2418-7-011_Gutachten_Schadstoffuntersuchungen.pdf

Malerarbeiten für Umbau und Innensanierung eines Gebäudes in Braunschweig

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Dr. rer. nat. Dieter Klages

Von der Industrie- und Handelskammer Braunschweig öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für ^t^F Technische Mikrobiologie, Umwelthygiene und mikrobielle Gewässerökologie

Gutachten

Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universi-

tat Braunschweig, Beethoven Straße 52 in 38108 Braunschweig

Auftraggeber:

Staatliches Baumanagement Braunschweig

An der Martinikirche 7

38100 Braunschweig

vertreten durch Frau Ariane Görder

Auftrag vom 05.06.2013, Vertragsnummer: 13D311034

Gutachter:

Dr. rer. nat. Dieter Klages

Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

Am Galggraben 12

38112 Braunschweig

Gutachtenerstellung 3-fach

Braunschweig, 08.07.2013

Dr. rer. nat. Dieter Klages Fon: 0531-320951 kontakt@drklages.de Postbank Hamburg Büro:AmGalggraben 12, D-38112 Braunschweig Fax:0531-320952 drklages.de Konto: 127 731 207 Labor: Juliusplatz 1, D-38350 Helmstedt Mobil: 0177-3086744 BLZ: 200 100 20 Ust-ldNr.: DE257261907 IBAN: DE36 2001 0020 0127 7312 07 BIG: PBNKDEFF

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 2 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

Inhaltsverzeichnis

Abschnitt Titel Seite

Kurzfassuna

1 Veranlassung und Aufgabenstellung 4

2 Rechtsgrundlagen 4

3 Untersuchungen 5

4 Ergebnisse 7

5 Bewertung 12

6 Weiteres Vorgehen 14

Anhang 15-20

Abbildungen 1 und 11

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 3 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

Kurzfassuna

Im Vorfeld von Sanierungs - bzw. Teilinstandsetzungsarbeiten im Gebäude 2418 (MPA/iBMB)

der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig, wurde

der unterzeichnende Gutachter für seine Einschätzung hinsichtlich des Vorkommens möglicher

Schadstoffe hinzugezogen.

Hiernach wurden die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) als die vorrangig

zu untersuchende Schadstoffgruppe benannt.

Anhand von repräsentativen Materialproben wurden im Raum 01 die Isolierpappe im Fußboden

sowie im Raum 05 die Hydraulik-Öle und die Wandverfärbungen zum Vorkommen von PAK

(nach 16 EPA) in einem akkreditierten Prüflabor untersucht.

Im Raum 01 ist die Isolierpappe mit PAK gering belastet (Summe PAK: 10,5 mg/kg, Ben-

zo(a)pyren mit 1,2 mg/kg) und daher nicht als gefährlicher Sondermüll einzustufen.

Im Raum 05 ist das Hydraulik-ÖI noch geringer mit PAK belastet (Summe PAK: 5,6 mg/kg bzw.

4,5 mg/kg, kein Benzo(a)pyren).

Im Probenmaterial von den Wandverfärbungen wurden keine PAK nachgewiesen.

Zwischen den im Raum 05 verwendeten Ölen und den Wandverfärbungen besteht demnach

höchstwahrscheinlich kein kausaler Zusammenhang.

Bei den Wandverfärbungen handelt es sich sehr wahrscheinlich um „Ausblühungen" von oxi-

dierten mineralischen Verbindungen nach Feuchte- bzw. Nässeschäden.

Die auszubauenden Baustoffe und die noch vorhandenen Hydraulik-Öle müssen nach dem gel-

tenden Abfallrecht fraktioniert gesammelt, gekennzeichnet und entsorgt werden.

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 4 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

1 Veranlassung und Aufgabenstellung

Im Vorfeld einer Sanierung bzw. Teilinstandsetzung des Gebäudes 2418 (MPA/iBMB) der

Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig, gab es

augenscheinlich Hinweise auf mögliche Schadstoff-Belastungen in den vormals als Prüflabora-

torien genutzten Räumen 01 und 05.

Während eines ersten Ortstermins am 22.05.2013 wurden die Isolierpappe (mutmaßlich „Teer-

pappe") im Fußboden von Raum 01 sowie „Alt-ÖI" auf dem Fußboden und verfärbte Wandbe-

reiche im Raum 05 als möglicherweise schadstoffbelastet eingestuft.

Nach Einschätzung des unterzeichnenden Gutachters sollten die - mutmaßlich kontaminierten -

Baustoffe bzw. Bereiche (zunächst) zum Vorkommen von polyzyklischen aromatischen Koh-

lenwasserstoffen (PAK) untersucht werden.

Zweck der hier durchgeführten Untersuchungen war es festzustellen, inwieweit eine PAK-

Belastung in den Räumen 01 und 05 vorliegt und - gegebenenfalls - gesonderte Maßnahmen

beim Ausbau und bei der Entsorgung von Baustoffen und Öl zu veranlassen wären.

2 Rechtsgrundlagen

[1] Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen

Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz - KrWG), 2/2012, in der aktuel-

len Fassung

[2] Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung -

AW), 12/2001, in der aktuellen Fassung

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 5 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

3 Untersuchungen

Am Mittwoch, den 22.05.2013 fand ein erster Ortstermin von 13.00 bis 13.45 Uhr im Erdge-

schoss des Gebäudes 2418 statt.

Hierbei wurden - in Gegenwart von Frau Ariane Görder und Herrn Christian Nowak, Staatliches

Baumanagement Braunschweig, - die Räume 01 („Asphaltlabor") und 05 („Servo-hydraulische

Prüfmaschinen") in Augenschein genommen und die weitere Vorgehensweise erörtert.

Am Mittwoch, den 12.06.2013 fand ein zweiter Ortstermin von 09.30 bis 10.30 Uhr in den

Räumen 01 und 05 statt. Hierbei wurden insgesamt vier Materialproben entnommen.

Die entnommenen Materialproben sind in der folgenden Tabelle 1 zusammengefasst.

Tab. 1: Materialproben (Ortstermin 12.06.2013)

Probe-Bezeichnung Probe-Lokation Probe-Beschreibung

Probe 1 Raum 01 Repräsentative Stücke von der Isolierpappe („Teerpappe") aus dem Fußboden als Materialmischprobe (Abb. 7 im Anhang)

Probe 2.1 Raum 05 ÖI-Probe („Hydraulik-ÖI") aus einer (hinterer Raumbereich) ÖI-Auffangschale (Abb. 8 im Anhang)

Probe 2.2 Raum 05 01-Probe („Hydraulik-Altöl") vom Fußboden (hinterer Raumbereich) unterhalb der Hydraulik-Presse als Material- mischprobe (Abb. 9 im Anhang)

Probe 3 Raum 05 Abgeschabte Teilmengen von den unteren (hinterer Raumbereich) verfärbten Wandbereichen („Ausblühungen") als Materialmischprobe (Abb. 10 und 11 im Anhang)

Durchführender beider Ortstermine war der Gutachter Dr. rer. nat. Dieter Klages.

Die Materialproben wurden im Auftrag des unterzeichnenden Gutachters durch ein externes

akkreditiertes Prüflabor zum Vorkommen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasser-

Stoffen (PAK nach 16 EPA) untersucht.

Die Extraktion der Proben erfolgte nach Zugabe von fünf deuterierten PAK (Naphthalin, Ace-

naphthen, Phenanthren, Chrysen und Perylen) als interne Standards. Gegebenenfalls wurde

der Extrakt an modifiziertem Silicagel aufgereinigt. Abschließend wurde 1-Bromnaphthalin als

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Recovery-Standard zugegeben. Die gaschromatographische Analyse erfolgt auf einer Kapillar-

säule in Verbindung mit einem niederauflösenden Massenspektrometer (HRGC/LRMS) auf

mindestens zwei charakteristischen Massenspuren je Stoff. Die Quantifizierung erfolgte direkt

über die Isotopenverdünnungsmethode gegen die deuterierten internen Standards.

Der geschätzte Analysenfehler liegt bei 20%, nahe der Bestimmungsgrenze bei 30% (Gesell-

schaft für Umweltchemie mbH, München, Prüfbericht Nr. G 270/13)

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4 Ergebnisse

Während des ersten Ortstermins am 22.05.2013 wurden im Raum 05 mehrere Auffangwannen

für Öl (vermutlich Hydraulik-ÖI) vorgefunden (Abb. 4 und 5 im Anhang).

Der Fußbodenbelag im Raum 05 war teilweise mit Öl flächig kontaminiert (Abb. 6 im Anhang).

Beim Ortstermin am 12.06.2013 wurde festgestellt, dass das Öl in den Auffangwannen sowie

auf dem Fußbodenbelag zwischenzeitlich weitgehend - aber nicht vollständig - entfernt worden

war.

Die Analysen-Ergebnisse zum Vorkommen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstof-

fen (PAK nach 16 EPA) in den Materialproben vom 12.06.2013 sind der folgenden Tabellen 2

bis 5 zusammengefasst.

Zur besseren Auffindung und Übersicht sind alle positiven Befunde gelb hinterlegt.

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Tab. 2: Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (16 PAK nach EPA) in einer repräsentativen Materialmischprobe von der Isolierpappe („Teerpappe") aus dem Fußboden von Raum 01 (Abb. 7 im Anhang)

Datum der Probennahme: 12.06.2013

Stoff Probe 1

Isolierpappe („Teerpappe") aus dem Fußboden von Raum 01

Messwert Bestimmungs- in mg/kg grenze in mg/kg

Naphthalin (<0,5) n.b.

Acenaphthylen n.b. (<0,2)

Acenaphthen (<0,2) n.b.

Fluoren n.b. (0,2)

Phenanthren 0,8 (<0,2)

Anthracen n.b. (<0,3)

Fluoranthen 0,4 (0,2)

Pyren 1,0 (0,3)

Benzo(a)anthracen 0,6 (<0,2)

Chrysen 0,9 (<0,3)

Benzo(b+j)fluoranthen 1,4 (<0,3)

Benzo(k)fluoranthen (<0,3) n.b.

Benzo(a)pyren 1,2 (<0,3)

lndeno(123cd)pyren 0,9 (<0,4)

Dibenzo(ah)anthracen 0,9 (<0,4)

Benzo(ghi)perylen 2,4 (<0,3)

Summe PAK 10,5 (16 Einzelstoffe nach EPA)

EPA: Environmental Protection Agency, USA

n.b. nicht bestimmbar, d.h. Gehalte liegen unterhalb der in der nebenstehenden Spalte angegebenen Bestimmungsgrenze (BG)

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Tab. 3: Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (16 PAK nach EPA) in einer repräsentativen ÖI-Probe (Probe 2.1, „Hydraulik-ÖI") aus einer Öl- Auffangschale in Raum 05 (Abb. 8 im Anhang)

Datum der Probennahme: 12.06.2013

Stoff Probe 2.1

ÖI-Probe („Hydraulik-ÖI") aus einer ÖI-Auffangschale in Raum 05

Messwert Bestimmungs- in mg/kg grenze in mg/kg

Naphthalin n.b. (<1,2)

Acenaphthylen n.b. (<0,5)

Acenaphthen (<0,5) n.b.

Fluoren n.b. (<0,6)

Phenanthren 2,9 (<0,5)

Anthracen n.b. (<0,8)

Fluoranthen 1,2 (<0,6)

Pyren 1,5 (<0,7)

Benzo(a)anthracen n.b. (<0,6)

Chrysen (<0,7) n.b.

Benzo(b+j)fluoranthen (<0,7) n.b.

Benzo(k)fluoranthen n.b. (<0,7)

Benzo(a)pyren n.b. (<0,7)

lndeno(123cd)pyren n.b. (<1,0)

Dibenzo(ah)anthracen (<1,0) n.b.

Benzo(ghi)perylen n.b. (<0,7)

Summe PAK 5,6 (16 Einzelstoffe nach EPA)

EPA: Environmental Protection Agency, USA

n.b. nicht bestimmbar, d.h. Gehalte liegen unterhalb der in der nebenstehenden Spalte angegebenen Bestimmungsgrenze (BG)

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Tab. 4: Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (16 PAK nach EPA) in einer repräsentativen 01-Probe (Probe 2.2, „Hydraulik-Altöl") vom Fußboden un- terhalb der Hydraulik-Presse in Raum 05 (Abb. 9 im Anhang)

Datum der Probennahme: 12.06.2013

Stoff Probe 2.2

ÖI-Probe („Hydraulik-Altöl") vom Fuß-

boden unterhalb der Hydraulik-Presse in Raum 05

Messwert Bestimmungs- in mg/kg grenze in mg/kg

Naphthalin n.b. (<1,1)

Acenaphthyten n.b. (<0,5)

Acenaphthen n.b. (<0,5)

Fluoren n.b. (<0,6)

Phenanthren 3,0 (<0,5)

Anthracen n.b. (<0,8)

Fluoranthen 0,6 (<0,6)

Pyren 0,9 (<0,7)

Benzo(a)anthracen n.b. (<0,6)

Chrysen (<0,7) n.b.

Benzo(b+j)fluoranthen n.b. (<0,7)

Benzo(k)fluoranthen n.b. (<0,7)

Benzo(a)pyren (<0,7) n.b.

lndeno(123cd)pyren n.b. (<1,0)

Dibenzo(ah)anthracen n.b. (<1,0)

Benzo(ghi)perylen n.b. (<0,7)

Summe PAK 4,5 (16 Einzelstoffe nach EPA)

EPA: Environmental Protection Agency, USA

n.b. nicht bestimmbar, d.h. Gehalte liegen unterhalb der in der nebenstehenden Spalte angegebenen Bestimmungsgrenze (BG)

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 11 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

Tab. 5: Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (16 PAK nach EPA) in einer repräsentativen Materialmischprobe („Ausblühungen") von den unteren ver- färbten Wandbereichen in Raum 05 (Abb. 10 und 11 im Anhang)

Datum der Probennahme: 12.06.2013

Stoff Probe 3

Materialmischprobe („Ausblühungen") von den unteren verfärbten Wandbe- reichen in Raum 05

Messwert Bestimmungs- in mg/kg grenze in mg/kg

Naphthalin (0,5) n.b.

Acenaphthylen n.b. (<0,2)

Acenaphthen n.b. (<0,2)

Fluoren n.b. (<0,3)

Phenanthren n.b. (<0,2)

Anthracen n.b. (<0,3)

Fluoranthen n.b. (<0,3)

Pyren n.b. (<0,3)

Benzo(a)anthracen n.b. (<0,3)

Chrysen (<0,3) n.b.

Benzo(b+j)fluoranthen (<0,3) n.b.

Benzo(k)fluoranthen (<0,3) n.b.

Benzo(a)pyren n.b. (<0,3)

lndeno(123cd)pyren (<0,4) n.b.

Dibenzo(ah)anthracen (<0,4) n.b.

Benzo(ghi)perylen (<0,3) n.b.

Summe PAK 0 (16 Einzelstoffe nach EPA)

EPA: Environmental Protection Agency, USA

n.b. nicht bestimmbar, d.h. Gehalte liegen unterhalb der in der nebenstehenden Spalte angegebenen Bestimmungsgrenze (BG)

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 12 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

5 Bewertung

Raum 01

Die Analysenergebnisse von Probe 1 belegen, dass die Isolierpappe im Raum 01 nicht als ge-

fährlicher Abfall einzustufen ist, da die Summe PAK nach 16 EPA mit 10,5 mg/kg und Ben-

zo(a)pyren mit 1,2 mg/kg deutlich unterhalb der Einstufungskriterien für gefährliche Abfälle lie-

gen.

Abfälle mit >200 mg/kg PAK-Gesamtgehalt (nach 16 EPA) oder >50 mg/kg Benzo(a)pyren wer-

den als teerhaltig bezeichnet und sind als gefährlicher Abfall einzustufen (Abfallschlüssel 17 03

01* „kohlenteerhaltige Bitumengemische").

Raum 05

Die Analysenergebnisse von den Proben 2.1 und 2.2 belegen, dass beide Ole (in derAuffang-

wanne und auf dem Fußbodenbelag) sehr gering mit PAK belastet sind (Summe PAK: 5,6

mg/kg bzw. 4,5 mg/kg, die Leitkomponente Benzo(a)pyren ist in beiden Proben nicht enthalten).

Die in beiden Proben (ausschließlich) nachgewiesenen Stoffe (Phenanthren, Fluoranthen und

Pyren) deuten darauf hin, dass es sich sehr wahrscheinlich um Öle mit einer (ursprünglich) glei-

chen Spezifikation handelt. Bei dem auf dem Fußboden verbrachten Öl handelt es sich augen-

scheinlich um durch Staub und Schmutz beeinflusstes „Alt-ÖI".

Im Probenmaterial von den bräunlich verfärbten Wandbereichen (Probe 3) sind keine PAK vor-

handen. Hinweise auf ein Vorkommen anderer Kontaminationen in Probe 3, wie z. B. bestimm-

ter organischer Lösemittel, gab es bei der Analyse nicht.

Ein von den den ÖI-Kontaminationen auf dem Fußboden ausgehender ursächlicher Zusam-

menhang zu den Wandverfärbungen kann nicht abgeleitet werden.

Vielmehr scheint es sich bei den Wandverfärbungen um überwiegend mineralische „Ausblü-

hungen" zu handeln.

In der der Regel bestehen diese „Ausblühungen" aus bestimmten Salzen (z. B. Sulfate) sowie

ggf. auch noch anderen Stoffen, die sich nach dem Abtrocknen von Feuchte- oder Nässeschä-

den an der Oberfläche von Baustoffen (in diesem Fall Kalksandstein) vermehrt ansammeln.

Die Komponenten des Kalksandsteins und der diffundierten/migrierten Wasserphase (z. B. oxi-

dierte Eisen- und Manganverbindungen, Huminstoffe) dürften letztlich das Erscheinungsbild der

Wandverfärbungen beeinflusst haben.

Die Wandverfärbungen sind z. T. unregelmäßig stark ausgeprägt bzw. haben unterschiedliche

Horizonte, befinden sich aber immer unterhalb der Isolierpappe-Schicht.

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 13 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

Hinter den Fußleisten wurden diese Wandverfärbungen z. T. nicht festgestellt. Dieses Phäno-

men ist möglicherweise die Aufnahme und Abführung von Wandfeuchte durch die Holzfußleis-

ten und/oder durch eingeschränkte Oxidationsprozesse von Eisen- und Manganverbindungen in

den Baustoffen hinter den Fußleisten zurückzuführen (Abb. 11 im Anhang).

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 14 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

6 Weiteres Vorgehen

Bekanntermaßen sind sämtliche auszubauenden Baustoffe nach dem geltenden Abfallrecht zu

fraktionieren, Abfallschlüsseln zuzuordnen und unter Berücksichtigung der geltenden Arbeits-

schutzvorschriften zu entsorgen [1] [2].

Das Hydraulik-ÖI im Raum 05 könnte unter dem Abfallschlüssel 13 „Ölabfälle und Abfälle aus

flüssigen Brennstoffen (außer Speiseöle und Ölabfälle, die unter 05, 12 und 19 fallen)" deklariert

werden. Inwieweit die unter dem Abfallschlüssel 13 weiter präzisierenden Abfallschlüssel anzu-

wenden wären, nämlich 13 01 „Abfälle von Hydraulikölen" oder ggf. auch 13 02 „Abfälle von

Maschinen-, Getriebe- und Schmierölen") bleibt zu prüfen.

Um ggf. weitere Schadstoff-Analysen des verwendeten Öls zu vermeiden, sollte um die Be-

kanntgabe der Spezifikation (Produktdatenblatt und Sicherheitsdatenblatt) des hier verwende-

ten Hydraulik-Öls bei den zuständigen Stellen in der MPA nachgesucht werden.

Unabhängig davon können bereits sämtliche, noch verbliebene Öle im Raum 05 in einem dich-

ten Behälter gesammelt werden. Das auf den Oberflächen (Fußbodenbelag, Prüfmaschinen

etc.) befindliche Öl kann mit saugfähigen Tüchern aufgenommen und gesammelt werden.

Das in den Schläuchen und an den „Servo-hydraulischen Prüfmaschinen" befindliche Rest-ÖI

wäre gleichermaßen zu sammeln.

Der Fußbodenbelag von Raum 05 sollte - nach dem Entfernen des Öls durch Wischen - mit

einem fettlösenden Agens (Tensid-Lösung, z. B. „Pril" in Wasser-Lösung o. ä.) ggf. nachbehan-

delt werden.

Es wird empfohlen, den Fußbodenbelag im Raum 05 anschließend auszubauen und zu entsor-

gen.

Nach dem Ausbau des Fußbodenbelages sollte der darunter liegende Estrich auf Kontaminatio-

nen durch Schadstoffe, insbesondere Öle, augenscheinlich überprüft werden.

Eine augenscheinliche Überprüfung des Estrichs sollte auch im Raum 01 - nach dem Entfernen

der Isolierpappe - erfolgen.

Braunschweig, 08.07.2013

Dr. rer. nat. Dieter Klages

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Abb.1: Raum 01 (Teilansicht, Ortstermin 22.05.2013)

Abb.2: Raum 05 (Teilansicht, Ortstermin 22.05.2013)

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 16 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Anhang Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

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Abb. 3: Wandverfärbungen im Raum 05 (Ortstermin 22.05.2013)

Abb. 4: ÖI-Auffangwanne im Raum 05 (Ortstermin 22.05.2013)

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 17 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Anhang Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

Abb. 5: ÖI-Auffangwanne im Raum 05 (Ortstermin 22.05.2013)

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Abb.6:

„Alt-ÖI" auf dem Fußbodenbelag unter der Hydraulik-Presse im hinte- ren Raumteil von Raum 05 (Ortstermin 22.05.2013)

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Abb.7: Isolierpappe (Probe 1, „Teerpappe") im Fußboden von Raum 01 (Orts- termin 12.06.2013)

Abb. 8: ÖI-Probe (Probe 2.1, „Hydraulik-ÖI") aus einer „ÖI-Auffangschale" im Raum 05 (Pfeil) (Ortstermin 12.06.2013)

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Abb.9: Blick unter die Hydraulik-Presse in Raum 05 (hinterer Raumteil): Von der Oberfläche des Fußbodenbelages wurde Probenmaterial („Hydraulik-Altöl") für die (Misch)-Probe 2.2 entnommen (Pfeil), (Orts- termin 12.06.2013)

Abb.10: Blick auf verfärbte Wandbereiche („Ausblühungen") oberhalb der (hier entfernten) Fußleisten im Raum 05 (Ortstermin 12.06.2013)

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Dr. rer. nat. Dieter Klages Gutachten Seite 20 von 20 ö.b.u.v. Sachverständiger Schadstoffuntersuchungen im Gebäude 2418 (MPA/iBMB) der Anhang Technischen Universität Braunschweig, Beethovenstraße 52 in 38108 Braunschweig

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Abb.11: Vergrößerter Ausschnitt von Abb. 10 (Ortstermin 12.06.2013)

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