Schurfversickerung_und_Bewertung_13.05.2026.pdf

Planung und Ausführung von Bauleistungen

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 14.09.2026, 11:20 (Europe/Berlin)

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INGENIEURGRUPPE PTM

PTM Geotechnik, Obereimer 36, 59821 Arnsberg Gemeindeverwaltung Willingen (Upland) Waldecker Straße 12 ■ GEOTECHNIK ■ BAUGRUND 34508 Willingen (Upland) ■ ERDBAULABORATORIUM ■ ERDSTATIK ■ HYDROGEOLOGIE ■ SPEZIALTIEFBAU Arnsberg, 13.05.2026 ■ DEPONIEWESEN ■ FACHPLANUNGEN Unser Zeichen: ■ FACHBAULEITUNGEN Eickhoff/ke ■ GERICHTSGUTACHTEN ■ ZERSTÖRUNGSFREIE MESSUNGEN

Projekt Nr. 25-8818: Neubau Feuerwehrhaus, Unter dem Henk- böhl, 34508 Willingen – Usseln Ergebnisse Schurfversickerung + Bewertung Versickerungseig- nung PTM GEOTECHNIK ARNSBERG GMBH Sehr geehrter Herr Stadler, obereimer 36 59821 arnsberg telefon: 02931/89030 am 11.03.2026 wurde auf dem Grundstück „Unter dem Henkböhl“ fax: 02931/8903-22 e-mail: arnsberg@ptm.net exemplarisch ein Baggerschurf angelegt und innerhalb des Bagger- internet: www.ptm.net schurfes eine Schurfversickerung zur Bewertung der Versickerungs- geschäftsführung sarah mörchen eignung des anstehenden Untergrundes entsprechend DWA 138-1 dr. daniel gogolin hrb 9736 ag arnsberg st.-nr. fa arnsberg 303/5724/0628 durchgeführt. ust.-id-nr.: de279634618

Anliegend erhalten Sie die Ergebnisse der Versickerungsversuche so- sparkasse arnsberg-sundern iban: DE47 4665 0005 0001 0295 11 wie die entsprechende Bewertung. bic: WELADED1ARN

1. Durchführung Versickerungsversuch

Am 11.03.2026 wurde auf dem für den Neubau der Feuerwehr vorge-

sehenen Grundstück zusätzlich ein Versickerungsversuch in Form ei-

ner Schurfversickerung durchgeführt. Die nachfolgende Abbildung ■ ARNSBERG ■ BAUTZEN zeigt die grobe Lage des Schurfes auf dem Grundstück. ■ DANZIG ■ DORTMUND ■ HAMBURG ■ JENA ■ OLDENBURG ■ RIGA ■ STADE ■ TOSTEDT F:_PROJEKT_ARNSBERG\2025\25-8818\13_Versickerung\Gemeinde Willingen_13.05.2026.docx

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Projekt Nr. 25-8818

Neubau Feuerwehrhaus Unter dem Henkböhl 34508 Willingen – Usseln INGENIEURGRUPPE PTM

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Abbildung 1: Lage Schurf für Versickerung

Der Schurf besaß eine Länge von L = rd. 2,0 m, ein Breite von b = rd. 2,0 m und

eine gemittelte Tiefe von t = rd. 1,4 m. Folgende Schichten wurden im Bereich

des Schurfes angetroffen:

 bis 0,25 m unter GOK: Schicht I (Oberboden):

U, s - s*, g, h

 bis 0,7 m unter GOK: Schicht III ((teils verlehmte) Felsbrüche):

G, s - s*, u‘ - u

 bis 1,4 m unter GOK: Schicht IV (Grundgebirge (Fels)):

vollständig zersetzter Tonschiefer

Die Baugrundschichtung im Bereich des Schurfes deckt sich somit mit den An-

gaben der Bohrungen aus dem Baugrundgutachten Nr. 25-8818. Die für die

Versickerung relevanten Schichten sind die teils verlehmten Felsbrüche der

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Projekt Nr. 25-8818

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Schicht III sowie das zur Tiefe hin abstehende Grundgebirge und Form von voll-

ständig zersetztem Tonschiefer (Schicht IV). Die nachfolgenden Abbildungen

zeigen die Durchführung des Versickerungsversuches sowie den Aushub aus

dem Baggerschurf.

Abbildung 2: Übersicht Baggerschurf mit anstehender Baugrundschichtung

Abbildung 3. Durchführung Versickerungsversuch mit Aushub aus Schurf (überwiegend Fels- brüche / Tonschieferbrüche)

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Vor Durchführung des Versuches wurde der Schurf rd. 15 Minuten vorgesättigt.

Anschließend wurde der Schurf bis auf h = 0,35 m aufgestaut und die Absen-

kung des Wasserspiegels in Abhängigkeit der Zeit aufgenommen. Ein höheres

aufstauen des Wasserspiegels war nicht möglich. Grundwasser wurde weder in

den bereits 2025 durchgeführten Bohrungen noch in dem 2026 durchgeführten

Schurf angetroffen. Es wird jedoch angenommen, dass ab rd. 4 m unter Ge-

lände das Grundgebirge insgesamt kompakter und entsprechend undurchlässi-

ger wird. Die detaillierten Versuchsergebnisse sind in der Anlage 1 dargestellt.

Die Bestimmung des Durchlässigkeitsbeiwertes k erfolgt nach der Formel nach f

Marotz:

S k = 2 × Q × f L × b × (S + h)

mit:

Q = Versickerungsrate = (L x b x  h) /  t = 1,148 x 10-3 m3/s

L = Schurflänge = 2,0 m

b = Schurfbreite = 2,0 m  h = Absenkung = 0,31 m  t = Absenkzeit = 1.080 s

S = Abstand zum Grundwasser = 4,0 m (hier undurchlässiger

Untergrund)

h = Einstauhöhe = 0,35 m

Es ergibt sich somit ein Durchlässigkeitsbeiwert k von f

k = 5,327 x 10-4 m/s. f

für die in dem Schurf anstehenden Felsbrüche.

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2. Bestimmung Bemessungs-k -Wert

f

Für die Bewertung der Versickerungseignung und die Bemessung einer Versi-

ckerungsanlage ist die bemessungsrelevante Infiltrationsrate k relevant. Diese i

berechnet sich entsprechend der DWA-A 138-1 als Produkt aus dem ermittelten

Durchlässigkeitsbeiwert und dem resultierenden Korrekturfaktor:

k = k x f = konstant i K

mit:

k [m/s] = bemessungsrelevante Infiltrationsrate i

k [m/s] = Durchlässigkeitsbeiwert des Bodens, zum Beispiel k-Wert f

f = resultierender Korrekturfaktor Wasserdurchlässigkeit K

Örtliche Einflüsse, wie zum Beispiel Bodenstruktur, Bodenverdichtung und Mak-

roporen, führen zu großen Bandbreiten der Durchlässigkeitsbeiwerte. Durch die

Einführung von Korrekturfaktoren wird die Berücksichtigung von Einflüssen der

Örtlichkeit und Unsicherheiten bei der Ermittlung des Durchlässigkeitsbeiwerts

ermöglicht.

Der resultierende Korrekturfaktor f berechnet sich wie folgt: K

f = f x f ≤ 1 K Ort Methode

mit

f = Korrekturfaktor zur Erfassung örtlicher Einflussfaktoren (z. B. Ort

Variabilität der Bodenverhältnisse und Umfang/Anzahl der

Versuchsstandorte)

f = Korrekturfaktor für Bestimmungsmethode Wasserdurchlässig- Methode

keit

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Mit dem Korrekturfaktor f werden örtliche Einflussfaktoren auf den Durch- Ort

lässigkeitswert für die Bemessung bewertet. Die DWA-A 138-1 enthält in der

Tabelle 10 eine Auswahl von verschiedenen örtlichen Einflussfaktoren. Die ent-

sprechende Tabelle ist in der Abbildung 4 als Auszug aus der DWA-A 138-1

dargestellt.

Der Korrekturfaktor ist grundsätzlich vor dem Hintergrund der Informationslage

im gegebenen Wertebereich von 0,3 bis 1,0 begründet zu wählen. Sofern aus-

reichende Informationen zu den Bodenverhältnissen vorliegen und die Ver-

suchsstandorte/ Probenahmestellen auf die Verhältnisse vor Ort fundiert abge-

stimmt sind, können hohe Werte für den Korrekturfaktor f gewählt werden. Ort

Da fundierte, ausreichende Informationen / Untersuchungen vorliegen, eine

ausreichende Anzahl an Versuchen in Hinblick auf die Bodenverhältnisse

durchgeführt wurden, lediglich eine geringe Beeinflussung der Durchlässigkeit

durch die Bautätigkeit erwartet wird und die Untersuchungen durch ein Fach-

büro durchgeführt wurden, wird der Korrekturfaktor f zu Ort

f = 0,8 Ort

gewählt.

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Abbildung 4: Beispieltabelle mit Kriterien zur Festlegung von f aus der DWA-A 138-1 Ort

Der Korrekturfaktor f stellt eine Bewertung der Bestimmungsmethode Methode

dar. Insbesondere methodenspezifische Unsicherheiten der Ergebnisse werden

mit diesem Faktor gewichtet. Grundsätzlich sollte der Durchlässigkeitsbeiwert

für Planungen durch Feldversuche bestimmt werden.

Für die durchgeführten Schurfversickerung liegt der Korrekturfaktor f ent- Methode

sprechend der DWA-A 138-1 bei

f = 1,0. Methode

Der resultierende Korrekturfaktor berechnet sich dann wie folgt:

f = f x f K Ort Methode

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f = 0,8 x 1,0 K

f = 0,8. K

Die nachfolgende Tabelle 1 fasst die Versuchsergebnisse unter Berücksichti-

gung des resultierenden Korrekturfaktors f = 0,8 noch einmal zusammen: K

Tabelle 1: Versuchsergebnis Lockergestein (Schurfversickerung)

Versuch Nr.k-Wert f [m/s]k = k x 0,8 i f [m/s]Bewertung der Durch- lässigkeit gemäß der DIN 18130, Teil 1Eignung nach Ar- beitsblatt DWA-A 138-1
Schurf 15,327 x 10-44,262 x 10-4stark durchlässiggeeignet

Lockergesteine mit k-Werten von 1 x 10-2 bis 1 x 10-4 m/s werden gemäß der f

DIN 18130, Teil 1, als stark durchlässig bezeichnet.

Es ergibt sich für die Böden ein Bemessungs-k-Wert von: f

k = 4,262 x 10-4 m/s. f,Bemessung

Nach dem Arbeitsblatt A 138-1 der DWA sollte für eine ausschließliche Versi-

ckerung ohne zusätzliche Ableitungsmöglichkeit der Durchlässigkeitsbeiwert der aufnehmenden Bodenschicht in der Regel mindestens 1 x 10–6 m/s betra-

gen. Die Böden im Sinne der oben genannten Empfehlung im Mittel als

geeignet

für eine dezentrale Versickerung zu bewerten.

Für die angetroffenen Böden in Form von überwiegend verlehmten bis zur Tiefe

hin schwach verlehmten Felsbrüchen sowie dem hoch anstehenden Fels sind

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die ermittelten kf-Werte unter Berücksichtigung einschlägiger Literatur als plau-

sibel zu betrachten.

Hinweise Versickerung Festgestein / verwittertes Festgestein

Insgesamt steht das Festgestein im Untersuchungsbereich ab Tiefen von 1,4 m

bis 3,8 m unter Gelände sehr hoch an und ist somit für die Versickerung des

Niederschlagswassers zusätzlich zu der geringmächtigen Lockergesteinsdecke

ausschlaggebend. Allgemein ist die Wasserdurchlässigkeit von Festgesteinen

vorranging von dem Kluftgefüge, der Öffnungsweite des Kluftgefüges sowie ggf.

auch der Kluftfüllung abhängig.

Das hat zur Folge, dass die Untergrundverhältnisse sowie die Untergrunddurch-

lässigkeit kleinräumig stark schwanken können. Die im Versuch ermittelten Ver-

sickerungsversuche sind somit jeweils nur für den unmittelbaren Untersu-

chungsbereich gültig.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

K. Eickhoff, M. Eng.

Anlagen:

Anlage 1: Protokoll Versickerungsversuch Baggerschurf

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Proj.-Nr.:

Proj.-Nr.: 25-88181
Neubau Feuerwehrhaus, Unter dem Henkböhl, 34508 Willingen - Usseln
11.03.2026
g
Vorsättigun rd. 15 min
0:00 0,35 0:30 0,31 1:00 0,29 1:30 0,27 2:00 0,26 2:30 0,24 3:00 0,23 4:00 0,21 5:00 0,196:000,17
7:000,16
8:000,15
9:000,14
10:000,12
12:000,10
14:000,08
16:000,06
18:000,04

5:00 0,19

4,0 (hier undurchlässiger Untergrund) 2,0
2,0 0,35 1080
0,31 1,24 -3 1,148 x 10

-4

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