2223B_11. Entwurfskonzept.pdf

Planungsleistungen für die Gesamtsanierung des Klubhauses der Jugend in Saalfeld

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 17.09.2026, 14:23 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.dtvp.de

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BAUVORHABEN: Machbarkeitsstudie/Nutzungskonzept Klubhaus der Jugend, Breitscheidstraße 1, 07318 Saalfeld BAUHERR: Stadt Saalfeld, Markt 1, 07318 Saalfeld

  1. Entwurfskonzept

Das „Klubhaus der Jugend“ ist seit Jahrzehnten tief in der Kulturgeschichte der Stadt Saalfeld

verankert und bildet einen zentralen Anlaufpunkt für Kultur, Jugendarbeit und Vereinstradition.

Im Rahmen der Erarbeitung des Entwurfskonzeptes galt es vor allem, einen strukturierten, klar

definierten und übersichtlichen Nutzungsleitfaden zu erstellen, welcher eine Neukonzipierung der

schon vorhandenen und auch vieler neugeplanter Nutzungseinheiten beinhaltet. So stand von

Beginn an eine vollumfängliche und für das Gebäude sowie alle bisherigen und zukünftigen Nutzer

ideale Nutzungsoptimierung im Vordergrund.

Um das finale Ziel des neuen Entwurfskonzeptes erreichen und die Wünsche und Vorschläge aller

im Nutzungskonzept vorgesehenen Parteien sowie der Stadt Saalfeld als Bauherr bestmöglich

integrieren zu können, fanden wir uns im Rahmen gemeinsamer Workshops direkt vor Ort

zusammen und stellten zunächst unsere zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Plan- und

Entwurfsstände vor. In den darauffolgenden offenen Diskussions- und Ideenfindungsrunden

konnten wir eine Reihe wertvoller und konstruktiver Anregungen zusammentragen, die uns die

Sicht aus den verschiedensten Blickwinkeln eröffneten und uns die Strukturen der seit Jahren fest

verankerten Vereins- und Jugendarbeit im Klubhausgebäude deutlich besser nachvollziehen

ließen.

Nur durch die über den gesamten Zeitraum der Entwurfskonzipierung vorhandene außerordentlich

gute Mitarbeit aller bisherigen und zukünftigen Nutzer gelang es uns, das final entstandene und

hier vorliegende Nutzungskonzept zu erstellen, mit dem sowohl die Stadt Saalfeld als auch alle

Nutzer vollends zufrieden sind.

Das getrennte aber gleichzeitig flächenübergreifende, zum großen Teil gemeinschaftliche Nutzen

der Räumlichkeiten stärkt das allgemeine Zusammenwirken aller beteiligten Parteien und ergibt ein

in sich stimmiges Raumkonzept, welches diverse Möglichkeiten von klarer Einzelnutzung bis hin

zu vollends gemeinschaftlicher Nutzung bietet.

Zukünftig bieten sich breitgefächerte Möglichkeiten der Nutzung des Klubhausgebäudes. So finden

beispielsweise Jugend- und Vereinsarbeit, Veranstaltungen aller Art, das Stadtradio SRB,

Räumlichkeiten als Co-Working-Spaces, Musikschule und Vieles mehr an einem zentralen Ort

zusammen.

BRÜCKNER – INGENIEURE Thomas Brückner [Dipl. BauIng.] Gerhart-Hauptmann-Straße 15 07318 Saalfeld Saale fon +49 (3671) 45 79 4 – 0 fax +49 (3671) 45 79 4 – 94 info@bi-plan.de Seite 20

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Der Jugendbereich, der durch das Bildungszentrum (BZ) geleitet wird, erhält einen separaten

Zugang im Erdgeschoss, sodass eine (wie bisher vorhandene) Kollision mit dem

Veranstaltungsbereich des Gebäudes vermieden und die Nutzung somit zeitlich und

organisatorisch optimal strukturiert und übersichtlich erfolgen kann. Ebenso wird damit der

unkontrollierte Zugang zu den zentralen Treppenhäusern unterbunden und alle anderen

Nutzungsbereiche bleiben unabhängig und nur für die dafür vorgesehenen Nutzer begehbar.

Im 1. Obergeschoss soll sich künftig eine Kreativwerkstatt befinden, welche über eine interne

Treppe innerhalb des Jugendbereiches erreichbar ist. Diese bietet den Jugendlichen neben der

(bereits vorhandenen, aber in den neuen Jugendbereich verlegten) Skaterbahn im Erdgeschoss,

einem Tischkicker, Billardtisch sowie vieler individuell gestalteter Freizeitangebote, wie

gemeinsames Kochen, Kino- und Spielenachmittage, eine Reihe von Möglichkeiten, ihre Freizeit

kreativ und in Gesellschaft inmitten des Saalfelder Stadtzentrums und unter Aufsicht eines

Sozialarbeiters des Bildungszentrums Saalfeld verbringen zu können.

Durch den Einbau eines Aufzuges wird die langersehnte Barrierefreiheit nahezu aller Räume des

Gebäudes gewährleistet und somit können auch körperlich eingeschränkte Personen problemlos

alle Nutzungseinheiten erreichen.

Im 2. Obergeschoss ist die Unterbringung des Bürgerradios „SRB“ vorgesehen. Damit wird eine

optimale Nähe zum Saalfelder Kulturgeschehen geboten, Möglichkeiten für Live-Sendungen von

Konzerten, Lesungen oder aber Berichterstattungen über Veranstaltungen aller Art, wie

beispielsweise das Saalfelder Marktfest, jegliche Events im Klubhausgebäude und diverse andere

Kulturerlebnisse sind somit deutlich näher am Geschehen möglich als am bisherigen Standort des

SRB-Radios.

Neben der herkömmlichen Öffentlichkeitsarbeit des „SRB“ kann eine engmaschige

Zusammenarbeit mit Vereinen, dem Bildungszentrum oder Schulen und anderen

Bildungseinrichtungen stattfinden. Angebote, wie ein Schüler-/Jugendradio, Workshops,

Projekttage und Vieles mehr bilden eine weitere Schnittstelle zwischen Jugend und Kultur und

stärken die Zusammenarbeit städtischer Medien mit Kindern und Jugendlichen sowie allen

Medieninteressierten.

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Im Gesamten ergibt sich durch das neue Raumkonzept die Möglichkeit der unabhängigen und

trotzdem gleichzeitigen Nutzung verschiedenster Kultur- und Arbeitsbereiche, ebenso werden Teile

des Gebäudes, die mitunter seit Jahren leer stehen, reaktiviert und wieder mit Leben gefüllt.

Anders als zum jetzigen Zeitpunkt wird es zukünftig nur noch eine feste Wohneinheit im gesamten

Gebäudekomplex geben. Diese Wohnung dient als Hausmeisterwohnung, befindet sich im

Dachgeschoss, ist über das Treppenhaus C zu erreichen und wird vom Objektverantwortlichen des

Klubhauses angemietet.

Ein weiterer essentieller Bestandteil des Entwurfskonzeptes bildet neben der Neukonzipierung der

Nutzungseinheiten die energetische Sanierung des Klubhausgebäudes. Auch optisch tragen die

Neugestaltung der gesamten Gebäudehülle sowie die geplanten Abbruch- und Neubauarbeiten im

Eingangsbereich wesentlich zum Aufwerten des Stadtbildes bei.

Das Hauptaugenmerk hinsichtlich der Fassadengestaltung liegt auf dem Aufgreifen des

historischen Kontextes der Bauzeit. Teilelemente im Gründerzeit-, Jugend- sowie dem

klassizistischen Stil lassen sich sowohl heute noch als auch auf historischen Aufnahmen des

Gebäudes erkennen, unser Ziel ist es, den Grundcharakter des Gebäudes so zu erhalten und

aufzuwerten.

Geplant ist der Rückbau des im Jahr 1969 angebauten eingeschossigen Eingangsbereiches und

anstelle dessen die Errichtung eines Terrassenbereiches mit Sitzmöglichkeiten.

Durch diese Maßnahme wird das jetzig vorhandene Problem der Einlasssituation für

Veranstaltungen deutlich entlastet, da sich wartende Gäste aufgrund des fehlenden Platzes

momentan unausweichlich auf dem Bürgersteig sowie der Straße aufhalten müssen. Mit dem

neugestalteten Terrassenbereich verlagert sich das Bilden der Warteschlange sowie der Aufenthalt

im Freien während laufender Veranstaltungen von der Straße auf die besagte Terrasse. Das hat

eine deutlich entspanntere Atmosphäre für Gäste und auch für alle Verkehrsteilnehmer zur Folge,

zudem erzeugt der neue Außenbereich eine sichtbar offenere, freundlichere und ästhetischere

Wirkung des Klubhausgebäudes.

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Die neu zu errichtende Terrasse soll im hinteren Bereich teilweise überdacht werden, das optische

Highlight des Ganzen bildet allerdings eine Pergola-artige Stahlkonstruktion, welche ebenfalls im

historischen Stil gestaltet und mit Kletterpflanzen begrünt wird. Im Gegensatz zum momentan

vorhandenen eingeschossigen Anbau aus dem Jahr 1969 entsteht hier eine

deutliche Aufwertung der Fassadenansicht sowie ein weitaus besseres Eingliedern in die

städtebauliche Umgebung. Das Klubhausgebäude befindet sich direkt gegenüber des Oberen

Tores, einem der vier noch erhaltenen Stadttore der Stadt Saalfeld. Die Obere Straße führt direkt

ins Stadtzentrum bis hin zum Marktplatz und somit haben alle dort gelegenen Gebäude direkten

Einfluss auf die Gesamtwahrnehmung des Stadtbildes.

Durch den Abbruch des Anbaus und die Neuerrichtung der Terrasse im vorherig beschriebenen

Stil wird die Gesamtwirkung des Stadtbildes optimiert und erheblich verbessert. Die

schattenspendende Begrünung bildet einen natürlichen Kontrast zur dichtbebauten Innenstadt und

lädt zum Verweilen ein.

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