2223B_17. ErlÑuterungsbericht.pdf

Planungsleistungen für die Gesamtsanierung des Klubhauses der Jugend in Saalfeld

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 17.09.2026, 14:23 (Europe/Berlin)

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1BAU VORHABEN: Machbarkeitsstudie/Nutzungskonzept Klubhaus der Jugend, Breitscheidstraße 1, 07318 Saalfeld BAUHERR: Stadt Saalfeld, Markt 1, 07318 Saalfeld

  1. Erläuterungsbericht und Zusammenfassung Ergebnisse der Konzeptstudie

Das Saalfelder Klubhaus spielt schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine essentielle Rolle im

Kulturgeschehen der Stadt und ist seit jeher als einer der beliebtesten Veranstaltungsorte

Saalfelds bekannt.

Diese Traditionsgeschichte gilt es bestmöglich weiterzuführen und das Gebäude sowie dessen

Potential an den Puls der Zeit anzupassen, dabei jedoch nie den historischen Charakter und das

heimische Ambiente aus den Augen zu verlieren. Genau diese Ziele wurden mit unserer

Konzeptstudie verfolgt.

In Zusammenarbeit mit allen beteiligten Parteien des Projektes, wie beispielsweise den seit Jahren

„alteingesessenen“ Vereinen, aber auch neu ins Konzept integrierten Nutzern und nicht zuletzt der

Stadt Saalfeld als Bauherr gelang es uns, eine Vielzahl wertvoller Ideen zusammenzutragen,

verschiedenste Sichtweisen und Blickwinkel in die Entwurfskonzipierung einzubeziehen und einen

bestmöglichen Konsens zwischen allen am Projekt Beteiligten erreichen zu können.

Die Verbindung baulich notwendiger Sanierungsmaßnahmen sowie konzeptionell und

gestalterisch optimaler Raum- und Nutzungsaufteilung erforderte von Beginn an eine Reihe

planerischer Maßnahmen. So wurde eine detaillierte Studie des Gebäudes vorgenommen und als

Ergebnis dieser ein vollumfängliches Raumbuch aller Geschosse und Treppenhäuser erarbeitet.

Am Gebäude sind eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen, die dazu dienen, den

energetischen, statischen, brandschutztechnischen und technischen Anforderungen zu

entsprechen. So wird im Kellergeschoss im Zuge des Rückbaus des jetzigen Eingangsbereich eine

für die statische Sicherheit des Gebäudes erforderliche Unterfangung der durch die dort

auftretenden erheblichen Setzungen geschädigten Außenwand durchgeführt. Die teilweise schon

jetzt vom Bauherrn provisorisch abgestützten Bereiche der Kellerdecke, die durch massive

Feuchteschäden und die daraus erfolgte Korrosion der Deckenstahlträger (vor allem im

Auflagerbereich) die nötige Tragsicherheit nicht mehr gewährleisten, werden erneuert und die

betroffenen Teile des Kellermauerwerks durch Trockenlegungsmaßnahmen von der vorhandenen

Feuchtigkeit befreit. Um das erneute Durchfeuchten der Außenwände zu vermeiden, ist die

Installation eines Drainagesystems sowie die nachträgliche Abdichtung der betroffenen

erdberührten Bauteile in diesen Bereichen geplant.

Die Fassade wird mittels eines Thermoputzes nachträglich gedämmt, um die Struktur und

Gliederung der historischen Fassade zu erhalten. Die zum Großteil noch einfach verglasten

BRÜCKNER – INGENIEURE Thomas Brückner [Dipl. BauIng.] Gerhart-Hauptmann-Straße 15 07318 Saalfeld Saale fon +49 (3671) 45 79 4 – 0 fax +49 (3671) 45 79 4 – 94 info@bi-plan.de Seite 63

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Holzfenster werden durch mindestens zweifach verglaste Fenster ersetzt. Auch hierbei werden die

für die Bauzeit des Gebäudes typischen Sprossungen aufgegriffen, um die Erhaltung des

historischen Charakters bestmöglich beizubehalten und das Gebäude in das Altstadtumfeld zu

integrieren.

Das Dach soll mit einer Zellulosedämmung gedämmt und mit Schiefer nach Originalvorlage neu

eingedeckt werden.

Die technischen Anlagen des Gebäudes wurden zuletzt Anfang der Neunziger Jahre erneuert und

befinden sich noch immer in diesem Zustand. Durch die sprichwörtlich gewachsene Struktur der

haustechnischen Anlagen (HLS, ELT) sowie den aufgetretenen Sanierungs- und Investitionsstau

ist der Zustand dieser nicht mehr vollumfänglich nachvollziehbar und eine Kompletterneuerung

erweist sich hier als effektivste Maßnahme. Eine Energieeffizienz lässt sich bei der

Bestandsanlage der Heizung wirtschaftlich nicht mehr darstellen.

Durch den Einbau eines Aufzuges, der in jedem Geschoss durch einen separaten Flur zu

erreichen ist, wird die seit Langem gewünschte Barrierefreiheit geschaffen und somit können nun

auch körperlich eingeschränkte Menschen alle Bereiche des Gebäudes problemlos erreichen.

Nicht nur planerische Maßnahmen trugen zum Erreichen des Ziels eines optimalen

Nutzungskonzeptes bei. Mindestens genauso viel Bedeutung kann dem über den gesamten

Entwurfszeitraum andauernden, stetigen Austausch mit allen bisherigen und zukünftigen Nutzern

zugeschrieben werden. So fanden in regelmäßigen Abständen Zusammenkünfte vor Ort statt, bei

denen die diesem Zeitpunkt aktuellsten Ideen und Planstände präsentiert wurden und somit

konnten alle Parteien direkt am Entwurfsgeschehen teilhaben. Die bei diesen Zusammenkünften

gesammelten, konstruktiven Ideen und Anmerkungen ermöglichten es, zukünftig erforderliche,

strukturelle Abläufe hinsichtlich des Veranstaltungsbetriebes, der Jugendarbeit, aber auch die

essentiell wichtigen Anforderungen hinsichtlich des Schallschutzes für die Unterbringung des

Bürgerradios SRB besser zu verstehen und auf die geplanten Nutzungskonzepte zu übertragen.

Ein weiterer, außerordentlich positiver Effekt dieser konstruktiven Workshoprunden ist das schon

jetzt steigende Zusammenwirkungsgefühl aller Neu- und Altnutzer untereinander. Das

Kennenlernen und Austauschen der zum Teil unterschiedlichen Nutzeranforderungen tragen

schon jetzt zu einem bewussten Miteinander bei.

Neben der Erstellung neuer Raumkonzepte mit möglichst effizienter Flächennutzung durch das

Überschneiden von Einzel- und gemeinschaftlicher Nutzung, gestalterischer Ideenfindung und

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planerischer Umsetzung von Wünschen seitens der Stadt Saalfeld sowie der künftigen Nutzer,

wurden detaillierte Tür- und Fensterlisten, Auflistungen aller Wand- und Deckenflächen, jeweils

aufgeteilt in Abbruch und Neubau sowie eine Zusammenstellung aller Einzel- und

gemeinschaftlichen Nutzflächen vorgenommen. Abschließend konnte auf Grundlage aller nun

vorliegenden Unterlagen eine Grobkostenschätzung nach DIN 276 sowie ein Grobterminplan zu

einem möglichen Projektablauf erstellt werden, um eine erste kostenseitige und terminliche

Einordnung des Bauvorhabens zu erlangen.

Nicht nur im Inneren des Gebäudes soll es grundlegende bauliche Veränderungen geben. So ist

der Abbruch des eingeschossigen Anbaus und das Ersetzen durch einen großzügig gestalteten

Terrassenbereich mit im historischen Stil gehaltener Pergola-artiger Überdachung geplant. Durch

Begrünung mit Kletterpflanzen wird ein natürlicher Kontrast zur städtebaulichen Umgebung

geschaffen und der Bogen zum unweit des Klubhausgebäude gelegenen Dürerpark geschaffen.

Das optische Öffnen der Fassadenansicht erzeugt ein deutlich einladenderes Gesamtbild und

sorgt für eine signifikante Aufwertung des äußeren Erscheinungsbildes.

Es ist unbestritten, dass das Klubhaus auch weiterhin eine der bedeutendsten kulturellen

Einrichtungen der Stadt Saalfeld darstellt. Umso wichtiger ist es, den historischen Charakter des

Gebäudes zu erhalten, durch gezieltes Optimieren der Raumstruktur das volle Potential

auszuschöpfen und die Möglichkeit des Zusammenfindens verschiedenster Kulturinstitutionen, wie

beispielsweise Veranstaltungen jeglicher Art, seit Jahren stattfindende Vereins- und Jugendarbeit

oder aber die in Saalfeld ansässigen Rundfunkmedien inmitten des Saalfelder Stadtzentrums.

Die in dieser Konzeptstudie planungs- und kostenseitig benannten dringenden Sanierungs- und

Umbaumaßnahmen sind eine grundlegende Voraussetzung zur Umsetzung des erstellten

Nutzungskonzeptes, um das Saalfelder Klubhaus in seiner seit Jahrzehnten ins Stadtbild

etablierten Funktion zu erhalten. Durch diese funktionelle und gestalterische Aufwertung wird die

Standortfunktion gestärkt und der Hauptankerpunkt der Saalfelder (Jugend-)Kultur gefestigt.

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