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben von zentraler Bedeutung.
| Thema | Anforderungen | |
|---|---|---|
| Datenaustausch mit den Stationen | A57 | Automatische Übertragung von Messwerten, Betriebs- und Fehlerstatus, Geräteparametern |
| A58 | Zeitliche Steuerung der Datenübertragung individuell festlegbar | |
| A59 | Automatisches Nachladen bzw. erneutes Senden der Daten bei fehlgeschlagener Datenübermittlung für alle nicht übermittelten Daten | |
| A60 | Visualisierung der Stationserreichbarkeit | |
| Zeitsynchronisation | A61 | Synchronisation mit Zeitserver mit Übertragung auf Stations-PC |
| Datenexport | A62 | Automatischer Datenexport zur BfG Datenbank undine sowie zur zugangsbeschränkten Internetseite Kleine Wümme (CSV), ggf. weitere Ziele |
| A63 | Datenexport individuell modifizierbar: Datenformat (csv, xml), Datenkanäle, Zeit des Exports | |
| A64 | Der Bieter verpflichtet sich, den Datenexport im Format gemäß den Vorgaben des BfG bereitzustellen. | |
| A65 | automatischer Versand von Informationen an definierte Empfängerlisten bei der Überschreitung von individuell festlegbaren Schwellen | |
| A66 | (automatische) Erstellung von csv und pdf Reporten mit individuellem Layout | |
| A67 | CSV-Export zum vorhandenen Import in die WAIS MS-SQL Datenbank im Dataport Rechenzentrum (aktuell per VBS-Skript, zusätzlich bei korrigierten Werte nach manueller Ausführung) | |
| Datenimport | A68 | |
| A69 | Manuelle Datensätze können in die Fertigdatenbank importiert werden. Diese vorhandenen Messstationen zugeordnet werden. Datenformat: csv. | |
| Optional | ||
| Wartungs-/Inventardatenbank/ Messunsicherheit | A70 | Verwaltung aller Messgeräte mit Seriennummer, Typ, Einsatzort und -zeit, Anmerkungen, Zeitstempeln und Bearbeiterangaben, Gerätehistorie, Protokollierung aller durchgeführten Wartungsarbeiten inkl. Reparaturen Wartungsplan mit automatischer Anzeige überfälliger Arbeiten |
| A71 | automatisierte Messunsicherheitsberechnung |
Hinweis: Optionale Leistungen sind gesondert auszuweisen und werden bei der Angebotswertung nicht berücksichtigt. Die Beauftragung optionaler Leistungen bleibt dem Auftraggeber vorbehalten und erfolgt nur bei entsprechendem Bedarf sowie vorbehaltlich verfügbarer Haushaltsmittel.
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- Schulungen
Im Rahmen der Inbetriebnahme müssen Schulungen durchgeführt werden, die Theorie, Systembedienung, praktische Fallstudien und die Fehlerbehebung kombinieren. Es muss gewährleistet werden, dass Anwender vom Systemverständnis bis zur selbstständigen Nutzung optimal vorbereitet werden.
Inhalte dieser Schulungen sollten folgende Themen beinhalten:
- Systemübersicht
- Visualisierungen und Datenauswertungen
- Qualitätssicherung
- Validierung und Plausibilisierung
- Troubleshooting
- Erstellung von Reports und automatisierten Meldungen
- Im- und Export von Daten
Die Schulungen sollten maximal einen Umfang von 3 Tagen haben. Bei Bedarf sollen weitere Schulungen angefragt werden können.
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- Einzureichende Unterlagen
Der Bieter hat seinem Angebot folgende Unterlagen beizufügen:
- Beschreibung/Beispielansichten des Validierungskonzepts
- Screenshots/Beispielansichten der Leitstandvisualisierungen
- Konzept zur Fehlererkennung und Wiederherstellung des Messbetriebs
- Supportkonzept
- Inbetriebnahmeplan mit Migrationskonzept
- Auszug aus der Dokumentation
Jedes geforderte Konzept darf einen Umfang von maximal drei Seiten (DIN A4, Schriftgröße mindestens 11 pt) nicht überschreiten. Darüberhinausgehende Inhalte werden bei der Wertung nicht berücksichtigt.
Die Nichtabgabe eines oder mehrerer geforderter Konzepte führt zwingend zum Ausschluss des Angebots vom weiteren Vergabeverfahren.
- Angebotsbewertung
3.1. Preisbewertung:
Für jedes Los wird eine eigene Zuschlagswertung gem. der einfachen Richtwertmethode vorgenommen.
Für die Preisbewertung werden die Anschaffungs- sowie Wartungskosten über einen Betrachtungszeitraum von 4 Jahren berücksichtigt.
Kriterium Gewichtung:
- Preis 50%
- Fachliche Leistung gemäß Bewertungsmatrix 50%
3.2. Fachliche Bewertung:
Die fachliche Bewertung erfolgt für jedes Los anhand der den Vergabeunterlagen beigefügten jeweiligen Bewertungsmatrix. Die Matrix enthält die funktionalen und qualitativen Anforderungen an die Software einschließlich der Bewertungsmaßstäbe und Punktesystematik.
3.3. Optionale Leistungen:
Optionale Leistungen sind gesondert auszuweisen und werden bei der Angebotswertung nicht berücksichtigt. Die Beauftragung optionaler Leistungen bleibt dem Auftraggeber vorbehalten und erfolgt nur bei entsprechendem Bedarf sowie vorbehaltlich verfügbarer Haushaltsmittel.