[Seite 1]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
Vermessungsrichtlinie
Titel
Richtlinie
zur Aufbereitung von Vermessungsdaten
und Anfertigung von Bestandsdokumenten
im Auftrag
des LHW Sachsen-Anhalt
Version 1.00 / April 2015
[Seite 2]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
Inhalt
1 Zielstellung 3 1.1 Allgemeine Festlegungen 3 1.2 Höhenbezugssystem 4 1.3 Lagebezugssysteme 4 1.4 Datenformate/Syntax 5 1.5 Stempel 5 1.6 Layerbelegung 6
2 Bestandsvermessung von Gewässern 7 2.1 Übersichtspläne 7 2.2 Lage- und Höhenpläne 8 2.3 Sonderlagepläne 8 2.4 Querprofile 9 2.5 Längsprofile 10 2.6 Bauwerkschnitte 10 2.7 Fotodokumentation 11 2.8 Bruchkanten 12 2.9 Festpunkte 12 2.10 Symbol- und Schriftsatzdateien 12
3 Bestandsvermessung von Deichen 13 3.1 Übersichtspläne 13 3.2 Lage- und Höhenpläne 14 3.3 Sonderlagepläne 14 3.4 Querprofile 15 3.5 Regelprofile 16 3.6 Längsprofile 16 3.7 Bauwerkschnitte 17 3.8 Fotodokumentation 17 3.9 Festpunkte 18 3.10 Symbol- und Schriftsatzdateien 18
4 Normative Verweise 18 5 Abkürzungen 19
Fragen zur Vermessungsrichtlinie ?
Ansprechpartner
Lothar Brandt Tel (0345) 5484-306 Fax (0345) 5484-351 Mail Lothar.Brandt@lhw.mlu.sachsen-anhalt.de
Seite 2
[Seite 3]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
1 Zielstellung
Der LHW ist u.a. mit der Planung, Bewirtschaftung und Unterhaltung von Hochwasserschutzanlagen sowie Gewässern 1.Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt beauftragt. Die umfassende Kenntnis der ihm in Verantwortung gegebenen Objekte, ihre geographische Lage, ihr topographisches Umfeld und hydraulische Parameter sind für den Landesbetrieb Voraussetzung für einen qualifizierten Hochwasserschutz.
Das Anliegen dieser Richtlinie ist es, Standards für die Erhebung von Basisdaten zu definieren, deren datentechnische Aufbereitung für universelle Anwendungen zu beschreiben sowie deren Verwendbarkeit in Kombination mit Geobasisdaten zu gewährleisten. Im Ergebnis entstehen Datenpakete die durch ihre Beschaffenheit in Projekte der Unterhaltung, der hydraulischen Analysetätigkeit, der Bauplanung oder der Modellentwicklung eingepflegt werden. Die im Sinne dieser Richtlinie erarbeiteten Bestandsdokumente sind als Teilmenge geeignet, Zugang in das datenbankorientierte Informationssystem des Digitalen Deichbuches zu finden.
1.1 Allgemeine Festlegungen
Diese Richtlinie findet Ihre Anwendung für Gewässer, Anlagen und Bauwerke des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalts, insbesondere bei deren Ersterfassung oder durch örtliche Änderung nach Baumaßnahmen. Sie hat grundsätzliche Bedeutung und ersetzt in der vorliegenden Form die „Richtlinie zur Anfertigung von Gewässerdokumentationen“ (RGewDoku) sowie die „Richtlinie zur Anfertigung von Deichdokumentationen“ (RDeichDoku). Sofern abweichende Festlegungen des Auftraggebers für den konkreten Projektbezug getroffen werden, gelten die übrigen Leistungsnachweise unabhängig weiter.
Die endgültige Festlegung der Maßstäbe und Details der Leistungsnachweise sind mit dem Auftraggeber abzustimmen. Der Standardsprachkatalog des LHW ist zu beachten. Betretungserlaubnisse von Schutz- und/oder Sperrgebieten, einschließlich privater oder kommunaler Grundstücke sind durch den Auftragnehmer einzuholen.
Der Nachweis des Auftragnehmers über ausgeführte Leistungen erfolgt durch die Übergabe der Bestandsunterlagen zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt. Der Leistungsnachweis wird in Papierausfertigung und auf Datenträger erhoben. Auf dem Stempel der Bestandsunterlagen ist der Hauptsitz des LHW anzugeben: Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt 39104 Magdeburg, Otto-von-Guericke-Straße 5 Tel. (0391) 581-0, Fax (0391) 581-1230.
Seite 3
[Seite 4]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
1.2 Höhenbezugssystem (HS)
Die geodätische Bezugshöhe ist das Deutsche Haupthöhennetz mit der Ausgleichung von 1992 (DHHN92). Das Netz hat seinen Ursprung im Amsterdamer Pegel. Es wird auch als Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. In Sachsen-Anhalt ist DHHN92 als Höhenstatus 160 (HS160) bekannt. Abgabe: Höhenbezugssystem: HS160=DHHN92
1.3 Lagebezugssysteme (LS)
Das Hauptbezugssystem ist das einheitliche deutsche Koordinatenreferenzsystem, das Europäische Terrestrische ReferenzSystem 1989 (ETRS89) in Verbindung mit der Universalen Transversalen Mercatorabbildung (UTM). ETRS89 ist ein 6°-Streifensystem. Die Abbildung von Geodaten in Sachsen-Anhalt erfolgt in der Zone 32. Die Zonenkennzahl entfällt bei der Ausprägung der Rechtswerte (6stellige Rechtswerte). Dieses Lagebezugssystem wird im Land unter dem Namen Lagestatus 489 (LS489) geführt. Der EPSG-Code zur Projizierung in GIS-Systemen lautet 25832.
Begründet durch die gegenwärtig landesweite Umstellung der Geobasisdaten von den Gauss-Krüger- in die UTM-Koordinatensysteme ist während der Umstellungsphase das Nebenbezugssystem Rauenberg-Datum 1983 (RD83) weiter vorzuhalten und zu belegen. Das System beruht auf dem Deutschen Hauptdreiecksnetz und dem Bessel-Ellipsoid. RD83 ist ein 3°-Streifensystem. Dieses Lagebezugssystem wird in Sachsen-Anhalt unter dem Namen Lagestatus 110 (LS110) geführt. Der EPSG-Code zur Projizierung in GIS-Systemen lautet 31468. Abgabe: Hauptbezugssystem: LS489=ETRS89 Zone 32 Nebenbezugssystem: LS110=RD83
Für Transformationen von LS150 nach LS489 ist die Software LSA-Trans zu verwenden. Für Transformationen von LS110 nach LS489 ist die Verwendung des bundeseinheitlichen Transformationsansatzes BeTA2007 verbindlich. Die Anbindung an das geodätische Landesnetz hat nur mittels sicherer Höhenfestpunkte bzw. gesicherter SAPOS-Daten zu erfolgen.
Seite 4
[Seite 5]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
1.4 Datenformate/Syntax
Um die Interaktionsfähigkeit zu gewährleisten sind folgende Datenformate zulässig:
Anwendung Datenformat Erläuterung
CAD dxf [Drawing Interchange File Format] CAD-Austauschformat GIS shp+prj Shape File mit gleichnamigem Projektionsfile lyr Layerdefinition für ArcGIS-Anwendungen Koordinatenliste asc/kor ASCII File (Editor lesbar) Text doc Word2003 File docx Word2007 File txt ASCII File (Editor lesbar) Tabelle xls Excel2003 File xlsx Excel2007 File Foto jpg/jpeg [Joint Photographic Experts Group] Bildformat tif/tiff [Tagged Image File Format] Bildformat Druck pdf [Portable Document Format] anwendungsunabhängiges PostScript-Format ohne Sicherheitsoptionen
Digitale Daten sind so abzulegen, dass aus ihrer Ordnerstruktur und ihrer Dateibezeichnung ein Rückschluss zu deren Inhalt und Verortung gezogen werden kann. Dabei sind Sonderzeichen, Leerzeichen und Umlaute sowie eine fortlaufende Nummerierung zu vermeiden. Die Syntax dient der Unterscheidung verschiedener Darstellungsformen
UPL… Übersichtsplan RPR… Regelprofil BWS…Bauwerkschnitt LHP… Lage- und Höhenplan QPR… Querprofil FOT… Fotodokumentation SLP… Sonderlageplan LPR… Längsprofil BRK… Bruchkante FEP… Festpunkt
Bsp. für einen Lage- und Höhenplan an der Unstrut von km 1+500 bis km 3+700 falsch Blatt 1 richtig LHP_UNS_01500_03700
1.5 Stempel
Jede Plotausgabe und jede *.pdf ist mit einem Stempel des Auftragnehmers zu versehen.
Seite 5
[Seite 6]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
1.6 Layerbelegung
*.dxf-Dateien sind in Layer (Ebenen) zu unterteilen. Konstruktionsdaten gleicher Punkt- und/oder Linienart werden auf der gleichen Ebene platziert. Die Layerbezeichnung ist so zu wählen, dass sich dem Nutzer der Layerinhalt erschließt. Fortlaufende Nummerierungen oder kryptische Namen sind zu vermeiden. In jedem Fall ist dem Auftraggeber die verwendete Layerbelegung zu übergeben. Die folgende Minimalanforderung ist zu gewährleisten.
Layer-Nr. Layer-Name Inhalt
0 unbelegt 1 Achse 3D-Polylinie 2 Bauwerk mit Text Brücken, Durchlässe, Siele, Entnahme- und Einleitungsbauwerke 3 Bebauung mit Text Befestigungen/Fundamente, Gebäude, Hochsitze, Leitplanken, Straßenbegrenzungspfosten, Schächte, Schranken, Treppen, Mauern, Pegel 4 Bewuchs mit Text Bäume (Durchmesser), Buschwerk 5 Blattschnitt_Layout Blattschnitt/Blattrahmen Hinweis Folgeblätter, Legende, Schriftfeld, Nordpfeil / Koordinatenkreuze 6 Boeschung Ober- / Unterkanten 7 Bruchkanten 3D-Polylinie 8 Deich Deichkrone, Böschungsfuss, Bermenfuss 9 Festpunkt mit Text Höhenfestpunkte, PP, TP 10 Gewaesser Gewässerverlauf mit Text (Name) und Fliessrichtung auch grenzende, einmündende und kreuzende G. 11 Grenze Grenzmarken mit Text (Vermarkungsart) 12 Hoehe mit Text (Höhe) Punkte (3-dimensionale Koordinaten) 13 Hoehennummer Numerierung (falls vorhanden) 14 km-Stein mit Text (Station) 15 Leitung Geometrie mit Text (DN, Material, Medium) 16 Nutzung mit Text Nutzungsarten, Nutzungsgrenzen, Signaturen 17 Sonstiges Symbole (z.B. Masten, Laternen, Schilder, Merksteine) 18 Strasse_Weg Geometrie mit Text (nur Bezeichnung, z.B. B181) 19 Text restliche Texte (z.B. Befestigungsarten, Biosphärenreservat) 20 Wald Fläche 21 Wasser Fläche 22 Wasserspiegel Pegelstände, Wasserstände, Datum 23 Zahl Maßketten, Bemaßung 24 Zaun Geometrie mit Signatur 25 Zeichnungshilfe Punkte, Hilfslinien, Konstruktionen
Seite 6
[Seite 7]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
2 Bestandsvermessung von Gewässern
Ein durch den Auftraggeber zu definierender Gewässerabschnitt ist in Lage und Höhe zu erfassen und in einer Bestandsdokumentation zu beschreiben. Für Umfluter oder Mühlgräben, welche aus dem Hauptgewässer abfließen und in dieses wieder einmünden, gelten die Leistungsbeschreibungen wie für das Hauptgewässer. Einmündende oder abfließende Nebengewässer sind auf eine Länge von 100m aufzumessen, deren Ein- und/oder Auslaufstation im Hauptgewässer sind/ist zu ermitteln. Die Genauigkeitsklassen der Lage- und Höhenangaben sind bei eindeutig identifizierbaren Punkten mit 0,02m und bei Geländepunkten/Böschungen mit 0,1m festgelegt. Messwerte sind in Meter mit 2 Dezimalstellen anzugeben. Die Achse des Gewässers wird durch den Verlauf seiner Mittellinie bestimmt, in Fließrichtung gesehen werden die linke und rechte Gewässerseite definiert. Die Richtung der Stationierung erfolgt flussaufwärts auf der linken Böschungsoberkante. Der Nullpunkt des Gewässers ist der Schnitt der Mittelachse mit der Böschungsoberkante des Mündungsgewässers. Eine Station wird in Kilometer und Meter angegeben. Die Syntax lautet km+mmm.
Die Bestandsdokumente erhalten folgende Darstellungs- und Ablageformen: 1 Übersichtspläne 2 Lage- und Höhenpläne 3 Sonderlagepläne 4 Querprofile 5 Längsschnitte 6 Bauwerkschnitte 7 Fotodokumentation 8 Bruchkanten 9 Festpunkte 10 Symbol- und Schriftsatzdateien
2.1 Übersichtspläne (UPL)
Der Übersichtsplan ist in einem angemessenen Maßstab mit Ortslagenbezeichnung anzufertigen. Inhaltlich werden die Gewässerachse einschließlich der Profilspuren sowie die Blattschnitte der Lage- und Höhenpläne und der Sonderlagepläne dargestellt. Alle Elemente sind zu beschriften. Zum Übersichtsplan gehören der Papierplot sowie die pdf-Datei, beide mit topographischer Karte, der dxf-File ohne topographische Karte, sowie Punkt- und Linienshapes. In der dxf-Datei ist die Achse als 3D-Polylinie abzulegen. Für den Schnittpunkt der Achse mit den Profilspuren der Querprofile sind die Höhen zu interpolieren. Mit diesen Höhen sind die 3D-Polylinie und das Punktshape zu attributieren. Abgabe:
- PDF-File und Papierplot mit TopKarte, Blattrahmen der LHP und SLP
- DXF-File blattschnittfrei, 3D-Polylinien im LS/HS ohne TopKarte, mit Blattrahmen der LHP und SLP
- Linienshape (Achse) im LS mit Gewässername, Länge
- Punktshape (Schnittpunkt Achse mit Querprofilen) im LS/HS mit Gewässername, Station QPR, Höhe
Seite 7
[Seite 8]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
2.2 Lage- und Höhenpläne (LHP)
Lage- und Höhenpläne dienen der Darstellung topographischer Verhältnisse im Projektbereich. Die Aufnahmebreite beträgt 20m beidseitig des Gewässers bzw. bis zu den angrenzenden Bauwerken, Einfriedungen begrenzen die Aufnahmebreite nicht. Veränderungen der Gewässergeometrie und die Lage der Querprofilspuren mit Stations- und Höhenangaben sind im Plan darzustellen. Die zur realen Darstellung der Linienführung und Böschungsverhältnisse erforderlichen Punkte zwischen den einzelnen Querprofilen (Zwischenpunkte) sind hinsichtlich ihrer Anordnung so zu wählen, dass bei der Erstellung des Gewässer-DGMs eine korrekte Vermaschung der Einzelpunkte erfolgen kann. D.h. Zwischenpunkte sind vorrangig als äußerste Sohlpunkte des Gerinnes sowie Punkt auf der Böschungsoberkante aufzunehmen. LHP einer Gewässervermessung werden in dem Maßstab 1:500 für Ortslagen und 1:1000 für Feldlagen gezeichnet. Die Blätter sind mit einem Nordpfeil zu versehen. Ein Überlappungsbereich angrenzender Blätter von 10m ist zu sichern, die Anschlussblätter sind zu bezeichnen. Folgende Topographie ist zu erfassen:
- Gewässergrenzen, Uferböschungen, Uferbefestigungen
- Höhe des Wasserspiegels mit Messdatum
- grenzende und kreuzende Leitungen mit Material, DN und Medium
- Bauwerke
- Pegel/Hilfspegel/Pegelanlagen mit Pegelnullpunkt, Höhe des Wasserspiegels am Tag der Messung und 3 Sicherungshöhen
- Hochwassermarken
- Bebauungsgrenzen
- Flächennutzung
- Straßen und Wege
- Pflastergrenzen
- km-Steine
- Merksteine von Kommunikations- oder Versorgungsleitungen
- Grenzmarken
- Böschungen
- Einzelbäume mit einem Stammdurchmesser ≥ 0,20m
- Schieber, Einläufe
- Lage- und Höhenfestpunkte
- Masten, Laternen, Schilder Abgabe:
- PDF-File und Papierplot blattschnittweise
- DXF-File blattschnittweise, 3D-fähig im LS/HS
- DXF-File als Gesamtprojekt, blattschnittfrei, 3D-fähig im LS/HS
2.3 Sonderlagepläne (SLP)
Sonderlagepläne werden als Detailzeichnung in Form von Lage- und Höhenplänen ausgeführt. Ihr Maßstab variiert in Abhängigkeit der Bauwerksgröße größte Ausdehnung des Bauwerks ≤ 10m M 1:100 größte Ausdehnung des Bauwerks > 10m M 1:250 Querprofile sind mit Stations- und Höhenangaben darzustellen. Sonderlagepläne sind erforderlich für Brücken/Stege, Querbauwerke, Abschlagbauwerke, Pegelmessstationen, Pegelhäuser, Schussstrecken, Sohlgleiten, Sohlabstürze, Flutöffnungen, Schöpfwerke, Fischaufstiegsanlagen und alle den Abfluss wesentlich beeinflussende Bauwerke. Abgabe:
- PDF-File und Papierplot blattschnittweise
- DXF-File blattschnittweise, 3D-fähig im LS/HS
Seite 8
[Seite 9]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
2.4 Querprofile (QPR)
Querprofile verlaufen rechtwinklig zur Gewässerachse und sind in einer Breite von 10m beidseitig über das eigentliche Gewässerprofil hinaus anzufertigen. Die Messpunkte werden in die Profilspur eingerechnet, die Darstellung im Schnitt erfolgt in Fliessrichtung von links nach rechts. Der Nullpunkt der Profile wird durch die linke Böschungsoberkante definiert und ist in den Unterlagen zu markieren. Einmündende oder abfließende Nebengewässer sind auf einer Länge von 100m mit mindestens 2 QPR zu messen. In Bereichen begleitender Deiche wird der letzte Profilpunkt 10m außerhalb des luftseitigen Deichfußes beschrieben. An Steilhängen endet das Profil am Hangfuß, wenn dieser innerhalb des 10m-Steifens liegt. Der Profilabstand beträgt in der Feldlage 100m, in der Ortslage 50m. Der Rasterabstand der Punkte ist so zu wählen, dass in Umsetzung der Vermessung ein DGM entwickelt werden kann, welches alle für hydraulische Modellierungen relevanten Bruchkanten enthält. Bei ungleichmäßigem Profil oder Profiländerung ist der Abstand der Querprofile zu verdichten. Verdichtungsprofile bestehen aus den äußersten Sohlpunkten des Gerinnes und den beiden Böschungsoberkanten. Sie sind wie Querprofile auszubilden. Die Punkte sind hinsichtlich ihrer Anordnung so zu wählen, dass bei der Erstellung des Gewässer-DGMs eine korrekte Vermaschung der Einzelpunkte erfolgen kann. An Brücken/Stegen und Querbauwerken sind Querprofile direkt am Bauwerk (siehe BWS), ca.5m unterhalb und ca.5m oberhalb anzuordnen. Die Querprofile unmittelbar vor und nach den Brückenbauwerken dienen den hydraulischen Modellierungen und müssen den Querschnitt des Gewässers annähernd ohne Brückenbauwerk repräsentieren. Auf der Sohle des Gewässers beträgt der Punktabstand max.0,5m. Bei Gewässern mit einer Sohlbreite >10m kann der Punktabstand max.2,0m betragen. Markante Sohlsprünge sind zu erfassen. Ist die Sohle verschlammt, dann ist zusätzlich zur festen Sohle die Schlammoberkante zu bestimmen. Die Höhen sind für sämtliche Profilpunkte anzugeben. Die maßstäbliche Darstellung der Querprofile variiert nach ihrer Sohlbreite bei Sohlbreiten ≤ 10m LM 1:50 HM 1:50 bei Sohlbreiten > 10m LM 1:100 HM 1:100 Die dem Schnitt zugrunde liegenden Geländepunkte sind in der ASCII-Datei in gleicher Richtung abzulegen, Bauwerks- und/oder Wasserspiegeldaten etc. sind zu entfernen. Ein Datensatz wird durch die Gewässerstation, die Profilstation, den Punktcode, den Rechtswert, den Hochwert und die Höhe angegeben. Querprofile beinhalten:
- Station
- Bezugshöhe [m] Höhenstatus
- feste Sohle
- Schlammoberkante
- gewässerbegleitende Deiche
- alle Punkte, welche die Geometrie des Querprofils bestimmen
- Höhe des Wasserspiegels mit Messdatum
- an den Ufern stehende Gebäude und/oder Einfriedungen Abgabe:
- PDF-File und Papierplot
- DXF-File, einzeln
- ASCII-File im LS/HS als vollständige QPRe mit fester Sohle
- ASCII-File im LS/HS als vollständige QPRe mit Schlammsohle
Seite 9
[Seite 10]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
2.5 Längsprofile/Längsschnitte (LPR)
Die Längsschnitte sind in ihrer räumlichen Ausdehnung mit dem Maßstab 1:1000 anzufertigen. Der Maßstab der Höhe beträgt 1:100. Die Stationierung auf dem Plan erfolgt grundsätzlich von rechts nach links aufsteigend, sofern aufgrund der besonderen örtlichen Situation der AG nicht gesonderte Festlegungen trifft. Zur Darstellung notwendiger Details kann für den Längsschnitt auch der Längenmaßstab 1:100 oder geringer zur Anwendung kommen, bspw. Längsschnitt eines Fischaufstiegs als Bestandteil der Wehranlage. Längsschnitte besitzen eine Blatthöhe von 297mm. Im Längsschnitt eines Gewässers sind darzustellen:
- Station
- Bezugshöhe [m] Höhenstatus
- vorhandene Sohle als tiefster Punkt des jeweiligen Querprofils
- Schlammsohle
- Höhe des Wasserspiegels mit Messdatum
- rechte (Linie ausgezogen) und linke (Linie gestrichelt) Böschungsoberkante
- bei gewässerbegleitenden Deichen die Deichkrone
- einmündende und/oder abfließende Gewässer mit Bezeichnung
- Bauwerke mit Station, KUK, KOK und Bauwerksbezeichnung
- erkennbare Versorgungsleitungen, die im Wasserlauf liegen, denselben kreuzen oder in ihn einmünden mit Material, DN und Medium
- Nutzungs- und Kulturarten rechts und links Abgabe:
- PDF-File und Papierplot einzeln in Abschnitten zu je ca.1000m
- DXF-File einzeln in Abschnitten zu je ca.1000m
- DXF-File als Gesamt-Längsschnitt
2.6 Bauwerkschnitte (BWS)
Bauwerkschnitte werden stets von der Einlauf- bzw. Oberwasserseite angefertigt. Datengrundlage ist das direkt an der Einlaufseite gemessene Querprofil. BWS stellen einen Aufriss als Längsschnitt über der Bauwerkachse dar. Sie sind von Brücken/Stegen, Wehren und sonstigen Querbauwerken zu entwickeln. Die lichte Weite stellt die maximale Durchflussbreite des Gewässers dar. bei Bauwerkbreiten ≤ 10m LM 1:50 HM 1:50 bei Bauwerkbreiten > 10m LM 1:100 HM 1:100 Mindestangaben für Bauwerkschnitte sind:
- Art des Bauwerks
- Station
- Bezugshöhe [m] Höhenstatus
- Höhe Wasserspiegel mit Messdatum
- Höhe der befestigten Sohle
- KUK und KOK
- lichte Weite und Höhe des Gewässerdurchlasses am Bauwerk
- Bemaßung
- Baumaterial Brücken und Stege beinhalten u.a.:
- Benennung der Brücke
- Station
- Bezugshöhe [m] Höhenstatus
- Höhe Wasserspiegel mit Messdatum
- Baumaterial, Straßenbefestigung
- Höhe der befestigten Sohle
- feste Sohle
- Schlammoberkante
- Befestigung des Wasserlaufs unter der Brücke
Seite 10
[Seite 11]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
- KUK und KOK
- Fahrbahnoberkante
- Scheitel- und Kämpferhöhen
- lichte Weite und Höhe des Gewässerdurchlasses an der Brücke
- Geländerdarstellung Wehre beinhalten u.a.:
- Benennung der Anlage
- Art des Wehres
- Station
- Bezugshöhe [m] Höhenstatus
- Höhe Wasserspiegel mit Messdatum
- Höhen vom Fachbaum, der Schützen, der Stauhöhe, des Schussbodens
- lichte Durchflussbreite
- Lage der Widerlager und Flügelmauern
- Darstellung des Tosbeckens Abgabe:
- PDF-File und Papierplot einzeln
- DXF-File einzeln
2.7 Fotodokumentation (FOT)
Die Fotodokumentation beinhaltet die visuelle Darstellung von Bauwerken anhand von Fotos kombiniert mit einem Punktshape charakteristischer Objektdaten. In einer Fotodokumentation werden Brücken/Stege, Rohrbrücken, Wehre, sonstige Querbauwerke, Biberstauanlagen, Fischaufstiegsanlagen, Abschlagbauwerken, befestigte Ein-/Ausläufe, Pegelmessstationen, etc. und Hochwassermarken am Gewässer beschrieben. Digitale Fotos zeigen die Ein- und Auslaufseiten der Bauwerke; im Header der Dateien sind Datum und Uhrzeit zu speichern. Für Pegelmessstationen werden im Shape die Höhen des Pegelnullpunktes, des Wasserspiegels und der Oberkante der Messskala angegeben. Hochwassermarken erhalten die Höhe der Marke. Das Punktshape enthält die Attribute
- Gewässer
- Objektbezeichnung
- Rechtswert/Hochwert
- Station
- Wasserspiegel
- bei Brücken: KUK, KOK, LW und LH
- bei Wehren: Sohle Unterwasser, Sohle Oberwasser
- bei Pegeln: POK, PNP
- HWM
- Fotoname
- ggf. Notiz Abgabe:
- Fotos als JPG-Files
- Punktshape im LS/HS
Seite 11
[Seite 12]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
2.8 Bruchkanten (BRK)
Bruchkanten finden ihre Anwendung im Verschneidungsprozess mit LaserScanning-Daten zur Qualifizierung eines DGMs. Sie begrenzen das terrestrisch ermittelte Gerinneprofil. Dazu sind die äußersten Sohlpunkte/Böschungsunterkanten und die Böschungsoberkanten/Ufer- linien als 3D-Polylinien auszubilden. Ihre Stützpunkte sind Elemente der Quer- und Verdichtungsprofile sowie ggf. weiterer Zwischenpunkte in Kurvenbereichen. Beim Vorhandensein von Schlammbereichen sind die Zieldaten nach fester Sohle und Schlammsohle zu differenzieren. Der ASCII-File dokumentiert die Stützpunkte durch die Angaben Rechtswert, Hochwert, Höhe und Punktcode. Abgabe:
- DXF-File mit Böschungsunterkante feste Sohle, blattschnittfrei, 3D-Polylinien im LS/HS
- DXF-File mit Böschungsunterkante Schlammsohle, blattschnittfrei, 3D-Polylinien im LS/HS
- ASCII-File mit Böschungsunterkante feste Sohle im LS/HS
- ASCII-File mit Böschungsunterkante Schlammsohle im LS/HS
- Code-Tabelle (Böschungspunkte für je links unten/oben und rechts unten/oben)
2.9 Festpunkte (FEP)
Entlang des Projektes sind im Abstand von max. 500m Festpunkte dauerhaft einzurichten. Bevorzugte Objekte von Festpunkten sind wasserbauliche Anlagen (z.B. Brücken, Wehre, Ein-/Auslaufbauwerke, Pegelmessstationen). Vorhandene Vermarkungen (Höhenbolzen an Brücken) sind zu nutzen, eine optische Markierung erfolgt nicht. Die Punkte sind nach Vorgabe des AG zu dokumentieren. Amtliche Unterlagen sind im Original zu übergeben, wenn die Kosten durch den Auftraggeber getragen werden.
Abgabe:
- ggf. amtliche Festpunktunterlagen im Original
- Koordinatentabelle als TXT/XLS-File im LS/HS
- Formular Festpunktbeschreibung als PDF-File und Papierplot
2.10 Symbol- und Schriftsatzdateien
Unter den Symbol- und Schriftsatzdateien werden die softwaretechnischen Festlegungen des CAD-Systems verstanden. Sie beschreiben die Schrift- und Linienarten mit ihrer Größe bzw. Strichstärke und Farbe sowie die Symboldefinitionen. Bei erweiterter Layerbelegung sind die Codetabellen und/oder Ebenenfestlegungen des Auftragnehmers abzulegen. Sie differieren zwischen den CAD-Systemen und Leistungsträgern. Abgabe:
- Symbol- und Schriftsatzdateien mit Angabe des verwendeten CAD-Systems
Seite 12
[Seite 13]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
3 Bestandsvermessung von Deichen
Ein durch den Auftraggeber zu definierender Deichabschnitt ist in Lage und Höhe zu erfassen und in einer Bestandsdokumentation zu beschreiben. Die Genauigkeitsklassen der Lage- und Höhenangaben sind bei eindeutig identifizierbaren Punkten mit 0,02m und bei Geländepunkten/Böschungen mit 0,1m festgelegt. Messwerte sind in Meter mit 2 Dezimalstellen anzugeben. Die Achse des Deiches wird durch die Mittellinie der Deichkrone definiert. Die Richtung wird durch das Deichregister bestimmt und ist durch den Auftraggeber vorzugeben. Eine Station wird in Kilometer und Meter angegeben. Die Syntax lautet km+mmm.
Die Bestandsdokumente erhalten folgende Darstellungs- und Ablageformen: 1 Übersichtspläne 2 Lage- und Höhenpläne 3 Sonderlagepläne 4 Querprofile 5 Regelprofile 6 Längsschnitte 7 Bauwerkschnitte 8 Fotodokumentation 9 Festpunkte 10 Symbol- und Schriftsatzdateien
3.1 Übersichtspläne (UPL)
Der Übersichtsplan ist in einem angemessenen Maßstab mit Ortslagenbezeichnung anzufertigen. Inhaltlich wird die Deichachse einschließlich der Profilspuren sowie die Blattschnitte der Lage- und Höhenpläne und der Sonderlagepläne dargestellt. Alle Elemente sind zu beschriften. Zum Übersichtsplan gehören der Papierplot sowie die pdf-Datei, beide mit topographischer Karte, der dxf-File ohne topographische Karte, sowie Shapes. In der dxf- Datei ist die Achse als 3D-Polylinie abzulegen. Für den Schnittpunkt der Achse mit den Profilspuren der Querprofile sind die Höhen zu interpolieren. Mit diesen Höhen sind die 3D- Polylinie und das Punktshape zu attributieren. Abgabe:
- PDF-File und Papierplot mit TopKarte, Blattrahmen der LHP und SLP
- DXF-File blattschnittfrei, 3D-Polylinien im LS/HS ohne TopKarte, mit Blattrahmen der LHP und SLP
- Linienshape (Achse) im LS mit Deichname, Länge
- Punktshape (Schnittpunkt Achse mit Querprofilen) im LS/HS mit Deichname, Station QPR, Höhe
Seite 13
[Seite 14]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
3.2 Lage- und Höhenpläne (LHP)
Lage- und Höhenpläne dienen der Darstellung topographischer Verhältnisse im Projektbereich. Die Aufnahmebreiten sind mit einem beidseitigen Abstand von mindestens 25m zum Deichfuß bzw. der Gewässergrenze festgelegt. Der Rasterabstand beträgt ≤10m, bei Richtungsänderungen des Deichkörpers ist der Punktabstand soweit zu verdichten, dass die Linienführungen des Deiches ausreichend dargestellt werden. An örtlich vorhandenen Kilometrierungspunkten (Beschilderung, km-Steine, usw.) ist die Höhe der Deichkrone punktnah zu bestimmen und deren Station (aus der Beschriftung) als Notiz zu vermerken. Bei vorhandenen Spundwänden ist die OK der Spundwand zu erfassen; bei sonstigen HW- Schutzwänden (z.B. Mauern) die OK der HW-Schutzwand. Das gilt ebenfalls für von der Deichkrone abgehende oder parallel laufende Spundwände welche nicht in der Unterhaltungspflicht des LHW Sachsen-Anhalt liegen (Deichabschnitte außerhalb der Landesgrenze). An Deichscharten und Überfahrten sind die beiden begrenzenden Hochpunkte der Deichachse sowie 3 Tiefpunkte entlang der Deichachse einzumessen: Anfang der Unterbrechung, Mitte der Unterbrechung (ggf. auch tiefster Punkt der Unterbrechung) und Ende der Unterbrechung. LHP einer Deichvermessung werden in dem Maßstab 1:500 gezeichnet, die Lage der Querprofile sind im Plan darzustellen. Die Blätter sind mit einem Nordpfeil zu versehen. Ein Überlappungsbereich angrenzender Blätter von 10m ist zu sichern, die Anschlussblätter sind zu bezeichnen. Folgende topografischen Punkte sind aufzumessen:
- Deichkörper
- grenzende Gewässer (Ufergrenze, Wasserstand, Messdatum)
- kreuzende Gewässer auf eine Länge von 50m (Ufergrenze, Wasserstand, Messdatum)
- grenzende und kreuzende Leitungen (DN, Material, Leitungen)
- Bauwerke, Deichscharten, Deichrampen, Überfahrten, Spundwände, HW-Schutzwände, Deichtreppe, Schöpfwerke
- Bebauungsgrenze
- Nutzungsgrenzen
- Straßen und Wege, Deichverteidigungsweg
- Pflastergrenzen
- km-Steine
- Merksteine von Kommunikations- oder Versorgungsleitungen
- Grenzmarken
- Böschungen, Berme
- Pegel, Schieber, Einläufe, Siele, Durchlässe
- Lage- und Höhenfestpunkte
- Masten, Laternen, Schilder Abgabe:
- PDF-File und Papierplot blattschnittweise
- DXF-File blattschnittweise, 3D-fähig im LS/HS
- DXF-File als Gesamtprojekt, blattschnittfrei, 3D-fähig im LS/HS
3.3 Sonderlagepläne (SLP)
Sonderlagepläne werden als Detailzeichnung in Form von Lage- und Höhenplänen ausgeführt. Der Maßstab variiert in Abhängigkeit der Bauwerksgröße größte Ausdehnung des Bauwerks ≤ 10m M 1:100 größte Ausdehnung des Bauwerks > 10m M 1:250 Querprofile sind mit Stations- und Höhenangaben darzustellen. Sonderlagepläne sind erforderlich für Schöpfwerke, Sielbauwerke, Deichscharten, Deichrampen und Überfahrten. Abgabe:
- PDF-File und Papierplot blattschnittweise
- DXF-File blattschnittweise, 3D-fähig im LS/HS
Seite 14
[Seite 15]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
3.4 Querprofile (QPR)
Querprofile verlaufen rechtwinklig zur Deichachse und sind in einer Breite von 25m über dem Deichfuß luft- und wasserseitig anzufertigen. Sie sind möglichst bei runden Stationen im Abstand von 50m festzulegen. Die Messpunkte werden in die Profilspur eingerechnet, die Darstellung im Schnitt erfolgt in Stationierungsrichtung von links nach rechts. Der Nullpunkt der Profile wird durch die Deichachse definiert und ist in den Unterlagen zu markieren. Bei Profilsprüngen (visuell deutlich erkennbaren Profiländerungen) ist ein zusätzliches Profil zu erstellen bzw. bei einem Abstand ≤25m ist das Profil zu verschieben. Die Punktdichte ist so zu wählen, dass die Deichgeometrie eindeutig dargestellt werden kann, es sind jedoch mindestens 7 Punkte anzuhalten. Die Höhen sind für sämtliche Profilpunkte anzugeben. Die maßstäbliche Darstellung der Querprofile variiert nach der Deichlagerbreite (Abstand der Deichfüße luft- und wasserseitig) bei Deichlagerbreite ≤ 20m LM 1:100 HM 1:100 bei Deichlagerbreite > 20m LM 1:200 HM 1:100 Die dem Schnitt zugrunde liegenden Geländepunkte sind in der ASCII-Datei in gleicher Richtung abzulegen, Bauwerks- und/oder Wasserspiegeldaten etc. sind zu entfernen. Ein Datensatz wird durch die Deichstation, die Profilstation, den Punktcode, den Rechtswert, den Hochwert und die Höhe angegeben. In Querprofilen von Deichen sind darzustellen:
- Station
- Bezugshöhe [m]Höhenstatus
- Gelände mit Nutzungs- und Kulturarten
- Deichfuß
- Deichkrone
- Deichachse
- Berme
- Deichverteidigungsweg
- bei Schardeichen: Höhe des Wasserspiegels mit Messdatum
- Bauwerke Abgabe:
- PDF-File und Papierplot
- DXF-File, einzeln
- ASCII-File im LS/HS als vollständige QPRe
Seite 15
[Seite 16]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
3.5 Regelprofile (RPR)
Das Regelprofil beschreibt die Geometrie sowie den Aufbau des Deiches im Allgemeinen für einen festgelegten Bereich. Während sich das Querprofil auf die Deichoberfläche beschränkt, werden im Regelprofil auch die nach der Baumaßnahme nicht mehr sichtbaren Bereiche mit den verwendeten Materialien und Maßen dargestellt. Als Nullpunkt ist die Deichachse definiert. Regelprofile werden in den Maßstäben LM 1:100 und HM 1:100 gezeichnet. In Regelprofilen von Deichen sind darzustellen:
- Station
- Bezugshöhe [m]Höhenstatus
- Gelände
- Deichfuß
- Deichkrone
- Deichachse
- Berme, Deichverteidigungsweg
- Höhe BHW
- Materialien
- Stützkörper
- Deckschicht
- Dichtungsmaterial
- Frostschutzschicht Abgabe:
- PDF-File und Papierplot
- DXF-File, einzeln
3.6 Längsprofile/Längsschnitte (LPR)
Der Längsschnitt ist auf die Deichachse zu beziehen. Die Längsschnitte sind in ihrer räumlichen Ausdehnung mit dem Maßstab 1:500 darzustellen. Der Maßstab der Höhe beträgt 1:100. Die Stationierung erfolgt grundsätzlich von rechts nach links aufsteigend, sofern aufgrund der besonderen örtlichen Situation der AG nicht gesonderte Festlegungen trifft. Zur Darstellung notwendiger Details kann für den Längsschnitt auch der Längenmaßstab 1:100 zur Anwendung kommen. Längsschnitte besitzen eine Blatthöhe von 297mm. Im Längsschnitt eines Deiches sind darzustellen:
- Station der km-Steine
- Bezugshöhe [m]Höhenstatus
- Höhe der Deichkrone wasserseitig
- Höhe der Bermenachse
- bei Schardeichen: Höhe des Wasserspiegels z.Z. der Aufmessung (Datumsangabe)
- Höhe der Böschungsfüße rechts und links (rechts gestrichelt, links ausgezogen) bzw. Bermenfußpunkte (Strich-Punkt-Linie)
- tiefste Geländepunkte landseitig und vom Vorland mit einem Deichabstand von ≥25m bzw. nach Erfordernis
- Bauwerke (Überfahrten, Siele, Brücken, Leitungen)
- Nutzungs- und Kulturarten rechts und links
- Befestigungsarten Abgabe:
- PDF-File und Papierplot einzeln in Abschnitten zu je ca.500m
- DXF-File einzeln in Abschnitten zu je ca.500m
- DXF-File als Gesamt-Längsschnitt
Seite 16
[Seite 17]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
3.7 Bauwerkschnitte (BWS)
Bauwerke werden im Aufriss als Längsschnitt über der Bauwerksachse gezeichnet. Sie sind von Sielen, Schöpfwerken, Deichscharten und Deichüberfahrten zu entwickeln. bei Bauwerkbreiten ≤ 10m LM 1:50 HM 1:50 bei Bauwerkbreiten > 10m LM 1:100 HM 1:100 Die Mindestangaben für Bauwerksschnitte sind:
- Art des Bauwerks
- Station
- Bezugshöhe [m] Höhenstatus
- Baumaterial
- Höhe der befestigten Sohle
- KUK und KOK
- lichte Weite und Länge des Bauwerks
- Bemaßung
- Ansicht Wasser- und Luftseite Abgabe:
- PDF-File und Papierplot einzeln
- DXF-File einzeln
3.8 Fotodokumentation (FOT)
Die Fotodokumentation beinhaltet die visuelle Darstellung von Bauwerken anhand von Fotos kombiniert mit einem Punktshape charakteristischer Objektdaten. In einer Fotodokumentation werden Siele, Deichscharten, Deichrampen, Deichtreppen, Überfahrten, Schöpfwerke, Pegel, etc. am und auf dem Deich beschrieben. Digitale Fotos zeigen die Bauwerke; im Header der Dateien sind Datum und Uhrzeit zu speichern. Das Punktshape enthält die Attribute
- Deich
- Objektbezeichnung
- Rechtswert/Hochwert
- Station
- Wasserspiegel Luftseite/Wasserseite
- bei Sielen: LW, LH, Sohle Luftseite und Sohle Wasserseite
- bei Pegeln: POK, PNP
- Fotoname
- ggf. Notiz Abgabe:
- Fotos als JPG-Files
- Punktshape im LS/HS
Seite 17
[Seite 18]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
3.9 Festpunkte (FEP)
Entlang des Projektes sind im Abstand von max. 500m Festpunkte dauerhaft einzurichten. Bevorzugte Objekte von Festpunkten sind wasserbauliche Anlagen (z.B. Siele, Schöpfwerke) und/oder nahegelegene Brücken. Vorhandene Vermarkungen (km-Steine, Höhenbolzen) sind zu nutzen, eine optische Markierung erfolgt nicht. Die Punkte sind nach Vorgabe des AG zu dokumentieren. Amtliche Unterlagen sind im Original zu übergeben, wenn die Kosten durch den Auftraggeber getragen werden.
Abgabe:
- ggf. amtliche Festpunktunterlagen im Original
- Koordinatentabelle als TXT/XLS-File im LS/HS
- Formular Festpunktbeschreibung als PDF-File und Papierplot
3.10 Symbol- und Schriftsatzdateien
Unter den Symbol- und Schriftsatzdateien werden die softwaretechnischen Festlegungen des CAD-Systems verstanden. Sie beschreiben die Schrift- und Linienarten mit ihrer Größe bzw. Strichstärke und Farbe sowie die Symboldefinitionen. Bei erweiterter Layerbelegung sind die Codetabellen und/oder Ebenenfestlegungen des Auftragnehmers abzulegen. Sie differieren zwischen den CAD-Systemen und Leistungsträgern. Abgabe:
- Symbol- und Schriftsatzdateien mit Angabe des verwendeten CAD-Systems
4 Normative Verweise
DIN 2425 Planwerke für die Volkswirtschaft, die Wasserwirtschaft und für Fernleitungen DIN 18702 Zeichen für Vermessungsrisse, großmaßstäbige Karten und Pläne DIN 18709 Begriffe, Kurzzeichen und Formelzeichen in der Geodäsie DIN 18710 Ingenieurvermessung SSK LHW Standardsprachkatalog des LHW
Seite 18
[Seite 19]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
5 Abkürzungen
Allgemein
ASCII [American Standard Code for Information Interchange] Zeichenkodierung ATKIS Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem BeTA Bundeseinheitliche Transformation für ATKIS DGM Digitales Geländemodell DHHN Deutsches Haupthöhennetz EPSG [European Petroleum Survey Group Geodesy] Codesystem von weltweit eindeutigen Schlüsselnummern geodätischer Projektionen ETRS Europäisches Terrestrisches Referenzsystem HS Höhenstatus LHW Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt LS Lagestatus NHN Normalhöhennull SAPOS Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung UTM Universale Transversale Mercatorabbildung
Wasser/Gewässer
BHW Bemessungshochwasserstand BR Beobachtungsrohr (Grundwasser) HHW Höchster Hochwasserstand HW Hochwasser HWM Hochwassermarke LP Lattenpegel MW Mittelwasser NW Niedrigwasser PNP Pegelnullpunkt POK Pegeloberkante S Sohle SP Schreibpegel SS Schlammsohle lU linkes Ufer (in Fliessrichtung) rU rechtes Ufer (in Fliessrichtung) WSP Wasserspiegel
Bauwerke/Werkstoffe
Az Asbestzement B Beton H Holz Mw Mauerwerk NS Naturstein Pla Plaste SpB Spannbeton St Stahl Stb Stahlbeton Stz Steinzeug T Ton Z Ziegel
Seite 19
[Seite 20]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
Bauwerke/Konstruktionen
Br Brücke Bru Brunnen D Dränschacht DKW Deichkontrollweg auf der Krone DS Deichscharte DSS Deichschutzstreifen Dv Dränschacht verdeckt DVW Deichverteidigungsweg E Einlaufschacht FAA Fischaufstiegsanlage FOK Fahrbahnoberkante GD Gewölbedurchlass K Kontrollschacht Kv Kontrollschacht verdeckt KOK Konstruktionsoberkante KUK Konstruktionsunterkante LH Lichte Höhe = Höhe von Sohle bis Konstruktionsunterkante LW Lichte Weite = freie Durchflussbreite MFb Mitte Fahrbahn OFF Oberfläche Fussboden OK Oberkante OS Schienenoberkante P Pumpstation PLD Plattendurchlass RD Rohrdurchlass ROK Rohroberkante RS Rohrsohle RSA Rohrsohle - Auslauf RSE Rohrsohle - Einlauf Si Sickerschacht St Stauvorrichtung SW Pump- und Schöpfwerk UK Unterkante WE Wehr
Befestigungsarten
A Asphalt PB Betonplatten Bi Bitumen PG Granitplatten GP Großpflaster KP Kleinpflaster FP Kopfsteinpflaster (Findlingspflaster) Mo Mosaikpflaster PN Natursteinpflaster PS Schieferplatten So Schotter ZP Ziegelpflaster
Seite 20
[Seite 21]
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt RVermLHW Version 1.00
Punkte (Lage, Höhe)
B Bolzen HP Höhenpunkt H Höhe eines Punktes über einer Bezugsfläche Kr Kreuz (Meißelzeichen) Mb Mauerbolzen N Nagel Pf Pfahl Pb Pfeilerbolzen PP Polygonpunkt R Rohr Sb Schussbolzen Schr Schraube St Stein mit Kreuz, Loch oder Rohr StM Stein mit Marke TP Trigonometrischer Punkt
Seite 21