Endversion - 21213_1 BV Neubau Gebäude A04_ Hauptzollamt Gießen_Geschwärzt.pdf

Rohbauarbeiten einschließlich Betonarbeiten

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21213/1 25.10.2021

Geotechnischer Bericht (-Entwurfsbericht-)

Projekt: Geotechnische Untersuchung BV Neubau Gebäude A04, Hauptzollamt Gießen Auftraggeber:

Foto: Bestandsgebäude A04 des Hauptzollamts Gießen, Westansicht.

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INHALTSVERZEICHNIS

Kapitel Seite

1 BAUVORHABEN...................................................................................................................... 7 1.1 Auftrag .................................................................................................................................................7 1.2 Standortsituation und Bauwerksdaten .................................................................................................7 1.3 Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebiete .........................................................................................8 1.4 Erdbebenzonen ....................................................................................................................................8

2 GELÄNDEARBEITEN UND BAUGRUNDVERHÄLTNISSE .................................................... 9 2.1 Geländearbeiten ..................................................................................................................................9 2.2 Schichtenabfolge / Bodenklassen / Bodengruppen ............................................................................ 10 2.3 Frost- und Wasserempfindlichkeit ...................................................................................................... 11 2.4 Bodenmechanische Kennwerte und Homogenbereiche .................................................................... 11

3 WASSERVERHÄLTNISSE..................................................................................................... 13

4 GRÜNDUNGSEMPFEHLUNGEN .......................................................................................... 14 4.1 Gründungssystemvarianten ............................................................................................................... 14 4.2 Elastisch gebettete Bodenplatte ......................................................................................................... 14 4.3 Einzel-/ Streifenfundamente (Balkenrost)........................................................................................... 15

5 ALLGEMEINE ANGABEN ZUR BAUWERKSGRÜNDUNG .................................................. 16 5.1 Bodenaustausch- bzw. Bodenverbesserungsmaßnahmen ................................................................ 16 5.2 Bodenpressung .................................................................................................................................. 16 5.3 Bettungsmodul ................................................................................................................................... 16 5.4 Grundbruchsicherheit ......................................................................................................................... 16

6 EMPFEHLUNGEN ZUR BAUAUSFÜHRUNG........................................................................ 17 6.1 Wasserhaltung ................................................................................................................................... 17 6.2 Böschungsneigungen für Baugruben ................................................................................................. 17 6.3 Allgemeine Hinweise zur Bauausführung........................................................................................... 17 6.4 Geotextil ............................................................................................................................................. 17 6.5 Verfüllung von Arbeitsräumen ............................................................................................................ 18 6.6 Verkehrsflächen ................................................................................................................................. 18

7 ANGABEN ZUR BAUKOSTENABSCHÄTZUNG .................................................................. 19

8 SCHLUSSBEMERKUNGEN .................................................................................................. 20


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TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1 Geländearbeiten ........................................................................................................................ 9 Tabelle 2 Zusammenfassung der örtlich angetroffenen Baugrundschichten ........................................... 10 Tabelle 3 Bodengruppen, Bodenklassen, Wasser-/ Frostempfindlichkeiten ........................................... 11 Tabelle 4 Bodenmechanische Kennwerte (Mittelwerte) .......................................................................... 11 Tabelle 5 Homogenbereiche für Lockerböden ........................................................................................ 12

ANLAGENVERZEICHNIS

Anlage 1 Lageplan der Projektfläche mit Einzeichnung der Untersuchungspositionen, M. 1:500

Anlage 2 Darstellung der Bodenverhältnisse nach DIN 4023 mit Legende und Schlagzahldiagrammen, M. 1:40 (vertikal)


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VERWENDETE UNTERLAGEN

Lagepläne Auszug aus dem Liegenschaftskataster, Gießen / Flur 17 / Flurstück 288, Amt für Bo- denmanagement Marburg, Stand 07/2021, M. 1:1.000

Entwurf Freiflächenplan, Neu- und Umbau Hauptzollamt Gießen - Neugestaltung der Freianlagen, , Stand 09/2021, M. 1:500

Grundrisse / Gebäudegrundrisse und -schnitte, Neuunterbringung des HZA in Gießen ehem. Berg- Schnitte kaserne Gießen Gebäude A04, , Stand 09/2021, M. 1:100

Gebäudeschnitt mit Gründungsvariante Balkenrost / Streifenfundamente (Blattkopie), , Frankfurt / M., Stand 08/2021, o. M.

Trassenpläne Erdleitungen Wasser, Stadtwerke Gießen, Stand 10/2021, M. 1:250

Erdleitungen Gas, Stadtwerke Gießen, Stand 10/2021, M. 1:500

Erdleitungen Strom, Stadtwerke Gießen, Stand 10/2021, M. 1:500

Erdleitung Kabel, Telekom, Stand 10/2021, M. 1:250

Entwässerung, Sonderbauamt Wetzlar, Stand 05/1958, M. 1:500

Kanalbestand, MWB, Gießen, Stand 10/2021, M. 1:500


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LITERATURVERZEICHNIS

Geologische KarteBlatt 5418 Gießen, M. 1:25.000
© Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden, Stand 1980
Topografische KarteBlatt 5418 Gießen, M. 1:25.000
© Hessisches Landesvermessungsamt, Wiesbaden, Stand 1988
DIN 1054 / EC 7Baugrund - Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau - Ergänzende Rege-
lungen zu DIN EN 1997-1, Stand 12/2010
DIN 18134Baugrund - Versuche und Versuchsgeräte – Plattendruckversuch,
Stand 04/2012
DIN 18196Erd- und Grundbau - Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke,
Stand 05/2011
DIN 18300VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine
Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Erdarbeiten,
Stand 09/2019
DIN 18533Abdichtung von erdberührten Bauteilen, Stand 09/2018
DIN 4017Baugrund - Berechnung des Grundbruchwiderstands von Flachgründungen,
Stand 03/2006
DIN 4023Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Zeichnerische Darstellung
der Ergebnisse von Bohrungen und sonstigen direkten Aufschlüssen, Stand
02/2006
DIN 4124Baugruben und Gräben, Böschungen, Arbeitsraumbreiten, Verbau 03/2006
DIN EN 1998-1 /NA:2011-01Nationaler Anhang - National festgelegte Parameter - Eurocode 8: Auslegung
von Bauwerken gegen Erdbeben - Teil 1: Grundlagen, Erdbebeneinwirkun-
gen und Regeln für Hochbau
DIN EN ISO 22475Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Probenentnahmeverfahren
für Boden, Fels und Grundwasser, Stand 01/2019
DIN EN ISO 22476Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen, Stand
10/2013
TP BF-StB Teil B 8.3Technische Prüfvorschriften für Boden und Fels im Straßenbau
Teil B 8.3: Dynamischer Plattendruckversuch mit dem Leichten Fallgewichts-
gerät, Stand 12/1012
WRRL HessenOnlinedienst, Wasserrahmenrichtlinie in Hessen (Wasserschutz- und Heil-
quellenschutzgebiete), letzter Planstand 10/2021
ZTV E-StB 17Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten
im Straßenbau, Stand 2017

im Straß enbau, Stand 2017


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ABKÜRZUNGEN

BV / BG Bauvorhaben / Baugebiet DIN / EN / ISO Deutsches Institut für Normung / Europäische Norm / Internationale Organisation für Normung DPM** Dynamic Probing Medium (Mittelschwere Rammsondierung) EG Erdgeschoss FFB Fertigfußboden FP Festpunkt (= Höhenbezugspunkt) GOK Geländeoberkante GW Grundwasser KD Kanaldeckel kN / MN Kilonewton / Meganewton M. Maßstab mNN Meter über Normal Null möH Meter örtlicher Höhe OK Oberkante RC-Material Recycling-Material RFB Rohfußboden RKS* Rammkernsondierung STS Schottertragschicht SW Schichtwasser / Sickerwasser u. GOK unter Geländeoberkante UG Untergeschoss UK Unterkante

  • nach DIN EN ISO 22475 / DIN 4021. ** nach DIN EN ISO 22476-2 / DIN 4094.

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1 BAUVORHABEN

1.1 Auftrag

• Auftragsgegenstand Geotechnische Untersuchung • Projektstandort Gebäude A04, Hauptzollamt Gießen, An der Kaserne 8, Gießen • Bauplanung Gebäudeneubau ohne KG (3 Vollgeschosse + Staffelgeschoss) Umgestaltung von Verkehrsflächen und Außenanlagen • Auftraggeber • Angebotsdatum 05.10.2021

In einem geotechnischen Bericht sollten vorläufige Aussagen zur sicheren und wirtschaftlichen Gründung des projektierten Neubaus getroffen werden. Im Wesentlichen sollen die nachfolgenden Angaben zur Ab- schätzung der anfallenden Baukosten für das Gründungsvorhaben dienen. Der beauftragte Geotechnische Bericht hat den Charakter eines Vor- bzw. Entwurfsberichts, ein abschlie- ßendes Hauptgutachten folgt nach Vorlage der Detailplanung zum Gebäude.

1.2 Standortsituation und Bauwerksdaten

Das Hauptzollamt ist im Bereich der ehemaligen Bergkaserne, An der Kaserne 8, in Gießen gelegen. Im Bereich des Baufelds befindet sich gegenwärtig das leerstehende und unterkellerte Bestandsgebäude A04, welches im Rahmen der projektierten Baumaßnahme zunächst rückgebaut und anschließend durch einen Neubau ersetzt werden soll. Im Weiteren sollen die Außenanlagen (Parkplatzflächen und Grünflächen) östlich und südöstlich des Gebäudes A04 umgestaltet werden.

Die Außenabmessungen des geplanten Neubaus betragen rund 51,0m x 17,0m und entsprechen somit den Abmessungen des Bestandsgebäudes. Hierbei soll der Neubau jedoch - um ca. 1,0m in südöstliche Richtung - versetzt gegründet werden. Das geplante Bauwerk soll 3 Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss erhalten. Für den Neubau ist keine Unterkellerung vorgesehen.

Zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung wurde der gründungsrelevante Höhenbezug des Neubaus pla- nungsseitig mit OK FFB EG ≈ 180,50mNN angegeben. Dies entspricht etwa dem Höhenniveau OK FFB Eingangsbereich des Bestandsgebäudes.

Das unmittelbar an das Baufeld angrenzende Gelände ist in weiten Bereichen weitgehend eben, wobei die Geländeoberkante zwischen ca. 180,20mNN und 180,50mNN verläuft. Im südöstlichen Baufeld fällt das Gelände jedoch um ca. 1,0m bis auf ein Niveau von rund 179,20mNN ab.

Für die Gründung des Neubaus wird planungsseitig eine elastisch gebettete Bodenplatte favori- siert. Aufgrund der – zumindest in Teilbereichen des projektierten Baufeldes – vorhandenen Höhendiffe- renz, soll weiterhin die Gründungsoption Streifenfundamente (Balkenrost) mit talseitig durch Be- tonschürzen verlängerten Fundamentkörpern geprüft werden.

Die aktuelle Standortsituation ist in Anlage 1 dargestellt.


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1.3 Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebiete

Der Projektstandort liegt gemäß aktueller Auskunft des Onlinedienstes des HLNUG, WRRL-Viewer- Hessen, in keinem Trinkwasser- oder Heilquellenschutzgebiet. Die Aktualität der oben beschriebenen Einstufung in ausgewiesene Trinkwasser- / Heilquellenschutzzonen ist planungsseitig - zum Zeitpunkt des Baubeginns - neu zu prüfen, da fortlaufend behördenseitige Einstu- fungsabänderungen möglich sind.

1.4 Erdbebenzonen

Der Projektstandort liegt gemäß DIN EN 1998-1 / NA:2011-01 in keiner Erdbebenzone und ist keiner geo- logischen Untergrundklasse zugewiesen.


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2 GELÄNDEARBEITEN UND BAUGRUNDVERHÄLTNISSE

2.1 Geländearbeiten

Die Geländearbeiten wurden am 18.10.2021 ausgeführt. Vorab wurden die Sondierpositionen nach Lage und Höhe eingemessen. Als Höhenbezugspunkt wurde die OK eines Kanaldeckels im Bereich der Ausfahrt zur Licher Straße mit 178,72mNN eingemessen.

Tabelle 1 Geländearbeiten

Anzahl
Leistungsbeschreibung
4
Rammkernsondierungen, RKS nach DIN EN ISO 22475
(Ø40-60mm)
2
Mittelschwere Rammsondierungen nach DIN EN ISO 22476-2
(DPM, Dynamic Probing Medium)

Abkürzungen: -

Die Sondierarbeiten wurden durch einen Befähigungsscheininhaber §20 SprenG der Firma Safelane Global kampfmitteltechnisch begleitet.

Die Lage der Sondieransatzpunkte sowie des Höhenbezugspunktes geht aus dem Lageplan der Anlage 1 hervor. Die zeichnerische Darstellung der angetroffenen Bodenverhältnisse nach DIN 4023 mit einer Legende zu den verwendeten Grafiksymbolen sowie die Schlagzahldiagramme der Rammsondierungen nach DIN 4094 sind der Anlage 2 zu entnehmen.


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2.2 Schichtenabfolge / Bodenklassen / Bodengruppen

Tabelle 2 Zusammenfassung der örtlich angetroffenen Baugrundschichten

BodenartAllgemeine BeschreibungFarbeSonstiges / Bemerkungen
anthropogene Auffülllagengrau, braun, grau- braun, dunkelgrauungebundener Straßenoberbau und sonstige rollige Auffüllungen
Auffüllung, rollig
anthropogene Auffülllagenbraun, hellbraun, graubraunumgelagerter Erdaushub, z. T. mit geringen Beimengungen an minerali- schen Fremdbestandteilen (Ziegel- / Bauschuttreste)
Auffüllung, bindig
bis gemischtkörnig
natürlicher, bindiger Bodenbraun, hellbraunpleistozäne Sedimente der älteren Lahnterrassen und umgelagerter Lößlehm
Lehm / Schluff,
sandig, tonig
natürlicher, bindiger Bodenbraun, rotbraun, hell- braun, beigepleistozäne Sedimente der älteren Lahnterrassen
Ton, sandig
rolliger bis gemischt- körniger, natürlicher Bodenhellbraun, hellgrau, beigepleistozäne Sedimente der älteren Lahnterrassen, teilweise Miozän
Sand,
z.T. schluffig / kiesig

Abkürzungen: -

Aufgrund des hohen Eindringwiderstandes innerhalb der anstehenden, natürlichen Bodenschichten war die Aufschlusstiefe auf max. 5,9m u. GOK limitiert.

Unterhalb der erreichten Sondiertiefen ist mit dicht gelagerten Sanden und Kiesen der Bodenklasse 3 zu rechnen. Insgesamt besitzt der Baugrund im Bereich des Baufeldes - gemäß den aufgezeichneten Widerständen der DPM 2 und DPM 6 – bis ca. 2,0m – 2,5m u. GOK – eine mäßige Tragfähigkeit. Mit zunehmender Bohrtiefe liegt eine hohe bis sehr hohe Tragfähigkeit vor.


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2.3 Frost- und Wasserempfindlichkeit

Tabelle 3 Bodengruppen, Bodenklassen, Wasser-/ Frostempfindlichkeiten

BodenartBodengruppe (DIN 18196)Bodenklasse (DIN 18300)Wasser- empfindlichkeitFrost- empfindlichkeit
Auffüllung, rolligA3gering - mittelF 1-F 2
Auffüllung, bindig bis gemischtkörnigA4 / 3-4sehr hochF 3
Lehm / Schluff, sandig, tonigTL / SŪ4sehr hochF 3
Ton, sandigTM / ST4mittelF 2
Sand, z.T. schluffig / kiesigSU / SE / SW3gering-mittelF 1-F 2

Abkürzungen: F 1 = nicht frostempfindlich, F 2 = gering bis mittel frostempfindlich, F 3 = sehr frostempfindlich

2.4 Bodenmechanische Kennwerte und Homogenbereiche

Tabelle 4 Bodenmechanische Kennwerte (Mittelwerte)

BodenartFeuchtwichte Feuchtwichte (u. A.) `Reibungswinkel (effektiv) `Kohäsion (effektiv) C`Steifemodul der Erstbelastung Es
Physikalische Einheit[kN/m³][kN/m³][°][kN/m²][MN/m²]
Auffüllung, rollig19,0-20,09,0-10,032,5*-35,0*0,0k. A.
Auffüllung, bindig bis gemischtkörnig18,0-19,08,0-9,025,0*-27,5*k. A.k. A.
Lehm / Schluff, sandig, tonig19,0-20,09,0-10,025,0-27,54,0-10,08,0-12,0
Ton, sandig19,0-20,09,0-10,025,0-27,510,0-15,08,0-15,0
Sand, z. T. schluffig / kiesig18,0-19,08,0-9,030,0-32,50,0-2,0**20,0-50,0

Abkürzungen: u. A. = unter Auftrieb, * = Ersatzreibungswinkel, ** = je nach Feinkornanteil, k. A. = keine Angabe

Die oben aufgeführten bodenmechanischen Kenndaten basieren auf Erfahrungswerten bzw. auf Angaben in DIN 1055, T 2. Für Wichte, Kohäsion und Reibungswinkel handelt sich hierbei um charakteristische Werte. In Anlehnung an DIN 1054 sind für erdstatische Berechnungen die jeweils ungünstigsten Kombinationen der angegebenen Wertespannen anzusetzen.


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Tabelle 5 Homogenbereiche für Lockerböden

HOMOGENBEREICHBoden-Stein- undDichte (erdfeucht)KonsistenzWassergehaltKohäsion (undrainiert)LagerungsdichteOrganischer Anteil
DIN 18300-NEUgruppenBlockanteil[][I ] c[w][c ] u[D][c ] org
Nr.DIN 18196DIN EN ISO 14688-2DIN 18125DIN 18122DIN 18121DIN 4096 DIN 18137DIN 4094 DIN 18126DIN 18128
Benennung
[M.-%][kN/m³][-][M.-%][kN/m²][-][M.-%]
H1A<20,019,0-20,0k. A.2,0-5,0k. A.k. A.k. A.
Auffüllung, rollig
Homogenbereich 1
Auffüllung,H2A<20,018,0-19,0k. A.10,0-25,0k. A.k. A.k. A.
bindig bis
gemischtkörnig
Homogenbereich 2
Lehm / Schluff,H3TL / TM SŪ / ST<5,019,0-20,00,5-1,2515,0-25,040,0-80,0k. A.2,0-5,0
sandig, tonig /
Ton, sandig
Homogenbereich 3
Sand,H4SU / SE / SW<5,018,0-19,0k. A.5,0-15,0<200,5-0,82,0-5,0
z. T. schluffig /
kiesig
Homogenbereich 4

Abkürzungen: k. A. = keine Angabe

Die vorstehend aufgeführte Einteilung in Homogenbereiche wurde aufgrund allgemeiner Erfahrungs- und Literaturwerte vorgenommen und fasst Boden und Fels zusammen, welcher vor dem Lösen für einsetzbare Erdbaugeräte vergleichbare Eigenschaften und umweltrelevante Inhaltsstoffe aufweist. Zur detaillierten und fachlich abschließenden Einstufung sind gemäß VOB 19 - im Bedarfsfall - weitere Geländearbeiten und bodenmechanische Laborversuche mit erhöhtem Kosten- und Zeitaufwand notwendig. Die Homogenbereiche (H) sind in der grafischen Profildarstellung in Anlage 2 gekennzeichnet.


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3 WASSERVERHÄLTNISSE

Im Rahmen der ausgeführten Sondierarbeiten wurde nach Beendigung des Sondiervorgangs der Wasser- spiegel im offenen Bohrloch mit dem Kabellichtlot kontrolliert. Wasserstandsmessungen waren hierbei nur in denjenigen Bodenaufschlüssen technisch möglich, welche standfest ausgebildete Bohrlochwandungen aufwiesen und das Einbringen der Grundwassermesssonde zuließen. Im Bereich des Projektstandortes wurde zum Zeitpunkt der Untersuchungsausführung keine zu- sammenhängende Grundwasserführung festgestellt, so dass im vorliegenden Fall lediglich mit dem Auftreten temporärer Schichtwässer zu rechnen ist. Temporäre Schichtwässer zirkulieren in der Regel in hydraulisch gut durchlässigen Bodenzonen. Die In- tensität der Schichtwasserführung hängt von den jahreszeitlich schwankenden Niederschlagsraten ab.

Exaktere Aussagen über die örtlichen Grundwasserverhältnisse – insbesondere über jahreszeitlich schwankende minimale / maximale Grundwasserflurabstände - können nur nach Errichtung sowie längerer messtechnischer Beobachtung von Grundwassermessstellen im Rahmen eines Grundwassermonitorings getroffen werden. Die oben aufgeführten Angaben zur Grundwassersituation weisen somit lediglich einen orientierenden Bewertungscharakter auf.


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4 GRÜNDUNGSEMPFEHLUNGEN

4.1 Gründungssystemvarianten

Zur sicheren und wirtschaftlichen Gebäudegründung wird eine Lastabtragung über eine elastisch gebettete Bodenplatte favorisiert. Alternativ ist - falls planungsseitig gewünscht - grundsätzlich auch eine Gründung über Einzel-/ Streifenfundamente in Form eines Balkenrosts möglich (siehe hierzu Kapitel 4.3).

4.2 Elastisch gebettete Bodenplatte

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist keine Unterkellerung des Bauwerks vorgesehen. Als gründungsrelevante Bezugshöhe wird OK FFB EG planungsseitig vorab mit ca. 180,50mNN angegeben. Zur Einleitung der aufkommenden Gebäudelasten in den örtlichen Baugrund wird eine Gebäudegründung über eine elastisch gebettete, bewehrte Bodenplatte empfohlen. Bodenplatten wirken grundsätzlich lastver- teilend und minimierend hinsichtlich möglicher Setzungsunterschiede im Baugrund. Vorab wird die Bodenplattendicke mit d = ca. 45cm angenommen. Die abschließende statische Bemes- sung der Bodenplatte erfolgt durch den Baustatiker. Zur Stabilisierung des Erdplanums ist unterhalb der Bodenplatte eine Schottertragschicht (STS) in einer Schichtdicke von mindestens 50cm vorzusehen. Unter Berücksichtigung einer vorläufig abgeschätzten Bodenplattendicke von rund 45cm und einer Estrichlage von rund 15cm sowie 50cm STS, ergibt sich ein vorläufiges Gründungsniveau für UK STS = ca. 179,40mNN oder – je nachdem, ob unterhalb der Bodenplatte eine Perimeterdämmung vorgesehen wird – geringfügig tiefer. Die Gründungskote verläuft somit vornehmlich im KG-Bereich des Bestandsgebäudes A04 bzw. – im süd- westlichen Baufeld – oberhalb der aktuellen GOK.

Aufgrund der Höhendifferenz zwischen Gründungsniveau und der aktuellen Geländeoberkante wird somit im Gründungsbereich ein zusätzlicher Geländeausgleich notwendig. Die erforderliche Mächtigkeit der zu- sätzlichen Geländeausgleichsschicht wird – unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Höhenannah- men – vorab mit ca. 1,0 – 1,5m abgeschätzt. Nach vollständigem Rückbau des Bestandgebäudes A04 ist das Baufeld zunächst vollständig zu beräumen. Hierbei sind sämtliche Restauffüllungen und alte Fundamentkörper zu beseitigen. Die Lastabtragung (= UK Geländeausgleichsschicht) soll über den natürlich anstehenden Lehm und schluffigen bis tonigen Sand erfolgen. Als Auffüllungsmaterial für die Kellerraumverfüllung / Geländeausgleichsschicht ist gut verdichtbares, ge- brochenes Natursteinmaterial mit einer geeigneten Kornabstufung und ausreichender Gesteinsfestigkeit (z. B. Mineralschotter 0/32-0/45) oder ein entsprechendes, zertifiziertes RC-Material zu verwenden. Das Auffüllmaterial ist in maximalen Schüttlagenmächtigkeiten von 30cm aufzubringen und mit geeigneten Verdichtungsgeräten sorgfältig dynamisch zu verdichten. Das Auffüllmaterial ist vor Kopf aufzubringen und mit geeigneten Verdichtungsgeräten sorgfältig dynamisch zu verdichten. Die geforderte Proctordichte beträgt D ≥ 98%. pr


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Mittels baubegleitend auszuführender Statischer / Dynamischer Plattendruckversuche nach DIN 18134 bzw. TP BF-StB, Teil B 8.3 ist lagenweise ein E -Modul von ≥80MN/m2 bzw. ein E -Modul von ≥40MN/m2 V2 vd nachzuweisen. Der seitliche Überstand der Auffüllfläche über die Bodenplattenaußenkanten ist unter einem Lastausbrei- tungswinkel von 45° zu berücksichtigen. Zur Sicherstellung der Frostsicherheit ist gebäudeumlaufend die Ausführung von Frostschürzen (in Beton- bauweise oder als Mineralschotterschüttung in d = 0,8m ab GOK für den Endzustand) zu berücksichtigen. Die Gesamtsetzungsbeträge im Bereich des Bauvorhabens werden mit 20-30mm abgeschätzt. Setzungsdifferenzen werden im Bereich von ≤15mm liegen. Die Setzungen werden nach etwa 24 Monaten abgeklungen sein. Die Gründungsoption Bodenplatte ohne KG ist im Profilschnitt der Anlage 2 im Höhenverlauf schematisch dargestellt.

Insofern die Bodenplatte – zumindest bereichsweise – in bindige bis gemischtkörnige Bodenschichten ein- bindet und hier baulich nicht für eine Drainagemöglichkeit gesorgt wird, kann sich lokal Staunässe bilden und der Lastfall „drückendes Wasser“ entstehen. Gemäß DIN 18533-1:2017/07 liegt in diesem Fall die Wassereinwirkungsklasse W2.1-E vor („mäßige Ein- wirkung von drückendem Wasser <3m Eintauchtiefe“). Hieraus resultieren für die Planung notwendigerweise Abdichtungsmaßnahmen nach Kapitel 8.6.1 gemäß DIN 18533-1:2017/07. Falls mittels einer Ringdrainage nach DIN 4095 für eine zuverlässige und dauerhafte Entwässerungsmög- lichkeit gesorgt wird, kann gemäß DIN 18533-1:2017/07 die Wassereinwirkungsklasse W1.2-E („Boden- feuchte und nicht drückendes Wasser bei Bodenplatten und erdberührten Wänden mit Drainung“) ange- setzt werden.

4.3 Einzel-/ Streifenfundamente (Balkenrost)

Alternativ zur Bauwerksgründung über eine elastisch gebettete Bodenplatte ist auch eine Gründung über Einzel-/ Streifenfundamente in Form eines Balkenrosts möglich. Die Gründungselemente sind mindestens bis in eine frostfreie Tiefe von 0,8m u. GOK („abschlie- ßend profilierte Anschüttung“) sowie bis mindestens 0,3m in den natürlichen Lastboden (Lehm und schluffig-toniger Sand) zu führen. Falls die Tiefenlage der Gründungsfuge es hierbei erfordert, ist unterhalb UK Statisches Fundament ein zusätzlicher Bodenaustausch gegen Magerbeton vorzunehmen. Gegebenenfalls aufgeweichte Bodenzonen des natürlichen Baugrunds sind zusätzlich auszukoffern und gegen Magerbeton zu ersetzten. Alternativ zum Bodenaustausch gegen Magerbeton kann auch eine Ersatzschicht aus gebrochenem Natur- steinmaterial 0/32 - 045 lagenweise eingebracht werden. Der Unterbau der Fußbodenkonstruktion ist aus einer kapillarbrechenden Mineralschotterschicht 0/32 - 0/45 in einer Mindeststärke von 30-40cm auszuführen. Für die Ersatzschicht bzw. den Unterbau der Fußbodenkonstruktion gelten die Verdichtungsvorgaben ana- log Kapitel 4.2.


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5 ALLGEMEINE ANGABEN ZUR BAUWERKSGRÜNDUNG

5.1 Bodenaustausch- bzw. Bodenverbesserungsmaßnahmen

Stark aufgeweichte bzw. aufgelockerte Schichten im Bereich des freigelegten Rohplanums sind grundsätz- lich zusätzlich gegen verdichtungsfähiges Natursteinmaterial 0/32 - 0/45 auszutauschen. Diese Empfeh- lungen gelten sowohl für Bodenschichten unterhalb flächig aufliegender, elastisch gebetteter Bodenplatten als auch für Bodenschichten unter statisch nicht belasteten Fußbodenkonstruktionen.

5.2 Bodenpressung

Für eine Gründung mittels Bodenplatte auf einer Ausgleichsschicht und einem Schotterpolster gilt:

• Maximal aufnehmbarer Sohldruck nach DIN 1054: 2005-01:  = 125kN/m². zul

• Bemessungswert des Sohlwiderstands gemäß DIN 1054: 2010-12:  = 175kN/m². R,D

Für eine Gründung mittels Einzel- / Streifenfundamenten auf natürlichem Boden und - falls not- wendig - einem Bodenaustausch gilt:

• Maximal aufnehmbarer Sohldruck nach DIN 1054: 2005-01:  = 200kN/m². zul

• Bemessungswert des Sohlwiderstands gemäß DIN 1054: 2010-12:  = 280kN/m². R,D

5.3 Bettungsmodul

• Vorläufiger mittlerer Bettungsmodul für die Plattengründung ohne KG: k = 10MN/m³ s

Für die Plattenrandbereiche kann der vorläufige mittlere Bettungsmodul um 50% angehoben werden. Die Angabe eines exakten Bettungsmoduls ist nur nach Vorlage eines Lasten-/ Fundamentplans und er- gänzenden Setzungsberechnungen möglich.

5.4 Grundbruchsicherheit

Für das System „Bodenplatte“ ist die Grundbruchsicherheit mehrfach gewährleistet. Für Einzel- / Strei- fenfundamente ist die Grundbruchsicherheit nach Vorlage der Statik gesondert nachzuweisen.


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6 EMPFEHLUNGEN ZUR BAUAUSFÜHRUNG

6.1 Wasserhaltung

Im Rahmen der Bauarbeiten aufkommendes Oberflächenwasser sowie temporär auftretendes Schichtwas- ser ist mittels Baudrainagen / Pumpensümpfen zu erfassen und aus dem Bauwerksbereich abzuleiten.

6.2 Böschungsneigungen für Baugruben

In Anlehnung an DIN 4124 ergeben sich folgende, maximal zulässige Böschungsneigungen für Baugruben:

• Auffüllungen 45°

• Lehm, Schluff, Ton (steifplastisch): 60° • Lehm, Schluff, Ton (weichplastisch): 45°

• Sand 45°

6.3 Allgemeine Hinweise zur Bauausführung

Für die im Rahmen der Baumaßnahme auszuführenden Erdarbeiten gelten grundsätzlich die Aus- führungsanforderungen nach ZTV E-StB 17. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die anstehenden feinkörnigen bis gemischtkörnigen Erd- stoffe ausgesprochen frost- und wasserempfindlich sind. Bei den Erdarbeiten anfallende, gegebenenfalls bindige und gemischtkörnige Böden sind somit hinsichtlich einer Wiederverwendung für die Verfüllung von Arbeitsräumen (z.B. Zisternen) nicht geeignet. Bei einer Arbeitsraumverfüllung mit feinkörnigen Aushubmassen bzw. Erdstoffen ist - insbesondere bei unsachgemäßer Lagerung auf der Baustelle und einer Durchnässung - mit längerfristigen Sackungen zu rechnen. Inwieweit diese Sackungen z. B. im Freiflächen- oder Grünbereich toleriert werden können, ist planungssei- tig ergänzend zu prüfen. Das Rohplanum darf vor Aufbringung der ersten Lage der Geländeausgleichs- schicht ausschließlich statisch verdichtet werden.

6.4 Geotextil

Auf das freigelegte Rohplanum ist - nach einer sorgfältigen statischen Vorverdichtung - zunächst grund- sätzlich ein Geotextil der Robustheitsklasse GRK 3 zu verlegen. Hierdurch wird eine spätere Durchmischung von bindigen bzw. gemischtkörnigen Erdstoffen des Rohpla- nums mit den rolligen Bodenmaterialien der Geländeauffüllung verhindert. Ob im vorliegenden Fall – z. B. bei Trockenwetterbedingungen während der Bauphase – auf das Einlegen eines geeigneten Geotextils verzichtet werden kann, ist im Rahmen des üblicherweise anzusetzenden Ortstermins zur Sohlabnahme zu entscheiden.


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6.5 Verfüllung von Arbeitsräumen

Statisch oder dynamisch belastete Flächen (Gründungsbereiche / Verkehrsflächen)

Generell wird für die Verfüllung von Arbeitsräumen bindigkeitsarmes Kiessand- oder Vorsiebmaterial oder alternativ ein geeignetes Recyclingmaterial empfohlen. Das Schüttgut ist in Lagen von maximal 0,30m einzubauen und dynamisch zu verdichten. Als Verdichtungsvorgabewert gilt eine einfache Proctordichte von ≥98% oder ein Verformungsmodul von E ≥80MN/m2. V2

Statisch oder dynamisch nicht belastete Flächen (Freiflächen / Grünbereich)

Alternativ zu verdichtungsfähigem Fremdmaterial, kann hier auch der örtliche Bodenaushub wiederverfüllt werden. Voraussetzung ist, dass die Bodenaushubmaterialien zur Einbauzeit nicht durchnässt sind. Das Schüttgut ist ebenfalls in Lagen von maximal 0,30m einzubauen und dynamisch zu verdichten. Als Verdichtungsvorgabewert gilt eine einfache Proctordichte von ≥95% oder ein Verformungsmodul von E ≥45MN/m2. V2

6.6 Verkehrsflächen

Die zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung vorliegende Bauplanung sieht die Erneuerung bzw. Umgestal- tung von Verkehrs- und Parkplatzflächen vor. Im Zuge der notwendigen Erdarbeiten und des Planungsentwurfs von Verkehrsanlagen jeglicher Art, sind die Vorgaben der ZTV E-StB 17 sowie der RStO 12 zwingend als Grundlage zu beachten.

Frostempfindlichkeit und Grundtragfähigkeit des anstehenden Planums unterhalb von Verkehrsflä- chen nach RStO 12

Für OK Planum gilt für die Grundtragfähigkeit ein Vorgabewert für den Ev -Modul von ≥45,0MN/m². 2 Die Einhaltung dieser Mindestforderung ist grundsätzlich notwendig, um den nachfolgend noch aufzubrin- genden RStO 12-konformen Verkehrsflächenaufbau gegen Sekundärschäden zu sichern. Der Nachweis für eine ausreichende Grundtragfähigkeit ist mittels Statischer Plattendruckversuche nach DIN 18134 - gege- benenfalls in Kombination mit Dynamischen Plattendruckversuchen nach TP BF-StB Teil B 8.3 - zu führen. Das örtliche Planum im Bereich der projektierten Verkehrsflächen wird vorrangig aus Lehmen und schluffigen-tonigen Sanden bzw. aus bindigen Auffüllungen der Frostempfindlichkeitsklasse F3 gebildet. Die geforderte Grundtragfähigkeit wird erfahrungsgemäß – insbesondere bei schlechten Witterungsbedin- gungen zur Bauzeit – nicht erreicht. Somit müssen die Standsicherheitsdefizite des Planums durch den Unterbau einer Stabilisierungsschicht oder hydraulische Bodenstabilisierungsmaßnahmen ausgeglichen werden. Bei nachweislicher Gewährleistung der Grundtragfähigkeit (z. B. im Bereich von qualifiziert verfüllten und verdichteten Leitungsgräben oder Arbeitsräumen), kann auf den Unterbau einer Stabilisierungsschicht bzw. auf eine Planumsverbesserung durch Bodenkonditionierung verzichtet werden.


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7 ANGABEN ZUR BAUKOSTENABSCHÄTZUNG

In der gegenwärtigen Planungsphase sollen nach Vorgabe des Bauherren in erster Linie vorläufige Bau- kosten abgeschätzt werden. Hierzu ist ein Vergleich der bautechnisch notwendigen Gründungsmaßnahmen (Unterbau einer Stabilisie- rungs- und Geländeausgleichsschicht in einer Schichtdicke von insgesamt 1,0m bis 2,0m unterhalb der Bodenplatte gemäß Kapitel 4.2) mit einer herkömmlichen Bauwerksgründung vorzunehmen. Für die herkömmliche Bauwerksgründung wird ein geringmächtiger Unterbau der Bodenplatte durch eine Stabilisierungsschicht von 20cm Schichtdicke angenommen. Die Kostendifferenz ergibt sich aus der Gegenrechnung, hinzu zu rechnen ist noch der Restaushub im Bereich der vorhandenen Unterkellerung. Bei Bauwerksgründung über einen Balkenrost reduziert sich die Aushub- / Wiederverfüllkubatur, jedoch sind teilweise Aufschalungsarbeiten notwendig. Die Wirtschaftlichkeit für diese Gründungsoption wird eher kritisch gesehen.


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8 SCHLUSSBEMERKUNGEN

Generell wird darauf hingewiesen, dass nur punktuell Bodenaufschlüsse vorliegen und die Bodenbeschaf- fenheit zwischen den vorhandenen Aufschlusslokalitäten – im Hinblick auf Schichtausbildung und Schicht- mächtigkeit – different ausgebildet sein kann. Weiterhin können temporär abweichende Wasserverhältnisse in Ansatz stehen. Im Zuge der projektierten Erdbauarbeiten ist daher seitens der Bauleitung und Bauaus- führung sorgfältig zu überprüfen, ob die angetroffenen Untergrund- und Wasserverhältnisse mit den Anga- ben im vorliegenden Bericht übereinstimmen. Sollten während der Bauausführung in relevantem Maße abweichende Boden- / Wasserverhältnisse angetroffen werden oder werden Bodenmaterialien mit sensori- schen Auffälligkeiten vorgefunden, ist umgehend ein Bodengutachter zur weiteren Beratung hinzuzuziehen. Der vorliegende Bericht basiert ausschließlich auf dem uns mitgeteilten Planungs- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Gutachtenfertigstellung. Nachträgliche Planungs- und Ausführungsänderungen, welche für den Erdbau und die Gründungsarbeiten Relevanz besitzen, sind zwingend mitzuteilen und bedürfen einer ausdrücklichen schriftlichen Zustimmung. Für die Ausführung der Erdarbeiten sind die Vorgaben der ZTV E-Stb 17 zwingend zu beachten. Insofern durch die projektierte Baumaßnahme angrenzende bauliche Anlagen betroffen sind, ist im Vorfeld der Baurealisierung eine fotodokumentarische Bestandsaufnahme des baulichen Istzustandes auszufüh- ren. Weiterhin wird eine baubegleitende Überwachung der entstehenden Erschütterungen empfohlen. Die freigelegten Gründungssohlen sind durch SL-Geotechnik vor Ort im Rahmen eines Ortstermins abzunehmen und für die weitere Bauausführung freizugeben. Im Zuge des Ortstermins ist ebenfalls zu entscheiden, ob auf das Einlegen eines Geotextils verzichtet werden kann. Um eine rechtzeitige Terminvereinbarung zur Sohlabnahme durch den Bauherrn wird gebeten. Nach Einbau und Ver- dichtung der Schottertragschicht (STS) sind - im Zuge eines Zusatztermins - Dynamische Platten- druckversuche mit dem Leichten Fallgewicht nach TP BF-StB Teil B 8.3 auf OK STS vorzunehmen (ein Versuch je 25m2 Gründungsfläche). Hierbei ist eine qualifizierte und sachgemäße Verdich- tungsgüte gemäß Kapitel 4 nachzuweisen. Der vorliegende Bericht ist allen Planungs- und Ausführungsbeteiligten vollständig und frühzeitig vor Bau- beginn zur Verfügung zu stellen. Der Bericht ist nur in seiner Gesamtheit verbindlich. Eine Weitergabe an Dritte bedarf unserer ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung. Gegenüber Dritten besteht Haftungsaus- schluss.


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ANLAGE 1

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ANLAGE 2

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Legende A A fS= Feinsand G = Kies S = Sand A = Auffüllung A A fs = feinsandig g = kiesig s = sandig U = Schluff T = Ton Sd= Schwarzdecke u = schluffig t = tonig
Proben Sonderprobe Gestörte ProbeBeschaffenheit nach DIN 4023 weich halbfest mitteldicht steif dicht
Anlage: 2.1 Legende Geotechnische Untersuchung Projekt : BV Neubau Gebäude A04 Standort : Hauptzollamt Gießen Projekt-Nr.: 21213/1 Gez. : Maßstab : 1:40 Datum : 04.11.2021
Anlage: 2.1
Legende
Geotechnische Untersuchung
Projekt : BV Neubau Gebäude A04
Standort : Hauptzollamt Gießen
Projekt-Nr.: 21213/1Gez. :
Maßstab : 1:40Datum : 04.11.2021

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181.00 181.00

RKS 4 RKS 3

Ansatzpunkt: 180.48 mNN Ansatzpunkt: 180.47 mNN RKS 1 OK FFB = ca. 180,50mNN 180.50 0.00m 0.00m Anzahl Schläge N10 180.50 0.20m A A (G,s,u,o) 0.06m A Sd 3 0 10 20 30 Ansatzpunkt: 180.20 mNN A Mineralschotter + 3 A H1 A A (G,s) Bodenplatte + Estrich 0 0.00m 180.00 A A O b A r b a (U e u r n , b s , o , g g d , r e t a ) n u 0.40m A M gr i a n u eralschotter 3 A H1 d = ca. 60cm 0 0 . . 0 2 8 0 m m A A S A du d ( n G 1 k , e s l , g u r ) au 3 A H1 180.00 Erdaushub, A A A (U,s,g,t') A 179.50 A Mineralschotter, 4 A H2 Erdaushub, 4 A H2 STS = mind. 50cm A 179.50 1.10m Ziegelreste Ziegelreste A (U,g,s,t) braun 1.30m A braun UK STS = ca. 179,40mNN 1 A Erdaushub, 179.00 U,s,g,t' A Mineralschotter, 3-4 A H2 179.00 A Ziegelreste, weich bis steif, 4 SU H3 Schlackenreste S,u',g' braun Gelände- braun, graubraun mitteldicht bis dicht, 3 SU H4 1.90m ausgleichsschicht A 178.50 178.50 hellbraun, beige T,s,u,g d = ca. 1,0-1,5m A weich bis steif, 4 ST H3 1.90m braun UK Geländeausgleich 2 2.40m 178.00 2.50m ??? U,s,g,t' 178.00 steif bis halbfest, 4 SU H3 U,fs,t,g' braun 4 TL H3 177.50 weich, hellbraun 177.50 2.80m

3.30m 3 177.00 fS 177.00 U,fs,t mitteldicht bis dicht, 3 SE H4 weich bis steif, 4 TL H3 hellbraun, hellgrau fS,g' hellbraun 176.50 mitteldicht bis dicht, 176.50 3 SE H4 hellbraun, beige, hellgrau 4.00m 4 176.00 176.00 4.70m 4.70m Endtiefe Endtiefe U,fs,t 4 TL H3 175.50 Sonde fest! Sonde fest! weich, hellbraun 175.50

5 5.10m 175.00 175.00 S,g,u' 3 SW H4 dicht, hellbraun 5.50m fS 174.50 3 SE H4 174.50 dicht, hellbraun 5.90m 6 Endtiefe Sonde fest! 174.00 174.00

DC m ni efeitgnirdniE

DPM 2

Ansatzpunkt: 180.20 mNN

72 105

Sonde fest!

Anlage: 2.2

Profilschnitt 1

Geotechnische Untersuchung Projekt : BV Neubau Gebäude A04 Standort: Hauptzollamt Gießen Projekt-Nr. : 21213/1 Gez.: Maßstab: 1:40 Datum: 04.11.2021

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181.00 181.00

RKS 5

180.50 OK FFB = ca. 180,50mNN Anzahl Schläge N10 180.50 Ansatzpunkt: 180.27 mNN 0 10 20 30 0.00m Bodenplatte + Estrich 0 0.05m Sd 5 A d = ca. 60cm 180.00 0.30m A A (G,s) 180.00 A Mineralschotter 3 A H1 grau STS 0.70m A A (G,s,u,t) 179.50 A Erdaushub, d = mind. 50cm 179.50 1.10m A Z M ie in g e e r l a r l e s s c t h e o , tter 3 A H1 UK STS = ca. 179,40mNN 1 179.00 graubraun 179.00 A (U,fs,t,g') Gelände- 1.60m Erdaushub 4 A H2 ausgleichsschicht braun d = ca. 1,0-1,5m 178.50 178.50 T,u,s,g steif, hellbraun, 4 TM - ST H3 UK Geländeausgleich 2 rotbraun, beige ??? 178.00 S,g',u' 178.00 z.T. schwach bindig 3 SU H4 2.60m mitteldicht, hellbraun, hellgrau 177.50 177.50

3

177.00 177.00

S,g' dicht, hellbraun, 3 SE H4 176.50 hellgrau 176.50

4

176.00 176.00 4.50m Endtiefe 175.50 Sonde fest! 175.50

5

175.00 175.00

DC m ni efeitgnirdniE

DPM 6

Ansatzpunkt: 180.27 mNN

36

37 35

38 34 50 35 42 52 53 48 44 59

Anlage: 2.3

Profilschnitt 2

Geotechnische Untersuchung Projekt : BV Neubau Gebäude A04 Standort: Hauptzollamt Gießen Projekt-Nr. : 21213/1 Gez.: Maßstab: 1:40 Datum: 04.11.2021

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181.00 RKS 7 Ansatzpunkt: 180.52 mNN 0.00m 180.50 0.08m Sd 7 A A (G,s) A 0.40m Mineralschotter 3 A H1 180.00 A grau A A A (U,s,g,t) 179.50 Erdaushub 4 A H2 A braun, hellbraun 1.40m A 179.00 S,t,u,g' 3-4 ST - ST H4 steif, hellbraun 178.50 2.10m Endtiefe 178.00 177.50 177.00 Anlage: 2.4 Profilschnitt 3 Geotechnische Untersuchung Projekt : BV Neubau Gebäude A04 Standort : Hauptzollamt Gießen Projekt-Nr.: 21213/1 Gez. : Maßstab : 1:40 Datum : 04.11.2021 DC
Anlage: 2.4
Profilschnitt 3
Geotechnische Untersuchung
Projekt : BV Neubau Gebäude A04
Standort : Hauptzollamt Gießen
Projekt-Nr.: 21213/1Gez. :
Maßstab : 1:40Datum : 04.11.2021
DC
AA
A A AA A
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