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Meiningen
Ev.-Luth. St. Marienkirche
Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen
Bericht
zur Schadensbegutachtung der Chorverglasung mit Glasmalereien von 1961,
nach einem Brand am 31.12.2017
Nicole Sterzing Diplom-Restauratorin (FH) für Glasmalerei und Glasfenster 2018
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Meiningen, Ev.-Luth. St. Marienkirche Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Bericht zur Schadensbegutachtung der Chorverglasung von 1961 nach einem Brand am 31.12.2017
Nicole Sterzing Werkstatt für Glasrestaurierung Hauptstraße 130 99869 Drei Gleichen
Objektdaten
Ort: Meiningen, Landkreis Schmalkalden-Meiningen Bundesland: Thüringen Objekt: Ev. St. Marienkirche
Teilobjekt: Chorverglasung mit farbigen Bleiverglasungen, bemalt Datierung: 1961
Entwurf: Gerhard Olbrich, Berlin
Werkstatt: Franz Lehmann aus Berlin-Weißensee
Eigentümer/ Ev. Kirchengemeinde Meiningen Auftraggeber: Neu-Ulmer-Str. 25b 98617 Meiningen Denkmalfachbehörde: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Erfurt vertreten durch Frau Susanne Scheibner Petersberg Haus 12 99085 Erfurt Ausführung: Nicole Sterzing Diplom-Restauratorin (FH) für Glasmalerei und Glasfenster Restaurierungswerkstatt Hauptstraße 130 99869 Drei Gleichen OT Seebergen Tel.: 036256/33357 Mobil: 016094917433 E Mail: n.sterzing@gmx.de
Bearbeitungszeitraum: 16. Februar 2018 Datum: Seebergen, den 17.09.2018 Verteiler: 1 Exemplar an die Kirchgemeinde 1 Exemplar an das TLDA 1 Exemplar digital als pdf-Datei an Kreiskirchenamt Meiningen
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Meiningen, Ev.-Luth. St. Marienkirche Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen Bericht zur Schadensbegutachtung der Chorverglasung von 1961 nach einem Brand am 31.12.2017
Nicole Sterzing Werkstatt für Glasrestaurierung Hauptstraße 130 99869 Drei Gleichen
Inhaltsverzeichnis
-
Aufgabenstellung 4
-
Zustandsbewertung der Chorverglasung 6
2.1. Zustandserfassung Glas 6
2.2. Zustandserfassung Malerei 6
2.3. Zustandserfassung Verbleiung 6
2.4. Zustandserfassung Metallelemente 7
2.5. Befund Einbausituation 7
ANHANG
Anhang I – Fotodokumentation Abb. 1 – 60
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Nicole Sterzing Werkstatt für Glasrestaurierung Hauptstraße 130 99869 Drei Gleichen
- Aufgabenstellung
Zustandserfassung der zwei Chorfenster I und nII
Unterhalb der Chorfenster – direkt Fenster nIII – stand eine Einzäunung mit Heu, die in der Silvesternacht am
31.12.2017 Feuer fing. In der Folge beauftragte die Kirchengemeinde Meiningen die Verfasserin mit der
Zustandserfassung sowie augenscheinliche Untersuchung der Verglasung hinsichtlich eventuell aufgetretener
Brand- und Löschschäden.
Die Begutachtung der Verglasung erfolgte im eingebauten Zustand über eine Standleiter von außen und
innen. Es wurden die unteren Bereiche der drei Chorfenster – Zeile 1 bis 2, Fenster nIII, nII und I -
begutachtet. Es erfolgte kein Ausbau der Verglasung. Ausgewählter Befunde und Untersuchungsergebnisse
wurden fotografisch erfasst (dazu Anhang I – Fotodokumentation, Blatt 1-60).
Abb. 1 St. Marienkirche Meiningen, Chor, Heuballen am 31.12.2017 in Brand geraten Quelle Foto: K. Schneider, Kreiskirchenamt Meiningen
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Abb. 2 St. Marienkirche Meiningen, Chor, Fenster nIII, Zustand unterhalb des Fensters nach dem Brand am 31.12.2017 Quelle Foto: K. Schneider, Kreiskirchenamt Meiningen
Abb. 3 St. Marienkirche Meiningen, Chor, Fenster nII, Zustand des Fensters nach dem Brand am 31.12.2017, Ablaufspuren des eingesetzten Löschwassers Quelle Foto: K. Schneider, Kreiskirchenamt Meiningen
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- Zustandsbewertung der Chorverglasung
Die Ev. Pfarrkirche St. Marien besitzt in ihren sechs Chorfenstern eine farbige, bemalte Bleiverglasungen aus
dem Jahr 1961. Die Entwürfe lieferte der Berliner Künstler Gerhard Olbrich. Die Ausführung übernahm Franz
Lehmann aus Berlin-Weißensee.
Die drei Fenster nII, I und sII besitzen farbige figürliche Glasmalereien. Die angrenzenden Fenster nIII, sIII
sowie sIV wurden farbig zurückhaltender mit geometrisch gestalteten Bleiverglasung ausgestattet. Die Fenster
bestehen aus insgesamt vier Fensterbahnen und acht Zeilen sowie kleinteiligen Maßwerkformen.
2.1. Zustandserfassung Glas
keine Schäden durch Hitze- bzw. Brandeinwirkungen wie Glassprünge
eingetreten
vereinzelt Glassprünge in der gesamten Verglasung vorhanden (ca. 2 – 2
Sprünge pro Einzelfeld, Abb. 14)
kaum Fehlstellen in Glassubstanz zu beobachten: z.B. eine Fehlstelle
notdürftig mit Klebestreifen im Sockelbereich des Feldes 1a in Fenster nII
(Abb. 10 -11)
2.2. Zustandserfassung Malerei
- Innenseitig:
Schwarzlotmalerei, als deckende Konturen aufgetragen
dünner Schwarzlotüberzug, fein vertrieben
Auskratzung der Höhungen aus Überzug bis auf das Trägerglas
- Rückseitig:
Schwarzlotfarbe als Überzug, fein vertrieben
- Zustand:
gut erhalten, keine Lockerungen oder Verluste in der Substanz (Abb. 18, 23)
keine Schäden durch Hitze- bzw. Brandeinwirkung
2.3. Zustandserfassung Verbleiung
-
originales Bleinetz von 1961
-
8 und 13 mm breite Bleiwange, nur an Ecken verzinnt, halbrundes Profil mit beidseitiger Schnur
-
Zustand:
gut erhalten, keine Bleibrüche im unteren Felderbereich beobachtet
keine Bauchungen
keine Schäden durch Hitze- bzw. Brandeinwirkung
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2.4. Zustandserfassung Metallelemente
Quereisen und Windeisen vollständig erhalten; oberflächig verrostet
oftmals Windeisenbefestigung aus Drahthaften abgerissen – Windeisen nicht
mehr stabil am Bleinetz befestigt
2.5. Befund Einbausituation
Einzelfelder sind von außen in Steinfalz eingesetzt und seitlich eingeputzt
Innenseitig wurden Felder nicht verputzt
zusätzlich sind Sockelfelder an der Standfläche von außen zugeputzt –
dadurch kann innenseitig ablaufendes Schwitzwasser nicht nach außen
abgeführt werden und sammelt sich in schmalen Steinfalz an der Innenseite
der Felder – keine Schwitzwasserauffangrinne vorhanden
einziger Schaden bzw. Beeinträchtigung durch Hitze- bzw. Brandeinwirkung
an Schutzgitter Fenster nII: unterer Rahmen ist leicht nach innen verbogen
(Abb. 42), laut Küster Herr Siebert vor dem Brand nicht vorhanden
erstellt: i.A. Nicole Sterzing Seebergen, den 17.9.2018
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