Leistungsbeschreibung Zyklotron_final.pdf

Neubau eines Zyklotrongebäudes für die Nuklearmedizin

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 13.09.2026, 16:21 (Europe/Berlin)

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2026-00631- 3.BA Heißlabor Zyklotron: Generalübernehmerleistungen

Leistungsbeschreibung und Wertungskriterien

Sehr geehrte Damen und Herren,

die hier vorliegende Unterlage enthält die zusammenfassende Beschreibung des Bauvorhabens

sowie Einzelheiten der Durchführung des Verfahrens sowie der Angebotswertung.

Angaben zum Verfahren:

Verfahrensart: Offenes Verfahren

Art des Auftrages: Generalübernehmerleistungen für den Bau eines 3. Bauabschnittes der Radiopharmazie: Zyklotron

Auftraggeber: Medizinische Universität Lausitz - Carl-Thiem Thiemstraße 111 03048 Cottbus

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INHALTSVERZEICHNIS

I. Angaben zum Auftrag ........................................................................................................................... 3

  1. Auftraggeber ..................................................................................................................................... 3

  2. Ausgangsituation und Zweck ............................................................................................................ 3

  3. Auftragsgegenstand und Anforderungen ......................................................................................... 4

  4. Umsetzung und Baustellenlogistik .................................................................................................... 9

  5. Ausführungszeitraum ...................................................................................................................... 10

II. Angaben zum Verfahren ..................................................................................................................... 11

  1. Vergabeverfahren ........................................................................................................................... 11

  2. Vergabe in Losen ............................................................................................................................ 11

  3. Vergütung der Angebote ................................................................................................................ 11

  4. Änderungen/Ergänzungen der Vergabeunterlagen ........................................................................ 11

  5. Kontaktstelle für Auskünfte ............................................................................................................ 11

  6. Form und Frist für die Angebote .................................................................................................... 11

  7. Inhalt der Angebote ........................................................................................................................ 12

  8. Nebenangebote .............................................................................................................................. 12

  9. Vertraulichkeit der Informationen und Verfahrensintegrität .......................................................... 12

  10. Angebotspräsentation / Bietergespräch ......................................................................................... 12

  11. Prüfung der Angebote .................................................................................................................... 13

  12. Benachrichtigung und Zuschlagserteilung ...................................................................................... 18

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I. Angaben zum Auftrag

  1. Auftraggeber

Medizinische Universität Lausitz - Carl-Thiem (MUL-CT)

Thiemstraße 111

03048 Cottbus

  1. Ausgangsituation und Zweck

Die bestehende Nuklearmedizinische Klinik der MUL-CT soll für die Herstellung von

Radiopharmazeutika zum diagnostischen und therapeutischen Einsatz erweitert werden.

Sowohl für die erlaubnisfreie Herstellung von diagnostischen Tracern als auch für

Radiotherapeutika gelten die Kriterien der Good Manufacturing Practice (GMP) in der

jeweils geltenden Ausführung: Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe

und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen.

GMP-konforme kommerzielle Kitsysteme unterliegen zunehmend Schwankungen in der

Verfügbarkeit. Insbesondere in den Jahren während und unmittelbar nach der Corona-

Pandemie war die Verfügbarkeit von Radiodiagnostika und Radiotherapeutika deutlich

eingeschränkt sowie phasenweise rationiert.

Inhalt des Auftrages ist der Neubau des nuklearmedizinischen Laborbereiches

für die künftige GMP-konforme Eigenherstellung von Radiopharmaka; hier ein 3.

Bauabschnitt – Zyklotron und dessen vollständige Anbindung an den bisherigen

zweiten BA.

Mit Gründung der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem soll das medizinische

Angebot zur Behandlung von Patienten erweitert werden. Dazu wird seit Herbst 2024

bereits der 2. Bauabschnitt – Heißlabor – errichtet. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme

sind für Q I/2027 vorgesehen. Im Zuge der Planung des 2. BA wurde bereits die

Möglichkeit der Eigenherstellung von radiopharmazeutischen Produkten mittels Zyklotron

berücksichtigt und ausgeplant. Nach Durchführung von Wirtschaftlichkeitsberechnungen

hat der Vorstand der Errichtung des 3. BA – Zyklotron – zugestimmt.

Mithin soll anschließend an die Bauphase des 2. BA nunmehr auch der 3. BA zeitnah folgen.

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  1. Auftragsgegenstand und Anforderungen

Auftragsgegenstand ist hier der dritte Bauabschnitt – Errichtung und Beschaffung

eines Zyklotrons, schlüsselfertig und radiopharmazeutisch vollumfänglich

angebunden an das Heißlabor.

Dazu ist in örtlicher Nähe zum zweiten Bauabschnitt ein Zyklotrongebäude zu errichten,

auszustatten und voll funktionsfähig, insbesondere hinsichtlich der Synthese und der

Distribution der Radionuklide, an den zweiten Bauabschnitt anzuschließen. Gegenstand der

Leistung ist ferner die GMP-Zertifizierung des inbetriebnahmefähigen Bauwerks inkl. der

fortlaufenden GMP Dokumentation in Konkordanz zur Dokumentation des BA 2 während

der Baudurchführung. Ziel ist es hierbei, eine vollumfängliche GMP-Zertifizierung der

Gesamteinheit Radiopharmazie zu erzielen.

Die Leistung ist als Generalunternehmerleistung mit Planungsanteil (LP 5) durchzuführen.

Abbildung 1: Lage der Baustelle auf dem Gelände (Innenhof Haus 3 und 5):

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geplantes

Zyklotrongebäude

Abbildung 2: Baustelle Innenhof Errichtung BA 2 und Darstellung Baubereich Zyklotrongebäude

Der vorgesehene Bau im Innenhofbereich ist erforderlich, da die Bestandsbauten die Lasten

nicht aufnehmen können und in naher Lage zum Heißlabor keine anderen Flächen

verfügbar sind.

Zwangspunkte der Aufgabenstellung:

  1. Der Bau / Umbau ist im laufenden Patientenbetrieb durchzuführen. Der

Patientenbetrieb sowie die Funktion der im BA2 errichteten Radiopharmazie sollen

durch den Bau in keiner Weise eingeschränkt werden. Falls dazu eine Genehmigung

des LAVG nötig ist, ist diese einzuholen. Der AG unterstützt hier den AN.

  1. Durch den AN ist der GMP-konforme Bau als auch die Abnahme und Zertifizierung

nach GMP durchzuführen.

  1. Zum Zeitpunkt der Bauausführung ist der Bauabschnitt 2 des Heißlabors als

fertiggestellt anzusehen und bereits in Benutzung. Teile der Ausstattung und der

Bauleistung sind im fertigen Bestand auszuführen (z.B. Einbau Forschungszelle).

Der Mehraufwand zur Koordinierung und Abstimmung mit der Patientenversorgung

ist Bestandteil des Leistungsumfangs. Seite 5 von 18

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  1. Die Baustelle im Innenhof ist zum Jahresende 2026 beräumt und für den 3. BA

nutzbar.

  1. Die Bauantragsunterlagen sind vorbereitet und in den Vergabeunterlagen enthalten;

der Bauantrag ist im Juli 2026 an die Bauaufsichtsbehörde übermittelt. Mit der

Baugenehmigung wird spätestens zum Ende des Jahres 2026 gerechnet.

Herstellungsablauf Radionuklide

Die Isotope C-11 (gasförmig) und F-18 (flüssig) werden direkt vom Zyklotron (3. BA) zu

den Synthesekammern der Heißzellen geleitet. Die Isotope Ga-68, Cu-64 und Zr-89 (fest)

werden über Coin-Shuttle vom Zyklotron in die Heißzelle des Zyklotronbunkers geleitet und

dort am Synthesemodul (FastLAB) gereinigt. Das gereinigte Radionuklid wird über eine

Targetleitung in die Heißzellen der Radiopharmazie (BA 2) transportiert. Der Ablauf ist

komplett remotefähig.

Ausstattung und Anforderungen

Die Details zu Ausführung und Ausstattung sind in den beigefügten Planungsunterlagen zu

entnehmen. Nachfolgend werden die wesentlichen Leitungsbestandteile zusammenfassend

dargestellt.

  1. Zyklotrongebäude mit Steuerraum inklusive aller gesetzlich und regulatorisch

notwendigen Sicherheits-, Warn- und Monitoringeinrichtungen, insbesondere  Radioaktivitätsüberwachung (Orts-Dosis-Leistung),  Brandmeldeanlage (Erweiterung auf BA3),  Blitzschutz, Erdung Bodenplatte,  Interlocksystem (Signalabgleich Heißzellen/Zyklotron zum Zyklotronstart),  zzgl. Zutrittsbeschränkungen in Abstimmung mit dem AG und auf Basis dessen

Schließsystems (Salto),  zzgl. Einbruchschutz

  1. GE-Zyklotron Mini Trace neueste Bauart vollständig von einem Anbieter  mit Solid-Target-System zur Herstellung von Ga-68, Cu-64, Zr-89 (Zr-89 nur im

Umfang, wie es die vorliegende Strahlenschutzberechnung erlaubt) sowie  C-11, F-18 (ohne Solid-Target-System)

  1. Festkörpertarget-System inklusive Transportmodul vom gleichen Anbieter wie das

Zyklotron für Coin-Shuttle-Transfer zur Doppel-Heißzelle im Zyklotronbunker (Ga-68,

Cu-64, Zr-89) sowie Aufreinigungsmodul (Fastlab2) in der Doppelheißzelle

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  1. Leitungsführung komplett (1.-3. BA für die Integration Zyklotron in die Anlage),

insbesondere  baulich notwendige Leitungslängen sind zu beachten ohne Einschränkung in

Qualität und Ausbeute der Zyklotronprodukte  von Zyklotron zu den Heißzellen im Zyklotronbunker sowie zu den Bereichen

Diagnostik, Therapie (2. BA) und Forschung (1. BA)  von der Heißzelle im Zyklotronbunker (3. BA) zu den Heißzellen der Bereiche

Diagnostik, Therapie (2. BA) und Forschung (1. BA)  Transfer und Verteilung der Radiometalle an produktberührenden Stellen

metallfrei  Leitungen revisionierbar in definierten Bereichen

  1. Transfersystem für Radiometalle vom Zyklotron zu den Heißzellen der

Radiopharmazie und des Forschungsbereichs sowie des Kapillar- und Pumpsystems

nach Auflösung der Coins

  1. Heißzelle zur Aufreinigung (3. BA)  Doppelzelle, mind. 100 mm bleigeschirmt  mit Säureschutzbeschichtung in korrosionsgefährdeten Kammern  inkl. Müllkonzept für Einwegkasetten und Flüssigabfall zur maximalen

Minimierung der Strahlenbelastung der Nutzer, zur Minimierung von

Stillstandszeiten (aufgrund Zwischenreinigung) und Maximierung der Auslastung

der Heißzelle

  1. Tisch mit Bleiburg im Zyklotronbunker als Arbeitsfläche für Reinigung radioaktiver

Gegenstände (z.B. Targets)

  1. Verpressungsanlage (3. BA)  ausgelegt für 5 Heißzellen (Anzahl der Tanks nicht relevant)

  2. Abklingboxen zur Lagerung (Bleischrank)

  3. Heißzelle zur Forschung (Einbau und Anschluss im BA 1)  mit Säureschutzbeschichtung  Anschluss an Zyklotron  geeignet für weitere Nuklide, die mit Nutzer abgestimmt werden müssen  Ausstattung in Absprache mit Nutzer  mit Synthesemodul Fastlab2 und Aufnahmemöglichkeit für einen Gallium-

Generator der Firma Eckert+Ziegler  inkl. Leitungsverlegung / Anschluss

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Das konkrete Produkt der Forschungszelle ist seitens MUL-CT nicht vorgegeben.

Planungsgegenstand ist Modell Trasis; im BA 2 werden Modelle von TEMA genutzt.

Modellauswahl unter Berücksichtigung unterschiedlicher Wartungsverträge,

Verbrauchsmaterial etc. Der Nutzer bevorzugt Tema als Forschungszelle zur

Wahrung der Herstellerkonformität aller Zellen.

  1. Karl100 (mobiles Gerät)

  2. Ergänzung Qualitätskontrolle (QK) um Laborabzug (2. BA)

  3. Ergänzung QK durch HPLC oder IC für FDG Analyse (2. BA)

  4. Ergänzung QK um ein Gamma-Spektrometer (2. BA)

  5. Verbrauchsmaterialien für erstes halbes Jahr  Es werden Beratungstage für die Unterstützung bei der Vorbereitung des

Regelbetriebes / Vorbereitung der Beschaffungslisten, Verbrauchsmaterial

(Menge, Typ) angefragt.

  1. Remote-System/ Clientstation  Clientsystem von GE  3 PCs (1 Diagnostik, 1 Therapie, 1 unklassifizierter Bereich)

  2. Synthesemodul Fastlab2 inkl. HPLC-Modul zur Aufreinigung F18 für Diagnostikzelle

  3. Anbindung aller abgestimmten Lieferbestandteile an vorhandenes

Datenmanagement (PETra, LabLogic)

  1. Qualifizierung (IQ und OQ) für qualifizierungsrelevante Lieferbestandteile; PQ auf

Anfrage des AG zum Tagessatz

  1. sämtlich notwendige IT in Abstimmung mit Nutzer und IT der MUL-CT

  2. Nutzerschulung  bis zu 5 Personen 3 Tage

  3. Serviceschulung  bis zu 5 Personen 2 Wochen

Vor der Auslösung der Bestellung sind die Geräte und deren Spezifikationen mit dem Nutzer

nochmals feinabzustimmen und freizugeben.

Für alle o.g. Aspekte gilt, dass die Ansätze zu prüfen und ggf. durch neue innovative

Konstruktionsmethoden / Ausrüstungsmittel zu verifizieren sind. Die Vorgaben können in

Abstimmung mit dem AG angepasst werden.

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Erstausstattung Verbrauchsmaterial, Wartung und Service

Die Erstausstattung mit Verbrauchsmaterialien wird durch den Einkauf der MUL-CT in

gesonderter Ausschreibung vorgenommen. Durch den AN sind ca. 6 Monate vor

Inbetriebnahme Unterstützungsleistungen als Beratertage zur Aufstellung der

Beschaffungslisten und der Mengen an Verbrauchsmaterialien zu erbringen.

Für den Zyklotron ist ein Vollwartungsvertrag zwingend erforderlich. Zudem muss für das

Gesamtsystem (BA 1-3) eine regelmäßige Rezertifizierung erfolgen. Beide Leistungen

werden nach Fertigstellung an den AN beauftragt. Die konkreten Leistungsumfänge / der

konkrete Wartungsplan können erst nach Fertigstellung der Anlagen festgelegt werden.

Dazu erfolgt

a) eine Abfrage des Ingenieuraufwandes auf der Grundlage von Tagessätzen,

b) für den Zyklotron ist ein indikatives Vollwartungsangebot beizufügen, das nach

Festlegung des Wartungsplans konkretisiert wird.

Der Abruf der vg. Ingenieurleistungen / Tagessätze sowie die Beauftragung des finalen

Wartungsangebotes erfolgen separat.

  1. Umsetzung und Baustellenlogistik

Vorgesehen ist der Neubau eines Zyklotrongebäudes im Innenhof der Gebäudes 3 und 5.

Für die Unterbringung des Zyklotrons und der Heißzellen ist ein eingeschossiges nicht

unterkellertes Gebäude mit einer BGF von 80 m² geplant. Die Gebäudeabmaße betragen

9,21 x 6,99 x 5,80 m (LxBxH). Zu berücksichtigen ist das Tangieren bestehender Gebäude

und technischer Infrastruktur, hier vor allem der medienseitige Anschluss der Versorgung an

den Bestand.

Aufgrund der Lage im Innenhof des Krankenhauskomplexes, ist eine Lösung für das Ein- und

Ausbringen von Geräten und Baumaterial zu suchen. Durch den Krankenhausbetrieb

(Notaufnahme) sind Einschränkungen durch den Vorrang der Patientenversorgung zu

berücksichtigen. Material und Aushub kann nur begrenzt im Innenhof zwischengelagert

werden. Dessen An-bzw. Abtransport muss ggf. unter Berücksichtigung des ärztlichen

Betriebes in Randzeiten verlagert werden. Auch ist der Platz für eine Baustelleneinrichtung

begrenzt. Grundsätzlich sind z.B. die sanitären Einrichtungen des Krankenhauses mit nutzbar Seite 9 von 18

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und müssen nicht separat vorgehalten werden. In Abstimmung mit dem AG kann im

Krankenhaus auch ein Aufenthaltsbereich für die Mitarbeiter bestimmt werden.

Für die Erbringung der erforderlichen Leistung wird von einer gemäß allgemeinen Vorschrift

und Richtlinien schlüsselfertigen Leistung inklusive sämtlicher technischen Anlagen und

Abnahmen ausgegangen, die die notwendigen medizinischen, hygienischen,

brandschutztechnischen, strahlenschutzseitigen, statischen und bauphysikalischen sowie

architektonischen Anforderungen erfüllen. In Mitleidenschaft gezogene Außenanlagen (z.B.

im Innenhof) sind in Abstimmung mit dem AG wiederherzustellen.

  1. Ausführungszeitraum

Der Ausführungszeitraum für die Generalübernehmerleistungen für die Ausführungsplanung

und Bauausführung erstreckt sich von voraussichtlich 01.12.2026 bis 31.07.2028, mithin 20

Monate. Eine Verlängerung aufgrund von Gründen, die der Auftragnehmer nicht zu vertreten

hat, ist vereinbart.

In den Vergabeunterlagen ist ein Masterterminplan des Planers enthalten. Der Bieter hat auf

dieser Grundlage einen eigenen Terminplan mit dem Angebot vorzulegen.

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II. Angaben zum Verfahren

  1. Vergabeverfahren

Als Vergabeverfahren ist das Offene Verfahren (EU-weit) gewählt.

Das Verfahren ist einstufig, d.h. Eignung und Wirtschaftlichkeit werden mit dem Angebot

abgefragt und auf der Grundlage der in der Auftragsbekanntmachung dargestellten

Eignungs- und Wertungskriterien beurteilt. Verhandlungen sind im Offenen Verfahren

unzulässig, d.h. die Angebotsauswahl erfolgt anhand der vorgelegten Unterlagen, ggf.

ergänzt durch Aufklärungsgespräche.

  1. Vergabe in Losen

Eine Vergabe in Losen findet nicht statt.

  1. Vergütung der Angebote

Für die Erstellung der Angebote und der Teilnahme an etwaigen Aufklärungsgesprächen

wird vom Auftraggeber keine Vergütung/ Aufwandsentschädigung gewährt.

Mit Abgabe des Angebots gelten sämtliche Ansprüche des Bieters als abgegolten. Die von

den Unternehmen vorgelegten Unterlagen gehen in das Eigentum des Auftraggebers über.

  1. Änderungen/Ergänzungen der Vergabeunterlagen

Sofern der Auftraggeber während des Vergabeverfahrens Änderungen an den

Vergabeunterlagen vornimmt oder zusätzliche Informationen bereitstellt, wird er diese auf

dem Vergabeportal hochladen. Nur auf dem Vergabemarktplatz Brandenburg registrierte

Bewerber werden hierüber informiert. Nicht registrierten Bewerbern obliegt es, sich

selbstständig in regelmäßigen Abständen auf dem Vergabemarktplatz Brandenburg

entsprechend zu informieren.

  1. Kontaktstelle für Auskünfte

Bieteranfragen sind ausschließlich über den Vergabemarktplatz Brandenburg zu richten. Die

Frist zur Einreichung von Bieterfragen ergibt sich aus der Veröffentlichung.

  1. Form und Frist für die Angebote

Das Angebot ist auf dem elektronischen Weg über den Vergabemarktplatz Brandenburg

einzureichen. Für den ordnungsgemäßen und fristgerechten Eingang sind die Bieter

verantwortlich. Die Frist ergibt sich aus der Veröffentlichung.

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  1. Inhalt der Angebote

Das Angebot in all seinen Bestandteilen ist in deutscher Sprache abzufassen und muss

vollständig sein. Etwaige Änderungen an Eintragungen müssen zweifelsfrei sein. Auf etwa

bestehende Unklarheiten in den Vergabeunterlagen, die Sie bitte sorgfältig prüfen wollen,

haben Sie uns unverzüglich hinzuweisen.

Mit dem Angebot sind die in der Vergabebekanntmachung geforderten Unterlagen

einzureichen.

Die vorliegende Planung ist durch die MUL-CT intensiv begleitet und abgestimmt worden.

Basis der Planung bildet das Mini Trace Zyklotron von GE. Grundsätzlich sind die Bieter frei,

auch alternative Fabrikate anzubieten. Dazu sind durch den Bieter die Auswirkungen auf die

Planung darzustellen und vollständig kostenseitig zu berücksichtigen. In den Lastenheften

hat der Bieter seine Kommentare zu den einzelnen Komponenten einzutragen, so dass eine

Bewertung der Qualitäten der Produktwahl durch den AG möglich wird.

Fehlende oder nicht vollständig ausgefüllte Lastenhefte führen zum Ausschluss des

Angebotes, da die Inhalte leistungsbezogene Angaben sind und nicht nachgefordert werden.

Alle einzureichenden Unterlagen werden Vertragsbestandteil.

Für die Preisabgabe ist das beigefügte Leistungsverzeichnis zu verwenden.

  1. Nebenangebote

Nebenangebote sind nicht zugelassen. Änderungsvorschläge in der Wahl der Ausführung

und/oder der Produkte im Rahmen der Lastenhefte möglich.

  1. Vertraulichkeit der Informationen und Verfahrensintegrität

Diese Vergabeunterlagen einschließlich ihrer Anlagen sowie alle weiteren vom Auftraggeber

zur Verfügung gestellten Informationen im Laufe des Vergabeverfahrens sind vom

Empfänger vertraulich zu behandeln, soweit sie nicht öffentlich zugänglich oder bekannt sind

oder ohne Mitwirkung des Empfängers bekannt werden.

Es ist nicht gestattet, zusätzliche oder vertrauliche Informationen über das Verfahren vom

Auftraggeber oder deren Beratern zu erlangen. Ausgenommen sind Informationen, die

öffentlich zugänglich sind oder allen interessierten Unternehmen/Bietern durch den

Auftraggeber zugänglich gemacht werden.

  1. Angebotspräsentation / Bietergespräch

Eine Angebotspräsentation / ein Bietergespräch ist originär seitens des AG nicht vorgesehen,

da Verhandlungen über Inhalt und Preis im Offenen Verfahren ohnehin ausgeschlossen sind.

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Sofern aus den eingereichten Unterlagen, hier insbesondere aus den Lastenheften nicht

zweifelsfrei erkannt werden kann, welche Qualitäten durch den Bieter zur Anwendung

gelangen sollen, kann ein solches Gespräch i.S. einer Angebotsaufklärung erforderlich sein.

Ein Anspruch auf eine Angebotsaufklärung durch den Bieter ist damit nicht verbunden.

Die Angebotspräsentation kann in Präsenz oder online erfolgen. Eine Vergütung wird hierfür

nicht gewährt. Einen möglichen Termin wird der AG rechtzeitig über den Vergabemarktplatz

bekannt geben.

  1. Prüfung der Angebote

Die Prüfung der Angebote erfolgt in einem dreistufigen Verfahren.

Formalprüfung

Es wird zunächst geprüft, ob die Angebote den formalen Anforderungen des § 53 VgV

genügen, d.h. das Angebot muss in zuschlagsfähiger Form vorliegen. Sofern dies nicht der

Fall ist, kann das Angebot nicht berücksichtigt werden. Der Auftraggeber behält sich jedoch

vor, den betreffenden Bieter unter Einhaltung der Grundsätze der Transparenz und

Gleichbehandlung innerhalb von 6 Kalendertagen aufzufordern, die fehlenden,

unvollständigen oder fehlerhaften Unterlagen nachzureichen. Dies gilt ausschließlich für

unternehmensbezogene Unterlagen. Leistungsbezogene Unterlagen, d.h. Unterlagen nach

denen gewertet wird, dürfen nicht nachgefordert werden.

Eignungsprüfung

Anschließend wird beurteilt, ob der Bieter nach den vorgelegten Erklärungen und Nachweisen

grundsätzlich geeignet ist, die in Rede stehenden Leistungen ordnungsgemäß zu erbringen.

Dabei kommen objektive Auswahlkriterien zur Anwendung, die nachfolgend aufgetragen sind

(vgl. auch Bekanntmachung):

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KriteriumNachweisAnforderung
Eignung zur BerufsausübungHandelsregister oder glw.Vorlage
Nachweis Ausschlussgründe (124 oder PQV)Vorlage
Technische und berufliche LeistungsfähigkeitReferenzen zu Planung und Bau Radiopharmazie / Gebäude mit Strahlenschutzanforderungen der letzten 10 JahreMindestanforderung: 2 Referenzen
Referenzen zu GÜ/GU/TÜ, vorzugsweise Spezialgebäude in Kliniken oder artverwand der letzten 10 JahreMindestanforderung: 3 Referenzen Mehrfachnennung zulässig
Erfahrungen in der Planung und Errichtung von Reinräumen der Klassen B und C nach EU-GMP Vorschriften inkl. erfolgreicher Zertifizierung der letzten 10 JahreMindestanforderung: 3 Referenzen Mehrfachnennung zulässig
Nachweis der Qualifikation zur GMP ZertifizierungMindestanforderung Zertifikat des Unternehmens oder persönliche Qualifikation von Mitarbeitern (CV)
Berufserfahrung ProjektleiterMindestanforderung 10 Jahre Berufserfahrung, davon 3 Jahre in der Leitung von Bauprojekten der Radiopharmazie
Wirtschaftliche und finanzielle LeistungsfähigkeitGesamtumsatz des BietersMindestanforderung: 20 Mio EUR als Mittelwert über die letzten 3 Geschäftsjahre (2023-2025)
Umsatz des Bieters für GÜ/GU/TÜ Leistungen im Bereich Planung und Bau von radiopharmazeutischen oder artverwandten Einrichtungen mit Reinraum- und /oder StrahlenschutzrelevanzMindestanforderung: 1 Mio EUR als Mittelwert über die letzten 3 Geschäftsjahre (2023-2025)
Berufshaftpflichtversicherung5 Mio. Personenschäden und 5 Mio.
sonstige Schäden inkl. Versicherung von
GP/GÜ-Leistungen
Die geforderten Referenzen müssen binnen der letzten 10 Jahre erbracht worden sein.
Aktuell laufende Projekte können nur als Referenz gewertet werden, wenn deren
Projekterfüllungsgrad > 80 % beträgt, was der Bieter geeignet nachzuweisen / zu
plausibilisieren hat.
Die Eignungsbewertung erfolgt nach dem Ausschlussprinzip über die genannten
Mindestkriterien (= Ausschluss vom Wettbewerb, wenn ein Mindestkriterium nicht erfüllt
ist). Die „Übererfüllung“ von Mindestkriterien führt nicht zu einem „Mehr“ an Eignung.
Nur Angebote von geeigneten Bietern gelangen in die dritte Wertungsstufe.

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Angebotswertung

Der Zuschlag erfolgt auf das wirtschaftlichste Angebot, das nicht allein vom Preis bestimmt
wird.
Es gelten folgende Zuschlagskriterien:
Qualitäten: erfüllt/nicht erfüllt
Preis: 0,70
Konzept: 0,30
Die Einhaltung der angefragten Qualitäten folgt ebenfalls dem Ausschlussprinzip. Es
gibt bei der Qualität keine abgestufte Wertung, vgl. auch nachfolgende Hinweise.
Die Kriterien Preis und Konzept bilden die Wertungsmatrix und die Rangfolge der
Bieter. Hier sind je Kriterium 100 Punkte zu erreichen, die im Anschluss gewichtet werden.
Der Auftrag wird an denjenigen Bieter mit der höchsten Gesamtpunktzahl vergeben.
WertungskriteriumGewichtung
1Gesamtpreis (ohne Wartung)70 %
2Umsetzungskonzept30 %

Alle interpolierten Punkte werden auf eine Kommastelle mathematisch gerundet.

Erläuterungen zu den Wertungskriterien

Qualitäten

Die Bewertung der Qualitäten erfolgt anhand der 5 übergebenen Lastenhefte nach

erfüllt oder nicht erfüllt. In den Lastenheften sind die wesentlichen Anforderungen und

Spezifikationen der Ausstattungskomponenten aufgeführt:

  • Zyklotron

  • Synthesezelle

  • Verpressung

  • HPLC FDG

  • Reingase

Der Bieter hat diese Lastenhefte vollständig auszufüllen, indem in der Spalte F zunächst

jeweils „y“ (yes - erfüllt); „n“ (no – nicht erfüllt) oder „p“ (partially - teilweise erfüllt) aus der

Liste auswählt. Das Kriterium färbt sich danach Eintrag grün (y), gelb (p) oder rot (n). Gelbe

und rote Kriterien sind zwingend zu kommentieren. Rote und/oder gelbe Kriterien, die kein

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oder kein plausiblen Kommentar enthalten, warum diese Ausstattung / Leistung nicht oder

nur teilweise erfüllt wird, führen zum Ausschluss des Angebotes.

Preis

Es ist ein Gesamtangebot für sämtliche Vertragsleistungen inklusive Nebenkosten als

Nettowert zzgl. Umsatzsteuer anzugeben. Dazu ist das beigefügte Leistungsverzeichnis zu

nutzen. Die Leistungen sind i.W. pauschal anzubieten und nach Kostengruppen zu schlüsseln.

Leistungsziel ist die komplette schlüsselfertige Übergabe des Objektes, weshalb sämtliche

Kosten, die zur Zielerreichung erforderlich sind, einzurechnen sind.

Der Preis wird nach dem folgenden Prinzip gewertet:

Niedrigster Preis aller wertbaren Angebote 100 Punkte

50% Überschreitung des Preises des Bestbieters 0 Punkte

d.h., je Prozent Preisabweichung vom Bestbieter werden 2 Punkte abgezogen.

Die max. erreichbare Punktzahl P beträgt 100.

Konzept

Der Bieter hat ein kurzes (bitte auf max. 5 Seiten A4 begrenzen) Umsetzungskonzept

beizufügen, das die nachfolgenden Fragen beantwortet und die Herangehensweise an die

Bauumsetzung erkennen lässt.

Nr. Konzeptionelle Aussage Wertungsfaktor max. Punktzahl K (fix vorgegeben) (Wertungspunkte * Wertungsfaktor) 1 Welche Hinweise gibt es aus Sicht des Bieters zur Aufgabenstellung. 1 5 Welche Anforderungen gibt es an den Auftraggeber? 2 Welche Auswirkungen haben die seitens des Bieters vorgeschlagenen 5 25 Fabrikate (Eintragungen Lastenhefte) auf die vorliegende Planung, den Bauablauf, die Nutzungsqualität, den späteren Betrieb und die Wartungsfreundlichkeit? 3 Wie möchte der Bieter die Herausforderungen aus der Lage der Baustelle 4 20 technisch bewältigen? (knappe Beschreibung der Baulogistik genügt) 4 Wie plant der Bieter, die Arbeiten im Bestand (BA 1 und 2 – sind in Betrieb) 5 25 zu realisieren. 5 Personalkonzept des Bieters (Projektleitung, Stellvertretung, 1 5 Teamorganisation, Reaktionszeiten) 6 eigener Rahmenterminplan zur Abarbeitung der hier ausgeschriebenen 2 10 Leistung, Definition von Meilensteinen 7 Wie erfolgen laufende Qualitätssicherung und Evaluation während der 2 10 Bearbeitung zur Erlangung der GMP Zertifizierung? Summe 100

Die Wertung des Konzeptes erfolgt entsprechend der nachfolgenden Tabelle. Bewertet

werden Aussagekraft und Plausibilität der Aussagen des Bieters, abgestuft nach

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Wertungspunkten und ob er erkennen lässt, dass er sich mit der Aufgabe auseinandergesetzt

hat. Dabei können im besten Fall 5 Wertungspunkte je Frage erreicht werden; bei

ungenügender Darstellung nur 1 Wertungspunkt. Bei fehlenden oder allgemeinen gehaltenen

Ausführungen wird die Wertungspunktzahl 0 vergeben. Die Prämissen wie folgt:

BewertungSehr gut, Darstellung vollständig und plausibelGut, Darstellung vollständig und plausibel, aber mit geringen inhaltlichen AbstrichenGenügend, Darstellung / Ausführungen zum Thema vollständig aber unbegründet oder unplausibelAusreichend; Darstellung / Ausführungen zum Thema unvollständig und unbegründet oder unplausibelUngenügend; Darstellung / Aussagen nicht zum Thema passend oder nur allgemein gehalten
Wertungspunkte54321

Die vergebenen Wertungspunkte zu jeder konzeptionellen Aussage werden mit einem

vorgegebenem Wertungsfaktor multipliziert; daraus errechnet sich die Punktzahl. Die

maximal erreichbare Punktzahl K beträgt 100.

Sofern eine Angebotsvorstellung / Bietergespräch erfolgt, wird die Bewertung des Konzeptes

im Zusammenhang mit der Präsentation vorgenommen.

Gesamtwichtung

Die Gesamtpunktzahl G wird abschließend wie folgt ermittelt:

P * 0,7 + K * 0,3 = G

mit

P…. erreichte Punktzahl Preis

K…. erreichte Punktzahl Konzept/Präsentation

Die Berechnung erfolgt kaufmännisch gerundet auf eine Nachkommastelle.

Der Zuschlag erfolgt auf das Angebot, das insgesamt die höchste Punktzahl erzielt hat. Bei

Punktegleichstand entscheidet die Punktezahl für den Preis.

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  1. Benachrichtigung und Zuschlagserteilung

Nach Prüfung und Wertung der Angebote wird der Auftraggeber die nicht berücksichtigten Bieter

über die geplante Zuschlagserteilung informieren. Nach Ablauf einer Stillhaltefrist wird der

Auftraggeber den Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot erteilen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme am Verfahren!

Anlagen

- Lastenhefte
- Planungsunterlagen (Cloud)
- Generalübernehmervertrag

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