C1 Allgemeine Projektbeschreibung+BDB001_03.pdf

Planung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von Feuerlöscheinrichtungen

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C1 – ALLGEMEINE PROJEKTBESCHREIBUNG

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INHALTSVERZEICHNIS

1 Verfahrenstechnische Beschreibung und Projektüberblick ................................. 4

1.1 Übergeordnet ....................................................................................................... 4

1.1.1 Standortbedingungen ................................................................................... 4

1.1.2 Überblick Gesamtanlage .............................................................................. 8

1.1.3 Abfälle ......................................................................................................... 10

1.2 Vergabespezifisch ............................................................................................. 11

1.2.1 Übersicht .................................................................................................... 11

1.2.2 Überblick Vergabeeinheiten ........................................................................ 11

1.2.3 Vergabeeinheit 1 Hausmüllaufbereitung ..................................................... 11

1.2.4 Vergabeeinheit 3 Power ............................................................................. 13

1.2.4.1 Vergabeeinheit 3.1 HK- + NK-Kessel und Nebenanlagen zu den Kesseln 13

1.2.4.2 Vergabeeinheit 3.2 Abgasreinigung HK-AGR + NK-AGR ....................... 14

1.2.4.3 Vergabeeinheit 3.4 Dampfturbosätze ...................................................... 15

1.2.4.4 Vergabeeinheit 3.5 Luftkondensatoren ................................................... 15

1.2.4.5 Vergabeeinheit 3.6 Wasser-Dampf-Kreislauf (WDK) .............................. 16

1.2.5 Vergabeeinheit 4 Bau übergeordnet ........................................................... 16

1.2.5.1 Vergabeeinheit 4.1 vorgezogene Baumaßnahmen vor Erteilung der BImSchG-Genehmigung ....................................................................................... 17

1.2.5.2 Vergabeeinheit 4.2x (4.21, 4.22, 4.23, 4.27, 4.28) Baumaßnahmen ....... 17

1.2.5.3 Vergabeeinheit 4.4 Bunkerkrananlage .................................................... 17

1.2.5.4 Vergabeeinheit 4.5 Vorgezogene Arbeiten der unterirdischen Wirtschaft 18

1.2.5.5 Vergabeeinheit 4.6 Laternenbegrünung .................................................. 18

1.2.6 Vergabeeinheit 5 übergeordnet Elektro- und Leittechnik ............................ 18

1.2.7 Vergabeeinheit 6 werterhaltende Maßnahmen ........................................... 18

2 Prinzipielles Leittechnikkonzept ............................................................................ 20

3 Logistikkonzept ....................................................................................................... 21

4 Energiekonzept ....................................................................................................... 24

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4.1 Energiebilanz ..................................................................................................... 24

4.2 Elektrische und elektrotechnische Ausrüstung der Anlage ................................ 25

5 Abluftkonzept .......................................................................................................... 27

6 Revisionskonzept ................................................................................................... 28

7 Lage der Haupttrassen/Anschlusspunkte ............................................................ 30

8 Raumnutzungskonzept........................................................................................... 31

9 Brandschutz ............................................................................................................ 32

10 Schall ....................................................................................................................... 33

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1 Verfahrenstechnische Beschreibung und Projektüber-

blick

1.1 Übergeordnet

[1] Die ZRE GmbH plant am Standort Schnackenburgallee in Hamburg, auf dem Gelände der ehemaligen Müllverbrennungsanlage „Stellinger Moor“, ein Zent- rum für Ressourcen und Energie „ZRE“, ein modernes Abfallbehandlungszent- rum zur Sortierung von Siedlungsabfällen mit nachgeschalteter thermischer Ver- wertung, errichtet.

[2] Mit der Errichtung dieser abfall- und energiewirtschaftlich bedeutenden Anlage wird das Ziel verfolgt eine ressourcenschonende, energetisch und wirtschaftlich optimierte, zuverlässige, wartungsfreundliche und in allen Betriebsphasen den Genehmigungs- und Sicherheitsanforderungen entsprechende Anlage zu errich- ten und zu betreiben.

[3] Im ZRE soll aus dem Siedlungsabfall ein möglichst hoher Anteil für das stoffliche Recycling abgetrennt werden und aus dem nicht recycelbaren Anteil, in Abhän- gigkeit des bestehenden Bedarfs an Fernwärme, möglichst flexibel Fernwärme und Strom bereitgestellt werden.

1.1.1 Standortbedingungen

[4] Das geplante ZRE befindet sich auf dem Betriebsgelände der Stadtreinigung Hamburg AöR (SRH) im Stadtteil Bahrenfeld des Stadtbezirks Hamburg Altona. Standortadresse: Zentrum für Ressourcen und Energie Schnackenburgallee 100 22525 Hamburg

[5] Auf diesem Grundstück sind sowohl das ZRE als auch die Region Nordwest (RNW) ansässig. In Abbildung 1 sind das Betriebsgelände des ZRE sowie das Betriebsgelände der Region Nordwest eingezeichnet.

[6] Das Betriebsgelände des ZRE umfasst eine Fläche von ca. 31.200 m².

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Betriebsge- lände ZRE

Abbildung 1: Betriebsgelände ZRE und Region Nordwest (RNW)

[7] Die örtlichen Gegebenheiten sind in den Gesamtlageplänen in den Anlagen D1 dargestellt.

[8] Klimadaten:

• Das Klima und Wetter an dem Standort ist gemäßigt.

• Die Windverhältnisse im Raum Hamburg sind in Abbildung 2 dargestellt.

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Abbildung 2: Windrose der Windrichtungshäufigkeit und -stärke an der Station Hamburg- Fuhlsbüttel für das Jahr 2016

• Außentemperaturen (1995 - 2019): Mittlerer Stundenwert: 9,74 °C

Minimaler Stundenwert: -19,1 °C

Maximaler Stundenwert: 36,3 °C

Auslegungstemperatur, min.: -12,0 °C

Auslegungstemperatur, max: 35,0 °C

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• rel. Feuchte (1995-2019): Mittlerer Stundenwert: 79,3 %

Minimaler Stundenwert: 14 %

Maximaler Stundenwert: 100 %

• Schneelastzone: Das befindet sich gem. Eurocode 1 / DIN EN 1991-1-3:2010-12 in

der Schneelastzone 2.

[9] Das Gebiet liegt nicht in einer Erdbebenzone.

[10] Das Gebiet liegt gem. https://geoportal-hamburg.de/geo-online/ innerhalb des geplanten Wasserschutzgebiets “Stellingen-Süd“ der Schutzzone III. In der Planung des ZRE wird von einem ausgewiesenen Wasserschutzgebiet der Schutzzone III ausgegangen.

[11] Der Bemessungswasserstand wird mit +18,00 m NHN angegeben.

[12] Das Baunull (BN) ± 0,00 m liegt bei +21,80 m NN (bzw. bei +21,775 m NHN).

[13] Der Projekt Basisnullpunkt (X=0,00 / Y=0,00) liegt in der Achse A0/0 (ETRS89 mit Gauß-Krüger Projektion: RW = 3560085,440 / HW = 5940097,260).

[14] Der Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung beträgt ca. 200 m (Klein- gärten mit etablierter Wohnnutzung) bzw. ca. 650 m (reguläre Wohnbebauung).

[15] Eine Übersicht über Flächen mit Kampfmittelverdacht auf dem Gelände des ZRE befindet sich in den Anlagen D4.6.01 und D4.6.02.

[16] Zur Qualität des Brunnen- und Trinkwassers wird auf die Anlage D4.8.01 ver- wiesen.

[17] Weitere Angaben zum Standort sind, soweit bereits verfügbar, wie Baugrund- verhältnisse, Standortbesonderheiten, Kampfmittelverdachtsflächen und Grund- wasser ebenfalls in den Anlagen D4 und D5 zu finden. Weitere Gutachten hat der AG beauftragt (u. a. vollständiges Baugrundgutachten, Immissionsprogno- sen Luftschafstoffe/Geruch/Schall), welche zur Beauftragung der ausführenden Gewerke vorliegen werden.

[18] Während der gesamten Bauzeit werden am Standort an zwei Stellen ge- mischte Siedlungsabfälle und Bioabfall umgeschlagen. Mit entsprechendem Be- triebsverkehr ist jederzeit zu rechnen.

[19] Die Parksituation auf dem Betriebsgelände ist begrenzt. Parken auf dem Be- triebsgelände, z.B. zum Entladen von Werkzeug o.ä., ohne vorherige Anmeldung beim AG ist nicht erlaubt. Mannschaftsbusse und andere Privatfahrzeuge haben

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die Möglichkeit einen benachbarten Parkplatz des Hamburger Sport-Verein e. V. zu nutzen. Hierzu werden in einem begrenzten Umfang gebührenpflichtige Par- kerlaubnisausweise ausgegeben, die sichtbar an der Windschutzscheibe anzu- bringen sind. Der Bedarf an Parkplätzen ist dem AG schriftlich bei der Angebots- abgabe anzumelden.

1.1.2 Überblick Gesamtanlage

[20] Zum Projektumfang des Zentrum für Ressourcen und Energie gehört die Er- richtung folgender Anlagenteile (siehe auch Abbildung 3):

• Hausmüllaufbereitung (HMA) • Heizkraftwerk für einen Hochkalorik (HK-) Brennstoff, bestehend aus HK- Kessel und Dampferzeugung und der HK-Abgasreinigung

• Heizkraftwerk für einen Niederkalorik (NK-) Brennstoff , bestehend aus dem NK-Kessel zur Dampferzeugung und der NK-Abgasreinigung

• Energienutzung bestehend u.a. aus dem Wasser-Dampf-Kreislauf, den Dampfturbinen, den Luftkondensatoren und der Fernwärmeübergabestation

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Abbildung 3: Gesamtlageplan ZRE Außerdem ist die Sanierung der Bestandsgebäude, die weiter genutzt werden sollen und nach der Sanierung in das Gesamtkonzept des ZRE Projektes integriert wer- den, geplant bzw. in der Ausführung:

• Bestandsbunker

• Funktionsgebäude/ Schwerbau • Mittelspannungsschaltanlage (Sanierungsmaßnahmen werden durchge- führt)

• Heizwerk-Gebäudehülle

[21] Das Projekt wird vervollständigt durch die übergeordnete E- und Leittechnik, die übergeordnete Infrastruktur sowie die Erstellung einer Werkstatt, eines Ma- teriallagers sowie von Sozial- und Verwaltungsräumen.

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[22] Außerdem ist zu beachten, dass im weiteren Baufeld und angrenzend dazu folgende Einrichtungen bestehen:

• Heizkessel mit Wärmespeicher sowie die Wärmeleitungen von Hanse- Werk Natur

• Umschlaghallen für Abfall (eine für Hausmüll, eine für Bioabfall)

• Waage

• Brunnenstube einschließlich Brunnenwasseraufbereitung (im Funktions- gebäude)

• Betriebsgelände der Stadtreinigung Hamburg Region Nord West, wel- ches an das Baufeld des ZRE grenzt, inkl. laufendem Betrieb

[23] Alle Anlagen des Standortes sollen von einer zentralen Leitwarte aus gesteu- ert werden.

[24] Die neu erstellten Gebäudeteile für Sozialbereiche, Werkstatt und Lager sol- len von allen Anlagenteilen gemeinsam genutzt werden.

[25] Die vorgenannten Anlagen wurden in Vergabeeinheiten/Ausschreibungspa- kete aufgeteilt, die im Abschnitt 1.2.1 näher erläutert werden.

[26] Die Genehmigung der Anlage erfolgt nach Bundesimmissionsschutzgesetz.

[27] Gestalterisch ist bei der Erstellung der Anlage das Architekturkonzept zu be- rücksichtigen.

[28] Das Gelände des ZRE wird sowohl verkehrstechnisch als auch über eine über- und unterirdische Wirtschaft erschlossen.

1.1.3 Abfälle

[29] Die zu behandelnde Abfälle kommen vorwiegend aus folgenden Regionen:

• Hoheitliche Abfälle der SRH aus Hamburg (Hausmüll, Grünabfall, Straßen- laub, Altholz, sonstige Biomasse)

• Gewerbliche hochkalorische Abfälle aus der Metropolregion Hamburg • Gewerbliche Sekundärabfälle aus biologischen Behandlungsanlagen der Metropolregion Hamburg

[30] Die Zusammensetzung des zu behandelnden Abfalls ist jeweils aus den in

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Anlage D4.7.01 beigelegten Spezifikationen und/oder den Leistungsbeschrei- bungen der Vergabeeinheiten, den Dokumenten C5, ersichtlich.

1.2 Vergabespezifisch

1.2.1 Übersicht

[31] Die folgende kurze Anlagenbeschreibung dient der Information und der Über- sicht über das Gesamtprojekt. Die Leistungsbeschreibung der einzelnen Berei- che ist dem Dokumentenbereich C5 zu entnehmen. Die Schnittstellen zum Be- stand und zwischen den Vergabeeinheiten werden in dem Dokument „Schnitt- stellenliste“ (C6) dargestellt.

[32] Für das Projekt ZRE gelten eine übergreifende Wissens- und Informations- managementrichtlinie (WIM-RL) sowie die vom AG festgelegten Regeln zur An- wendung des projektbezogenen PKMS (Projekt-Management und Kommunika- tionssystems). Ergänzt wird dieses um den Ausführungsstandard C7.10.

1.2.2 Überblick Vergabeeinheiten

[33] Die Gesamtmaßnahme ist in Vergabeeinheiten (VE) gegliedert. Die Verga- beeinheiten sind entweder in Lose oder weitere Vergabeeinheiten untergliedert. Eine Vergabeübersicht ist dem Dokument C1.1 zu entnehmen.

[34] Bei der Benennung der Vergabeeinheiten haben sich aus der Planungshis- torie Lücken ergeben.

[35] Die Vergabeeinheiten werden im Folgenden detailliert beschrieben.

1.2.3 Vergabeeinheit 1 Hausmüllaufbereitung

[36] In der Hausmüllaufbereitung des Zentrums für Ressourcen und Energie (ZRE) werden bis zu 145.000 Mg/a Hausmüll einer Sortierung zugeführt. Die Zielsetzung der Hausmüllaufbereitung ist es, einen möglichst hohen Anteil an Wertstoffen aus dem Hausmüll zu gewinnen und einem Recycling zuzuführen.

[37] Der nicht recycelbare Anteil wird als hochkalorische bzw. niederkalorische Fraktion getrennt in unterschiedlichen Kesseln thermisch verwertet.

[38] Als Wertstoffe werden die folgenden Stoffströme durch unterschiedliche

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Techniken aus dem angelieferten Hausmüll abgetrennt:

• Eisenhaltige Metalle

• Nichteisenmetalle • Papier, Pappe und Kartonage (PPK)

• Kunststoffe (Polyolefine (PO))

• Glas

[39] Der angelieferte Hausmüll wird zunächst über einen Zerkleinerer gefahren, um die Gebinde zu öffnen und den Abfall auf eine definierte Korngröße zu brin- gen. Nach der Zerkleinerung durchläuft der Siedlungsabfall zwei Trommelsiebe, in denen das Feingut und die groben Störstoffe zum Schutz der nachfolgenden Technik abgetrennt werden.

[40] Das Feingut aus den beiden Trommelsieben wird zusammengeführt und mit einem Überbandmagneten von eisenhaltigem Material (Fe-Material) entfrachtet. Um weitere Sortierschritte zu ermöglichen, wird aus dem Fe-entfrachteten Stoff- strom im dritten Trennschritt mittels Siebung die wertstoffarme, überwiegend bi- ogene Feinfraktion abgetrennt und für die thermische Verwertung im Niederka- lorik-Kessel (NKK) bereitgestellt.

[41] Aus dem Grobgut nach dem dritten Trennschritt werden mittels Wirbelstrom- abscheider die Nichteisen-Metalle (NE-Metalle) abgetrennt. Anschließend durchläuft dieser Stoffstrom einen Windsichter, der das Leichtgut abtrennt. Das Schwergut durchläuft anschließend die automatische Glassortierung.

[42] Das Grobgut aus den ersten beiden Trennstufen durchläuft die folgenden Verfahrensschritte:

• Windsichter und NIR-Trenner (Nahinfrarot) zur Gewinnung von Papier, Pappe, Kartonagen - PPK (positive Aussortierung). Das PPK-Produkt wird mittels För- dertechnik in einen Zwischenbunker mit Bunkerband und Wägefunktion geför- dert und automatisch chargenweise über eine Ballenpresse zu Ballen kompak- tiert und im Wertstofflager bis zur Abholung zwischengelagert.

• Magnetabscheider zur Fe-Entfrachtung

• NIR-Trenner zur positiven Abtrennung von polyolefinischen Kunststoffen. Die Polyolefine durchlaufen anschließend noch einen ballistischen Separator, um flächige Bestandteile wie Folien oder Textilien zu separieren. Diese Fraktion wird im Hochkalorik-Kessel thermisch verwertet. Die Polyolefine werden in ei- nen Zwischenbunker mit Bunkerband und Wägefunktion gefördert, automatisch chargenweise über eine Ballenpresse zu Ballen kompaktiert und für den Ab- transport bereitgestellt.

[43] Der Durchgang der NIR-Sortierung wird nach der Polyolefinabtrennung im

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Hochkalorik-Kessel (HKK) thermisch verwertet.

1.2.4 Vergabeeinheit 3 Power

[44] Unter der Vergabeeinheit 3 Power sind die thermischen Anlagen zu verste- hen.

[45] Die thermischen Anlagen sind in die folgenden Vergabeeinheiten unterteilt:

• Vergabeeinheit 3.1: Kessel und Nebenanlagen zu den Kesseln

• Vergabeeinheit 3.2: Abgasreinigung

• Vergabeeinheit 3.4: Dampfturbosätze

• Vergabeeinheit 3.5: Luftkondensatoren

• Vergabeeinheit 3.6: Wasser-Dampf-Kreislauf

• Vergabeeinheit 3.7: Turbinenhallenkran

1.2.4.1 Vergabeeinheit 3.1 HK- + NK-Kessel und Nebenanlagen zu den Kes- seln

[46] Vergabeeinheit 3.1 umfasst u.a. folgende Hauptkomponenten:

• Niederkalorikkessel (NKK) mit einer Feuerungswärmeleistung von 47 MW inkl. eines externen, in der Abgasreinigung (VE 3.2) angeordneten, Econo- misers

• Hochkalorikkessel (HKK) mit einer Feuerungswärmeleistung von 73 MW inkl. eines externen, in der Abgasreinigung (VE 3.2) angeordneten, Economisers

• Nebenanlagen zu den Kesseln

• Losleittechnik

[47] In den Rostfeuerungen der Kesselanlagen wird der thermisch zu verwertende Abfall, das sogenannte Brennstoffgemisch, verbrannt.

[48] Das kesselspezifische Brennstoffgemisch wird den Brennstoffaufgabetrich- tern der Kessel über die Bunkerkrananlage (VE 4.4) zugeführt.

[49] Die Abgase der Kessel werden von der Abgasreinigung (VE 3.2) übernom- men, gereinigt, thermisch genutzt und über je einen Kamin in die Atmosphäre geführt.

[50] In den Kesseln wird der Verbrennungsprozess zur Erzeugung von Frisch- dampf genutzt. Der Frischdampf wird vom Wasser-Dampf-Kreislauf (VE 3.6)

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übernommen und den Dampfturbosätzen (VE 3.4) zugeführt.

[51] Die Kessel und die Nebenanlagen werden in einer geschlossenen Gebäude- hülle errichtet.

[52] Es sind u.a. folgende Nebenanlagen zu den Kesseln zu errichten:

• Zentrale Drucklufterzeugung für die Gesamtanlage ZRE

• VE-Wasseraufbereitungsanlage

• Kesselentleerungsbehälter

• Entaschungssystem (Kesselaschesilo durch VE 3.2 zu liefern)

• Prozesswassersystem

• Schlackekrananlage

• Bunkerstillstandsentlüftung (inkl. HMA Entlüftung)

1.2.4.2 Vergabeeinheit 3.2 Abgasreinigung HK-AGR + NK-AGR

[53] Die Vergabeeinheit 3.2 umfasst u. a. folgenden Hauptkomponenten:

• Abgasreinigung für den Hochkalorik-Kessel, inkl. Emissionsmesstechnik und Abgasrestwärmenutzung ▪ Saugzug ▪ Schornstein

• Abgasreinigung für den Niederkalorik-Kessel, inkl. Emissionsmesstechnik und Abgasrestwärmenutzung ▪ Saugzug ▪ Schornstein

• Betriebsmittel-, Reststoff- und Kesselaschesilos

• Losleittechnik

[54] Die Abgasreinigung übernimmt linienbezogen das Abgas der Kesselanlan- gen (VE 3.1).

[55] Die Abgasreinigung der Kessel erfolgt in einem mehrstufigen, trockenen Ver- fahren auf Basis von Natriumhydrogencarbonat- (NaHCO ) und Kalk + Aktiv- 3 koks/Aktivkohle, kombiniert mit einer katalytischen Entstickung (SCR).

[56] Pro Abgasreinigungslinie wird ein externer Economiser zur Reduzierung der Abgastemperatur hinter dem SCR-Katalysator und zur Verbesserung der Ener- gieeffizienz errichtet. Der externe Economiser wird durch den Kesselhersteller

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(VE 3.1) geliefert und von diesem innerhalb der dazu vorgesehenen Fläche er- richtet. Die Zu- und Abführungen der Wärmeträgermedien erfolgt für die externen Economiser durch den Kesselhersteller (VE 3.1).

[57] Pro Abgasreinigungslinie wird ein Abgaswärmetauscher vor dem Kamin in- stalliert. Hierdurch kann zusätzlich Fernwärme ausgekoppelt werden. Die Zu- und Abführungen der Wärmeträgermedien sowie die Wärmeauskopplung erfolgt durch den Wasser-Dampf-Kreis (VE 3.6). Die Wärme aus der Abgasrestwärme- nutzung wird an das lokale Fernwärmenetz von HanseWerk Natur übertragen.

[58] Die Abgasreinigungsanlagen werden oberhalb des Betriebsgebäudes in ei- ner geschlossenen Gebäudehülle errichtet.

1.2.4.3 Vergabeeinheit 3.4 Dampfturbosätze

[59] Die Vergabeeinheit 3.4 umfasst u. a. folgenden Hauptkomponenten:

• Kondensationsturbine, Getriebe und Generator,

• Gegendruckturbine, Getriebe und Generator,

• Turbinenrückkühleinrichtung

• Losleittechnik

[60] Den Dampfturbinen wird über den Wasser-Dampf-Kreislauf (VE 3.6) HD- Dampf zugeführt.

[61] In den Dampfturbosätzen wird die innere Energie des Dampfes in elektri- schen Strom umgewandelt. Der elektrische Strom wird von der übergeordneten EMSR (VE 5.2) übernommen und für die elektrische Energieversorgung der An- lage sowie die Netzeinspeisung genutzt.

[62] Für die prozesstechnische Wärmeversorgung wird den Dampfturbinen ND- Dampf entnommen und dem Wasser-Dampfkreislauf (VE 3.6) zugeführt.

[63] Der Abdampf der Kondensationsturbine wird dem Luftkondensator (VE 3.5) zur Kondensation zugeführt.

[64] Der Gegendruck der Gegendruckturbine wird bedarfsorientiert dem Gegen- druckluftkondensator (VE 3.5) zur Kondensation oder dem Wasser-Dampf- Kreislauf (VE 3.6) zur Wärmeauskopplung zugeführt.

1.2.4.4 Vergabeeinheit 3.5 Luftkondensatoren

[65] Die Vergabeeinheit 3.5 umfasst u. a. folgenden Hauptkomponenten:

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• Luftkondensator inkl. Abdampfsammelschiene

• Gegendruckluftkondensator inkl. Gegendrucksammelschiene

• Losleittechnik

[66] Den Luftkondensatoren werden der Abdampf der Kondensationsturbine bzw. der Gegendruckdampf der Gegendruckturbine (VE 3.4) zugeführt und in diesen kondensiert.

[67] Die Kondensate werden an den Wasser-Dampf-Kreislauf (VE 3.6) überge- ben.

1.2.4.5 Vergabeeinheit 3.6 Wasser-Dampf-Kreislauf (WDK)

[68] Die Vergabeeinheit 3.6 umfasst u. a. folgenden Hauptkomponenten:

• HD-System

• ND-System • Abdampf- und Gegendruckdampfsystem

• Kondensat- und Einspritzwassersystem

• Dampfumform- und Dampfumleitstationen

• Fernwärmeübergabestation (Wärmeauskopplung Wärme Hamburg inkl. Druckhaltung)

• Abgasrestwärmenutzung und -auskopplung (Wärmeauskopplung HanseWerk Natur)

• Losleittechnik

[69] Der Wasser-Dampf-Kreislauf stellt das verbindende Gewerke zwischen den thermischen Anlagen dar.

[70] Weiterhin ist die Auskopplung von Wärme an das Fernwärmenetz von Wärme Hamburg und an das Wärmenetz von HanseWerk Natur Bestandteil des Was- ser-Dampf-Kreislaufs.

1.2.5 Vergabeeinheit 4 Bau übergeordnet

[71] Die Vergabeeinheit Bau enthält sämtliche für den Gesamtbetrieb des ZRE erforderliche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen, die nicht den Vergabeein- heiten 1, 3, 5 und 6 zugeordnet sind.

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1.2.5.1 Vergabeeinheit 4.1 vorgezogene Baumaßnahmen vor Erteilung der BImSchG-Genehmigung

[72] Zur Vergabeeinheit 4.1 rechnen alle vorgezogenen Baumaßnahmen, die kei- ner Genehmigung nach BImSchG bedürfen und die aus abwicklungstechnischen Gründen vorgezogen werden. Dies sind im Wesentlichen

• Abriss und Neubau des Gebäudes Mittelspannungsschaltanlagen

• Verlegungen von Leitungen (u. a. Fernwärme und Strom)

1.2.5.2 Vergabeeinheit 4.2x (4.21, 4.22, 4.23, 4.27, 4.28) Baumaßnahmen

[73] Die Vergabeeinheit 4.2x enthält sämtliche für den Gesamtbetrieb des ZRE erforderliche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen, die einer BImSchG-Geneh- migung bedürfen. Dazu gehören im Wesentlichen:

• Sanierung des Bestandsbunkers mit Bunkererweiterung und Neubau/Sa- nierung der Krananlagen

• Neubau der Kipphalle • Neubau des Gebäudes für die Hausmüllsortierung und des angrenzenden Verwaltungsgebäudes

• Neubau der Fernwärmeübergabestation (Rohbau)

• Neubau des Betriebsgebäudes unter der Abgasreinigungsanlage (VE 3.2) (Rohbau)

• Medien und Infrastruktur / unterirdische Wirtschaft • Neubau Straßen/Wege/Plätze inkl. Zäune, Außenanlagen

• Fassaden – gemäß Architekturkonzept

• TGA

[74] Die Vergabeeinheit 4.2x ist in die im Dokument C1.1 dargestellten Vergabe- einheiten weiter untergliedert.

1.2.5.3 Vergabeeinheit 4.4 Bunkerkrananlage

[75] Die Vergabeeinheit 4.4 umfasst den Neubau der Bunkerkrananlage. Die Bunkerkrananlage erstreckt sich über den Bestands- und den Neubaubunker.

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1.2.5.4 Vergabeeinheit 4.5 Vorgezogene Arbeiten der unterirdischen Wirt- schaft

[76] Im Bereich der Zufahrt bis zur Waage sowie fortsetzend als Umfahrung um aller Anlagen des ZRE, werden durch die VE 4.5 Versorgungsleitungen mit ei- nem Kabelleerrohrpaket verlegt.

[77] Unter der Berücksichtigung des laufenden Betriebs der Region Nordwest werden die Baumaßnahmen der VE 4.5 in die Folgenden zeitlich versetzten Bau- abschnitte unterteilt:

• VE 4.51: 110 kV-Kabeltrasse, Leerrohrsystem ZRE – Süd

• VE 4.52: Leerrohrsystem ZRE - Nord

• VE 4.53: Feuerlöschleitung mit Anschluss an Brunnenstube

[78] Der aktuelle Ausbaustand der unterirdischen Wirtschaft ist dem Masterplan D4.5 zu entnehmen.

1.2.5.5 Vergabeeinheit 4.6 Laternenbegrünung

[79] Durch die Vergabeeinheit 4.6 werden die Anforderungen des Architekturkon- zeptes an die Gestaltung der Laternen einheitlich für das ZRE umgesetzt.

1.2.6 Vergabeeinheit 5 übergeordnet Elektro- und Leittechnik

[80] Die Vergabeeinheit umfasst die Bereitstellung der Elektroversorgung an den Standorten der einzelnen Vergabeeinheiten mittels Transformatoren/Unterver- teilungen und deren Anbindung an die übergeordnete Versorgung des Standor- tes. Weiterhin sind übergreifende elektrische Anlagen sowie die übergeordnete Leittechnik diesem Gewerk zuzurechnen.

[81] Die Vergabeeinheit 5 gliedert sich in VE 5.1 (vorgezogene Maßnahmen) und VE 5.2 (Maßnahmen nach Erteilung der BImSchG-Genehmigung). Zu den vor- gezogenen Maßnahmen zählen die Neubeschaffung einer Mittelspannungs- schaltanlage sowie die Sanierung der bestehenden 110 kV-Trafos. Die VE 5.3 enthält das Stoffstrommanagement für das gesamte ZRE.

1.2.7 Vergabeeinheit 6 werterhaltende Maßnahmen

[82] Vergabeeinheit 6 umfasst alle Sanierungsmaßnahmen, die der Werterhal- tung der Bestandsgebäude dienen und die keiner Genehmigung nach BImSchG

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bedürfen.

[83] Die werterhaltenen Maßnahmen der Vergabeeinheit VE 6 wurden bereits re- alisiert.

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2 Prinzipielles Leittechnikkonzept

[84] Das leittechnische Konzept basiert darauf, dass die am Standort bestehende PCS 7-Leittechnik der abgeschalteten Müllverbrennungsanlage für das ZRE- Projekt weiterverwendet wird.

[85] Jede Vergabeeinheit (VE) des ZREs liefert seine eigene Leittechnik. . Diese Umfasst die Instrumentierung, Verkabelung, Leittechnikschränke mit Automati- sierungsstation und EA-Baugruppen sowie das anlagenspezifische Leittechnik- projekt. Dies ist vor Beginn der IBN in die Hauptleittechnik der VE5.2 zu integrie- ren. Die zu liefernden Automatisierungskomponenten werden als redundantes und hochverfügbares PCS 7-System der neuesten Version ausgeführt. Sämtli- che Leittechnikschaltschränke werden ausschließlich in den Elektroräumen der Vergabeeinheiten aufgestellt. Von der übergeordneten E- und Leittechnik (VE 5.2) werden die verfahrenstechnischen Schaltschränke (Niederspannungs- hauptverteilung - NSHV) in MCC-Technik und die Frequenzumrichterschränke für jede Vergabeeinheit geliefert mit der Ausnahme der Frequenzumrichter- Schränke, die im Rahmen von Blackbox-Systemen (z.B. Krananlagen) durch die jeweilige VE zuliefern sind. Der AG gibt dafür aufeinander abgestimmte Hard- ware- und Software-Typicals vor. Die Software-Typicals werden in Form einer PCS 7-Library übergeben. Auf Basis dieses Portfolios der Typicals benennt jede Vergabeeinheit die Anzahl der benötigten MCC-Einschübe, Leistungsabgänge und Frequenzumrichterschränke. Die Vergabeeinheiten sind für die Anbindung der Steuerungstechnik an die MCC-Einschübe der NSHV und der Frequenzum- richterschränke verantwortlich und binden diese in ihr PCS 7-Projekt ein.

[86] Die Vergabeeinheit VE 5.2 übernimmt die Bestands-Leittechnik und migriert diese auf die neueste Version des Herstellers. Diese Leittechnik wird im Folgen- den als „Hauptleittechnik" bezeichnet. Die Hauptleittechnik baut auch die beiden großen Netzwerkringe (Automatisierungsnetzwerk und Terminalnetzwerk) auf und aus. Jede andere Vergabeeinheit muss vor der Inbetriebnahme seine eigene Losleittechnik in die Hauptleittechnik integrieren und seine Automatisierungs- technik an die o. g. Netzwerkringe (Lichtwellenleiter) anschließen. Für die IBN stellt die VE5.2 jeder Vergabeeinheit einen Engineering Client im Elektroraum zur Verfügung. Die beigefügten Schemata „Leittechnik Bestand“, „Leittechnik Funktionstest SW“, „Leittechnik Signaltest“, „Leittechnik Inbetriebnahme“ und „Leittechnik Endausbau“ stellen das Konzept in den einzelnen Phasen vom „Be- stand" bis zum „Endausbau" dar (Anlagen D3.2.401- D3.2.405).

[87] Neben der Leittechnik für die verfahrenstechnischen Vergabeeinheiten wird für das ZRE auch eine Gebäudeleittechnik errichtet. Diese Gebäudeautomatisie- rung ist bis auf einen Datenaustausch zur Hauptleittechnik von dieser losgelöst. Die Gebäudeleittechnik wird von der TGA (VE 4.28) geliefert.

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3 Logistikkonzept

[88] Die Gesamtanlage des ZRE ist an das öffentliche Straßennetz über die Hauptverkehrsstraße Schnackenburgallee angebunden, die die Stadtteile Ei- delstedt und Bahrenfeld verbindet. Über diese Hauptverkehrsstraße ist der Standort zudem über die Anschlussstelle Hamburg-Volkspark direkt an die Bun- desautobahn A7 (Flensburg-Füssen) angebunden.

[89] Die Errichtung und Inbetriebnahme des ZRE fällt zeitlich mit umfassenden Baumaßnahmen der Erweiterung, Erneuerung und Sanierung der Bundesauto- bahn A7 im Bereich der Autobahnausfahrten HH-Stellingen und HH-Volkspark zusammen. Diese betreffen vor allem die Realisierung eines „Deckels“ über der A7. Im Zuge dessen sind nach den der Vergabestelle vorliegenden Informatio- nen in den kommenden Jahren mindestens fünf bis acht Wochenendvollsperrun- gen pro Jahr sowie weitere Vollsperrungen zur Nachtzeit an Werktagen zu er- warten, die sich jeweils auch auf das nachgeordnete Straßennetz auswirken wer- den. Hierdurch können sich erhebliche Behinderungen und nachteilige Auswir- kungen auf die Anfahrt zum ZRE-Standort und die Anlieferung von Baumateria- lien ergeben. Soweit Sperrungen oder Beeinträchtigungen mit Großveranstaltun- gen, insbesondere Fußballspielen im Volksparkstadion, zusammenfallen, kön- nen sich die Beeinträchtigungen weiter verschärfen. Ferner ist zu beachten, dass aufgrund der Entscheidung für Hamburg als Austragungsort für die Fußball-Eu- ropameisterschaft 2024 und wegen der hiermit verbundenen Planung und Er- richtung eines Sportleistungszentrums (eventuell mit Hotelanlage) in der Nähe des ZRE weitere Verkehrsbeeinträchtigungen und -konflikte entstehen können, die sich auf die Errichtung des ZRE auswirken können. Diese Erschwernisse haben die Bewerber/Bieter eigenverantwortlich bereits im Rahmen der Ange- botserstellung und der beauftragte Auftragnehmer im Rahmen der Planung und Realisierung zu berücksichtigen. Informationen zum Planungsstand können bei der Koordinationsstelle Baumaßnahmen Hauptverkehrsstraßen (KOST), Digita- lisierung und Steuerung/Verkehrsflussverbesserung, Sachsenfeld 3-5, 20097 Hamburg (Tel. 040/42826-2204; E-Mail: kost@lsbg.hamburg.de) bezogen wer- den.

[90] Die Zufahrt zur Anlage erfolgt über die an der südlichen Seite befindliche Haupteinfahrt zum Gesamtgelände des Standortes der SRH, von dem das ZRE den westlichen Teil bildet. Die Zu- und Ausfahrt der Haupteinfahrt ist spurrich- tungsweise getrennt und entsprechend beschränkt.

[91] Einfahrende Fahrzeuge (außer PKW) mit Ziel ZRE folgen von der Einfahrt der dann zweispurigen Straße Richtung Norden und biegen nach den rechter- hand befindlichen Salzsilos nach links auf die Zufahrt zur Waage (zweispurig) ab. Dort erfolgt eine Eingangsverwiegung.

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[92] Nach Verwiegung der Fahrzeuge ergeben sich auf dem Gelände des ZRE folgende anzufahrende Ziele:

• Bunker Hausmüll, Biomasse und Hochkalorik

• Bioabfallhalle Straßenkehricht/Bioabfallannahme (gehört nicht zum ZRE) • Betriebsmittellager und -silos AGR

• Schlackeverladung

• Reststoffsilos

• Lager und Anfallorte Recyclingprodukte • Anlieferungen Lager

• sonstige Lieferungen/Abholungen.

[93] Die eingangsverwogenen Fahrzeuge steuern von der Waage aus ihre jewei- ligen Ziele auf der Anlage an (vgl. Abb. 4). Fahrzeuge mit Ziel Bioabfallhalle/ Bunker folgen der Straße um die Bioabfallhalle gegen den Uhrzeigersinn.

[94] Fahrzeuge mit Ziel Betriebsmittellager und -silos / Schlackeverladung / Rest- stoffsilos wenden nach der Verwiegung auf dem dafür vorgesehenen Platz öst- lich der Bioabfallhalle und steuern dann den jeweiligen Bestimmungsort an.

[95] Nach Entladung bzw. Beladung der Fahrzeuge am Bestimmungsort ist eine entsprechende Ausgangsverwiegung notwendig. Dazu muss die Waage erneut angefahren werden.

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Abbildung 4: Verkehrswegeplan ZRE (Stand 03/2021)

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4 Energiekonzept

4.1 Energiebilanz

[96] Zur Energieerzeugung dient der nicht recyclebare Abfall. Dieser wird für das ZRE voraussichtlich einen Energiegehalt von ca. 900.000 MWh/a aufweisen.

[97] In den Kesseln wird durch die Verbrennung des Abfalls Frischdampf erzeugt, der zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden soll.

[98] Zusätzlich soll Abwärme aus dem Abgas ausgekoppelt und genutzt werden.

[99] Über das ZRE sollen die folgenden Netze mit Wärme beliefert werden:

• Fernwärmenetz der Wärme Hamburg

• Fernwärmenetz von HanseWerk Natur

[100] Weiterhin besteht für die Gesamtanlage ZRE ein prozesstechnischer und in- terner Wärmeeigenbedarf.

[101] Der in den Turbinen erzeugte Strom soll zur Deckung des Stromeigenbedarfs der Gesamtanlage genutzt werden. Der überschüssige Strom wird über die bauseits vorhandenen 110-kV-Trafos in das lokale Stromnetz eingespeist. Bei Bedarf wird gegebenenfalls auch Strom aus dem lokalen Netz bezogen.

[102] Der Wärmebedarf der jeweiligen Abnehmer unterliegen saisonalen Schwan- kungen. In Abhängigkeit der aus den Turbinen entnommenen Dampfmengen va- riieren die elektrischen Leistungen.

[103] So ist geplant an das Fernwärmenetz der Wärme Hamburg im "Lastfall Win- ter" bis zu 75 MW Fernwärme zu liefern, im „Lastfall Sommer“ dagegen ist keine Wärmeabnahme zu erwarten.

[104] Das Fernwärmenetz von HanseWerk Natur wird voraussichtlich ganzjährig ca. 5 MW thermischer Wärmeleistung aus der Abgasrestwärmenutzung ver- sorgt.

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4.2 Elektrische und elektrotechnische Ausrüstung der Anlage

[105] Der durch die beiden Dampfturbinen in den 10,5 kV Generatoren produzierte Strom, wird über die zugehörigen Sammelschienenabschnitte der Mittelspan- nungsanlage in das Versorgungsnetz des Versorgungsunternehmens einge- speist. Die Sammelschienenabschnitte U0BBA und U0BBB der Mittelspan- nungsanlage sind dafür über jeweils einen eigenen Netztrafo mit dem 110 kV- Kabelnetz des Versorgungsunternehmens (Stromnetz Hamburg – SNH) verbun- den.

[106] Die SNH betreibt u. a. ein Hochspannungsnetz mit einer Nennspannung von 110 kV, an dem das ZRE angeschlossen ist.

[107] Der Netzübergabepunkt sind die beiden 110kV Netztransformatoren. Diese sind jeweils über Einspeisefelder mit den beiden Sammelschienenabschnitte U0BBA und U0BBB mit der Mittelspannungsschaltanlage verbunden. Die schutztechnische Ausrüstung und Parametrierung der Schutzgeräte in den Fel- dern der Mittelspannungsanlage und der Generatoren ist zu einem späteren Zeit- punkt für die unterschiedlichen Betriebsfälle zu entwickeln und abzustimmen. Hierbei sind die Vorgaben der SNH zu berücksichtigen und der Schutzstaffelplan in Fachgesprächen final abzustimmen.

[108] Für die Gesamtanlage stehen drei 10,5-kV-Sammelschieneabschnitte zur Verfügung, über welche die Teilanlagen versorgt sowie die Notstromversorgung angeschlossen werden. Über die Dampfturbinen werden die beiden 10,5-kV-Ge- neratoren angetrieben und mittels Generatorschalter auf die zugeordnete 10,5- kV-Sammelschienenabschnitte aufsynchronisiert. Die Generatoren geben den erzeugten Strom über die zugeordnete Sammelschienenabschnitte in das Netz der SNH ab.

[109] Die Eigenbedarfsversorgung der Anlagenteile des ZRE erfolgt aus Nieder- spannungshauptverteilungen (NSHV), die über Leistungstransformatoren mit den Sammelschienenabschnitten der Mittelspannungsanlage verbunden sind. Die erforderlichen NSHV und Leistungstransformatoren werden von der überge- ordneten E-Technik (VE 5.2) geplant, geliefert und in den entsprechenden Trafo- und elektrischen Betriebsräumen installiert. Die erforderlichen Angaben für die Auslegung der Eigenbedarfsversorgung sind von den verfahrenstechnischen so- wie von den TGA Auftragnehmern der übergeordneten E-Technik (VE 5.2) mit- zuteilen.

[110] Mit Netzausfall (Ausfall auf der 110kV Seite des Netzbetreibers) oder bei Schutzabschaltung eines Netztransformators wird eine elektrische Eigenbe- darfsinsel erkannt. Die genauen Kriterien zur Bildung des Signals „Inselfall“ sind zu einem späteren Zeitpunkt unter Berücksichtigung der sich ergebenden Be- triebszustände abzustimmen. Der Inselbetrieb ist entsprechend einzuleiten. Die

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Dampfturbinen sind für den Inselbetrieb auszulegen.

[111] Sollten die Dampfturbinen den Inselbetrieb nicht halten können, oder bei Netzausfall nicht verfügbar sein, erfolgt ein Schwarzfall. Im Schwarzfall läuft au- tomatisch die Notstromversorgung der ZRE eigenen Netzersatzanlage an (Not- stromdiesel) und versorgt alle notstromberechtigten Verbraucher mit Spannung.

[112] Die Wiederzuschaltung aus dem Inselbetrieb auf das Netz kann erfolgen, so- bald das Netz der SNH wieder stabil anliegt.

[113] Die elektrische Ausrüstung des ZRE besteht im Wesentlichen aus:

• Netztransformatoren 110 kV/10,5 kV

• Leistungstransformatoren 10,5 kV/0,69/0,4 kV

• Notstromversorgung (übergeordnet)

• Niederspannungshauptverteilung NSHV

• Unterbrechungsfreie Stromversorgung USV

• Erdungsanlage, Potentialausgleich, Schirmung, EMV-Maßnahmen

• Blitzschutzanlage

• Elektroinstallationen

• Beleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Ersatzbeleuchtung

• DV- und Telekommunikationsanlage (übergeordnet)

• Brandmeldeanlage (übergeordnet)

• Videoanlage (übergeordnet)

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5 Abluftkonzept

[114] Die Abluft aus der Kipphalle wird zur besseren Durchlüftung der Bunker wei- terverwendet.

[115] Der Neu- und Bestandsbunker wird über das Verbrennungsluftsystem der Kesselanlagen (VE 3.1) abgesaugt, um den erforderlichen Unterdruck im Bunker sicherzustellen und eine Freisetzung von diffusen Geruchsemissionen bei geöff- neten Anlieferungstoren zu verhindern.

[116] Die Hausmüllaufbereitung wird über das Verbrennungsluftsystem der Kessel- anlagen (VE 3.1) abgesaugt, um den erforderlichen Unterdruck sicherzustellen und eine Freisetzung von diffusen Geruchsemissionen bei geöffneten Toren zu verhindern.

[117] Im Regelfall, das heißt, wenn beide Verbrennungslinien in Betrieb sind, kann die Abluft der Hausmüllaufbereitung und des Bunkers den Kesseln als Verbren- nungsluft zugeführt werden.

[118] Nur in den Zeiten, in denen eine oder beide Verbrennungslinien in Revision sind, wird die überschüssige Abluft in der Bunkerstillstandsentlüftung gereinigt.

[119] Hinsichtlich der Emissionsanforderungen ist die Hausmüllaufbereitung als Anlage der TA Luft und die thermische Anlage der 17. BImSchV zugeordnet.

[120] Durch die Nutzung der Abluft der Hausmüllaufbereitung in den Kesselanla- gen (VE 3.1) mit einer Abluftreinigung gemäß 17. BImSchV wird ein höherer Emissionsstandard im ZRE erreicht als bei separater Betrachtung der Anlagen ohne Mehrfachnutzung von Abluftteilströmen.

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6 Revisionskonzept

[121] Es wird in ganzjähriger Anlagenbetrieb angestrebt. Das Revisionskonzept, nach dem Prinzip der vorbeugenden Instandhaltung, soll einen zuverlässigen Anlagenbetrieb mit möglichst minimalen unerwarteten Stillständen gewährleis- ten.

[122] Revision Hausmüllaufbereitung:

• Die Hausmüllaufbereitung läuft ganzjährig, 16 Schichten pro Woche.

• Je Schicht ist eine kurze Reinigungsphase (max. 30 min) vorgesehen.

• Durch das Betriebsregime können erforderliche Reparaturen / Kleinrevisio- nen in den täglichen / wöchentlichen Stillstandsphasen durchgeführt werden.

• Beim Stillstand der Hausmüllaufbereitung halbiert sich die Luftwechselrate der Hausmüllaufbereitung.

[123] Revision Altholzzerkleinerer

• Der Altholzzerkleinerer wird bedarfsorientiert betrieben.

• Durch das Betriebsregime können erforderliche Reparaturen / Kleinrevisio- nen in den täglichen / wöchentlichen Stillstandsphasen durchgeführt werden.

[124] Revision der Verbrennungslinien (NKK und HKK)

• Die Verbrennungslinien werden ganzjährig und dauerhaft betrieben (exkl. Revision).

• Die Verbrennungslinien werden wärmegeführt betrieben, weswegen Revisi- onen nur außerhalb der Heizperiode durchgeführt werden sollen.

• Es wird stets nur eine Verbrennungslinie in Revision gehen und die andere während dessen weiter betrieben.

• Die Revisionen der beiden Verbrennungslinien erfolgen (direkt) nacheinan- der. Geplant ist jährlich je Linie eine 3-wöchige Revision durchzuführen.

• Während der Revision einer Verbrennungslinie muss die thermische Verwer- tung der Outputströme der Hausmüllaufbereitung (oFF und Hochkalorik) durch die sich in Betrieb befindliche Verbrennungslinie erfolgen.

• Weitere Input-Stoffströme der Verbrennungslinien werden unter Berücksich- tigung der Einhaltung der maximalen Bunker- und Verbrennungskapazitäten sowie der Feuerungswärmeleistung der sich in Betrieb befindlichen Verbren- nungslinie während der Revisionszeit reduziert. Diese „Reduktion“ hat keine Auswirkung auf die jeweiligen Jahresmengen der zu verwertenden Stoff- ströme.

• Die Erzeugung von Wärme und / oder Strom ist während der Revisionszeit,

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entsprechend der sich noch in Betrieb befindlichen Verbrennungslinie, ver- mindert.

• Bei einer Kesselrevision ist die Verbrennungsluftmenge geringer als die Ab- luft aus der Hausmüllaufbereitung und der Bunkerabluft. Die überschüssige Abluft ist dann über die Bunkerstillstandsentlüftung zu reinigen.

[125] Beim Stillstand beider Kessellinien wird die Hausmüllaufbereitung nicht wei- ter betrieben. Es ist anzumerken, dass ein Stillstand beider Kessellinien nicht geplant und gewollt ist.

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7 Lage der Haupttrassen/Anschlusspunkte

[126] Für die Medien:

• Strom (Leerrohrring)

• Stadtwasser

• Betriebswasser

• Abwasser (sanitär) • Regenwasser

werden die Haupttrassen definiert werden. Die Medienanschlusspunkte sind als Schnittstellen in den Medienanschlussplan D3.1.09 eingetragen.

[127] Im Bereich der Zufahrt bis zur Waage sowie fortsetzend als Umfahrung um alle Anlagen des ZRE, verlaufen Versorgungsleitungen mit einem Kabelleerrohr- paket, das vom ZRE genutzt werden kann.

[128] Auf dem Gelände des ZRE befindet sich eine Brunnenstube zur Förderung von Brunnenwasser. Das Brunnenwasser wird zu Betriebswasser aufbereitet. Alternativ kann Stadtwasser als Betriebswasser verwendet werden.

[129] Das Betriebswasser kann als Feuerlöschwasser für die Versorgung des Standorts der Region Nordwest sowie für die VE-Wasseraufbereitung eingesetzt werden.

[130] Für die Medien:

• Wärme

• Dampf • Druckluft werden die Haupttrassen definiert werden.

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8 Raumnutzungskonzept

[131] Für das Raumnutzungskonzept wird ein Raumbuch, siehe D4.3, erstellt wer- den.

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9 Brandschutz

[132] Hinsichtlich des Brandschutzes sind während der Bauphase die Vorgaben des „Brandschutzkonzeptes_ZRE Bauphase“ (D5.5.150) sowie ab Inbetrieb- nahme des ZRE die Vorgaben aus dem „Brandschutzkonzept_ZRE“ (D5.5.100) umzusetzen. Der Neubau ZRE wird in folgende Brandabschnitte (BA) und Brand- bekämpfungsabschnitte (BBA) unterteilt:

• BA 01 – Kipphalle / Anlieferung

• BA 02 – Bunker

• BA 03 – Kesselhaus / Abgasreinigung

• BBA 03.1 – Betriebsgebäude • BA 04 – Hausmüllaufbereitung

• BA 05 – Funktionsgebäude

• BA 06 – Turbinenhalle • BA 07 – Mittelspannungsgebäude

• BA 08 – Blockheizkraftwerk

• BA 09 – Verwaltungsgebäude

[133] Die BA und BBA sowie die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen sind in dem Dokument „Brandschutzkonzept_ZRE“ (D5.5.100) näher erläutert.

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10 Schall

[134] Die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen während der Bauphase des ZRE sind in der „Baulärmprognose“ (D5.2.07) sowie im Gutachten zur „Ermittlung und Beurteilung der Erschütterungsimmissionen während der Bauphase“ (D5.2.06) dargelegt.

[135] Die erwarteten Geräuschemissionen und -immissionen sowie die Beschrei- bung der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen im Betrieb des ZRE sind dem Gutachten zur „Geräuschzusatzbelastung durch den Betrieb des ZRE“ (D5.2.08) zu entnehmen.

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