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Neubau des Binnenhaupts der Seeschleuse — Stahlwasserbau, Betonbau und EMSR-Technik

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 17.09.2026, 14:01 (Europe/Berlin)

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Stadt Papenburg Neubau Binnenhaupt Seeschleuse


Stadt Papenburg

Neubau Binnenhaupt der Seeschleuse

Verwertungskonzept

Inhaltsverzeichnis

  1. Veranlassung und Allgemeines ................................................................................. 2

  2. Zur Verfügung stehende Unterlagen ......................................................................... 2

  3. Baugrunduntersuchung ............................................................................................. 2

  4. Geplante Verwertung .................................................................................................. 3

4.1 Allgemein ..................................................................................................................... 3

4.2 Bereitstellung .............................................................................................................. 3

4.3 Einlagerung in alte Torkammer .................................................................................. 4

4.4 Einbau als Füllsand .................................................................................................... 4

4.5 Umwallung ................................................................................................................... 4

  1. Mengengerüst ............................................................................................................. 4

5.1 Allgemein ..................................................................................................................... 4

5.2 Bereitstellungsvolumen: ............................................................................................ 4

5.3 Verwertung/Verwendung: ........................................................................................... 5

  1. Untersuchungen, Deklarationsanalysen ................................................................... 5

  2. Verwendung der Böden .............................................................................................. 5

  3. Baubegleitung / Dokumentation ................................................................................ 5


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  1. Veranlassung und Allgemeines Im Zusammenhang mit dem Neubau des Binnenhaupts der Seeschleuse Papenburg werden für die Herstellung der Anlagen Erd- und Bodenarbeiten erforderlich. Dabei fällt eingeschränkt einbaufähiges Material an, das vor Ort in die alte Torkammer eingelagert bzw. wieder als Füllsand eingebaut werden soll. Hier ist zu prüfen, ob bzw. welche Behandlungsmaßnahmen erforderlich werden.

  2. Zur Verfügung stehende Unterlagen Baugrundgutachten Neubau Binnenhaupt Seeschleuse Papenburg (24.1071), Schmitz+Beilke, Oldenburg Orientierende bodenschutz- und abfallrechtliche Untersuchungen (dc-26P 102) Seeschleuse Papenburg, Böker und Partner, Oldenburg Sediment Hafen 1, Prüfbericht Nr. 100626813e, CUA Emden GmbH 08.07.2026

  3. Baugrunduntersuchung Zur Erkundung der Bodenverhältnisse wurden bauseits wasser- und landseitig Trockenbohrungen (B), Kleinbohrungen (BS) sowie Drucksondierungen (CPT) ausgeführt (Celler Brunnenbau GmbH). Der anstehende Boden kann vereinfacht der geologischen Schichtenfolge zugeordnet werden:

  • Deckschichten (holozäne Ablagerungen und holozäne Auffüllungen, lockere gelagerte fluviatilen Sandablagerungen)
  • Obere Sande (fluviatilen Sandablagerungen)
  • Schluffablagerungen (Ton- und Schluffablagerungen, Torf)
  • Torf, kohleartig (Ton- und Schluffablagerungen, Torf)
  • Untere Sande (glazialfluviatilen Sandablagerungen)

Bei den anschließenden Laboruntersuchungen wurden die Bodenproben visuell begutachtet, die bautechnische Klassifizierung überprüft und weitergehende bodenmechanische Laboranalysen ausgeführt.

Es erfolgte seitens des Baugrundgutachters (Schmitz+Beilke Ingenieure, Oldenburg) eine erste Einteilung des Baugrundes zu Homogenbereichen in Abhängigkeit von den auszuführenden Gewerken. In Abhängigkeit von der weiteren Planung sollten die angegebenen Homogenbereiche unter Berücksichtigung der projektspezifischen Randbedingungen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit weiter überprüft werden.

Innerhalb der orientierenden bodenschutz- und abfallrechtlichen Untersuchungen durch das Büro Böker und Partner (Analytik: Labor Luers GmbH, Bremen) wurden als Ersteinschätzung nähere Angaben zu den umweltrelevanten Inhaltsstoffen gemacht und gutachterlich beurteilt (vgl. Böker und Partner 2026). Gemäß des oben beschriebenen geologischen Aufbaus lassen sich die zu bewertenden Bodenarten den Referenzbodenarten Sand und Lehm/Schluff zuordnen. Ein Teilbereich des Aushubs liegt im derzeitigen Hafenbecken und ist als tonig schluffiges Sediment (Schlick) zu bezeichnen. Die Analysen der Proben in den aushubrelevanten Bereichen durch Böker und Partner (2026) ergaben Hinweise auf erhöhte Gehalte an organischer Substanz (TOC) und Sulfat sowie, damit in Verbindung stehend, die elektrische Leitfähigkeit. Untergeordnet finden sich gering erhöhte EOX-


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Gehalte. In einer Probe wurde eine mäßige Erhöhung der Nickelkonzentration und in einer weiteren eine der Quecksilberkonzentration festgestellt.

Der teilweise erhöhte TOC sowie erhöhte Sulfatgehalte sind vermutlich auf die im Projektgebiet weit verbreitet anstehenden Torfe sowie die beschriebenen humosen Anteile in den erbohrten Böden zurückzuführen. Die erhöhten TOC und Sulfatgehalte-Gehalte und in deren Folge die erhöhten Leitfähigkeiten sind überwiegend auf den natürlichen geogenen Hintergrund zurückzuführen und demnach nicht als Schadstoff bzw. Hinweis auf eine anthropogene Bodenveränderung zu werten. Bei der Betrachtung der auszubauenden Sedimente (Schlick) ist der sehr hohe Wassergehalt zu beachten. Die vorliegenden Sedimentanalysen aus dem Nahbereich des Binnenhauptes weisen für die hafentypischen Verbindungen der Organozinnverbindungen und hier speziell der Vertreters Tributylzinn (TBT) unauffällige Konzentrationen aus, die mit 4 µg/kg deutlich unterhalb des Zielwertes für Sedimente der WRRL von 25 µg/kg liegen (IDV 2026). Keine der Proben aus dem Aushubbereich überschreitet in der abfallrechtlichen Beurteilung die Zuordnung zur Einbauklasse BM-F 3/BG-F3. Die Probe der natürlich anstehenden fluviatilen Sande ist dem BG-0 Wert zuzuordnen. Für die fachgerechte Behandlung, Entsorgung bzw. Einbau des geplanten Aushubbodens ist gemäß Empfehlungen des vorliegenden Baugrundgutachtens auf Basis der vorliegenden Ergebnisse ein Verwertungskonzept zu erstellen.

  1. Geplante Verwertung

4.1 Allgemein Es ist geplant, den Aushub einer Wiederverwendung zuzuführen. Dazu wird der Aushub zu einer Bereitstellungsfläche für die Aufbereitung und für die Probenahmen transportiert. Nach der Aufbereitung kann der Boden in die Torkammer eingelagert, als Füllsand eingebaut und als Umwallung der Grünfläche weitergenutzt werden.

4.2 Bereitstellung Der Bodenaushub erfolgt sukzessiv gemäß geplantem Baufortschritt. Der Aushub wird getrennt nach Aushubbereichen auf der Bereitstellungsfläche gelagert, abgeplant und dokumentiert. Eine zusätzliche Trennung erfolgt im Falle von augenscheinlichen Unterschieden in der Zusammensetzung oder unerwarteten anthropogenen Inhaltsstoffen. Die Separation der verschiedenen Chargen erfolgt dabei unter besonderer Beachtung der Korngrößen und der ggf. vorhandenen Fremdstoffanteile. Die Aufteilung der Bodenchargen erfolgt dabei nach dem Anteil an verschiedenen Fremdanteilen. Um die unterschiedlich belasteten Bodenchargen sicher voneinander zu trennen und die höchstbelasteten Bereiche möglichst trennscharf und volumenreduzierend voneinander zu separieren wird maßnahmenbeginnend ggf. eine höhere Anzahl von Einzelhaufwerken abgelagert. Nach dem Endausbau können hier ggf. einzelne Haufwerke wieder zusammengefast werden. Das abgeladene und separierte Bodenmaterial mit und ohne Fremdstoffe wird auf den Bereitstellungsflächen jeweils zeitnah zu einem zusammenhängenden Bodenkörper zusammengeführt. Die Oberfläche der Haufwerke wird geglättet und durch Folie abgedeckt, so dass keine Niederschläge eindringen und ein Austrag durch Sickerwasser unterbunden wird. Ausnahme bildet hier nur der unbelastete Sand. Da der Aushub der Sedimente (Schlick) sehr hohen Wassergehalt aufweisen wird, wird hier eine Umwallung der Bereitstellungsfläche vorgesehen. Die Bereitstellungsfläche befindet sich innerhalb der Baustelle in unmittelbarer Nähe zu den Aushubpunkten. Der Wieder-Einbau erfolgt rd. 12 Monate nach Ende des Aushubs gemäß Baufortschritt.


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Da der Bodenaushub Fremd-/Störstoffe enthalten kann, ist der Boden vor Wiedereinbau aufzubereiten (z.B. sieben). Nachdem die Aufbereitung abgeschlossen ist, werden die Haufwerke beprobt und gem. der Analysenergebnisse der Deklarationsanalytik ordnungsgemäß verwertet oder entsorgt. Die Probenahme zur weiteren Deklarations-Analyse sind nach dem Aufbereiten zu ziehen, um eine nachträgliche Veränderung bzw. Vermischung zu vermeiden. Der Rahmen für den Einsatz einer mobilen Aufbereitungsanlage ist vorab zu klären.

4.3 Einlagerung in alte Torkammer Die Torkammer ist ein Kasten mit seitlichen Stahlspundwänden und einer rd. 2,50 m dicken Beton/Stahlbetonsohle. Einseitig befindet sich noch die Torkammereinfahrt auf gesamter Höhe. Nach dem dauerhaften Verschließen der Torkammereinfahrt mit einer Stahlspundwand ist die Torkammer zu allen Seiten und nach unten hydraulisch vom umgebenden Grundwasser getrennt. Eine Gefahr für das Schutzgut Grundwasser besteht daher nicht. Damit anfallendes Niederschlagswasser nicht in den aufbereiteten Boden dringen kann, wird oberhalb des eingelagerten Bodens, unterhalb des Betonholms, eine Dichtungsschicht (Bentonitmatten) eingebaut, auf der eine Drainageleitung das anfallende Sickerwasser auffängt und in die Schleusenkammer ableitet. Insgesamt entsteht so ein nach allen Seiten geschlossener Kasten. Das Volumen von Torkammersohle bis zur Unterkante des Betonholmes beträgt rd. 2.460 m³.

4.4 Einbau als Füllsand Ein Teil des Bodenaushubs besteht aus Sand, der als Füllsand im Bereich von Bodenaustausch (Pumpengang, Fangedamm) weitergenutzt werden kann.

4.5 Umwallung Die südliche Bereitstellungsfläche soll im Nachgang als Stellfläche für Trailer des Yachtvereins genutzt werden können. Als Sichtschutz ist hier westlich und nördlich der Fläche ein bis rd. 2,00 m hohe Umwallung geplant.

  1. Mengengerüst

5.1 Allgemein Im anliegenden Übersichtsplan sind die Aushubbereiche (1 – 7) und die Bereitstellungsflächen dargestellt. Die einzelnen Aushubmengen wurden anhand der beigefügten Tabelle ermittelt. Dazu werden die Tiefenlagen der einzelnen Schichten dem Baugrundgutachten entnommen und bis zur erforderlichen Aushubtiefe für das Bauwerk dargestellt. Dabei werden neben den technisch erforderlichen Aushubsohlen auch die statisch erforderlichen Tiefenlagen (z.B. Austausch Weichschichten) berücksichtigt. Für die einzelnen Schichten werden die Teilvolumina ermittelt und die Homogenbereiche festgelegt.

5.2 Bereitstellungsvolumen: Gesamtaushubmenge: rd. 4.550 m³ Bereitstellungsfläche: Fläche 1: rd. 1.800 m² Volumen bei 2,00 m Höhe rd. 3.200 m³ Fläche 2: rd. 800 m² Volumen bei 2,00 m Höhe rd. 1.400 m³ Gesamtvolumen bei 2,00 m Höhe rd. 4.600 m³


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Fazit: Bei 2,00 m Höhe kann der gesamte Aushub auf beiden Teilflächen untergebracht werden.

5.3 Verwertung/Verwendung: Gesamtaushubmenge: rd. 4.550 m³ Davon: zum Wiedereinbau geeigneter Füllsand: rd. 630 m³ zum Einbau in Torkammer bis Unterkante Betonholm rd. 2.460 m³ zum Einbau in Umwallung der Grünfläche, 2,00 m hoch 1.450 m³

  1. Untersuchungen, Deklarationsanalysen Nachdem die Aufbereitung abgeschlossen ist, werden die Haufwerke beprobt und gem. der Analysenergebnisse der Deklarationsanalytik ordnungsgemäß verwertet oder entsorgt. Der Analysenumfang für die Deklarationsanalytik entspricht der EBV (2021), Anhang 1, Tabelle 3, Spalte BM 0*. Bei begründeten Auffälligkeiten ist der Parameterumfang ggf. anzupassen.

  2. Verwendung der Böden Die Verwendung / Verwertung der untersuchten Böden erfolgt ausschließlich nach Freigabe durch die Baubegleitung

  3. Baubegleitung / Dokumentation Die ausgebauten Mengen werden baubegleitend durch eine sachkundige Person dokumentiert. Die Ergebnisse der Deklarationsanalysen sowie die abfallrechtliche Beurteilung und die zugehörigen Verwertungs- oder ggf. Entsorgungswege werden zur Vorlage bei der zuständigen Behörde zur Abstimmung zusammengestellt. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Ergebnisse in einem Abschlussbericht dokumentiert.

Anlagen: 1 Lageplan Flächen / Höhen 2 Lageplan Bereitstellungsflächen 3 Mengenermittlung 4 Untersuchungsbericht Böker und Partner (2026) 5 Sediment Hafen 1, Prüfbericht Nr. 100626813e, CUA Emden GmbH 08.07.2026


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