Anlage 3 Aufgabenbeschreibung.pdf

Objektplanung für die denkmalgerechte Sanierung der Alten Münze in Berlin

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 14.09.2026, 16:50 (Europe/Berlin)

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Alte Münze – Molkenmarkt 2, Am Krögel 2

10179 Berlin

Aufgabenbeschreibung

Planungsleistungen: Objektplanung

Baumaßnahme: Sanierung und Herrichtung der Alten Münze

Auftragsnummer: B17063-80015000-004-731-01

Abb. 1 - Luftbild -Alte Münze (Quelle: Orthophoto aus dem Geoportal Berlin)

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  1. Objektdaten

1.1 Allgemeine Standortbeschreibung

Die „Alte Münze“ in Berlin umschließt im heutigen Bestand als Karree den Molkenmarkt/ Mühlendamm, die Stralauer Straße, die wiedererrichtete Straße Am Krögel, die Jüdenstraße und das Rolandufer. Die Gebäude wurden im Wesentlichen in den Jahren 1935-42 auf den Fundamenten des mittelalterli- chen Krögel-Viertels von Alt-Berlin errichtet. Das Palais Schwerin (um 1704) wurde in dieser Zeit unter Beibehaltung der historischen Frontfassade komplett entkernt, überformt und um zwei Seitenanbauten erweitert. Angrenzend an das erweiterte Palais Schwerin erhielt der Bauabschnitt „Mühlendamm 1“ als Schmu- ckelement eine Kopie des von Johann Gottfried Schadow für die Alte Münze am Werderschen Markt geschaffenen Frieses.

Abb. 2: Errichtung der Münze – hier mit Palais Schwerin, Mühlendamm um 1938 (Quelle: Landesarchiv Berlin)

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1.2 Übersicht Grundstück und Gebäude

Bild 3 & 4: Verortung der Gebäude und Gebäudeteile (Quelle BIM Archiv)

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Grundstück

Das Grundstück mit einer Fläche von 8.492 m² und den Adressen Molkenmarkt 2 und Am Krögel 2 be- findet sich gemäß Karte der Liegenschaften vom 23.08.2016 auf dem Flurstück 387. Das Grundstück ist im Norden über eine Durchfahrt in Haus 1 und im Osten über eine Hofeinfahrt zugänglich.

Gebäude

Die Gebäude der Alten Münze, errichtet in den Jahren 1935 – 1942 im neo klassizistischen Stil, umfas- sen das Haus 1 und das Haus 2 einem ehemaligen Wohngebäude (Direktorenhaus), das Haus 3, ein ehemaliges Werksgebäude und das Haus 4 dem ehemaligen Münz-Produktionsgebäude mit seinen prägnanten drei großen Schornsteinanlagen im Inneren der Liegenschaft. Dazu gehören ferner ein alle Gebäude verbindender Hofkeller sowie unterschiedlich geprägte Freiräume zwischen den Gebäuden. Haus 1 und Haus 2 waren, neben dem Zugang über den Innenhof, auch über die öffentlichen Straßen erschlossen, während die Häuser 3 und 4 nur über den Innenhof betreten werden konnten. Seit 2009 sind die Häuser 1 und 2 an Zwischennutzende und die Häuser 3, 4 und Teile des Hofkellers an die Spreewerkstätten GmbH vermietet. Weitere Angaben zu den Gebäuden können Anlage 3.1.1 bis 3.1.4 entnommen werden.

Das Palais Schwerin am Mühlendamm wird als Bürogebäude durch die BImA u.a. durch das Deutsch- Französische Jugendwerk genutzt. Das Gebäude befindet sich im Bundesvermögen und ist nicht Teil der Maßnahme.

Nachbarbebauung

Der nördlich direkt an das Grundstück angrenzende Neubau (Langhoff Architekten) wird durch die Ber- liner Wasserbetriebe (BWB) als Bürogebäude genutzt. Der östliche Neubau an der Straße Am Krögel wird ebenfalls durch die BWB als Büro- und Wohngebäude genutzt. Die Wohnungen befinden sich im südlichen Teil des Blocks. Ebenfalls befinden sich Wohnungen in dem Büro- und Geschäftsgebäude des angrenzenden Neubaus Jüdenstraße. Auch dieses Gebäude durch die BWB genutzt. Im Norden grenzt das Grundstück an das unter Denkmalschutz stehende Rolandufer an der Spree.

Denkmalschutz

Die Gebäude der Alten Münze mit der Adresse Molkenmarkt 2 gehören zum Ensemble Stralauer Straße und werden unter der Nummer 09020052 in der Denkmalliste Berlin geführt.

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  1. Projektziel

2.1 Zielsetzung Gesamtmaßnahme

Ziel der Maßnahme ist die nachhaltige und zukunftssichere Instandsetzung der Alten Münze unter Be- rücksichtigung der denkmalpflegerischen Anforderungen, sowie die Sicherstellung der Strom- und Wärnmeversorgung des Standortes. Durch die Sanierung der Dach-, Fassaden- und Fensterbereiche sowie die Erneuerung der technischen Infrastruktur sollen die bauliche Substanz gesichert, bestehende Schäden beseitigt und die langfristige Nutzbarkeit der Gebäude gewährleistet werden. Darüber hinaus sollen die Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebssicherheit, zur Reduzierung des Instandhaltungsaufwands sowie zur Schaffung einer verlässlichen Grundlage für die zukünftige Nutzung und Entwicklung des Standortes beitragen. Sämtliche Arbeiten sind unter Wahrung der denkmalge- schützten Bausubstanz auszuführen. Die Sanierungsarbeiten sollen unter laufendem Betrieb stattfinden. Die Belange der Mieter und Nutzer sowie die brandschutztechnischen Erfordernisse sind zu berücksich- tigen.

2.2 Zielsetzung – Hofkeller/Keller

Ziel der Maßnahme ist die nachhaltige Instandsetzung und Abdichtung der Hofkeller- und Kellerberei- che zur Sicherstellung der langfristigen Gebrauchstauglichkeit und zum Schutz der historischen Bau- substanz. Hierzu werden die Deckenflächen saniert, Abdichtungen erneuert sowie erforderliche Wand- abdichtungen zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden ausgeführt. Diese Arbeiten werden aufgrund der zu erhaltenden Zuwegungen und Feuerwehrflächen in Bauabschnitten erfolgen müssen. Ergänzend werden die notwendigen technischen Voraussetzungen durch die Herstellung der Hausan- schlüsse für Elektro und Wärme sowie den Einbau einer Lüftungs- bzw. Entrauchungsanlage geschaffen. Ziel ist die Sicherung der Bausubstanz, die Verbesserung des Feuchteschutzes sowie die Schaffung ei- ner belastbaren Grundlage für die zukünftige Nutzung der Keller- und Hofbereiche unter Berücksichti- gung der denkmalpflegerischen Anforderungen. Große Teile der Hofkellerdecken und einzelne Bereiche der Decke über dem 1. UG in Haus 4 sind als nicht tragfähig und teilweise einsturzgefährdet eingestuft. Für eine Nutzung der Hofkellerräume ist eine Komplettsanierung der Tragstruktur in Baubschnitten notwendig. Alternativ kann die Decke abgetragen und erneuert werden. Beide Maßnahmen werden in Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit im Zuge der Erarbeitung LP1 bis 2 verglichen. Nicht sanierbare Bereiche können ggf. verfüllt und lagenweise verdichtet werden. Das Potential von verfüllten Bereichen für eine teilweise Begrünung des Hofes ist zu prüfen.

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  1. Maßnahmebeschreibung und Leistungsumfang

3.1 Maßnahmen Hochbau Gebäude 1 bis 4 und Hofkeller

 Instandsetzung/Reparatur und Sicherung der Dachflächen einschließlich Dachentwässerung (keine energetische Sanierung)  Instandsetzung/Reparatur der denkmalgeschützten Fassaden (keine energetische Sanierung)  Instandsetzung/Reparatur und Überarbeitung von Fenstern, Außentüren und Toranlagen  Instandsetzung von Schornsteinen, Gesimsen, Sandsteinelementen und sonstigen Fassadende- tails  Beseitigung von Feuchteschäden und Schäden an der Gebäudehülle  Erarbeiten eines Sanierungskonzeptes für die Hofkellerdecke/Hofkellerbereiche inkl. Koordina- tion der erforderlichen Gutachterleistungen (Bauphysik, Statik)  Sanierung und Abdichtung der Hofkellerkonstruktionen  Statische Ertüchtigung der Hofkellerkonstruktionen, ggf. Verfüllen  Instandsetzung der Hofflächen einschließlich denkmalgeschützter Beläge  Ertüchtigung/Reparatur baulicher Anlagen im Innenhof (Vordächer, Anbauten, Kranbahn, Über- dachungen)  Maßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und dauerhaften Bestandssicherung  Berücksichtigung der denkmalrechtlichen Anforderungen bei allen Maßnahmen  Abstimmung der Schnittstellen mit Mietern und Nachbarn  Berücksichtigung der Mieterbelange, der Zuwegungen und FW-Flächen

3.2 Maßnahmen Technische Gebäudeausrüstung

 Prüfen der Erfordernis des Weiterbetriebes des Bestandstrafos am Standort  Bestandserfassung Strom- und Wärmeversorgung  Erarbeiten eines bedarfsgerechten zukunftssicheren Konzeptes für die Stromversorgung am Standort  Erneuerung bzw. Herstellung der elektrischen Hausanschlüsse und Niederspannungshauptver- teilungen, ggf. Verlegen des Trafohauses  Erarbeiten eines bedarfsgerechten und zukunftsicheren Konzeptes für die Wärmeversorgung der Gebäude 1 und 2 in Abstimmung mit dem Mieter Spreewerkstätten GmbH, der für die Wär- meversorgung von Haus 3 und 4 verantwortlich ist  Herstellung einer zentralen oder dezentralen Wärmeversorgung einschließlich Hausanschluss  Prüfung und bedarfsgerechte Erneuerung der Blitzschutzanlagen  Ertüchtigung und Ergänzung der Außen- und Fassadenbeleuchtung  Erneuerung der Entwässerungsleitungen im Bereich der Hofkeller und Hofflächen  Herstellung von Lüftungs- und Entrauchungsanlagen für die Hofkellerbereiche  Vorbereitung der technischen Infrastruktur für zukünftige Nutzungen  Abstimmung aller Maßnahmen mit den Anforderungen des Denkmal- und Bestandsschutzes  Abstimmung der Schnittstellen mit Mietern und Nachbarn  Berücksichtigung der Mieterbelange, der Zuwegungen und FW-Flächen

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3.3 Kostenrahmen

Die anrechenbaren Kosten für o. g. Maßnahmen sind anhand der beigefügten Unterlagen zu ermitteln und dem Honorarangebot beizufügen. Die hier als Kostenrahmen genannten Kosten basieren auf einer Grobkostenschätzung. Sie sind zu plausibilisieren. Falls der Bieter die Kosten abweichend einschätzt, ist dies anzugeben und zu begrün- den.

KostengruppeKosten Brutto in €
Haus 1Haus 2Haus 3Haus 4Hofkeller
KG 300 Baukonstruktion208.305759.4751.814.2601.879.8506.747.837
Summe KG 30011.409.727
KG 400 Erschließung Strom761.000
KG 400 Erschließung Wärme995.000
KG 400 Lüftungsanlage HK----741.200
KG 400 Regen- entwässerung HK----170.955
Summe KG 4002.668.155

3.4 Leistungen

Ausgeschrieben werden die Leistungen gemäß HOAI § 34, Leistungsphase 1-9. Zunächst werden im Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens die Leistungsphasen 1-4 beauftragt. Die stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen 5 bis 9 wird vorbehalten. Ein Anspruch auf die Beauftra- gung aller Leistungsphasen besteht nicht. Mit der Objektplanung sind die Leistungen eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators als besondere Leistung mit anzubieten. Die Erstellung des Brandschutzkonzeptes wird separat beauftragt. Weitere Gutachterleistungen wie Tragwerksplanung, Schadstoffuntersuchungen, Bauphysik etc. werden ebenfalls separat beauftragt. Die übergeordnete Koordination aller Maßnahmen obliegt dem Objektplaner. Das Projekthandbuch Anlage 4 ist als Vertragsbestandteil zu berücksichtigen.

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3.5 Rahmenbedingungen am Standort

Im Rahmen des Projekts sind umfassende Abstimmungen mit sämtlichen relevanten Stakeholdern durchzuführen. Hierzu zählen insbesondere die Mieter Spreewerkstätten GmbH, die Nachbarn BImA sowie weitere angrenzende Nachbarschaften. Die Koordination hat unter Einbeziehung aller beteiligten Planer sowie der betroffenen Nutzer, Nachbarn und des Bauherren zu erfolgen. Koordination der an die Mieterbaumaßnahme angrenzenden Baumaßnahmen der BImA sowie Abstimmung sämtlicher terminli- cher, organisatorischer und baulicher Schnittstellen zur Sicherstellung eines störungsfreien Projektablaufs.

Die geplanten Maßnahmen sind abzustimmen und zu koordinieren. Maßgeblich zu berücksichtigen sind örtliche Restriktionen, bestehende Nutzungen, festgelegte Abläufe sowie die Anforderungen an Sicher- heit, Zugänglichkeit und Arbeitsschutz. Der Umgang mit vorhandenen Bestandsstrukturen und deren Erhaltungszustand ist ebenso Bestandteil der Betrachtung. Der Flucht- und Rettungsverkehr sowie der Anlieferverkehr sind während aller Bauphasen und in allen Bauabschnitten vollständig und dauerhaft zu sichern.

3.6 Baulogistik/Bauabschnittsplanung

Die Baulogistik/Bauabschnittsplanung/Bauablaufplanung ist im Rahmen der LP 1-2 frühzeitig durch den Objektplaner mit Unterstützung der Fachplaner standortbezogen zu planen. Grundlage hierfür bil- den die bestehenden räumlichen und funktionalen Rahmenbedingungen des Areals, die Feuerwehrzu- wegungen und Rettungswege sowie das zu erarbeitende Sanierungskonzept für die Hofkellerbereiche. Die Baulogistik umfasst insbesondere die Einrichtung und Strukturierung der Baustelleneinrichtung, die Definition von Transport- und Anlieferungswegen, die Bereitstellung von Lager- und Zwischenflächen sowie die Festlegung der erforderlichen Sicherheits- und Verkehrsführungsmaßnahmen. Bei der Planung der Bauabschnitte für die Sanierung der Hofkellerdecke sind die Baukonstruktion der Kellergeschosse, die Gerüststellflächen für die Arbeiten an Haus 1-4 sowie die Rettungs-, Feuerwehr- und Anlieferwege zu berücksichtigen. Wesentliche Anforderungen sind dabei:  Abstimmung mit sämtlichen betroffenen Stakeholdern, Behörden und Nachbarschaften,  Koordination von Abhängigkeiten zu weiteren Projektabschnitten und baulichen Maßnahmen  Berücksichtigung von statischen Zwischenzuständen im Zuge der Hofkellersanierung Die Baulogistik/Bauabschnittplanung ist als integraler Bestandteil der Gesamtprojektplanung zu ver- stehen und dient der Gewährleistung eines reibungslosen, sicheren und effizienten Bauablaufs.

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  1. Anlagen zur Angebotserstellung

 Anlage 3.1 Lageplan.pdf  Anlage 3.1.1 Zeichnungen Haus 1.pdf  Anlage 3.1.2 Zeichnungen Haus 2.pdf  Anlage 3.1.3 Zeichnungen Haus 3.pdf  Anlage 3.1.4 Zeichnungen Haus 4.pdf  Anlage 3.1.5 GR_KG_Gesamt  Anlage 3.2 Gebäudeuebersicht  Anlage 3.2.1 160831_Wasserbelastung KG.pdf  Anlage 3.2.2 140305 Gutachten KG Muenze.pdf  Anlage 3.2.3 Alte Münze_Stellungnahme Begutachtung KG.pdf  Anlage 3.2.4 181113_Muenze Gutachten Hofkeller.pdf  Anlage 3.3.1 200331 Denkmalpflegeplan.pdf  Anlage 3.3.2 Denkmalpflegeplan Fotorecherche.pdf  Anlage 3.3.3 Denkmalpflegeplan Fassadenbuch.pdf  Anlage 3.3.4 Denkmalpflegeplan Fensterkatalog.pdf  Anlage 3.4.1 AM Schadstoffgutachten 230418.pdf

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