a-LOIN-Definition_Hochbau_BAYERN-Info.pdf

Objektplanung Gebäude und Innenräume für Schulneubau und Sanierung

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 15.09.2026, 21:56 (Europe/Berlin)

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Stand

26.05.2025

LOIN

Level of Information Need

für BIM-Projekte im Hochbau

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Inhalt

1 Grundlegendes ................................................................................................ 2

2 Definitionen ..................................................................................................... 3

2.1 Definition LOD (Level of Development = LOG+LOI) ............................................................................... 3

2.2 Definition LOG (Level of Geometry) ...................................................................................................... 3

2.3 Definition LOI (Level of Information) ..................................................................................................... 3

3 Definition Level 100 bis 500 für LOG/LOI ........................................................ 4

3.1 Level 100 ................................................................................................................................................ 5

3.2 Level 200 ................................................................................................................................................ 6

3.3 Level 300 ................................................................................................................................................ 7

3.4 Level 400 ................................................................................................................................................ 8

3.5 Level 500 ................................................................................................................................................ 9

4 Grundsätzliches zur Anwendung von LOG und LOI ....................................... 11

5 Anwendung und die dafür relevanten Informationen .................................. 14

6 Aufbau der Definitionen am Beispiel Hochbau ............................................. 16

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LOIN-Definition

Informationsanforderung (Level of Information Need) und deren Umsetzung in

den unterschiedlichen Detaillierungsstufen (LOG/LOI)

1 Grundlegendes

Durch die Einführung von BIM gibt es bei Gebäudemodellen keinen festen Maßstab mehr. Daher sind neue Definitionen erforderlich, die den weiterhin gültigen und sinnvollen zunehmenden Detaillierungsgrad einer Planung beschreiben. Je nach Anforderungen des jeweiligen BIM-Projekts müssen unterschiedliche Informationen bereitgestellt werden, die sich im Verlauf des Planungsprozesses zunehmend vertiefen. Das vorliegende Dokument erklärt die Bedeutung des Level of Information Need (LOIN), über den der Auftraggeber den Informationsbedarf definiert. Damit ist die Grundlage für die Ableitung des Level of Geometry (LOG) und des Level of Information (LOI) geschaffen, die durch den Auftragnehmer erbracht wird. Da jedes Bauprojekt einzigartig ist, können keine standardisierten Vorgaben gemacht werden. Daher müssen das Projektteam und gegebenenfalls auch die Nutzer in enger Abstimmung festlegen, welche Informationstiefe zu welchem Zeitpunkt für die tägliche Arbeit erforderlich ist. Eine unnötige Informationsansammlung sollte dabei vermieden werden.

Das Dokument stellt eine Grundlage und Unterstützung zur Definition der Informationsanforderungen in einem Projekt dar. Sie dienen als allgemeine Orientierungshilfe für die projektspezifische Anwendung bei der Erstellung des BAPs (BIM-Abwicklungsplans). Die Grundlagen hierzu wurden bereits in der AIA gelegt. Die vorliegende LOIN- Definition ist eine Richtlinie, die den Beteiligten eines Bauprojekts hilft, den Inhalt der Modelle in den verschiedenen Phasen des Planungs- und Bauprozesses klar und präzise zu bestimmen und zu kommunizieren. Zudem soll gewährleistet werden, dass diese Informationen im Sinne von Open BIM frei zugänglich sind.

Die LOIN-Definition basiert auf dem Fertigstellungsgrad des Projekts und der anerkannten Bedeutung des Level of Development (LOD). Dabei setzt die umfassende LOD-Definition die Festlegung der alphanumerischen Informationen (LOI) sowie der geometrischen Informationen (LOG) voraus. Es ist entscheidend, dass die Definitionen von LOG und LOI individuell und unabhängig vorgenommen werden. Zudem ist zu beachten, dass die LOD-Definition nicht einfach die Summe von LOG und LOI ist, also nicht LOD = LOI + LOG. Die Definitionen von LOI und LOG sind voneinander unabhängig, müssen aber projektspezifisch hinsichtlich der Ziele und der dazugehörigen Anwendungen sowie der benötigten Informationen durch die Projektbeteiligten festgelegt werden.

Zu festgelegten Meilensteinen im Projekt müssen den Projektbeteiligten entsprechende Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dies betrifft auch die Autorensysteme, die Regeln für Format und Struktur festlegen. Die Ziele und Anforderungen werden vom Auftraggeber im Rahmen der Ausschreibung in der AIA durch das Level of Information Need (LOIN) definiert, was die Grundlage für die folgenden Vereinbarungen bildet. Die benötigten Informationen des Auftraggebers werden in Bezug auf Geometrie durch das Level of Geometry (LOG), in Bezug auf Alphanumerik durch das Level of Information (LOI) und hinsichtlich benötigter Dokumente seitens des Auftragnehmers spezifiziert.

Das vorliegende Dokument, spiegelt kein spezifisches Projekt oder eine spezifische Nutzung wider. Es dient als Grundlage zur weiteren Ausformulierung im projektspezifischen BAP.

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2 Definitionen

2.1 Definition LOD (Level of Development = LOG+LOI)

Bei der digitalen Planung legt die Detailierungstiefe fest, was in Bezug auf Geometrie und Alphanumerik, übergeben werden muss. Für die Modellierung der Modellelemente ist daher ein Modelldetaillierungsgrad bzw. LOD (Level of Development) festgelegt. Der LOD setzt sich aus dem LOG (Level of Geometry) und dem LOI (Level of Information) zusammen. Jedes Level baut auf dem vorherigen auf. Im Projektfortschritt bleibt somit die Informationstiefe eines Modellelements nicht gleich, sondern wächst an.

Die genauen Anforderungen müssen an die jeweiligen projektspezifischen Ziele angepasst werden. Diese Zieldarstellungen werden im Auftraggeber Informationsanforderungen (AIA) beschrieben. So kann z.B. in verschiedenen LODs die Geometrie (LOG) von bestimmten Elementen unverändert bleiben, während die Informationstiefe (LOI) weiterentwickelt wird.

Die inhaltlichen Anforderungen erstrecken sich vom LOD 100 für die konzeptionelle Annäherung zu Beginn eines BIM-Projekts bis hin zum LOD 500 für die präzise Darstellung zum Ende der Projektabwicklung.

2.2 Definition LOG (Level of Geometry)

LOG (Level of Geometry) beschreibt den Detaillierungsgrad der geometrischen Darstellung eines digitalen Modells. LOG ist Teil des LOD (Level of Development).

2.3 Definition LOI (Level of Information)

Grundsätzlich richtet sich die Bearbeitungstiefe nach den phasenbezogenen Erfordernissen. Im Rahmen des projektspezifischen BIM-Abwicklungsplanes (BAP) ist festgelegt, welche Ziele zum Abschluss des jeweiligen Meilensteins erreicht sein sollen und worauf die Konsistenz des Datensatzes geprüft wird. Im Rahmen der Leistungserbringung des Auftragnehmers sind digitale Liefergegenstände zu erstellen, gegen die Anforderungen aus den AIA und deren Anhänge zu prüfen und dem Auftraggeber im geforderten Format zu übergeben. Aus diesen Erfordernissen leiten sich die Vorgaben ab, was in den einzelnen Fachmodellen in welcher Bearbeitungstiefe erfasst sein muss. Damit wird sichergestellt, dass nur die notwendige und nicht die maximal mögliche Informationstiefe für die Modellierung verlangt wird.

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3 Definition Level 100 bis 500 für LOG/LOI

Die planerische Entwicklung eines Bauwerks verläuft nicht linear in Bezug auf die Entwicklung von LOG und LOI. Es ist daher unwahrscheinlich, dass ein Gesamtmodell existiert, in dem LOG und LOI identisch sind. Dies sollte bei den folgenden Erläuterungen berücksichtigt werden, die die Levels beispielhaft darstellen.

Level 100 beschreibt den niedrigsten Grad an Information, 500 den höchsten:

• Level 100: Konzeptionelle Darstellungen und Studie

• Level 200: Angaben zu Dimension und Größe maßgeblicher Bauelemente

sowie deren Beziehung untereinander

• Level 300: Grundlage für die Realisierung: ausschreibungsreife Angaben mit

Spezifikationen

• Level 400: Fabrikationsreife Ausführungsplanung

• Level 500: Dokumentation des ausgeführten Elementes („as-built“)

Die Menge an Informationen, die für den späteren Betrieb des Gebäudes erforderlich ist, hängt von den festgelegten und vereinbarten Leistungen des Nutzers ab. In diesen Fällen beziehen sich die Informationen auf Daten aus Level 500.

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3.1 Level 100

Die Anforderungen des Projektes sind in diesem Entwurfsstadium fast vollständig abgestimmt. Raumprogramm, Funktionen, Abläufe und Betrieb sind weitgehend geklärt.

Grundsätzliche Aussagen und Konzepte zum Tragwerk, zur Technik und zum Ausbau wurden erarbeitet.

Grobe Bauwerksparameter wurden dem Modell hinzugefügt. Es müssen noch nicht zwingend alle Modellelemente enthalten sein. Es dient der Ausarbeitung eines Lösungskonzepts für das Bauwerk, der städtebaulichen Einordnung und der Kommunikation mit dem Auftraggeber.

LOG 100 LOI 100

Definition:

 Konzeptionelle Darstellung  Objekte sind mit grundlegenden Attributen  Etagen oder Räume als Volumenkörper beschrieben (z.B. Raumtyp oder  Gebäudemodell in Grundformen mit den Raumbezeichnung, NC Codes, …), um das ungefähren Größen, Formen und Raumprogramm darzustellen. Orientierungen  Machbarkeitsstudien

Ziel:

Flächenmanagement: Auf Gesamtheit prüfen:  Flächen und Bereiche erkennen und  Wurde das Raumprogramm eingetragen? bewerten können  Können die Kennwerte für eine  Räume oder Raumgruppen wie z.B. Kostenschätzung herangezogen werden? Nutzungs- und Funktionsbereiche erkennen, auswerten und Zusammenhänge verstehen  Baumasse visualisieren z.B. mit Hilfe von konstruierten Gebäudemodellen  grobe Schätzung des Energiebedarfs, Gewinn-/Verlustrechnung, Verschattungsberechnungen und ggf. weitere standortbezogene Simulationen

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3.2 Level 200

Level 200 Die Anforderungen zur Realisierung des Bauprojektes wurden alle erfüllt. Die Bauelemente der Fachplaner sind in Größe und Lage vordimensioniert, festgelegt und über die Modelle koordiniert.

Der Detaillierungsgrad des BIM-Modells entspricht einem 1:100 Entwurfsplan. Der Leistungsumfang entspricht inhaltlich den Grundleistungen nach HOAI.

LOG 200 LOI 200

Definition:

 Grafische Repräsentanz als generisches  Weitere Attribute werden ergänzt, wie z.B. Objekt mit ungefährer Anzahl, Form, Größe, tragend/ nichttragend, außen/innen Positionen. Geometrisches Volumen als  Ergänzung um weitere nicht modellbasierte Platzhalter. Informationen  Notwendige Systeme und Bauteilen wie  Informationen zur Ermittlung der Fassade, Wände, Türen, Decken sowie Kostenberechnung Räume, Tragwerk und Volumenkörper der technischen Gebäudeausrüstung sind definiert und dienen zur Ableitung von Kennwerten.  Eine Koordination der Fachmodelle muss erfolgt sein. Dazu müssen alle Bauteile eindeutig bezeichnet werden und eine definierte Geometrie, Form und Orientierung haben.  Alle Baugruppen, horizontale und vertikale Erschließung sowie die Haustechnikzentrale sind modelliert.

Ziel:

 Basierend auf den LOD 100 Zielen können  Basierend auf den LOI 100 Zielen kann eine die wesentliche Baugruppen sortiert und Kontrolle der Projektvorgaben und ein bemessen werden. Nachvollziehen von Abweichungen  Statische, haustechnische, sowie weitere erfolgen. Berechnungen sind modellbasiert möglich  Kontrolle von Baugruppen und Räumen  Koordination der verschiedenen Gewerke  Erste Befüllung des digitalen Raum und Gebäudebuchs

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3.3 Level 300

Level 300 Die Bauteile werden um weitere spezifische Angaben, die die Bauteile genauer beschreiben und zur Ausschreibung erforderlich sind, ergänzt.

Der Detaillierungsgrad des BIM-Modells entspricht einem 1:50-Ausführungsplan. Details, z. B. Maßstab 1:20 und höher, können als 2D-Plan erstellt werden und müssen nicht zwingend 3D-modelliert werden. Der Leistungsumfang entspricht inhaltlich den Grundleistungen nach HOAI.

LOG 300 LOI 300

Definition:

 Das Modell wird mit weiteren detaillierten  Gemäß dem Planungsfortschritt werden Elementen angereichert, die für die den Bauteilen weitere Attribute Vergabe sowie für Ableitungen von zugewiesen, wie z.B. Kennwerten benötigt werden. Oberflächenbeschaffenheit, Materialgüte,  Bei der technischen Gebäudeausrüstung Schallschutz, Brandschutz, Bauphysik, … werden die Komponenten nach Gewerken  Zusätzliche Angaben zu Standards und getrennt. Zertifizierungen durch externe Projektbeteiligte (Gutachter, Sachverständiger etc.)

Ziel:

 Durchführung von Simulationen und  Die Informationen im Modell (und im exakten haustechnischen Berechnungen. digitalen Raumbuch) dienen als Grundlage  Genaue Bemaßung, Dimensionierung und für die Ausführungsphase. Berechnung aller statischer Systeme mit  Informationen, die für Ausschreibungen Anschlussdetails oder Verstärkungen. benötigt werden, müssen hinterlegt sein. Dafür werden Listen von Räumen, Baugruppen, und Bauteilen verwendet.

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3.4 Level 400

Level 400 Alle Angaben sind detailliert beschrieben und in Ausführungsdokumenten festgehalten. Der Detaillierungsgrad des BIM-Modells entspricht einem 1:50-Ausführungsplan.

LOG 400 LOI 400

Definition:

 Das Modell enthält detaillierte Bauteile, die  Weitere Attribute im digitalen Raumbuch ausreichend für die Werk- und  Die Möglichkeit aus dem Modell heraus Montageplanung, zur Fertigung sowie zur eine Kostenfeststellung zu generieren. Ableitung von Kennwerten sind.  Informationen über Liefer-  Alle Bauteile, sind an ihrem endgültigen Ort /Verpackungseinheiten und Mengen und haben ihre genaue Geometrie und  Simulation Bauablauf berücksichtigen den tatsächlich vorhandenen Platz am entsprechenden Ort.

Ziel:

Ausführung:  Anreicherung mit allen Informationen zu  Ableitung der Werk- und Montagepläne den geplanten Bauteilen wie z.B. Zertifikate, vom Modell, kann in Zukunft von Firmen alle Angaben über die Montage, ausgeführt werden. Müsste dem BIM Verfügbarkeit, Lieferbedingungen und die Management gemeldet werden. Wartung des Produktes. Ziel ist eine  Simulation der Bauabläufe optimierte Logistik, Bauüberwachung,  Für den Bau können die Mengen aus den Kontrolle und Abnahme. Datensätzen herausgelesen werden.  Modellbasierte Fortschrittskontrolle  Aufbau- und Montageanleitung sind möglich. Kann in Zukunft von Firmen ausgeführt werden. Müsste dem BIM Management gemeldet werden.

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3.5 Level 500

Level 500 Nachverfolgung von Ausführungsänderungen Dokumentation zum Bauwerk mit Plänen, Prüfprotokollen sowie Wartungsprotokolle und Produktdatenblätter.

Der Detaillierungsgrad des BIM-Modells entspricht einem 1:50-Ausführungsplan.

LOG 500 LOI 500

Definition:

 Alle Bauteile/Modelle sind vollständig („as-  Alle Bauteile sind vollständig nach den built“) modelliert und dokumentiert. Anforderungen im Projekt attribuiert.  Das Modell wird nach dem tatsächlich  Alle notwendigen Objektinformationen der gebauten Zustand nachgezogen. Es finden tatsächlich verbauten Produkte sind stichprobenartige Qualitätskontrollen am vorhanden, ebenso die Modell statt. herstellerspezifischen  Die Modellelemente entsprechen je nach Produktinformationen. Bedarf LOG 300 oder 400 und bilden den  Das Raumbuch ist aktualisiert und kann zur gebauten Zustand in Dimension, Form und Wartung und zu weiteren Nutzungen in der Lage ab.Bauteile sollen eine vereinbarte Betriebsphase verwendet werden. Bezeichnung für die spätere Nutzung besitzen.  Alle Bauteile, die für die Integration in das Zielsystem des Betreibers vorgesehen sind, wurden entsprechend vorbereitet. Diese können spezifisch für Suchfunktionen adressiert werden und enthalten alle erforderlichen geometrischen Informationen (Schwenkbereiche, Mindestabstände für Wartungsarbeiten usw.) gemäß den Anforderungen des Facility Managements (FM).

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LOG 500 LOI 500

Ziel:

 Übergabe des Bauwerks  Alle Betriebseinheiten sind auf „as-built“-  Übernahme in das FM Niveau vollständig nummeriert, um den Betrieb und die Integration in das Zielsystem des Betreibers zu gewährleisten. Die enthaltenen Zertifikate und Informationen zur Montage/Wartung dienen dazu, das Bauwerk effizient zu bewirtschaften und im Bedarfsfall defekte Produkte schnell auszutauschen.  Weitere Unterlagen sind mit den Modellen/Bauteilen verknüpft.  Das As-built Modell kann in das Zielsystem des Betreibers überführt werden.

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4 Grundsätzliches zur Anwendung von LOG und LOI

Grundlage 1:

Bei der planerischen Entwicklung eines Bauwerks mit der BIM-Methode erfolgt der Prozess nicht linear. Jeder Beteiligte analysiert und entwickelt das Projekt in seinem Fachgebiet und die Ergebnisse werden zu definierten Meilensteinen zusammengeführt, um Qualität und Konsistenz zu bewerten. Es kann vorkommen, dass ein Projektteilnehmer an bestimmten Disziplinen in einer fortgeschrittenen Detaillierung arbeitet, während andere auf diese Modelle warten, um sie weiter zu nutzen. Dadurch existieren Modelle mit verschiedenen Geometrie- Levels (LOG) und alphanumerischen Informationen (LOI) gleichzeitig, was bedeutet, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt kein einheitliches LOD-Modell gibt. Der Informationsbedarf wird durch den Level of Information Need (LOIN) beschrieben, und der Zeitpunkt für die unterschiedlichen LOG und LOI in den Fachmodellen wird individuell im BAP festgelegt.

All das ist keine Neuerung zu den klassischen Planungen. Üblicherweise war der Objektplaner am Anfang jeder Planung einige Schritte weiter als die anderen Gewerke.

Grundlage 2:

Wie oben schon beschrieben, können LOG und LOI voneinander abweichen. LOG und LOI dienen immer einem bestimmten Zweck, daher ist es nicht immer erforderlich, dass beide ein gleich hohes Niveau erreichen. Zum Beispiel ist für eine grafische Kollisionsprüfung nur der LOG relevant - ein LOI von 0 für alle Phasen würde ausreichen, da nur überprüft wird, ob eine Kollision vorliegt und nicht welche weiteren Informationen das Objekt enthält.

Objekt LOG LOI LOG LOI

Bauteilgruppe 100 0 200 0

Kann abweichen

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Grundlage 3:

LOG/LOI ist keine Zeit- oder Phasenangabe, darin liegt die Besonderheit der LOG/LOI-Level. Dadurch wird die freie Zuweisung der erforderlichen Modelltiefe für jede Planungsphase pro Fachmodell ermöglicht. Es bedeutet also nicht automatisch, dass z.B. Leistungsphase 2 dem LOG/LOI-Level 100 entspricht. Durch die Unterscheidung zwischen LOG und LOI muss der Fortschritt des grafischen und inhaltlichen Modells projektspezifisch abgestuft werden. Die Festlegung des Detaillierungsgrads der Darstellung (LOG) und der Attributtiefe (LOI) erfolgt lediglich, um eine einheitliche Regelung für alle Beteiligten im Projekt zu schaffen und die erforderlichen Anwendungen zu ermöglichen. Dabei sollte die Logik immer sein:

 Welche Ziele verfolge ich?  Welche Anwendung unterstützt mich bei der Zielerreichung?  Welchen Modellinhalt benötige ich wann und in welcher Tiefe, um die jeweilige Anwendung durchführen zu können?

LPH Vorplanung Entwurfsplanung usw.

LOG/LOILOGLOILOGLOI
ObjektBauteilgruppe 1100 Ka0 nn abweichen300200
nn
Bauteilgruppe 2100200400

Grundlage 4:

Die Anwendung von LOG/LOI ist disziplinbezogen, da die gleichzeitige Bearbeitung der verschiedenen Fachmodelle unterschiedliche Entwicklungen in den verschiedenen Disziplinen ermöglicht. Dies entspricht der herkömmlichen Praxis, bei der der Objektplaner bereits Kubaturen erstellt, während die Gebäudetechniker noch in der Konzeptphase arbeiten. Sowohl der grafische als auch der inhaltliche Fortschritt können von Phase zu Phase sprunghaft ansteigen.

LPH Vorplanung Entwurfsplanung usw.

LOG/LOILOGLOILOGLOI
ObjektHülle100100300200
Tragwerk10001000
TGA00200200

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Grundlage 5:

LOD bedeutet, dass der Modellfortschritt in Bezug auf LOG und LOI aufeinander aufbaut. Das heißt, dass das Level 100 nicht durch das Level 200 ersetzt wird, sondern dass das Level 200 die bereits vorhandenen Informationen in LOG bzw. LOI 100 ergänzt. Dies ist besonders wichtig, da bestimmte Anwendungen nur mit groben Modellen effektiv arbeiten können. So ist beispielsweise für eine Energiesimulation eine raumscharfe Kubatur mit prozentualen Öffnungsangaben völlig ausreichend. Diese Informationen müssen auch in späteren Phasen, wenn Fenster mit allen Details vorhanden sind, weiterhin verfügbar sein.

LPH 2 3 5 8

Informationsdichte in Bezug zum Projektfortschritt

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5 Anwendung und die dafür relevanten Informationen

Die LOIN für BIM Projekte im Hochbau für Landesbaumaßnahmen ist eine Richtlinie für das gesamte Projektteam. Sie ist auf die einzelnen Projektvoraussetzungen anzuwenden.

Damit die vorliegende LOIN an den jeweiligen Bauteilen anzuwenden ist, müssen vorab einige Dinge festgelegt werden:

 das entsprechende Bauteil  die spezifische geforderte Information  die entsprechende Geometrieausprägung

Dies muss zu den entsprechenden Zeitpunkten definiert werden.

Folgende Anwendungen benötigen jeweils spezifische Informationen:

 Qualitätskontrolle  Raumbuch  Mengenermittlung  Kostenplanung  Ausschreibung  Ablauf- und Zeitplanung  Energiebedarfsermittlung (Simulation, Analyse)

Für Anwendungen erforderliche Informationen:

Übergeordnete Projektdaten Projektinformationen und Metadaten Projektdaten aus AIA übernehmen

 Gebäudeart, Projektnummer etc.  Projektstandort, Liegenschaftsnummer  Sicherheitsrelevante Aspekte: Brandschutz, Zugang etc.  MAVIS Daten  Nutzer  … Geometriedaten Geometrie der BIM Bauteile  Angaben zu Abmessungen: Länge, Breite, Höhe, Volumen, etc.  Anwendung: Mengenermittlung Kosten Ausschreibung

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Spezifikationsdaten Spezifikationen  Angaben über die Leistungswerte des Objekts bzw. Bauteils, spezifische Merkmale  Grundlage für die Ausschreibung  Anwendung: Ausschreibung, Mengenermittlung Kostendaten Angaben zu Kosten nach DIN 276, später genaue Bemusterung der Bauteile  Initialkosten, Stückkosten, weiterführende Kosten wie Logistik, Unterhalt, bis hin zum Betrieb  Anwendung: Kostenplanung, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Lebenszykluskosten (d.h. bis in den Betrieb) Energiedaten Angaben zu den Energiewerten des Bauteils  U-Wert, Lambda-Wert, Licht- und Temperaturabsorption etc.  Anwendung: Energiebedarfsrechnung, Energiesimulation und - analyse Baurechtsdaten Baurechtliche Rahmenbedingungen  Anwendung: Prüfung baurechtlicher Zulässigkeit wie z.B. Abstandsflächen, Gebäudeklasse,… Sicherheitsdaten Sicherheitsregelungen und –bestimmungen  Angaben zu sicherheitsrelevanten Aspekten: Brandschutz, Hygienevorschriften, Luftversorgung, Zugang, Erdbebenrisiko etc.  Anwendung: Auslegung und Kontrolle der sicherheitsrelevanten Einrichtungen Nachhaltigkeitsdaten Nachhaltigkeitsanforderungen  Angaben zu Aspekten der Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsstandards, Labels, Grenzwerte, Zertifikate etc. Termindaten Phasen, Termine und Abschnitte  Anwendung: Ablauf-, Terminplanung Logistikdaten Baulogistik und Bauablauf  Anwendung: Simulation und Optimierung Bauablauf, Lieferung und Bereitstellung Facilitydaten Anlage- und betriebsrelevante Werte  Angaben zu den betrieblich relevanten Aspekten und Standards  Richtwerte und Größen wie Grenzwerte, Lebenszyklen, Investitionen und Unterhalt etc.  Anwendung: Simulation für Nutzung und Betrieb, Lebenszyklus

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6 Aufbau der Definitionen am Beispiel Hochbau

Die folgenden Abstufungen dienen lediglich als Beispiele und stellen eine hilfreiche Vereinfachung der Darstellung dar, die von den Beteiligten projektspezifisch abgestimmt werden muss. Diese Vereinfachung sollte jedoch keinesfalls als Grundlage für die Vereinbarungen zwischen den Beteiligten herangezogen werden. Vielmehr ist die Ableitung des Informationsbedarfs aus den Liefergegenständen die entscheidende Grundlage.

Grundlage für die nachfolgenden Darstellungen:

  1. Die Informationstiefe in den Abstufungen 100 bis 500
  2. Beispielhafte Bauteilstruktur
  3. Beispielhafte Geometrie

Zur Erinnerung: Diese LOIN ist allgemeingültig und hat keine spezifischen Anpassungen.

Die Informationen in den Tabellen werden um die im Basis Katalog enthaltene Attribute in Zukunft ergänzt. Sie sind nicht auf ein spezifisches Projekt und die damit verbundenen Anforderungen und Anwendungen bezogen. Sie dienen lediglich als beispielhafte Darstellung. Das Ziel ist es, die verschiedenen Level verständlich zu erklären. Die Beteiligten aus den unterschiedlichen Disziplinen sollen in der Lage sein, den Fortschritt der Modellinformationen nachzuvollziehen und zu erkennen, in welchem Stadium welche Stufe (bzw. welcher Fertigstellungsgrad) erforderlich ist.

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100 200 300 400 500 Raum

LOG

LOI Gebäudevolumen Teilvolumen, Einzelräume schematisch Einzelräume Gebäudeteile

Wandkonstruktion - Ortbeton | 330 Wandkonstruktion, Ergänzende Leistungen zu Konstruktion

LOG

LOI Grundmaße B/H/T und Öffnungen B/H/T und Öffnungen Aussparungen, Einbauten Bewehrung, Stahleinlagen schematisch exakt

Fenster | 334 Element in Außenwand | Fenster

LOG

LOI Gesamtfläche Grundform Systemaufbau Anschlüsse Befestigungen Gliederung Detailaufbau

Lüftungskanal | 430 Lufttechnische Anlage | Luftverteilung

LOG

LOI Stichlinienmodell 3D Leitungen schematisch Leitungen exakt, Leitungsverkleidung Befestigungen (Systemlinien) Anschlüsse Abschottungen Wartungsbereiche

Leuchte | 440 Elektroanlage | Installation Starkstrom

LOG

LOI Gesamtfläche Grundform Systemaufbau Anschlüsse Befestigungen Gliederung Detailaufbau

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In LOG Dokumenten dienen zahlreiche kleine Orientierungsgrafiken dazu, die geometrischen Ausprägungen zu verschiedenen Zeitpunkten in den Projekten zu veranschaulichen. In der praktischen Umsetzung werden jedoch überwiegend softwarespezifische Bibliotheken genutzt, die nur eine geringe oder keine direkte Verbindung zu diesen Grafiken haben.

Die geometrische Detaillierung der Bauteile erfolgt derzeit überwiegend in den etablierten Maßstäben 1:200 bis 1:50, was in der Regel auch in BIM-Anwendungen für eine hinreichende Darstellung der Geometrie genügt.

Bei detaillierten Bibliotheksbauteilen stellt häufig weniger die geometrische Komplexität als vielmehr die Datenmenge eine Herausforderung dar. Diese kann die Performance und Effizienz von BIM-Projekten erheblich beeinflussen und wird daher durch das BIM-Management gezielt überwacht und gesteuert, um eine ausgewogene Balance zwischen Detaillierungsgrad und Datenlast zu gewährleisten.

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