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1BAU VORHABEN: Machbarkeitsstudie/Nutzungskonzept Klubhaus der Jugend, Breitscheidstraße 1, 07318 Saalfeld BAUHERR: Stadt Saalfeld, Markt 1, 07318 Saalfeld
- Erläuterungsbericht und Zusammenfassung Ergebnisse der Konzeptstudie
Das Saalfelder Klubhaus spielt schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine essentielle Rolle im
Kulturgeschehen der Stadt und ist seit jeher als einer der beliebtesten Veranstaltungsorte
Saalfelds bekannt.
Diese Traditionsgeschichte gilt es bestmöglich weiterzuführen und das Gebäude sowie dessen
Potential an den Puls der Zeit anzupassen, dabei jedoch nie den historischen Charakter und das
heimische Ambiente aus den Augen zu verlieren. Genau diese Ziele wurden mit unserer
Konzeptstudie verfolgt.
In Zusammenarbeit mit allen beteiligten Parteien des Projektes, wie beispielsweise den seit Jahren
„alteingesessenen“ Vereinen, aber auch neu ins Konzept integrierten Nutzern und nicht zuletzt der
Stadt Saalfeld als Bauherr gelang es uns, eine Vielzahl wertvoller Ideen zusammenzutragen,
verschiedenste Sichtweisen und Blickwinkel in die Entwurfskonzipierung einzubeziehen und einen
bestmöglichen Konsens zwischen allen am Projekt Beteiligten erreichen zu können.
Die Verbindung baulich notwendiger Sanierungsmaßnahmen sowie konzeptionell und
gestalterisch optimaler Raum- und Nutzungsaufteilung erforderte von Beginn an eine Reihe
planerischer Maßnahmen. So wurde eine detaillierte Studie des Gebäudes vorgenommen und als
Ergebnis dieser ein vollumfängliches Raumbuch aller Geschosse und Treppenhäuser erarbeitet.
Am Gebäude sind eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen, die dazu dienen, den
energetischen, statischen, brandschutztechnischen und technischen Anforderungen zu
entsprechen. So wird im Kellergeschoss im Zuge des Rückbaus des jetzigen Eingangsbereich eine
für die statische Sicherheit des Gebäudes erforderliche Unterfangung der durch die dort
auftretenden erheblichen Setzungen geschädigten Außenwand durchgeführt. Die teilweise schon
jetzt vom Bauherrn provisorisch abgestützten Bereiche der Kellerdecke, die durch massive
Feuchteschäden und die daraus erfolgte Korrosion der Deckenstahlträger (vor allem im
Auflagerbereich) die nötige Tragsicherheit nicht mehr gewährleisten, werden erneuert und die
betroffenen Teile des Kellermauerwerks durch Trockenlegungsmaßnahmen von der vorhandenen
Feuchtigkeit befreit. Um das erneute Durchfeuchten der Außenwände zu vermeiden, ist die
Installation eines Drainagesystems sowie die nachträgliche Abdichtung der betroffenen
erdberührten Bauteile in diesen Bereichen geplant.
Die Fassade wird mittels eines Thermoputzes nachträglich gedämmt, um die Struktur und
Gliederung der historischen Fassade zu erhalten. Die zum Großteil noch einfach verglasten
BRÜCKNER – INGENIEURE Thomas Brückner [Dipl. BauIng.] Gerhart-Hauptmann-Straße 15 07318 Saalfeld Saale fon +49 (3671) 45 79 4 – 0 fax +49 (3671) 45 79 4 – 94 info@bi-plan.de Seite 63
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Holzfenster werden durch mindestens zweifach verglaste Fenster ersetzt. Auch hierbei werden die
für die Bauzeit des Gebäudes typischen Sprossungen aufgegriffen, um die Erhaltung des
historischen Charakters bestmöglich beizubehalten und das Gebäude in das Altstadtumfeld zu
integrieren.
Das Dach soll mit einer Zellulosedämmung gedämmt und mit Schiefer nach Originalvorlage neu
eingedeckt werden.
Die technischen Anlagen des Gebäudes wurden zuletzt Anfang der Neunziger Jahre erneuert und
befinden sich noch immer in diesem Zustand. Durch die sprichwörtlich gewachsene Struktur der
haustechnischen Anlagen (HLS, ELT) sowie den aufgetretenen Sanierungs- und Investitionsstau
ist der Zustand dieser nicht mehr vollumfänglich nachvollziehbar und eine Kompletterneuerung
erweist sich hier als effektivste Maßnahme. Eine Energieeffizienz lässt sich bei der
Bestandsanlage der Heizung wirtschaftlich nicht mehr darstellen.
Durch den Einbau eines Aufzuges, der in jedem Geschoss durch einen separaten Flur zu
erreichen ist, wird die seit Langem gewünschte Barrierefreiheit geschaffen und somit können nun
auch körperlich eingeschränkte Menschen alle Bereiche des Gebäudes problemlos erreichen.
Nicht nur planerische Maßnahmen trugen zum Erreichen des Ziels eines optimalen
Nutzungskonzeptes bei. Mindestens genauso viel Bedeutung kann dem über den gesamten
Entwurfszeitraum andauernden, stetigen Austausch mit allen bisherigen und zukünftigen Nutzern
zugeschrieben werden. So fanden in regelmäßigen Abständen Zusammenkünfte vor Ort statt, bei
denen die diesem Zeitpunkt aktuellsten Ideen und Planstände präsentiert wurden und somit
konnten alle Parteien direkt am Entwurfsgeschehen teilhaben. Die bei diesen Zusammenkünften
gesammelten, konstruktiven Ideen und Anmerkungen ermöglichten es, zukünftig erforderliche,
strukturelle Abläufe hinsichtlich des Veranstaltungsbetriebes, der Jugendarbeit, aber auch die
essentiell wichtigen Anforderungen hinsichtlich des Schallschutzes für die Unterbringung des
Bürgerradios SRB besser zu verstehen und auf die geplanten Nutzungskonzepte zu übertragen.
Ein weiterer, außerordentlich positiver Effekt dieser konstruktiven Workshoprunden ist das schon
jetzt steigende Zusammenwirkungsgefühl aller Neu- und Altnutzer untereinander. Das
Kennenlernen und Austauschen der zum Teil unterschiedlichen Nutzeranforderungen tragen
schon jetzt zu einem bewussten Miteinander bei.
Neben der Erstellung neuer Raumkonzepte mit möglichst effizienter Flächennutzung durch das
Überschneiden von Einzel- und gemeinschaftlicher Nutzung, gestalterischer Ideenfindung und
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planerischer Umsetzung von Wünschen seitens der Stadt Saalfeld sowie der künftigen Nutzer,
wurden detaillierte Tür- und Fensterlisten, Auflistungen aller Wand- und Deckenflächen, jeweils
aufgeteilt in Abbruch und Neubau sowie eine Zusammenstellung aller Einzel- und
gemeinschaftlichen Nutzflächen vorgenommen. Abschließend konnte auf Grundlage aller nun
vorliegenden Unterlagen eine Grobkostenschätzung nach DIN 276 sowie ein Grobterminplan zu
einem möglichen Projektablauf erstellt werden, um eine erste kostenseitige und terminliche
Einordnung des Bauvorhabens zu erlangen.
Nicht nur im Inneren des Gebäudes soll es grundlegende bauliche Veränderungen geben. So ist
der Abbruch des eingeschossigen Anbaus und das Ersetzen durch einen großzügig gestalteten
Terrassenbereich mit im historischen Stil gehaltener Pergola-artiger Überdachung geplant. Durch
Begrünung mit Kletterpflanzen wird ein natürlicher Kontrast zur städtebaulichen Umgebung
geschaffen und der Bogen zum unweit des Klubhausgebäude gelegenen Dürerpark geschaffen.
Das optische Öffnen der Fassadenansicht erzeugt ein deutlich einladenderes Gesamtbild und
sorgt für eine signifikante Aufwertung des äußeren Erscheinungsbildes.
Es ist unbestritten, dass das Klubhaus auch weiterhin eine der bedeutendsten kulturellen
Einrichtungen der Stadt Saalfeld darstellt. Umso wichtiger ist es, den historischen Charakter des
Gebäudes zu erhalten, durch gezieltes Optimieren der Raumstruktur das volle Potential
auszuschöpfen und die Möglichkeit des Zusammenfindens verschiedenster Kulturinstitutionen, wie
beispielsweise Veranstaltungen jeglicher Art, seit Jahren stattfindende Vereins- und Jugendarbeit
oder aber die in Saalfeld ansässigen Rundfunkmedien inmitten des Saalfelder Stadtzentrums.
Die in dieser Konzeptstudie planungs- und kostenseitig benannten dringenden Sanierungs- und
Umbaumaßnahmen sind eine grundlegende Voraussetzung zur Umsetzung des erstellten
Nutzungskonzeptes, um das Saalfelder Klubhaus in seiner seit Jahrzehnten ins Stadtbild
etablierten Funktion zu erhalten. Durch diese funktionelle und gestalterische Aufwertung wird die
Standortfunktion gestärkt und der Hauptankerpunkt der Saalfelder (Jugend-)Kultur gefestigt.
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