Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Vorgaben für die Planung, Ausführung und den Betrieb von Komponenten
der Gebäudeautomation bzw. der Kostengruppe 480 nach DIN 276
| Herausgeber | Stadtverwaltung Worms | |
|---|---|---|
| Bereich 8 - Wormser Immobilienmanagement | ||
| Abt. 8.5 - Technische Gebäudeausrüstung | ||
| Monsheimer Straße 41 | ||
| 67549 Worms | ||
| wim@worms.de | ||
| Stand | 24.07.2025 | |
| Version | 5.10 |
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Inhalt
Abkürzungsverzeichnis ....................................................................................................................... III
- Allgemeines ................................................................................................................................... 1
1.1. Geltungsbereich .............................................................................................................. 1
1.2. Ziele .................................................................................................................................. 1
1.3. Gebäudekategorien und Automatisierungsgrade ...................................................... 2
1.4. Methodik zur Darstellung und Beschreibung .............................................................. 3
1.5. Allgemeines Kennzeichnungssystem (AKS) .............................................................. 5
1.6. Datenpunktbezeichnung ................................................................................................ 5
- Managementebene ....................................................................................................................... 7
2.1. Allgemeines ..................................................................................................................... 7
2.2. MBE-Software ................................................................................................................. 7
2.3. Datenkommunikation und Netzwerke .......................................................................... 9
2.4. Schnittstellen ................................................................................................................. 10
2.5. Bedieneinrichtungen ..................................................................................................... 10
- Automationsebene ...................................................................................................................... 11
3.1. Allgemeines ................................................................................................................... 11
3.2. Bus-Protokolle und zugelassene Datenschnittstellen ............................................. 11
- Feldebene .................................................................................................................................... 12
4.1. Bus-Protokolle und zugelassene Datenschnittstellen ............................................. 12
4.2. Aktoren ........................................................................................................................... 12
4.3. Sensoren ........................................................................................................................ 12
- Ausführungsvorgaben für die KG 480 – Gebäudeautomation............................................. 14
5.1. Allgemeines ................................................................................................................... 14
5.2. Schaltschränke .............................................................................................................. 14
5.3. Management und Bedieneinrichtungen ..................................................................... 14
5.4. Automationsstationen ................................................................................................... 14
5.5. Feldgeräte ...................................................................................................................... 15
5.6. Daten- und Übertragungsnetze .................................................................................. 15
5.7. Systemintegration von Fremdreglern oder integrierten Regelungen .................... 16
5.8. Anbindung der Verbrauchszähler an EMS IngSoft InterWatt ................................. 16
I
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
- Revisionsunterlagen für die KG 480 – Gebäudeautomation nach VDI 6026 Blatt 1 / VOB
Teil C .................................................................................................................................................... 17
6.1. Allgemeines ................................................................................................................... 17
6.2. Umfang der Revisionsunterlagen ............................................................................... 17
II
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungen:
AKS Allgemeine Kennzeichnungssystem
AS Automationsstation
AVE Automatische Verbrauchserfassung
BACnet Building Automation and Control Networks
Bspw. Beispielsweise
BUS Binary Unit System
Bzw. Beziehungsweise
CAFM Computer Aided Facility Management
CAT Category
DALI Digital Addressable Lighting Interface
DDC Direct Digital Control
DIN Deutsches Institut für Normung
DSE Datenschnittstelleneinheiten
EDV Elektronische Datenverarbeitung
EN Europäische Norm
EnEV Energieeinsparungsverordnung
EMS Energiemanagementsystem
Etc. Et cetera
EVU Energieversorgungsunternehmen
GA Gebäudeautomation
GEG Gebäudeenergiegesetz
HOAI Honorarabrechnung für Architekten und Ingenieure
I. d. R. In der Regel
IP Internet Protokoll
ISO Internationale Organisation für Normung
ISP Informationsschwerpunkt III
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
IT Informationstechnik
KG Kostengruppe
KNX Konnex-Bus
Lfd. Laufende
mA Milliampere
MBE Management- und Bedieneinrichtung
mm Millimeter
MSR Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
OPC UA Open Platform Communications Unified Architecture
PFC Power Factor Correction
PWM Pulsweitenmodulation
RTU Remote Terminal Unit
SPS Speicherprogrammierbare Steuerung
TCP Transmission Control Protocol
TGA Technische Gebäudeausrüstung
TP Twisted Pair
V Volt
VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.
VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.
Z. B. Zum Beispiel
ZSP Zwischenspeicher
Begrifflichkeiten:
BACnet Buskommunikationsprotokoll
KNX Buskommunikationsprotokoll
IV
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
1. Allgemeines
1.1. Geltungsbereich
Das Lastenheft Gebäudeautomation gilt als Leitfaden für die Planung, Ausführung und den
Betrieb der Gebäudeautomation in Neubau- oder Sanierungsvorhaben der Stadtverwaltung
Worms, und wird somit automatisch Vertragsbestandteil des Werkvertrages mit dem Planer
und ausführendem Unternehmen. Es ist eine qualifizierte und quantifizierte Zusammenstellung
der wesentlichen Anforderungen an die Gebäudeautomation (Anlagen- und Raumautomation)
und definiert die Ausführungsstandards der Stadtverwaltung Worms.
Das Lastenheft Gebäudeautomation ist eine Grundlage für die Fachplanung der KG 480
Gebäudeautomation sowie weiterer betroffener Anlagen aus anderen Kostengruppen. Es ist
als Bedarfsplanung im Sinne der DIN 18205 zu sehen und ersetzt nicht die
Fachplanerleistungen gemäß HOAI.
1.2. Ziele
Die GA ist als Gewerke übergreifendes und nutzerfreundliches System zu realisieren. Das
grundsätzliche Ziel der GA, im Sinne der VDI 3814 „Gebäudeautomation“, ist der
energieeffiziente, wirtschaftliche und sichere Betrieb der TGA. Es soll die höchste
Energieeffizienz unter Berücksichtigung der gebäudespezifischen Eigenschaften und
Wirtschaftlichkeit ermöglicht werden. Neben diesen Zielen soll die GA auch einen wichtigen
Beitrag zu Komfort und Nutzerfreundlichkeit in Gebäuden leisten.
Ein weiteres grundsätzliches Ziel der GA-Planung ist die Technisierung zu minimieren und
dennoch effizient auszuführen. Wenig, aber effizient ist das Leitmotto für den Einsatz der
Automatisierungstechnik. Die Prioritäten und Bedürfnisse der GA sind, unter Berücksichtigung
der Effizienz und des Nutzerkomforts, abzustimmen und umzusetzen.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Gebäudeautomation nahtlos mit anderen
technischen Systemen im Gebäude integriert werden kann. Insbesondere müssen sich die
ausführenden Gewerke Elektrotechnik und Gebäudeautomation eng miteinander abstimmen,
sowohl während der Planungsphase als auch während der Bauphase um eine nahtlose
Installation, Konfiguration und Inbetriebnahme der Gebäudeautomationssysteme
gewährleisten zu können.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
1.3. Gebäudekategorien und Automatisierungsgrade
Die Liegenschaften der Stadtverwaltung Worms werden gemäß DIN V 18599-11 in zwei
Hauptkategorien unterteilt: Wohngebäude und Nichtwohngebäude. Diese Kategorien werden
weiter in vier Klassen des Automatisierungsgrads eingeteilt: A, B, C und D, wobei A die
höchste und D die niedrigste Stufe darstellt.
Es ist wichtig zu beachten, dass es keine pauschale Zuordnung eines bestimmten
Gebäudetyps (z. B. Schule oder Kindergarten) zu einem spezifischen Automatisierungsgrad
gibt. Jedes Gebäude wird individuell, unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und
Nutzerfreundlichkeit, unterschiedlichen technischen Anforderungen unterworfen. Die
Entscheidung über den Automatisierungsgrad und den Einsatz einer Gebäudeautomation
(GA), mit oder ohne Management- und Bedieneinrichtung (MBE), muss im Rahmen der
Bedarfsplanung und unter Berücksichtigung der geltenden Rechtsvorschriften und
Regelwerke getroffen werden. Neubauten von Nichtwohngebäuden sind jedoch generell nach
dem Gebäudeenergiegesetz mindestens dem Automatisierungsgrad B zuzuordnen.
Sollten Abweichungen vom beschriebenen Standard aus wirtschaftlichen oder
nutzerorientierten Gründen als sinnvoll erachtet werden, müssen diese abgestimmt und
nachvollziehbar dokumentiert werden. Eine automatische Online-Verbrauchserfassung (AVE)
der EVU-Zähler ist für alle Bauvorhaben verpflichtend.
In den Automatisierungsgraden B, C und D wird kein GA-Fachplaner benötigt, die Automation
der Technischen Gebäudeausrüstung erfolgt innerhalb der Gewerke. Dieses Dokument legt
die Automationsstandards für die TGA-Gewerke fest. Der Automatisierungsgrad A erfordert
aufgrund seiner projektspezifischen Ausrichtung eine individuelle GA-Planung, weshalb für
diesen Typ kein allgemeines Planungsbeispiel in diesem Dokument enthalten ist.
Tabelle 1 - Anforderungen der Automatisierungsgrade der Stadt Worms
| Automatisie- | Gebäudetyp | Vebrauchs- | MBE | GA- | Bemerkung | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| rungsgrad | erfassung | Aufschaltung | Fachplanung | ||||||||||
| 1: Große Hohe A Ja Ja Ja Einrichtungen Komplexität | |||||||||||||
| Niedrige bis 2: Mittlere B Ja Ja Optional mittlere Einrichtungen Komplexität | |||||||||||||
| 3: Kleine Niedrige C, D Ja Optional Nein Einrichtungen Komplexität |
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Grundsätze und Kriterien zur Wahl des Automatisierungsgrads:
- Wenig, aber effizient!
Planungskonzepte, die die Gebäudetechnik und deren Automation minimieren, sind zu
bevorzugen (Lowtech zur Verringerung des Betriebs- und Wartungsaufwandes)
- Komplexität der technischen Anlagen (z.B. Art & Anzahl der technischen Anlagen)
Niedrige Komplexität: Bspw. autarker Brennwertkessel mit einem Heizkreis und einfacher
Warmwasserbereitung.
Hohe Komplexität: Bspw. eigenes BHKW
- Anforderungen an übergeordnete Funktionen (ZSP, Historisierung)
Niedrige Anforderung: Bspw. ZSP und Kalender, Zentral-Aus der Beleuchtung, etc. Hohe
Anforderung: Bspw. Zentrale Funktionen über die gesamte Liegenschaft, Erfassen und
Historisieren von Daten, Alarmweiterleitung, etc.
DIN EN 15232 - GA-Energieeffizienzklassen, Vorgaben aus EnEV
Die GA-Effizienzklassen der DIN EN 15232, des GEG, der EnEV und der DIN V 18599-11
finden generell Anwendung bei der Auslegung der TGA und somit auch der
Gebäudeautomation eines Gebäudes.
1.4. Methodik zur Darstellung und Beschreibung
Die Anlagendarstellung und -beschreibung in diesem Dokument erfolgt auf drei Ebenen
(siehe Abbildung 1). Die Darstellungs- bzw. Beschreibungsmittel wurden in Anlehnung an die
DIN EN ISO 16484-3:2005-12 bzw. VDI 3814 Blatt 1, 6 und 7 erstellt.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Abbildung 1 - Dokumentation auf drei Ebenen
Automationsschema und GA-Funktionsliste (VDI 3814)
- Bestandteil jeder Gebäudekategorie und Automatisierungsgrads (siehe Anlage für Lastenheft
Gebäudeautomation) -
Das Automationsschema stellt die Anlage und die zugehörigen Funktionen zur
Gebäudeautomation grafisch dar. Es verdeutlicht, in Verbindung mit der GA-Funktionsliste, die
Aufgabenstellung an das GA-System. Die GA-Funktionsliste benennt die den Datenpunkten
(Beschriftung der Datenpunkte siehe Kapitel 1.6 Datenpunktbezeichnung) zugeordneten GA-
Funktionen. Sie beinhaltet die Art und den Umfang des Informationsaustausches zwischen der
TGA und GA.
In diesem Dokument sind Musterschemen, die mit der Planungssoftware TRIC erstellt wurden
enthalten. Diese Muster beschreiben für ausgewählte Anlagen den gewünschten
Ausstattungsstandard der Stadtverwaltung Worms. An Hand dieser Beispiele ist die
Integrationstiefe der Gebäudeautomation für die Fachplanung ablesbar. Die abgebildete
Anlagenhydraulik stellt keine Planungsvorgabe dar.
Zustandsgraph (VDI 3814-6)
- Bestandteil jeder Gebäudekategorie und Automatisierungsgrads (siehe Anlage für Lastenheft
Gebäudeautomation) -
Der Zustandsgraph ist eine grafische Darstellung der Betriebszustände einer Anlage. Es wird
definiert, von welchem Zustand in welchen Zustand ein Übergang eintreten kann. Die
Übergangsbedingungen und Aktionen in einem Zustand werden festgelegt. Über den
Zustandsgraphen sind alle Steuerungsfunktionen beschrieben. Abbildung 2 stellt den
Zustandsgraph im Allgemeinen dar. 4
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Abbildung 2 - Beispiel eines Zustandsgraphen
Anlagen- und Bedienbilder (angelehnt an die VDI 3814)
- Bestandteil jeder Gebäudekategorie und Automatisierungsgrads (siehe Anlage für Lastenheft
Gebäudeautomation) -
Die Anlagen- und Bedienbilder visualisieren die Anlagen der TGA auf der MBE. Alle Anlagen-
und Bedienbilder sind vor der Installation auf der MBE mit der Bauherrin oder dem Bauherrn
abzustimmen. Die Umsetzung erfolgt erst nach Freigabe der Bilder.
1.5. Allgemeines Kennzeichnungssystem (AKS)
Das Allgemeine Kennzeichnungssystem der Stadtverwaltung Worms ist bei Projekten der
Gebäudeautomation zwingend zu verwenden. Hierüber kann die Bezeichnung von z.B.
BACnet-Datenpunkten abgeleitet werden (siehe Kapitel 1.6 Datenpunktbezeichnung).
Die aktuell gültige Version ist bei der Abteilung 8.5 erhältlich und nachzufragen.
1.6. Datenpunktbezeichnung
Im BACnet soll folgende Systematik bei der Klartext-Beschreibung - optional description - zum
Einsatz kommen:
Alle Datenpunkte sind mit einem leicht verständlichen Kommentar zu versehen, der dem
Betriebspersonal neben dem AKS eine unverschlüsselte Erläuterung gibt. In Anlehnung an
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
den AKS beginnt der Klartext mit der Information zum Gebäude aus Stelle 9-10. vom AKS. Die
Anlagenzugehörigkeit muss eindeutig aus dem Text hervorgehen, da auf der
Managementebene oder in Störmeldezentralen zwischen verschiedenen Liegenschaften und
Gebäuden unterschieden werden muss. Dieser Klartext wird auch zur Fernalarmierung über
SMS / Fax / Email oder Sprachnachrichten verwendet.
Kommentare sind (abweichend vom AKS) wie folgt aufzubauen:
Tabelle 2 - Datenpunktbezeichnung
| Stelle | Bezeichnung |
|---|---|
| 1. und 2. Gebäude | |
| 3. Trennzeichen „/“ | |
| 4. bis 6. Geschoss | |
| 7. Trennzeichen „/“ | |
| 8. bis 11. Raum-Nummer | |
| 12. Trennzeichen „/“ | |
| 13. bis 17. Anlage Klartext + lfd. Nummer (aus AKS) | |
| 18. Trennzeichen „/“ | |
| 19. bis 23. Bauteil + lfd. Nummer (aus AKS) | |
| 24. Trennzeichen „/“ | |
| gefolgt von Baugruppe | |
| gefolgt von Trennzeichen „/“ | |
| gefolgt von Klartext |
Beispiel:
-1/-1O/17A1/RLT01/BSK02/Endlagenschalter/Klappe geöffnet
Achtung! Der logische Name einer Variablen ist in der Programmierung der
Automationsstation immer identisch mit dem Anlagenkennzeichnungsschlüssel!
Die Datenpunktbezeichnung im Klartext sind auf maximal 48 Zeichen zu begrenzen. Dies
bedeutet, dass die verwendete Baugruppenbezeichnung oder der Klartext zur Einhaltung der
Gesamtstellenanzahl beachtet werden muss.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
2. Managementebene
2.1. Allgemeines
Die Management- und Bedieneinrichtungen (MBE) ermöglichen ein gezieltes Überwachen und
Einwirken auf die Prozessabläufe aus übergeordneter Sicht. Zu den Aufgaben der MBE
gehören u. a. die Funktionen übergeordnetes Bedienen, Beobachten und Parametrieren,
Ereignis-/Alarmverarbeitung, Protokollieren, Historisieren, Auswerten (Bilanzieren, Statistik),
Dokumentieren und Datensicherung.
Die MBE kann neben der Anbindung an das GA-Netzwerk eine oder mehrere Schnittstellen
(DSE) zur Anbindung von weiteren Einrichtungen besitzen (z. B. CAFM-Systeme).
Die Nutzung anlagenübergreifender Managementfunktionen setzt eine Zusammenschaltung
aller zugehörigen GA-Systeme zu einem interoperablen Gesamtsystem voraus. Dazu ist eine
offene Kommunikationsschnittstelle oder -methode erforderlich, um im weiteren Lebenszyklus
der Liegenschaft/des Gebäudes im offenen Wettbewerb herstellerunabhängig Geräte und
Automationseinrichtungen in das Netzwerk der GA einzubinden.
Im Rahmen der GA-Planung ist ein Sicherheitskonzept für die GA zu erstellen um die
notwendigen Schutzmaßnahmen (z. B. Datensicherungen, Firewalls, unterbrechungsfreie
Stromversorgung (USV)) zu bestimmen. Auf Grundlage des Betreiberkonzeptes sollten die
Anforderungen an die Bedienbarkeit des GA-Systems, insbesondere auch der MBE,
umgesetzt werden.
2.2. MBE-Software
Die MBE-Software soll die objektübergreifende Bedienung, Überwachung und Management
von technischer Einrichtung und Anlagen ermöglichen. Dafür ist eine Software einzusetzen die
kompatibel mit Microsoft Windows 10 und 11 ist und mit üblichen Betriebsmitteln der EDV
anzuwenden ist.
Die Software ist im Client-Server Betrieb bzw. als Webapplikation anzuwenden. Die Anzahl
der Nutzer ist dabei beliebig und lizenzfrei. Dabei kann die Serverdatenbank bzw. die
Applikation auf einem eigenen Server der Stadtverwaltung Worms oder einem Drittanbieter
gehostet werden. Anwendung der Client-Applikationen auf Windows PCs, Android und Apple-
Smartphones sowie Tablet-PCs mit iOS oder Microsoft Betriebsprogrammen. Eine web- bzw.
browserbasierte Oberfläche zur Bedienung ist ebenfalls zulässig.
Folgende Funktionen werden durch die MBE-Software/Applikation ermöglicht: 7
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• Trendaufzeichnung von Werten, z.B. Temperaturen, Verbräuchen, Leistung etc.
• Störmeldungsaufzeichnung und Weiterleitung per Mail bzw. SMS
• Datenloggerfunktion zur Aufzeichnung von Messwerten
• Editor zur Verarbeitung von Grundrisszeichnungen aus Bildern, PDF-Dokumenten
sowie CAD-Programmen
▪ Layerfunktion zur optimierten Darstellung von Grundrissen, z.B. nach
Gewerken getrennt
▪ 3D-Darstellung von Objekten in der Grundrissdarstellung, z.B. Wände
• Kalenderfunktion zur zeitabhängigen Steuerung/Regelung von Anlagen und
Betriebsmitteln, Kompatibel mit Microsoft Outlook
• Wettervorhersagefunktion zur Einbindung von Vorhersagewerten in die
Anlagenautomation, z.B. zur energieeffizienten Betriebsplanung von Heizungsanlagen
• Anwesenheitssimulation, als Einbruchsschutz oder zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene
• In den Liegenschaften der Stadt Worms sind aktuell neben GA/DDC-Systemen
verschiedener Hersteller, auch Systeme der Gebäudesystemtechnik im Einsatz.
• Dazu kommen sicherheitsrelevante Systeme wie z. B.:
Sicherheitsbeleuchtungsanlagen, Gefahrenmeldeanlagen für Brand und Einbruch,
Sprachalarmierungssysteme, Aufzugsanlagen und vieles weitere mehr.
• Für die Bedienung und Anzeige von Systemzuständen der o. g. Anlagen soll eine
softwarebasierte Lösung zum Einsatz kommen, welche auf handelsüblicher Hardware
(Windows PC) betriebsfähig ist.
• Das System soll mehrplatzfähig (Client- / Serverprinzip) sein inkl. VPN welches als
Fernzugang genutzt werden kann.
• Der Zugriff auf die Benutzeroberfläche soll browserbasiert oder über iOS- bzw.
Android-App möglich sein.
• Ein übersichtliches, skalierbares Lizensierungssystem ist von Vorteil.
• Hauptaugenmerk bei der Auswahl der Software soll die Unterstützung möglichst aller
im Bereich der Stadt Worms vorhandenen Kommunikationsschnittstellen und –
Protokolle sein.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Folgende Kommunikations-Protokolle können auf Managementebene verwendet werden:
• BACnet Server
• BACnet Client
• OPC Client UA
• OPC Client DA
• KNX USB
• KNX Net/IP Tunnel
• KNX Net/IP Routing
• KNX Net/IP-Secure Tunnel
• KNX Net/IP-Secure Routing
• Modbus-TCP
Es können Datenschnittstellen / Gateways zur Anbindung an das MBE-System verwendet
werden. Die Datenschnittstellen sind jedoch auf die o.g. Protokolle und auf minimalen Einsatz
zu beschränken.
Als MBE-Software ist Sauter Vision Center einzusetzen. Entsprechende Lizenzen sind
bereits vorhanden.
2.3. Datenkommunikation und Netzwerke
Der Datenaustausch zwischen Managementebene und Automationsebene, i.d.R. im
Objekt/Gebäude der Liegenschaften als Automationsstation angesiedelt, erfolgt über die IT-
Systemtechnik der Stadtverwaltung Worms. Im Objekt sind eigene technische Netzwerke
möglich oder die Nutzung der Datennetzwerke der EDV möglich.
Dabei ist zu beachten, dass die Verbindung über Internet und die Datennetzwerke durch die
EDV-Abteilung der Stadtverwaltung administriert wird. Der Zugriff auf das Netzwerk bzw.
Teilnehmer in eben diesem ist nur durch eine VPN gesicherte/verschlüsselte Verbindung
möglich. In Liegenschaften der Kategorie 1 und 2 sind z. T. lediglich FRITZ!Box Router
eingesetzt, welche den Zugriff auf gewisse IP-Adressbereich zulassen, sofern dies im Vorfeld
durch die IT-Abteilung der Stadtverwaltung Worms eingerichtet wurde. Der IP-Adressbereich
der Automationsstationen und sonstigen Netzwerkteilnehmer der Gebäudeautomation werden
durch die IT-Abteilung festgelegt und müssen angefragt werden.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
Hinweis: Von Vorteil ist es die IT-Abteilung der Stadtverwaltung Worms frühzeitig im
Planungsprozess einer Gebäudeautomation einzubeziehen um einen reibungslosen
Ablauf beider Seiten zu gewährleisten.
2.4. Schnittstellen
Die MBE-Software muss mit folgenden Bus-Protokollen bzw. Datenschnittstellen kompatibel
sein:
• KNX EIB-Protokoll
• KNX IP-Protokoll
• Modbus TCP
• Modbus MS/TP
• BACnet IP-Protokoll
• OPC UA-Schnittstelle
2.5. Bedieneinrichtungen
An zentralen Stellen in Gebäuden mit Automatisierungsgrade A & B, z. B. im Hausmeisterraum
in Schulen, sollen Bildschirmarbeitsplätze oder Touchscreens zur Bedienung der
Gebäudeautomation vorgesehen werden. Die Größe der Bildschirme soll mindestens 19“
betragen und eine Auflösung von mindestens 1366 x 724 Bildschirmpunkte aufweisen. Die
Eingabe erfolgt per Stift- oder Fingereingabe oder klassisch über Maus- und Tastatureingabe.
Des Weiteren muss eine zentrale Bedienung von den PC-Arbeitsplätzen im Bürogebäude des
Wormser Immobilienmanagements möglich sein.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
3. Automationsebene
3.1. Allgemeines
In Gebäudeautomationssystemen in Liegenschaften der Stadt Worms sollen ausschließlich
Automationsstationen, die offene Kommunikationsstandards verwenden, eingesetzt werden.
Es sollen leistungsfähige SPS bzw. DDC Geräte, mit der Möglichkeit zur Erweiterung,
eingesetzt werden.
3.2. Bus-Protokolle und zugelassene Datenschnittstellen
Folgende Protokolle werden auf Automationsebene zugelassen:
• BACnet IP
• Modbus TCP
• KNX
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4. Feldebene
4.1. Bus-Protokolle und zugelassene Datenschnittstellen
Folgende Kommunikationsprotokolle sind auf Feldebene zugelassen:
• BACnet MS/TP
• BACnet IP
• Modbus RTU / TCP / UDP
• KNX TP/IP
• M-Bus
Nicht zugelassen sind proprietäre Systeme, wie z. B. Schako Easy-Bus oder Trox
4.2. Aktoren
Antriebe, Brandschutzklappen, Jalousiesteuerung und Volumenstromregler:
Es sollen bevorzugt Aktoren aus der oben genannten Kategorie, die über Feldbus-Protokolle
angebunden werden, eingesetzt werden. Es sei denn, die Ausführung der Raumautomation
wird mit Controller im Raum z. B. ABB Clima Eco ausgeführt, dann können die Aktoren auch
über analoge Einheitssignale bzw. mit analoger Spannung (3-Punkt, PWM oder stetig)
angesteuert werden.
Raumbediengeräte, Lichtsteuerung oder Präsenzmelder:
Es sollen bevorzugt Aktoren aus der oben genannten Kategorie, die über Feldbus-Protokolle
angebunden werden, eingesetzt werden. (KNX, DALI)
4.3. Sensoren
Es sollen überwiegend Sensoren eingesetzt werden, die über Einheitssignale 0-10 V, 4-20
mA, potentialfreie Kontakte oder analoge Spannung abgefragt werden können. Alternativ
können Sensoren die über offene Feldbus-Protokolle angebunden werden, s. Kapitel 4.1,
eingesetzt werden.
Nach Möglichkeit sollen kombinierte Sensorik im Raum zum Einsatz kommen, z. B.
Raumbediengeräte von Busch-Jaeger RTR. Hier werden über einen Sensor mehrere
Führungs- bzw. Regelgrößen erfasst, z. B. Temperatur, Präsenz und CO -Gehalt der Luft. Die 2
Informationen aus Sensoren sollen auch an andere Anlagen der TGA zur Verfügung gestellt 12
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werden. Somit wird eine hohe Interoperabilität zwischen den Systemen erreicht und die
Investitionskosten für die Anlagen der KG 480 reduziert. Hierfür ist i. d. R. ein
Abstimmungsbedarf zwischen den Gewerken Elektro und HLK erforderlich.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
5. Ausführungsvorgaben für die KG 480 –
Gebäudeautomation
5.1. Allgemeines
Bei allen Planungen von elektrischen Anlagen und Systemen ist zusätzlich zu diesem
Lastenheft auch das Lastenheft Elektrotechnik der Stadtverwaltung Worms, Abteilung 8.5 zu
beachten.
5.2. Schaltschränke
In Schaltschränken soll mindestens eine Platzreserve von 25% bei der Planung berücksichtigt
werden. Bei Schaltschränken der Anlagenautomation sollen für die wesentlichen Aggregate,
wie z. B. Heizkreispumpen, Lüftungsgeräte oder Heizkessel, Schalter für die Umschaltung von
Automatik-, Handbetrieb und in die Abschaltung (Auto-Hand-Aus) vorgesehen werden.
Dies bedeutet, dass eine voll funktionsfähige Handbedienebene bei einem Systemausfall vor
Ort am Schaltschrank vorhanden sein muss.
5.3. Management und Bedieneinrichtungen
Siehe Kapitel 2.
In den Schaltschränken der Anlagenautomation können, nach Erfordernis und in Absprache
mit dem Bauherrn, Web- bzw. Touchpanel mit mindestens 10" zur Bedienung der Anlagen vor
Ort vorgesehen werden.
5.4. Automationsstationen
Wie bereits im Kapitel 3.1 beschrieben, sollen ausschließlich Automationsstationen zum
Einsatz kommen, die auf Feld- und Automationsebene mit offenen Bus-Protokollen
kommunizieren. Des Weiteren sollen die AS einfach durch weitere Steckmodule erweitert
werden können. Dies gilt bei den nachfolgenden Fabrikaten als gegeben:
• Wago - PFC mit BACnet IP-Schnittstelle
• Deos - EMS DDC Controller, mit BACnet IP-Schnittstelle
• Kieback und Peter - DDC 4000
• SAIA Burgess PCD
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• Sauter Modulo 5/6
• Controller / SPS / DDC, welche über offene Datenschnittstellen, insbesondere
BACnet-IP Schnittstellen verfügen
5.5. Feldgeräte
Zulässig ist der Einsatz von Feldgeräten mit Datenschnittstellen zu offenen Bus-
Protokollsystemen der Feldbusebene, also z.B.: KNX, BACnet MS/TP, Modbus.
Nicht zulässig ist die Verwendung von Feldgeräten mit DSE zu proprietären Systemen, so z.B.
bei Schako Easy-Bus, MP-Bus (Belimo), Trox etc.
Des Weiteren ist es möglich Sensoren/Aktoren der Feldebene mit analogen Signalen bzw.
Einheitssignalen anzusteuern bzw. auszuwerten. Folgende Einheitssignale und analoge
Signale sind zulässig:
• 0-10 V bzw. 1-10 V
• 4-20 mA
• Analoges Spannungssignal
• PWM
• stetige Ansteuerung über 24 V
5.6. Daten- und Übertragungsnetze
Das Übertragungsmedium ist den entsprechenden Anforderungen des jeweiligen zu
verwendenden Kommunikationsprotokoll einzusetzen. Dementsprechend sind auf der
Feldebene vorzugsweise 4 x 2 x 0,8 mm verdrillt Leitungen mit Schirm, z.B. J-Y(ST)Y
4 x 2 x 0,8 mm, oder spezielle Leitungen wie KNX-Leitung für KNX-Protokoll zu verwenden.
Auf Automations- und Managementebene sind überwiegend Ethernet-Netze mit
entsprechenden Leitungstypen Cat 7 zu verwenden. Es sollen nach Möglichkeit eigene
technische Netzwerke mit Switches aufgebaut werden. Die zentrale Anbindung an den
Fernzugriff der Stadtverwaltung Worms wird mittels Internet über einen VPN-Tunnel
hergestellt. Hierfür werden durch die EDV-Abteilung der Stadtverwaltung Worms Sophos Red
10 oder Sophos Red 15 VPN-Ethernet-Gateways zur Verfügung gestellt. Diese dienen zum
Aufbau einer gesicherten Verbindung zum Netzwerk der Stadtverwaltung Worms.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
5.7. Systemintegration von Fremdreglern oder integrierten
Regelungen
Das Lastenheft HLS gibt Auskunft über die Regelungssysteme von Lüftungsgeräten,
Heizkesseln und des Weiteren, welche mit entsprechenden Schnittstellen auszuwählen sind,
dass eine Systemintegration in die Gebäudeautomation bzw. in die MBE-Software Sauter
Vision Center ermöglicht wird. In der Regel bieten die meisten Hersteller werksseitig BACnet
IP bzw. Modbus-Schnittstellen an.
Die Geräte sind dementsprechend auszuwählen bzw. mit dem erforderlichen Zubehör zu
bestellen. Dies betrifft insbesondere die Automatisierungsgrade C und D, in denen
überwiegend solche Geräte mit integrierten Reglern eingesetzt werden.
5.8. Anbindung der Verbrauchszähler an EMS IngSoft InterWatt
Um eine Anbindung an die Energiemanagementsoftware IngSoft InterWatt gewährleisten zu
können, müssen für alle Verbrauchszähler respektive „virtuelle“ Verbrauchszähler (Strom,
Wärme, Wasser, Datenpunkte) als BACnet-Datenpunkte mit BACnet-TrendLogs vorhanden
sein.
Dies bedingt im Vorfeld ein Zählerkonzept mit dem Bedarfsträger zu definieren
Weiterhin ist die Lage und Verortung der Zähler grafisch, mit Benennung des AKS (siehe
Kapitel 1.6 Datenpunktbezeichnung), darzustellen. Die eindeutige Zuordnung der
Verbrauchszähler bzw. BACnet-Datenpunkte ist zusätzlich in Listenform mit Bezeichnung der
Datenpunkte und kurzer Beschreibung (Was wird gezählt) zu erfassen.
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Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
6. Revisionsunterlagen für die KG 480 –
Gebäudeautomation nach VDI 6026 Blatt 1 / VOB Teil C
6.1. Allgemeines
Die Revisionsunterlagen sind zur Beendigung des Auftrages abzugeben und schließen zuerst
mit ihrer Vollständigkeit den Auftrag ab. Sie sind so zu erfassen, dass ein reibungsloser Betrieb
und die Wartung eines Gebäudes sowie spätere Umbauten ermöglichen werden. Dies
bedeutet, die Revisionsunterlagen enthalten alle Unterlagen und Angaben, die zur Abnahme,
Übergabe an den Nutzer und zum Betreiben notwendig sind.
Die Abgabe der Revisionsunterlagen erfolgt in zweifacher Ausführung in Papierform (sortiert
in einem Ordner mit Inhaltsverzeichnis) und der digitalen Abgabe der Unterlagen in einer zur
Verfügung gestellter Cloud der Stadt Worms. Ein physischer Datenträger ist nicht mehr
zulässig.
6.2. Umfang der Revisionsunterlagen
Der Umfang der Revisionsunterlagen ist nach der VDI 6026 Blatt 1 bzw. VOB Teil C zu
erbringen. Die jeweiligen Anlagen für Lastenheft Gebäudeautomation zeigen hierbei
bespielhafte Ausschnitte.
• Stromlaufpläne nach DIN EN 61082-1 (VDE 0040-1)
• Automationsstations-Belegungspläne einschließlich Adressierung
• Verbindungsschaltplan nach DIN EN 61082-1 (VDE 0040-1)
• Übersichtsplan mit Eintragung der Standorte der Bedieneinrichtungen und
Informationsschwerpunkte
• Stücklisten
• Funktionsbeschreibungen
• Protokolle der Inbetriebnahme und Einregulierung
• Alle für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb erforderlichen
Bedienungsanleitungen und Wartungshinweise
• Ersatzteillisten
• Projektspezifische Programme und Daten auf Datenträgern
• Protokolle über die Einweisung des Bedienpersonals
• Vorgeschriebene Werk- und Prüfbescheinigungen
• Sollwerte, Grenzwerte und Betriebszeiten
• Anlagenschemata 17
Lastenheft Gebäudeautomation Stadtverwaltung Worms Bereich 8 - Abteilung 8.5 Technische Gebäudeausrüstung
• Funktionslisten
• Datenpunktliste
• Kabellisten mit Funktionszuordnung und Leistungsangaben
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