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Landesamt für Umwelt ÖUB Libellen BR Schorfheide-Chorin 2021 Abt. N Referat 6
Funktionale Leistungsbeschreibung
für das Vorhaben
Erstellung eines Gutachtens für die
Erhöhung der dezentralen Energieversorgung
im UNESCO Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin
Stand: 24.06.2026
im Auftrag des Landesamtes für Umwelt
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1 Veranlassung und Ziele
1.1 Veranlassung
Biosphärenreservate sind mit ihrem Auftrag zu einer nachhaltigen, naturverträglichen Entwicklung bestens geeig- net, Vorzeigelösungen in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten und an- zubieten. In den Kriterien für die Anerkennung und Evaluierung der Biosphärenreservate ist in Kriterium 7 festge- schrieben, dass die Etablierung einer Wirtschaftsweise, die den Ansprachen von Mensch und Natur gleichermaßen gerecht wird und Klimaschutz und -anpassung stärkt, Ziel für die Biosphärenreservate sei (UNESCO, 6. Mai 2025).
Hintergrund und Bedeutung des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin Das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist eines der größten zusammenhängenden Wald- und Seengebiete Deutschlands und ein Modellgebiet für nachhaltige Entwicklung. Es zeichnet sich aus durch:
• Regionale Entwicklung: Das UNESCO-Biosphärenreservat stellt sich mit den lokalen Akt-
euren stets der Herausforderung, die wirtschaftliche Entwicklung (z. B. Tourismus, Land-
und Forstwirtschaft, Siedlungen) mit Umwelt- und Ressourcenschutz in Einklang zu brin-
gen.
• Schutzzwecke: Als UNESCO-Biosphärenreservat unterliegt es strengen Richtlinien der
MaB-Konvention (Man and the Biosphere), die eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen
bei gleichzeitiger Erhaltung der biologischen Vielfalt fordern.
• Die Energiewende bietet eine Chance, lokale Energieversorgung klimaneutral, naturver-
träglich und partizipativ zu gestalten.
Notwendigkeit einer dezentralen Energieversorgung Eine dezentrale Energieversorgung ist aus mehreren Gründen sinnvoll: a) Klimaschutz und Nachhaltigkeit
• Brandenburg hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden.
• Dezentrale Systeme reduzieren Transportverluste und ermöglichen eine 100 % erneuer-
bare Energieversorgung vor Ort.
• Flächenneutralität: Im Gegensatz zu großen Windparks oder Solarfarmen können kleinräu-
mige Lösungen (z. B. Dach-PV, Bioenergie aus Reststoffen) genutzt werden, die keine zu-
sätzlichen Flächen versiegeln.
b) Anpassung an die regionalspezifischen Gegebenheiten
• Ländliche Siedlungsstrukturen: Dezentrale Lösungen sind effizienter als große Netzinfra-
strukturen.
• Tourismus und Akzeptanz: Lokale Energieprojekte stärken bei landschaftsintegrierter Um-
setzung das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und schaffen Identifikation mit der Region.
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c) Wirtschaftliche Chancen für die Region
• Wertschöpfung vor Ort: Durch Bürgerenergiegenossenschaften oder kommunale Beteili-
gungen bleiben Gewinne und wirtschaftliche Vorteile in der Region
• Schaffung von Arbeitsplätzen durch dezentrale Einheiten, insbesondere Dach-PV und EE-
Speicher: Dezentrale Planung, Installation und Wartung generiert lokale Jobs.
• Reduzierung von Energiekosten: Geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen entlas-
tet Private, Kommunen und Unternehmen.
Aktuelle Herausforderungen und Planungsbedarf Trotz des Potenzials gibt es offene Fragen und Hemmnisse, die das Gutachten klären soll: a) EE-Bedarf im BR SC
- Welche EE-Bedarfe und Entwicklungen können für das BR SC bis zur Klimaneutralität in ca. 2040 nach Sektoren getrennt abgeschätzt werden? Insbesondere die steigenden Bedarfe für E-Mobilität (Autos, land- und forstwirtschaftliche Maschinen, E-Boote, Wärmepumpen etc.) bedürfen einer suk- zessiven Abschätzung.
b) Technische Machbarkeit
• Welche dezentralen Energietechnologien (z.B. Speicherlösungen, Microgrids) sind für die
Region technisch und wirtschaftlich sinnvoll?
• Wie kann die dezentrale EE-Versorgung bei schwankender Einspeisung (z. B. durch Pho-
tovoltaik) über Speichermedien gesichert werden?
• Gibt es Synergien mit bestehenden Infrastrukturen (z. B. Nahwärmenetze, Biogasanlagen)?
c) Rechtliche und planerische Rahmenbedingungen
• Welche Genehmigungsverfahren gelten für dezentrale Projekte im Biosphärenreservat?
• Welche räumlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen sind für die Planung von dezent-
raler EE-Versorgung zu setzen?
• Welche zeitlichen Umsetzungsschritte werden bis zur vollständigen Klimaneutralität der Re-
gion in 2040 notwendig?
• Welche Förderprogramme (EU, Bund, Land) stehen zur Verfügung, und wie können sie
genutzt werden?
d) Sozioökonomische und partizipative Aspekte
• Wie kann die Bevölkerung (EinwohnerInnen, Gäste, Unternehmen) in die Planung einbe-
zogen werden?
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• Wie können die EinwohnerInnen und Akteure für die Erhöhung der EE-Versorgung gewon-
nen werden?
• Welche Geschäftsmodelle (z. B. Bürgerenergiegenossenschaften, Contracting) sind für die
Region geeignet?
• Welche Versorgungsrisiken können durch eine dezentrale EE-Versorgung abgemildert wer-
den?
e) Ökologische Verträglichkeit
• Welche Umweltauswirkungen haben dezentrale Energiesysteme (z. B. Lärm, Flächenver-
brauch, Lokalklima)?
Ziel des Gutachtens Das Gutachten soll fundierte Handlungsempfehlungen liefern, um:
• Technische und wirtschaftliche Machbarkeit dezentraler Energieversorgung im Biosphären-
reservat entsprechend der EE-Bedarfe des BR SC zu prüfen und darzustellen.
• Rechtliche und planerische Rahmenbedingungen zu analysieren und Lösungen aufzuzei-
gen.
• Partizipative Modelle zu entwickeln, die Akzeptanz in der Bevölkerung und Vorteile für die
Verbrauchende schaffen.
• Konkrete Pilotprojekte zu identifizieren und zu beschreiben, die als Vorbild für andere länd-
liche Räume dienen können.
Relevanz für das Biosphärenreservat und darüber hinaus
• Pilotcharakter: Das Projekt kann als Modell für andere UNESCO-Biosphärenreservate in
Deutschland und Europa dienen.
• UNESCO-Ziele: Die Umsetzung unterstützt die Nachhaltigkeitsziele der MaB-Konvention
(SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie, SDG 13: Klimaschutz).
• Vorbildfunktion: Erfolgreiche Projekte stärken das Image der Modellregion als Vorreiterin
der Energiewende, des Naturschutzes und des Miteinanders der Menschen.im ländlichen
Raum
1.2 Umfang, Ziele und Maßnahmen zur Zielerreichung
• Durchführung einer Machbarkeitsstudie unter Beteiligung von Forschungseinrichtungen, In-
stituten oder lokalen Energieberatungen als InformationssträgerInnen.
• Einbindung lokaler AkteurIinnen (Kommunen, Bürger und Bürgerinnen, Energiegenossen-
schaften) in den Prozess.
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• Analyse von Fördermittelprogrammen und Voranfrage zur weiteren Projektförderung
• Erstellung von Kartenmaterial zur regionalen Energieinfrastruktur
1.3 Vorläufig geschätzter Rahmenterminplan
Beginn unmittelbar nach Auftragserteilung 2026, Abschlussbericht November 2026
2 Leistungsgegenstand
2.1 Vorhandene Unterlagen
• Ermittlung des Energieverbrauchs der Einwohnenden des BR SC liegt (Excel-Daten und
pptx)
• Daten zur EE-Erzeugung im BR SC aus 2023
2.2 Anforderungen an das Konzept
2.2.1 Grundsätzliche Anforderungen
Die Durchführung der Leistung hat stets in enger Abstimmung mit der Verwaltung des Biosphärenreservats statt- zufinden.
2.2.2 Formelle Anforderungen
Die notwendige schriftliche Darstellung der Ergebnisse ist digital als Worddokument (.docx) und als pdf-Datei zu
liefern. Tabellen bzw. Grafiken sind als Exceldokument (.xlsx) und als pdf-Datei zu liefern. Karten sind als shape-
Datei im Format ArcGIS (KBS ETRS89 / UTM zone 33N bzw. EPSG 25833) und als pdf-Datei zu liefern. Neben
der Lieferung der schriftlichen Darstellung in digitaler Form (USB oder cloud-Lösung), erfolgt die Übergabe der
Ergebnisse auch in Form eines Kurzvortrages mit Powerpointfolien (mindestens 12 Folien mit Titel Einführung und
Aufgabenstellung, Methodik, Ergebnisse, Diskussion, Empfehlungen zur Umsetzung und Umsetzungsschritte min-
destens für 2027 und 2028, Abschluss).
3 Aufgaben
3.1 Durchführung einer Machbarkeitsstudie
Die Studie umfasst drei wesentliche Hauptthemen:
- Berechnungen zu EE-Bedarf, -produktion und -speicher in drei Zeitschritten (jetzt, Zukunft
und bei Klimaneutralität)
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Anhand der EE- und Siedlungsdaten des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin wird der aktuelle und in Schrit- ten bis zur angestrebten Klimaneutralität prognostizierte EE-Bedarf dargestellt. Für mindestens drei Zeitschritte (2026, 2032, 2040) wird die EE-Produktion im Biosphärenreservat, die Verbräuche und die notwendige Speicherleistung berechnet und aufgezeigt, um nach heutigen technischen Wissenstand einen jeweils möglichst hohen optimalen Selbstversorgungsgrad zu erreichen. 2) Konkretisierung der EE-Versorgung und der Potentialausschöpfung anhand von zwei Bei-
spielsorten des Biosphärenreservats
Für eine kleine Siedlung (überwiegend Wohnen, Kita) und eine größere Siedlung (Wohnen, Kita, Schule, Gewerbe, Handwerk werden exemplarisch alle EE-Aspekte konkretisiert. Es werden Konzepte mit Maßnahmen im Sinne von Umsetzungsprojekten entwickelt, die im nächsten Schritt als Förderantrag verwendet werden können. 3) Konzept zur Entwicklung einer Energiegenossenschaft für das Biosphärenreservat Schorf-
heide-Chorin
Wie kann eine Energiegenossenschaft aufgebaut werden, die den Bürgern, Gästen und Unternehmen zugute- kommt. Welche Fördermöglichkeiten gibt es zur Umsetzung?
3.2 Erstellung Planungsgrundlagen
❖ Karten und Tabellen zur EE-Produktion im Biosphärenreservat für drei Zeitschritte
❖ Planungs- und Projektdarstellungen für zwei Ortschaften für EE-Transformationsschritte und
-Maßnahmen
❖ Ablaufplan zur Gründung einer EE-Genossenschaft für das Biosphärenreservat Schorfheide-
Chorin samt Förderpotentiale
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