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Anhang 05 - Übersicht möglicher Vermittlungsthemen für das
Besucherbergwerk Wolfstein
Multimedialer Erlebnisraum im Zechenhaus
• Geschichte des Bergbaus in der Region • Das Stollensystem des Kalkbergwerks – hierfür sollen die historischen Karten aus dem Eingangsbereich digital rekonstruiert und ggf. mit zeitgenössischem Kartenmaterial kombiniert werden. • Die Geschichte des Kalkbergwerks – vom florierenden Familienbetrieb mit Mitarbeitern zum Ein-Personen-Unternehmen (Kontextualisierung der wirtschaftlichen Situation im Zuge der Industrialisierung der Kalkgewinnung) • Wie lief der Prozess des handwerklichen Kalkabbaus und der Kalkgewinnung ab?– Hier wird die historische Arbeitswelt aus Sicht von Otto Kappel mit folgenden Arbeitsschritten gezeigt z.B. o Arbeit mit Hacke und Schaufel ▪ Später Bohren von Löchern in den Stein mittels eines Bohrers o Sprengung /Explosion o Transport des Kalksteins mit der Lore
Zu den finalen Verarbeitungsschritten gibt es eine separate Station am Kalkofen
o Brennen des Kalks im Kalkofen => Branntkalk o Löschen des Kalks o Mahlen des Kalks
o Die Arbeitsschritte führen auch die historischen Werkzeuge für den Kalkabbau ein? ▪ Die wichtigsten Werkzeuge und ihre Funktionsweise werden gezeigt und in ihrer Anwendung bzw. Anwendungskontext erklärt. Hierfür sollten bestehende historische Filmaufnahmen, oder neu zu produzierende Animationen oder (3D)-Digitalisate zum Einsatz kommen. ▪ An dieser Stelle sollte auch die Körperlichkeit und Zeitlichkeit der Arbeit betont werden. Wie lange dauerte es ein Loch zu bohren? Welcher körperliche Aufwand war bei jedem einzelnen Schritt des Produktionsprozesses nötig? Und was macht das mit dem Körper von Kappel? • Wie hat Otto Kappel mit anderen Personen kommuniziert, wenn er unter Tage gearbeitet hat? • Wie sah der Rhythmus der Arbeitswoche von Otto Kappel aus? Und wie lang war ein Arbeitstag? • Wofür wird / wurde der Kalk verwendet?
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Der Prozess des Kalkbrennens (beispielhafte Zusammenfassung der Arbeitsschritte):
• Ein Rost aus Eisenstangen wird in den Ofen über dem Luftloch eingelegt.
• Eine Schicht aus trockenem Holz wird auf den Rost gelegt.
• Danach Schichtung im Wechsel aus 30 cm hohe Schicht aus Kalkstein und 5 cm hohe Schicht aus Koks (ca. 10 Tonnen Kalkstein und 1,5 Tonnen Koks waren für die Beschickung eines Ofens nötig; ein Ofen wurde aber auch schon mal mit einem kegelförmigen Aufbau „überfüllt“).
• Entzündung des Ofens an der Holzschicht.
• Nach 5 Tagen und Nächten Brandzeit, bei dem Kohlendioxid aus dem Ofen entweicht, entsteht Branntkalk (Calziumoxid, ätzend).
• Nach dem Brennvorgang werden die Stangen unten am Rost herausgezogen und der Branntkalk in Gestalt größerer Brocken konnte entnommen werden (hierzu gibt es widersprüchliche Angaben in den Quellen, ca. 8 Tonnen).
o Branntkalk konnte als „Stückkalk“ ohne weitere Verarbeitung verkauft werden. Dieser wurde zum Ätzen benötigt.
o Seit den 1930ern verkaufte die Familie Kappel aber fast nur noch gelöschten Kalk für Maurer.
• Der Kalk wird auf dem Platz vor dem Kalkofen gelöscht (also mit Wasser besprüht). Hierbei entwickelte sich starke Hitze und das ätzend gewordene Wasser und Dampf neigte zum Spritzen. Daher war der Vorgang nicht ungefährlich.
o Das finale Produkt ist der Löschkalk, chemisch Calziumhydroxid.
o Dieser Kalk ist verwendungsfertig, aber noch sehr grobkörnig.
Der finale Verarbeitungsschritt war das Mahlen in der Kugelmühle (Kalkmühle) um den Kalk in feines Pulver zu zerkleinern. Diese ist auch im Original Vorort zu sehen.
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