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ERDBAULABOR SCHEMM GmbH
INGENIEURBÜRO
Baugrundbeurteilungen – Gründungsberatungen/Gutachten, Erdstatische Berechnungen, Beweissicherungen Kontrollprüfungen für den Erd–, Grund- und Straßenbau, Bohrungen, Sondierungen, Rammkernsondierungen
Baugrunduntersuchung, Baugrundbeurteilung
und Gründungsberatung
2. Fassung
Bauvorhaben: NB Grundschule Brockhagen Fröbelstr. ehem. Kellerstr. 20 33803 Steinhagen
Bauherr: Gemeinde Steinhagen
Bearbeitungs-Nr.: 12.246
Bearbeiter: Dipl.-Ing. Marjeh
Verteiler: Gemeinde Steinhagen Am Pulverbach 25 33803 Steinhagen
Borgholzhausen, den 28.10.2024
Zeichen: 12246 NB Grundschule Brockhagen, Fröbelstr. in Steinhagen-Brockhagen, 2. Fassung
Hesselteicher Str. 71 Telefon: 05425 / 94 42 - 0 Kreissparkasse Halle 33829 Borgholzhausen Fax: 05425 / 94 42 - 44 BLZ 480 515 80 info@erdbaulabor-schemm.de Kto.-Nr. 54684 www.erdbaulabor-schemm.de ERDBAULABOR SCHEMM GmbH - INGENIEURBÜRO Geschäftsführer: Dipl.-Ing. M. B. Marjeh Handelsregister HRB 7596
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Inhalt
1 Vorgang und Bauvorhaben .......................................................................................... 4
2 Unterlagen ................................................................................................................... 4
3 Art, Umfang und Zeitpunkt der Untersuchungen ......................................................... 5
4 Baugrundaufbau .......................................................................................................... 6
5 Ergebnisse der Rammsondierungen ........................................................................... 7
6 Grundwasser ............................................................................................................... 7
7 Bezeichnung der Böden und bodenmechanische Kennwerte ..................................... 8
8 Homogenbereiche ..................................................................................................... 12
8.1 Homogenbereich nach DIN 18320 (Landschaftsbauarbeiten) ............................ 12
8.2 Homogenbereiche nach DIN 18300 (Erdarbeiten) ............................................. 13
9 Folgerungen für die Gründung .................................................................................. 15
9.1 Baugrundbeurteilung, Allgemeines..................................................................... 15
9.2 Baugrundbeurteilung .......................................................................................... 15
10 Gründung .................................................................................................................. 17
11 Bauwerksabdichtung und Dränagen ......................................................................... 18
12 Baugrube, Wasserhaltung und besondere Baumaßnahmen ..................................... 18
13 Beurteilung der Möglichkeit einer Regenwasserversickerung ................................... 20
14 Zusammenfassung, Weiteres .................................................................................... 21
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Anlagen
1 Körnungslinien
2 Lageplan M. 1 : 500
3 Profilschnitte und Widerstandsdiagramme M. 1 : 50
Anhang
Analyseergebnisse der HBICON GmbH, Bielefeld
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1 Vorgang und Bauvorhaben
Die Gemeinde Steinhagen plant in Brockhagen den Neubau eines Schulgebäudes. Das
neue nicht unterkellerte 2-geschossige Schulgebäude ist mit 2 zueinander versetzten tra-
pezförmigen Baukörpern (Lerncluster 1 + 2) mit den max. gesamt-Grundrissabmessungen
ca. 65 m x 30/27 m geplant. Die im Grundrissbereich des Neubaus befindlichen teilunter-
kellerten Bestandsgebäude werden abgerissen. Die OKFF EG des Bestandes liegt bei
77,84 m NN, das Baunull = OKFF EG des Neubaus ist bei 77,46 m NN festgelegt.
Das Gelände im Grundrissbereich des Neubaus liegt zwischen ca. 76,27 m NN und ca.
77,67 m NN und weist somit einen Höhenunterschied von ca. 1,4 m auf.
Unser Büro wurde beauftragt, den Baugrund zu untersuchen und ein Gründungsgutachten
auszuarbeiten. Weiterhin soll die Möglichkeit einer Regenwasserversickerung beurteilt
werden.
2 Unterlagen
Für die Bearbeitung standen uns die folgenden Unterlagen zur Verfügung:
U/1 Auftrag vom 27.09.2022/Nachtragsauftrag vom 10.10.2024 U/2 Lageplan M. 1 : 500 U/3 Grundrisse EG/OG/UG M. 1 : 200 U/4 2 Schnitte und 4 Ansichten M. 1 : 200
Weiterhin wurde die Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen, Maßstab 1 : 100.000,
hinzugezogen.
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3 Art, Umfang und Zeitpunkt der Untersuchungen
Zur Erkundung des Untergrundes wurden am 12.10.2022 insgesamt 7 Kleinrammbohrun-
gen (RKB 1 bis 7) gemäß DIN EN ISO 22475-1 planmäßig bis 5,0/6,0 m unter Bohransatz-
punkt (AP) abgeteuft.
Zur Abschätzung der Tragfähigkeiten bzw. der Lagerungsdichten des Untergrundes wurde
neben jeder Kleinrammbohrung eine Rammsondierung (DPM 1 bis 7) mit der mittelschwe-
ren Rammsonde DPM-10 gemäß TP BF-StB, Teil B 15.1, gleichtief niedergebracht.
Aus der Rammkernbohrung RKB 3 wurde eine Grundwasserprobe entnommen, die bei der
HBICON GmbH, Bielefeld, hinsichtlich der Betonaggressivität nach DIN 4030 untersucht
wurde (Ergebnis s. Kapitel 6).
Der Anlage 2 sind die Ansatzpunkte der Aufschlüsse zu entnehmen. Die Sondierprofile mit
den Rammdiagrammen sind in der Anlage 3 gemäß DIN 4023 farbig dargestellt.
Nach Beendigung der Feldarbeiten wurden die Ansatzpunkte auf den Festpunkt
FP = 77,84 m NN = OKFF EG Bestand in der südlich des Bauvorhabens verlaufenden
Virchowstraße eingemessen (s. Anlage 2). Die Höhen sind in der Tabelle 1 zusammenge-
stellt.
Tabelle 1: Höhen der Ansatzpunkte
| Ansatzpunkt | Höhe [m NN] |
|---|---|
| RKB/DPM 1 | 77,54 |
| RKB/DPM 2 | 77,42 |
| RKB/DPM 3 | 76,27 |
| RKB/DPM 4 | 76,42 |
| RKB/DPM 5 | 77,06 |
| RKB/DPM 6 | 77,57 |
| RKB/DPM 7 | 77,67 |
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Zur Ermittlung von bodenmechanischen Kennziffern wurden in unserem Labor an reprä-
sentativem Probenmaterial folgende Versuche durchgeführt:
Ansprache von 46 gestörten Bodenproben
- 6 Bestimmungen der Korngrößenverteilungen durch Siebanalyse gem. DIN EN ISO 17892-4
- 6 Bestimmungen der Wassergehalte durch Ofentrocknung gem. DIN EN ISO 17892-1
Die Ergebnisse der Wassergehaltsbestimmungen sind an die Schichtenprofile in der An-
lage 3 angetragen.
Die manuelle und visuelle Bodenprobenansprache wurde durch die stichprobenartig durch-
geführten labortechnischen Bestimmungen der Korngrößenverteilungen (s. Anlage 1) be-
stätigt.
4 Baugrundaufbau
Die Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen weist im Untersuchungsbereich
weichsel-kaltzeitliche (Quartär; Oberpleistozän) Niederterrassen der Ems oder der
Lippe (Sand, Schluff, Kies) sowie Flugsande auf.
Unterhalb des 0,2 bis 0,4 m dicken sandigen Mutterbodens/aufgefüllten Mutterbodens
bzw. dem Pflaster (RKB 1) wurden bei RKB 1, 3, 6 und 7 Auffüllungen/vermutliche Auf-
füllungen bis in Tiefen zwischen 1,0 und 2,0 m unter Gelände festgestellt. Bei diesen han-
delt es sich überwiegend um Sande oder Kiese, die zum Teil schwach verlehmt sind. In
den Auffüllungen wurden zum Teil Ziegel- und Wurzelreste festgestellt.
Unter den Auffüllungen und dem Mutterboden beginnt der gewachsene Baugrund in Form
von Niederterrassensanden. Die sind vorwiegend als schwach schluffiger, schwach grob-
sandiger, schwach kiesiger Fein- bis Mittelsand zusprechen.
Bei der Kleinrammbohrung RKB 3 wurde ab 5,5 m Tiefe steifer bis halbfester Beckenton
aus schluffigem, schwach feinsandigem Ton festgestellt.
Tel.: 05425/9442-0, Fax: 05425/9442-44, Hesselteicher Str. 71, 33829 Borgholzhausen, info@erdbaulabor-schemm.de, www.erdbaulabor-schemm.de ERDBAULABOR SCHEMM GmbH - INGENIEURBÜRO Handelsregister HRB 62039
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Der genaue Baugrundaufbau mit Antragung der Bodenklassen nach DIN 18300:2012
und der Bodengruppen nach DIN 18196 kann der Anlage 3 entnommen werden.
5 Ergebnisse der Rammsondierungen
Aus den Widerstandsdiagrammen (Anzahl der Schläge/10 cm Eindringtiefe = N ) der 10
mittelschweren Rammsonden DPM-10 ist abzuleiten, dass die Auffüllungen/vermutli-
chen Auffüllungen sowie die oberflächennahen gewachsenen Sande bis in Tiefen zwi-
schen ca. 1,0 und 2,5 m vorwiegend nur sehr locker bis locker und nur lagenweise mit-
teldicht gelagert sind.
Die tiefer anstehenden Sande sind mitteldicht bis sehr dicht gelagert.
6 Grundwasser
Bei den Feldarbeiten im Oktober 2022 wurde bei allen Kleinrammbohrungen Grundwasser
zwischen 2,0 und 3,0 m unter Gelände bzw. zwischen 75,02 und 74,22 m NN angebohrt.
Nach dem Bohrende stellten sich die Ruhewasserstände ebenfalls zwischen 2,0 und 3,0 m
unter Gelände bzw. zwischen 75,02 und 74,22 m NN ein.
Die Vernässungen/Wasserführungen sind durch die Symbole ¨¨¨ an die Profilschnitte in
der Anlage 3 angetragen.
Nach langanhaltenden Niederschlägen ist mit einem Anstieg der Wasserstände zu
rechnen. Das Grundwasser kann in Folge der guten Durchlässigkeit der Sande in nieder-
schlagsreichen Zeiten schnell ansteigen.
Eine ca. 300 m westnordwestlich gelegene Grundwassermessstelle (III/4 LGD Brockhagen
Nr. 020103049) zeigt Höchstwasserstände von 0,35 m unter dortiger GOK. Weiterhin ist
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die Nähe (ca. 175 m weiter südlich) zum Überschwemmungsgebiet des Abrooksbaches zu
beachten. Für den Neubau sollte somit ein
Bemessungswasserstand = Höhe der tiefsten GOK bzw. in Höhe verlegter Ringdränagen (zur Fixierung zum Beispiel un- ter den Kellerlichtschächten)
zugrunde gelegt werden.
Die aus der Kleinrammbohrung RKB 3 entnommene und bei der HBICON GmbH in Biele-
feld hinsichtlich der chemischen Betonaggressivität nach DIN 4030 analysierte Grundwas-
serprobe weist im Ergebnis
„keinen nennenswerten Betonangriffsgrad
auf. Die Analyseergebnisse im Einzelnen sind dem beigefügten Anhang zu entnehmen.
7 Bezeichnung der Böden und bodenmechanische Kennwerte
Durch die manuelle und visuelle Beurteilung des Bohrgutes sowie aufgrund unserer Erfah-
rungen mit geologisch und bodenmechanisch vergleichbaren Böden, können den ange-
troffenen Hauptbodenarten folgende bodenmechanischen Kennwerte und Eigenschaften
zugeordnet werden:
a) Mutterboden/aufgefüllter Mutterboden
Benennung (DIN EN ISO 14688-1:2013) Sand; schluffig, schwach kiesig, stark hu- mos
Bodengruppe (DIN 18196) OH Bodenklasse (DIN 18300:2012) 1
Da der aufgefüllte Mutterboden/organische Oberboden restlos aus dem Lastabtragungsbe- reich des Neubaus zu entfernen und somit gründungstechnisch ohne Relevanz ist, wird hier auf die Angabe von bodenmechanischen Kennziffern verzichtet.
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b) Auffüllungen/vermutliche Auffüllungen
Benennung (DIN EN ISO 14688-1:2013) Feinsand; mittelsandig, grobsandig, schwachkiesig, schwach schluf- fig, schwach humos bis humos Sand; kiesig, schwach schluffig, humos und Kies; stark sandig Zum Teil Ziegel- und Wurzelreste
Bodengruppe (DIN 18196) SU und GE Bodenklasse (DIN 18300:2012) 3 Bodenklasse (DIN 18301:2012) BN 1 Lagerungsdichte sehr locker bis locker
Hinweis: Grobe Bestandteile können durch die Kleinrammbohrungen nicht bestimmt wer- den. In den (vermutlichen) Auffüllungen können aber erfahrungsgemäß auch gröbere Steine/Blöcke vorhanden sein, die dann eine Einstufung in die Bodenklasse 5, ggf. auch 6-7 erfordern.
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c) Niederterrassensande
Benennung (DIN EN ISO 14688-1:2013) vorwiegend Fein- bis Mittelsand; schwach schluffig, schwach grob- sandig, schwach kiesig, teils ober- flächennah schwach humos bis humos
Bodengruppe (DIN 18196) SE/SU Bodenklasse (DIN 18300:2012) 3 Bodenklasse (DIN 18301:2012) BN 1 Lagerungsdichte oberflächennahe humose Sande vorwiegend sehr locker bis locker und lagenweise mitteldicht, tiefer anstehende Sande überwie- gend mitteldicht bis sehr dicht
Frostempfindlichkeits- ZTV E-StB 17 F 1-2 (nicht bis gering/mittel frost- klasse empfindlich)
Verdichtbarkeitsklasse ZTV A-StB 97 V 1
Wichte, erdfeucht g = 16,5-19,0 kN/m³ k Wichte unter Auftrieb g ' = 8,5-11,0 kN/m³ k Wasserdurchlässigkeit k ≤ 3,0 x 10-4 m/s f,k Reibungswinkel j ' = 28,0-35,0° k Kohäsion c' = 0,0 kN/m² k Steifemodul E = 15,0-70,0 MN/m² s,k
Tel.: 05425/9442-0, Fax: 05425/9442-44, Hesselteicher Str. 71, 33829 Borgholzhausen, info@erdbaulabor-schemm.de, www.erdbaulabor-schemm.de ERDBAULABOR SCHEMM GmbH - INGENIEURBÜRO Handelsregister HRB 62039
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d) Beckenton
Benennung (DIN EN ISO 14688-1:2013) Ton; schluffig, schwach feinsandig
Bodengruppe (DIN 18196) TM Bodenklasse (DIN 18300:2012) 4 Bodenklasse (DIN 18301:2012) BB2/3 Konsistenz steif bis halbfest
Frostempfindlichkeits- ZTV E-StB 17 F 3 (sehr frostempfindlich) klasse
Verdichtbarkeitsklasse ZTV A-StB 97 V 3
Wichte, erdfeucht g = 18,0 kN/m³ k Wichte unter Auftrieb g ' = 8,0 kN/m³ k Wasserdurchlässigkeit k ≤ 1,0 x 10-8 m/s f,k Reibungswinkel j ' = 24,0-26,0° k Kohäsion c' = 4,0 – 7,0 kN/m² k Steifemodul E = 10,0-15,0 MN/m² s,k
Tel.: 05425/9442-0, Fax: 05425/9442-44, Hesselteicher Str. 71, 33829 Borgholzhausen, info@erdbaulabor-schemm.de, www.erdbaulabor-schemm.de ERDBAULABOR SCHEMM GmbH - INGENIEURBÜRO Handelsregister HRB 62039
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8 Homogenbereiche
Durch die manuelle und visuelle Beurteilung des Bohrgutes sowie aufgrund unserer Erfah-
rungen mit geologisch und bodenmechanisch vergleichbaren Böden können den ange-
troffenen Bodenarten Eigenschaften und Kennwerte zugeordnet und die Bodenschichten
in folgenden Homogenbereich eingeteilt werden:
8.1 Homogenbereich nach DIN 18320 (Landschaftsbauarbeiten)
Tabelle 2: Eigenschaften und Homogenbereich nach DIN 18320
| Homogenbereich A | |
|---|---|
| Ortsübliche Bezeichnung | Mutterboden/aufgefüllter Mutterboden1 |
| Bodengruppen | |
| Bodengruppe DIN 18196 | OH |
| Bodengruppe DIN 18915 | 2, 4 |
| Massenanteil Steine, Blöcke und große Blöcke (untere-obere Werte in M.-%) | |
| Steine und Blöcke2 | 0-10 |
| Große Blöcke2 | 0-1 |
1 Genaue Benennung siehe Bohrprofile 2 durch Kleinrammbohrungen nicht erfassbar, abgeschätzt aus Erfahrungswerten
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8.2 Homogenbereiche nach DIN 18300 (Erdarbeiten)
Tabelle 3: Eigenschaften und Homogenbereich nach DIN 18300
| Homogenbereich B | |
|---|---|
| Ortsübliche Bezeichnung | Auffüllungen/vermutliche Auffüllungen1 |
| Korngrößenverteilung Boden (untere-obere Werte in M.-%) | |
| Ton | 0-4 |
| Schluff | 0-15 |
| Sand | 30-95 |
| Kies | 0-70 |
| Steine und Blöcke2 | 0-5 |
| Große Blöcke2 | 0-3 |
| Eigenschaften / Kennwerte | |
| Dichte ρ [g/cm³] | 1,6-1,70 |
| Undränierte Scherfestigkeit c [kN/m²] u | - |
| Wassergehalt w [M.-%] n | 3-20 |
| Plastizitätszahl I [%] P | |
| Plastizität [ - ] | |
| Konsistenzzahl I [ - ] c | - |
| Konsistenz [ - ] | - |
| Lagerungsdichte I [%] D | 5-35 |
| Lagerung [ - ] | sehr locker bis locker |
| Organischer Anteil V [M.-%] gl | 0-6 |
| Bodengruppe DIN 18196 [ - ] | SU/GE |
| Umweltrelevante Merkmale | |
| Zuordnung nach LAGA TR Boden / DepV | nicht analysiert |
1 Genaue Benennung siehe Bohrprofile 2 Durch Kleinrammbohrungen nicht erfassbar, abgeschätzt aus Erfahrungswerten
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Tabelle 4: Eigenschaften und Homogenbereich nach DIN 18300
| Homogenbereich C | |
|---|---|
| Ortsübliche Bezeichnung | Niederterrassensande1 |
| Korngrößenverteilung Boden (untere-obere Werte in M.-%) | |
| Ton | 0-4 |
| Schluff | 0-15 |
| Sand | 85-100 |
| Kies | 0-30 |
| Steine und Blöcke2 | 0-5 |
| Große Blöcke2 | 0-3 |
| Eigenschaften / Kennwerte | |
| Dichte ρ [g/cm³] | 1,65-1,90 |
| Undränierte Scherfestigkeit c [kN/m²] u | - |
| Wassergehalt w [M.-%] n | 4-20 |
| Plastizitätszahl I [%] P | - |
| Plastizität [ - ] | - |
| Konsistenzzahl I [ - ] c | - |
| Konsistenz [ - ] | - |
| Lagerungsdichte I [%] D | 5-95 |
| Lagerung [ - ] | oberflächennahe humose Sande vorwie- gend sehr locker bis locker und lagen- weise mitteldicht, tiefer anstehende Sande überwiegend mit- teldicht bis sehr dicht |
| Organischer Anteil V [M.-%] gl | 0-4 |
| Bodengruppe DIN 18196 [ - ] | SE/SU |
| Umweltrelevante Merkmale | |
| Zuordnung nach LAGA TR Boden / DepV | nicht analysiert |
1 Genaue Benennung siehe Bohrprofile 2 Durch Kleinrammbohrungen nicht erfassbar, abgeschätzt aus Erfahrungswerten
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9 Folgerungen für die Gründung
9.1 Baugrundbeurteilung, Allgemeines
Die geologischen Verhältnisse sind nur für den Bereich um den jeweiligen Aufschlusspunkt
herum repräsentativ. Entsprechend dem Abstand der Bodenaufschlüsse muss eine lineare
Interpolation des Schichtenverlaufes zwischen den Bohrpunkten nicht immer exakt mit der
Wirklichkeit übereinstimmen.
Die Dicke des Mutterbodens / der Auffüllungen ist wegen der Stauchung in der Rammkern-
sonde nicht genau erfassbar. Auch sind bei den Kleinrammbohrungen mit geringem Durch-
messer gröbere Bestandteile oder evtl. vorhandene Fremdstoffe häufig nicht erkennbar.
Deshalb empfehlen wir zusätzlich Baggerschürfe auszuführen, wenn der Mutterboden / die
Auffüllungen genauer erkundet werden sollen.
Sollten während der Baumaßnahmen beim Aushub des Bodens Veränderungen des
Schichtenverlaufes festgestellt werden, so ist unser Büro zur Festlegung eventueller
weiterer Maßnahmen kurzfristig zu benachrichtigen.
Örtlich auf der Baustelle vorhandene Verhältnisse sind maßgebend.
9.2 Baugrundbeurteilung
Wie in Kapitel 1 ausgesagt, ist der Neubau eines Schulgebäudes geplant. Das neue nicht
unterkellerte 2-geschossige Schulgebäude ist mit 2 zueinander versetzten trapezförmigen
Baukörpern (Lerncluster 1 + 2) mit den max. gesamt-Grundrissabmessungen ca. 65 m x
30/27 m geplant. Die im Grundrissbereich des Neubaus befindlichen teilunterkellerten Be-
standsgebäude werden abgerissen. Die OKFF EG des Bestandes liegt bei 77,84 m NN,
Das Baunull = OKFF EG des Neubaus ist bei 77,46 m NN festgelegt.
Das Gelände im Grundrissbereich des Neubaus liegt zwischen ca. 76,27 m NN und ca.
77,67 m NN und weist somit einen Höhenunterschied von ca. 1,4 m auf.
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Somit wird das Gelände nach Abtrag des Mutterbodens vorwiegend aufgefüllt. Vor Einbau
der Geländeauffüllungen sind das Planum bzw. die vorhandene Auffüllung sowie der an-
stehende Sand intensiv zu verdichten. Danach können die Geländeauffüllungen lagen-
weise je Lage max. 30 cm eingebaut und ebenfalls intensiv verdichtet werden.
Als Baustoff für die Geländeauffüllungen ist Kiessand der Bodengruppe GW/SW, grob-
körniges Brechkorn der Körnung 0/32 oder 0/45 mm mit Feinanteilen von < 5 % zu
verwenden.
Die Geländeauffüllungen sollten lagenweise je Lage max. 30 cm eingebaut und verdichtet
werden.
Bei der Verdichtung des Planums und der Geländeauffüllungen ist ein Verdichtungsgrad
von D = 100 % der einfachen Proctordichte zu erreichen. pr
Die Verdichtung muss gemäß ZTV E-StB 17 kontrolliert und geprüft werden
Nach den Erkundungsergebnissen handelt es sich oberflächennah um 0,2 bis 0,4 m dicken
Mutterbodens/aufgefüllten Mutterboden und zum Teil um Pflaster (RKB 1). Darunter wur-
den bei RKB 1, 3, 6 und 7 Auffüllungen/vermutliche Auffüllungen bis in Tiefen zwischen 1,0
und 2,0 m unter Gelände festgestellt.
Unter den Auffüllungen sowie unter dem Mutterboden wurden Niederterrassensanden auf-
geschlossen. In der Kleinrammbohrung RKB 3 wurde ab 5,5 m Tiefe steifer bis halbfester
Beckenton angetroffen.
Die Auffüllungen/vermutlichen Auffüllungen sowie die oberflächennahen gewachse-
nen Sande sind bis in Tiefen zwischen ca. 1,0 und 2,3 m vorwiegend nur sehr locker
bis locker und nur lagenweise mitteldicht gelagert und deshalb nicht bzw. nur sehr
gering bis mäßig trägfähig.
Die tiefer anstehenden Sande sind vorwiegend mitteldicht bis sehr dicht gelagert und
somit gut tragfähig.
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10 Gründung
Aus bodenmechanischer Sicht kann der Neubau flach auf Streifen- bzw. Einzelfunda-
menten unterhalb der lockeren Auffüllungen und humosen Sanden in mind. mitteldicht ge-
lagerten Sanden bzw. in den nachweislich gut und ausreichend verdichteten Auffüllungen
gegründet werden.
Wir haben die Grenze zwischen gering/nicht und mittel/gut tragfähigem Baugrund an die
Profilschnitte in der Anlage 3 als „Gt erf.“ angetragen.
Bei planmäßig nicht ausreichender Fundamenttiefe können diese über die statische Fun-
damenthöhe hinaus in Fundamentbreite mit Unterbeton tiefer geführt werden.
Örtliche Verhältnisse sind maßgebend, Baugrubenabnahmen werden empfohlen.
Bei der Dimensionierung der Gründung sollten der Bemessungswert des Sohlwiderstan-
des und der charakteristische Wert der Bettungsziffer von
Streifenfundamente s = 350 kN/m² (Mindestabmessungen: b/h = 0,50/0,60 m) R,d (b = Fundamentbreite, h = Einbindetiefe) k = 25 MN/m³ (Bettungsziffer) s,k
Einzelfundamente s = 390 kN/m² (Mindestabmessungen: a/b/h = 1,00/1,00/0,60 m) R,d (a/b = Fundamentbreite u. -länge h = Einbindetiefe)
nicht überschritten werden. Bei den Bemessungswerten sind die Sicherheitsfaktoren zu berücksichtigen (Abminderung). Die zulässigen Bodenpressungen betragen somit s = zul 250 kN/m² für die Streifenfundamente und s = 280 kN/m² für die Einzelfundamente. zul
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Nach überschlägigen Berechnungen ist mit Gesamtsetzungen in einer Größenordnung von ca. s ≤ 1,5 cm zu rechnen.
Alle Außenfundamente sind mind. 0,8 m (frostfrei) unter späterer GOK zu gründen. Die
Sohle ist hier freitragend zu bemessen.
Sollen höhere Sohlspannungen zugelassen werden, so sind die Fundamente tiefer zu grün-
den und gesonderte Standsicherheitsnachweise sowie Setzungsberechnungen durchzu-
führen.
11 Bauwerksabdichtung und Dränagen
Ein stark wasserdurchlässiger Untergrund (k > 10-4 m/s) liegt meist nur bei lockerer bis f
mitteldichter Lagerung vor. Bei verdichtetem und durch Bauarbeiten verschmutztem Unter-
grund muss damit gerechnet werden, dass der Untergrund weniger durchlässig wird und
sich Wasser vor einbindenden Bauteilen zeitweise aufstaut.
Deshalb sollte die Sohle über GOK angeordnet, eine kapillarbrechende Schicht eingebaut
und das Außengelände um das Gebäude mit Gefälle weg von diesem profiliert werden.
Dann genügt eine Abdichtung nach DIN 18533 gegen Bodenfeuchte (Wassereinwir-
kungsklasse W1.1-E nach DIN 18533-1:2017).
12 Baugrube, Wasserhaltung und besondere Baumaßnahmen
Bei ausreichendem Platzangebot und funktionierender Wasserhaltung können die Bau- grubenwände unter β = 45° abgeböscht werden.
Beim Abriss des Bestandes ist darauf zu achten, dass sämtliche Gründungselemente, auf-
gehenden Wände usw. entfernt werden, um für die neue Gründung „Spannungsspitzen und
Sattellagen“ zu vermeiden.
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Die erfahrungsgemäß lockeren und nicht tragfähigen Arbeitsraumverfüllungen neben den
teils unterkellerten Gebäuden sollten dabei mit aufgenommen und flache Böschungen (β = ca. 30°) hergestellt werden, um später eine ordnungsgemäße Verdichtung der Auffül-
lungen gegen das Gewachsene zu gewährleisten.
Als Baustoff für die Verfüllung der Abrissgrube ist Kiessand der Bodengruppe GW/SW oder
grobkörniges Brechkorn der Körnung 0/32 oder 0/45 mm mit Feinanteilen von < 5 % zu
verwenden. Die Verfüllung sollte lagenweise je Lage max. 30 cm eingebaut und verdichtet
werden. Dabei ist ein Verdichtungsgrad von D = 100 % der einfachen Proctordichte zu pr
erreichen.
Zwischen der Außenwand des Bestandskellers und der Kellerstraße bzw. dem Gehweg
sind eine Gasleitung und andere Versorgungsleitungen vorhanden, so dass hier die Keller-
außenwand nicht komplett entfernt werden kann. In diesem Bereich sollte die Kelleraußen-
wand bis mind. 70 cm unter dem geplanten Streifenfundament abgebrochen werden. Da-
nach ist weitgestufter Kies der Bodengruppe GW der Körnung 0/32 oder 0/45 mm in zwei
Lagen je Lage 35 cm einzubauen und bis auf 100 % der Proctordichte zu verdichten. Es
muss sichergestellt werden, dass die verbleibenden Verfüllungen des alten Arbeitsraumes
mind. mitteldicht gelagert sind. Andernfalls müssen diese abschnittsweise ausgekoffert
und durch Unterbeton ersetzt werden.
Die Verdichtung muss gemäß ZTV E-StB 17 kontrolliert und geprüft werden
Bei den erforderlichen Fundamenttieferführungen sind die Fundamentgräben und
–gruben kurzzeitig standsicher. Der Unterbeton ist unverzüglich einzubringen, d.h. der Be-
tonwagen muss bereitstehen.
Generell ist die DIN 4123 „Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich
bestehender Gebäude“ zu beachten.
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Abbildung 1: Bodenaushubgrenzen nach DIN 4123 vor bestehenden Gebäuden.
Die Ist-Gründungstiefen der Bestandsfundamente sollten vor Baubeginn durch Sich-
tung alter Unterlagen (z.B. Fundamentpläne, Schnittzeichnungen, etc.) recherchiert
und/oder durch Fundamentfreilegungen (Hand-/Baggerschürfe) erkundet bzw. über-
prüft werden.
Für die Durchführung der Erd- und Gründungsarbeiten ist eine offene Wasserhaltung mit
Dränsträngen und Pumpensümpfen einzuplanen.
Für den Abriss des Bestandes ist eine Grundwasserabsenkung, z.B. durch eine Vakuum-
anlage, für den Bedarfsfall vorzusehen, die bei hohen Grundwasserständen auch bei den
flachen Fundamenttieferführungen notwendig sein kann.
13 Beurteilung der Möglichkeit einer Regenwasserversickerung
Gemäß DWA - REGELWERK (2024) "Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versi-
ckerung von Niederschlagswasser“ sind für die dezentrale Versickerung von Nieder-
schlagswasser aus der Sicht des Bodenschutzes die standortspezifischen Eigenschaften
des Bodens und aus der Sicht des Grundwasserschutzes die Durchlässigkeit, Mächtigkeit
sowie die physikalische, chemische und biologische Leistungsfähigkeit des Sickerraumes
von grundlegender Bedeutung.
Entscheidend für die Ausbreitung der Wasserinhaltsstoffe in der ungesättigten Zone und
für die Schutzwirkung der Grundwasserüberdeckung ist nicht der für die gesättigte Zone
bestimmte k -Wert, sondern der in der ungesättigten Zone geringere k -Wert maßgeblich. f f,u
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Der entwässerungstechnisch relevante Versickerungsbereich liegt etwa in einem k-Bereich f von 10-3 bis 10-6 m/s.
Die Mächtigkeit des Sickerraumes bezogen auf den mittleren höchsten Grundwasserstand
sollte grundsätzlich mindestens 1,0 m betragen, um eine ausreichende Sickerstrecke für
eingeleitete Niederschlagsabflüsse zu gewährleisten. Das erfordert flache Versickerungs-
anlagen, da der mittlere höchste Wasserstand ca. 0,5 bis 1,0 m unter tiefstem Gelände
liegen dürfte.
Die o.g. Anforderungen an die Durchlässigkeit sind erfüllt. Somit ist der Untergrund für eine
Regenwasserversickerung mit flachen Anlagen geeignet.
14 Zusammenfassung, Weiteres
In der vorliegenden Bearbeitung wurden auf Grundlage der Baugrunderkundungen Vor-
schläge für die Gründung des Neubaus ausgearbeitet.
Bei gravierender Planänderung sollten wir zur weiteren Abstimmung benachrichtigt werden.
Werden bei den Erd- und Aushubarbeiten zwischen unseren Aufschlusspunkten veränderte
Verhältnisse festgestellt, so ist unser Büro zur Festlegung eventueller weiterer Maßnahmen
kurzfristig zu benachrichtigen.
Die Verdichtungsarbeiten sind gemäß ZTV E/SoB-StB zu überwachen und zu kon-
trollieren.
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Damit ist unser Auftrag abgeschlossen.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.
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Dipl.-Ing. Marjeh
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