0.2.1 Funktionsbeschreibung Seeschleuse.pdf

Neubau des Binnenhaupts der Seeschleuse — Stahlwasserbau, Betonbau und EMSR-Technik

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 17.09.2026, 14:01 (Europe/Berlin)

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Arbeitsgemeinschaft Grote - SAV

Funktionsbeschreibung

Stand 29.07.2025

  1. Allgemeines

Die Seeschleuse Papenburg ist das Tor vom Hafen der Stadt Papenburg zur

Ems.

Sie besteht aus 2 Häuptern, dem Binnen- und dem Außenhaupt und unterliegt

dem Tideeinfluss der Ems/Nordseeküste. Die in beiden Häuptern befindlichen

Schiebetore dienen zum einen als Verschlussorgane für den Schleusenbetrieb

und zum anderen als Sperrtore zum Hochwasserschutz bei Ausfall des

Emssperrwerkes im Rahmen der doppelten Deichsicherheit.

In der zweiten Stufe des Ausbaus der Seeschleuse Papenburg wird das

Binnenhaupt erneuert. Vor das bestehende Binnenhaupt wird ein komplett

neues Binnenhaupt mitsamt neuem Verschlusskörper und zugehöriger

Antriebs-, E- und MSR-Technik errichtet. Da Konstruktion und Funktion ähnlich

dem bestehenden Bauwerk sind, ist das neue Binnenhaupt nach Fertigstellung

in den gesamten Schleusenbetrieb zu integrieren und übernimmt die Funktion

des vorhandenen Binnenhauptes, welches anschließend außer Betrieb gesetzt

wird.

  1. Betrieb

Der generelle Betrieb der Seeschleuse bleibt unverändert.

Es wird weiterhin bis zu einem maximalen Wasserstand von +2,50m NHN und

bis zu einem minimalen Wasserstand von -1,50m NHN geschleust. Der

Wasserstand im Hafen beträgt dabei im Allgemeinen +0,90m NHN.

Die Wasserstände in der Ems am Pegel Papenburg belaufen sich in etwa auf:

MThw = NHN +1,90 m

MTnw = NHN -1,80 m

Bedarfsorientierter Neubau der Seeschleuse im Hafen der Stadt Papenburg - Funktionsbeschreibung 1

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Schleusungen sind mit dem Steigen und Fallen von Flut und Ebbe nur beim

jeweiligen Gleichstand von Hafen- bzw. Emswasserstand zum Schleusen-

kammerwasserstand durchzuführen (betrieblich ist ein maximaler Pegelunter-

schied von 15 cm noch als Wassergleichstand zu betrachten). Die Tore und

Antriebe sind beim Bewegen für eine maximale Wasserstandsdifferenz von

Δh = 0,4m ausgelegt worden.

Für die Durchführung von Schleusungen gibt es keine Begrenzung der

Windstärke!

Die Schleusungen erfolgen nach einem bestimmten Ablaufplan (siehe

„Funktionsablauf“).

Vor jedem Schleusungsvorgang ist mittels der 4 Segment-schütze im jeweiligen

Schiebetor der Wassergleichstand zwischen Schleusen-kammer und Ems bzw.

Hafen herzustellen. Der Bewegungsvorgang der Tore darf erst nach jeweiligem

Wassergleichstand eingeleitet werden. Als weitere Vorbereitungen sind die

Zugänge über die Schiebetore zu sperren (Schrankenanlage).

Die Schifffahrtssignalanlagen sind entsprechend zu schalten.

Erst nach Beendigung aller o.a. Vorbereitungen ist ein Bewegen des jeweiligen

Tores möglich.

Zum Abschlag von erhöhten Niederschlagsmengen aus dem Stadt- und Hafen-

gebiet kann die Seeschleuse zum Sielen benutzt werden. Dabei sind die Tore

im Außen- und im Binnenhaupt jeweils geschlossen und die Schütze in beiden

Toren werden geöffnet.

Dieser Betriebsfall ist in einer gesonderten Betriebsanweisung zu regeln und

ggf. zu automatisieren.

  1. Betriebsarten / Bedienebenen

Prinzipiell ist die Seeschleuse im Automatikbetrieb zu bedienen. Ein

Umschalten auf manuellen Betrieb ist grundsätzlich möglich (ohne Umgehung

von relevanten Sicherheitsfunktionen) und ggf. punktuell auch sinnvoll.

Bedarfsorientierter Neubau der Seeschleuse im Hafen der Stadt Papenburg - Funktionsbeschreibung 2

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Folgende Betätigungsebenen sind festgelegt:

  • Betätigungsebene Steuerstand/Touch-Panel = Priorität 1

Zentrale Überwachung und Steuerung der Tore im Normalfall

  • Betätigungsebene "Vor Ort" = Priorität 2

Die elektromechanischen Seilwinden und die Schützzylinder sind direkt vor

Ort zu bedienen. Die Steuerung der Komponenten von der Vor-Ort-

Betätigungsebene erfolgt unter Umgehung der Automatisierungsprozesse.

Zusätzlich sind für die Schützzylinder und den Torantrieb Handräder

vorgesehen, für die Seilwinden steht bei Stromausfall ein weiterer

Dieselmotor für den stromlosen Betrieb zur Verfügung.

Die Vor-Ort-Steuerstelle gilt als reine Reparatur- und Not-Bedienebene.

  • Not-Aus-Betätigung

Not-Aus-Taster sind an jedem Antrieb und am Schaltpult vorgesehen. Bei der

Betätigung werden jeweils Antriebsgruppen oder verfahrenstechnisch

zusammenhängende Bereiche abgeschaltet.

Das neu zu errichtende Binnenhaupt mit dem neuen Verschlusskörper und der

zugehörigen Antriebstechnik führt bezogen auf die Torbewegungen und die

prinzipielle Funktionsweise der Tore zu keinen wesentlichen Veränderungen

gegenüber der vorhandenen Anlage. Die Vorbereitungen und der Ablauf für die

Schleusungsvorgänge sind analog dem derzeitigen Zustand.

Anlage:

Funktionsablauf

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