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Erläuterungsbericht
S. 2 Leitidee
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Landschaftsgestaltung
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Das Empfangsgebäude
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Der Lesesaal
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Das Archiv
S.7 Erschließung und Andienung | Entsorgung
S.7 Konstruktion und Materialien
S. 8 Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
S. 8 Klima- und Energiekonzept
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Foyer / Atrium
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Bürobereiche
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Archivbereiche
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Außenraum und Mikroklima
S. 10 Grundzüge für ein Brandschutzkonzept
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Brandabschnitte
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Rettungswege
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Brandschutzpläne
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Leitidee:
Im Zentrum der Entwurfsaufgabe standen Fragen nach der Rolle des Bauwerks im Kontext seiner unmittelbaren Umgebung sowie nach seiner Einbindung in übergeordnete architektonische Fragestellungen.
• Wie können der neue Baukörper das bestehende Ensemble auf der einen Seite räumlich erweitern und auf der anderen Seite eine neue Ost-West Verbindung schaffen?
• Wie kann dramaturgisch die Schillerhöhe von Osten her eingeleitet werden und als Auftaktgebäude eine einladende und bürgernahe Geste geschaffen werden?
• Wie kann die Strategie eines Literaturparks konsequent durch die neue Architektur umgesetzt werden und Park und Gebäude maximal mit einander verschmelzen?
• Wie kann also ein effizientes Archivgebäude poetisch, behutsam und nachhaltig in den bestehenden Kontext integriert werden?
• Wie kann ein Gebäude zugleich Tor zur Literatur für eine neue Generation sein – und Schutzraum für eine der bedeutendsten Literatursammlungen der Welt?
Herausgekommen sind dabei zwei flache Baukörper deren begrünte Dächer Teil der Parkanlage werden und sich in Richtung Schillerhöhe erheben. Deren Tektonik und innere Logik die sinnlichen Qualitäten des Aussenraums in einen architektonischen Raum überführen. Formen, die zwischen der kleinteiligen Bebauung der Siedlung, dem Literaturpark und den Bestandsgebäuden der Schillerhöhe vermitteln. Zwei Gebäude die sich über große Glasfassaden öffnen und Transparenz und Offenheit ausstrahlen. Die auf der einen Seite maximale Zurückhaltung suggerieren und sich schützend über ihren wertvollen Inhalt legen und sich auf der anderen Seite zu einer klar lesbaren Silhouette mit eindeutiger Adressbildung aufschwingen. Der Entwurf entwickelt sich aus der Landschaft heraus, speziell das von Osten nach Westen hin abfallenden Gelände bildet den Ausgangspunkt für eine Serie von landschaftlichen Interventionen die die Gebäude als minimale und ökologisch eingebundene Baukörper mit der Landschaft verschwimmen lassen und gleichzeitig Großformen herausbilden die durch ihre Präzision, ihren radikalen Minimalismus und selbstverständlichen Umgang mit Naturraum, zeitgenössisch sind und einen gestalterisch hochwertigen Beitrag zum aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs liefern.
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Die Dächer der beiden Gebäude sind leicht gekippte Flächen die sich organisch aus dem Gelände herausfalten und in Ihrer Leichtigkeit die Tradition von der Koexistenz von Landschaft und Architektur im Kontext von Bundesgartenschauen fortschreiben. Es wird bewusst eine anti - monumentale Formsprache gewählt die sich in den Kanon der bereits bestehende Gebäuden, insbesondere das Schillermuseum und das Literaturmuseum der Moderne, als sensibles, leichtes und niedrigschwelliges Haus eingliedert. Das Potenzial der Verschmelzung des Areals mit dem im Zuge der Bundesgartenschau entstehenden Literaturparks wird durch die als Teil des Parks erschlossenen und an diesen fugenlos anschliessenden Dachflächen maximal ausgeschöpft. Die flachen, sich diagonal aufstellenden Dachformen bieten dabei eine Reihe von Aussichtspunkten (Belvederes) die den Blick über die Landschaft freigeben, bei der Orientierung auf dem Gelände helfen und ultimativ mit den bereits bestehen Aussichtsplatformen der Schillerhöhe in einen Dialog treten. Die Dachgärten werden zu Lesegärten die der Nachbarschaft rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Übergroße Leselampen dienen der Orientierung aktivieren ihre unmittelbare Umgebung, öffentliche Bücherregale unterstützen die Idee der Literatur als zugängliches Gemeingut.
Die Gebäudeteile sind den jeweils öffentlichen (West) und nicht öffentlichen (Ost) Funktionen zugeteilt, wobei sich die Funktionen an der Schnittstelle unterhalb der Jahnstraße verschneiden, Einblicke freigeben und spannenden Funktionsüberlagerungen zu erzeugen. Während das Empfangsgebäude einen offene, niedrigschwelligen und spielerischen Eindruck erzeugen soll, stellt sich das Archivgebäude als maximal effizientes und genau auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen abgestimmtes Haus dar.
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Das Gebäude Ensemble dient dabei tatsächliche als „Tor zur Literatur“ da es von Osten her durchquert werden kann und dabei ganz nebensächlich Einblicke in die Arbeit der Magazine freigibt und sich Menschen beim Lesen und diskutieren beobachten lassen.
Landschaftsgestaltung:
Die Entwicklung der BUGA und der im Rahmenplan vorgesehene Literaturpark werden im Entwurf als zusammenhängender Freiraum weitergeführt und mit dem Literaturmuseum der Moderne sowie dem Schiller Nationalmuseum räumlich verknüpft. Damit wird das „Tor zur Literatur“ als Entree und als verbindendes Gelenk zwischen Literaturpark, DLA Campus und den Ankunftsräumen im Süden lesbar.
Leitidee ist eine begehbare Dachlandschaft, die sich nahtlos an das Gelände anschließt und den Literaturpark auf die Architektur zieht. So entsteht ein topografisches Kontinuum, das den Literaturpark im Norden, die Aufenthaltsflächen und Lesegärten im Westen und Osten sowie die verkehrlichen Bereiche im Süden barrierefrei miteinander verbindet. Der Park ist für alle da und bietet eine klare Hierarchie von Wegen und Aufenthaltsorten, die Orientierung und Adressbildung unterstützen.
Die freiräumlichen Qualitäten entstehen aus der Verzahnung der Zwischenräume. Flächen zwischen Gebäuden und Park werden nicht als Restflächen behandelt, sondern als programmierte Übergangszonen aktiviert. Lesewiesen, Bücherschränke und differenzierte Sitz und Aufenthaltsangebote fördern Begegnung, Aufenthalt und informelles Lernen. Die Haupterschließung liegt nördlich der beiden Gebäude und führt als eindeutige Promenade zwischen ihnen hindurch. An diese barrierefreie Hauptroute schließt ein ergänzendes Wegesystem an, das die Dachlandschaft erschließt und den westlichen Bereich des Empfangsgebäudes anbindet.
Das Gehen durch den Park wird um das Lustwandeln erweitert. Entlang der Wegefolge entstehen erhöhte Aufenthaltsorte als Belvederes, die Blickbeziehungen aufnehmen, Orientierungspunkte setzen und die landschaftliche Geste des Daches erfahrbar machen. Die Anforderungen an ruhenden Verkehr werden eingehalten und in die Freiraumorganisation integriert.
Fahrradstellplätze sind nutzungsnah verortet. Die Pkw Stellplätze werden über verkehrsberuhigte Bereiche angebunden, die die Querbarkeit und die Priorität des Fuß und Radverkehrs im Freiraum stärken.
Der durch die Gebäude entstehende Aushub wird gezielt in das bestehende Gelände nördlich des Grundstücks integriert und im Bereich der Übergänge von Landschaft zu Dach genutzt. Die Modellierung verbindet Ost und West und stärkt die räumliche Kontinuität des Parks. Der Verlauf der
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anbindenden Straßen bleibt dabei unberührt. Die Bepflanzung folgt den Nutzungen und schärft Räume durch strukturgebende Gehölze und robuste Staudenbilder.
Wege, Rückzugsorte und Aufenthaltsinseln werden atmosphärisch differenziert. Eine vielfältige, literaturbezogene Pflanzenauswahl erzeugt ein Landschaftsbild, das beim Durchschreiten Referenzen und Assoziationen ermöglicht, sodass Autorinnen und Autoren die Besucherinnen und Besucher auf dem Weg durch den Park gedanklich begleiten.
Das Emfangsgebäude:
Der im neuen Zentrum des Areals angesiedelte Pavillon mit seinen großen Glasfassaden nach Norden und Osten orientiert sich Richtung Schillerhöhe und bespielt zusätzlich die nördliche Grünfläche als „grüner Vorplatz“. Die auskragenden Vordächer leiten das Ensemble ein und lassen es als zugängliches und offenes Gebäude erscheinen. Das große Foyer mit hohen Decken im Inneren dient als Willkommensort des erweiterten Literaturparks Schillerhöhe und ist erstes Anlaufziel, sowohl für die aus der Stadt kommenden Menschen als auch für überregionale Besucher. An das Foyer schliesst der Konferenzsaal mit dazuschaltbaren Workshopräumen an. Bewegt man sich durch das Foyer entlang der Hausausstellung erreicht man den Übergang zum Archiv an deren Schnittstelle sich auch der Lesesaal befindet.
Der Lesesaal:
Der Lesesaal erstreckt sich entlang der nach Süd-Osten orientierte Glasfassade die an einen „Sunken Garden“ grenzt und eine introvertierte und geschützte Atmosphäre bietet. Die Nähe zu den Magazinen erlaubt kurze Wege für Mitarbeitenden und Gäste gleichermaßen. Am nördlichen Ende des Lesesaals befindet sich eine terrassierte Sitzlandschaft die auch für informelle und spontane Events wie kleinere Lesungen oder Poetry Slams genutzt werden kann und dabei helfen soll Literatur aktiv zu praktizieren.
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Das Archiv:
Die im Erdreich versenkten Archivflächen sind vertikal organisiert und werden über ein offenes, von oben natürlich belichtetes Atrium räumlich mit einander verbunden. Ein zentral angeordneter Erschliessungskern mit Lastenaufzug verbindet die oberirdische Anlieferung mit den darunter liegenden Archivflächen. Besuchertouren führen entlang des Atriums in jedes Geschoss und bieten kuratierte Einblicke in die Archive, ohne die Sicherheitslinie zu überschreiten. Die nach Süden und Westen orientierten Büroräume bieten eine moderne Arbeitswelt, sind lichtdurchflutet und eröffnen den Mitarbeitenden einen imposanten Ausblick über das Areal. Der anschließenden Dachgarten des Empfangsgebäudes lädt zu Spaziergängen ein.
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Erschließung und Andienung | Entsorgung:
Das Gebäude lässt sich in zwei Teile unterteilen, des westlichen Teil als zukünftiger Mittelpunkt des Areals, mit großem Foyer als Wilkommensbereich und dem direkt anschliessenden Konferenzsaal. Im östlichen Teil befindet sich das mehrstöckige Archivgebäude. Gäste die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, werden von Westen direkt den öffentlichen Gebäudeteil betreten, Gäste und Mitarbeitenden die mit dem Auto anreisen, werden vom Parkplatz entlang der Südseite entweder über eine Art Laubengang von Osten die Büros erschliessen oder eine großzügige Freitreppe hinabsteigen und das Gebäude über eine Glasfassade entlang des Lesesaals betreten. Das Gebäude kann in Ost- West Richtung über eine Rampe barrierefrei durchquert werden. Entlang der weiterhin bestehenden Verbindung über die Jahnstraße können die Büros ebenfalls direkt von den Parkplätzen aus erreicht werden, von hieraus führt eine große Freitreppe, die einen Blick entlang der Campusachse freigibt, hinab zum Vorplatz. Die Anlieferung erfolgt über die östliche Ende des Gebäudes. Die Entsorgung erfolgt an den jeweiligen süd-östlichen Ecke (Archiv) und der süd-westlichen Ecke.
Konstruktion und Materialien:
Um den hohen Ansprüchen an Traglast und Raumklima gerecht zu werden wurde eine Stahlbetonkonstruktion gewählt. Die Entscheidung, das Archivgebäude zu versenken unterstützt die energetische Performance des Gebäudes und verlangt im Bereich der an Erdreich anschließenden Bauteile nach einer Massivbauweise. (Wände, Decken, und Dächer). Nichttragende Innenwände werden aus Lehm geplant. Bei den Stützen handelt es sich um massive Stahlstützen um diese möglichst elegant in Erscheinung zu bringen. Im Bereich der Archive wechselt die freie Anordnung der Stützen in ein regelmäßiges Raster von ca, 8 × 7m. In diesem Bereich werden vorgefertigte Stahlbeton- Kappendecken-Elemente verbaut. Diese sparen 55 % Beton gegenüber konventionellen Betondecken, können schnell montiert werden und die großen Spannweiten erlauben eine flexible Nutzung der Archivflächen. Um den Verbrauch an Beton weiter zu verringern, wird im Bereich des Empfangsgebäudes eine dünne, elastische gebettete Bodenplatte vorgesehen und die einzelnen Stahlstützen auf Punktfundamente abgeleitet. Die zweifach gekrümmten, hyperbolischen Dächer werden formoptimiert geplant und aus Ort-Beton ausgeführt. Die Glasfassaden im Bereich des Empfangsgebäudes sind 2 Scheibenisolierverglasung mit integriertem Vogelschutz. Durch den großen Dachüberstand kann auf eine Sonnenschutzverglasung verzichtet werden. Es wird eine farbneutrale, hochtransparente Erscheinung angestrebt."
Die Gründungssohle bindet in den ausreichend tragfähigen Lettenkeuper ein. Die Höhenlage der Bodenplatten der Untergeschosse liegen oberhalb des anzutreffenden Grundwasserspiegels – somit ist eine einfache Abdichtung gegen Sickerwasser und Bodenfeuchte ausreichend.
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Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit:
Die Gebäude sind kompakt gehalten und haben ein vorteilhaftes Verhältnis von offenen zu geschlossenen Flächen was der Nutzung als Archivgebäude geschuldet ist. Das Versenken der Archivflächen bringt zusätzliche Vorteile in den Unterhaltskosten der Gebäude da sich die Temperatur im Erdreich konstant hält und daher geringer geheizt bzw. gekühlt werden muss. Die Archivflächen lassen sich unterirdisch nach Süden erweitern, was weitere 1.600m2 Fläche bereitstellen würde. Wir schlagen ausserdem vor, nach Beauftragung die Idee eines Unterkellerns des Empfangsgebäudes anzustoßen, was pro Geschoss einen Flächenzugewinn von weiteren 3700m2 Archivfläche bedeuten würde. Die wirtschaftlich und ökologische Belastung durch das Entsorgen des Aushubes wird umgangen; es ist geplant den Aushub vollständig auf dem unmittelbaren Grundstück zur Modellierung des Landschaftsparks zu verwenden.
Die Dachbegrünung ist Teil der Landschaft und ihrer Pflege; sie verbessert dauerhaft das Klima im Gebäude und im Park und bildet einen nachhaltigen Mehrwert für Mensch und Umwelt.
Klima- und Energiekonzept:
Die Energie- und Klimastrategie des Gebäudes basiert auf einer saisonal unterschiedlichen Nutzung von Geometrie, Masse und Verglasung sowie auf einer klaren funktionalen Zonierung der Räume. Im Sommer reduzieren das intensiv begrünte Dach (Verdunstungs- und Speichermasse) sowie der mindestens 3 m auskragende Dachüberstand die solaren Lasten effektiv: Die hoch stehende Sommersonne trifft die Fassaden nur minimal. Gleichzeitig wird die große thermische Kapazität des Baukörpers – einschließlich der drei unterirdischen Geschosse – genutzt, um Wärme aufzunehmen und nachts über freie Kühlung wieder abzugeben. Im Winter wirkt dieselbe Geometrie umgekehrt: Die tief stehende Wintersonne kann unter dem Dachüberstand hindurch in die verglasten Süd- und Westfassaden einfallen und liefert wertvolle solare Gewinne, die den Heizbedarf deutlich reduzieren.
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Das Gebäude arbeitet damit passiv in zwei Modi: sommerliche Lastbegrenzung durch Verschattung und Speichermasse sowie winterliche Energieernte über transparente Fassaden. Die aktive Haustechnik wird dadurch entlastet und auf niedrige Leistungsniveaus begrenzt.
Foyer / Atrium
Das zentrale Foyer ist als tageslichtdurchflutetes Atrium konzipiert. Frischluft wird als natürliche Quellluft über Fassadenbereiche in das Atrium geführt. Die Vorwärmung der Zuluft erfolgt über Unterflurkonvektoren , eine Fußbodentemperierung garantiert thermische Behaglichkeit im Winter wie im Sommer. Eine effiziente Querlüftung wird über öffenbare Oberlichter im Atrium ermöglicht, die insbesondere in den Übergangszeiten und nachts zur freien Kühlung genutzt werden. Die bei Sonneneinstrahlung anstehenden Wärme im Bereich des Oberlichts kann bei Bedarf kontrolliert abgeführt werden.
Bürobereiche
Die Bürobereiche profitieren von der Auskragung der Dachflächen, die als robuste und dauerhafte Verschattung wirkt. Die Grundlüftung erfolgt natürlich über öffenbare Fensterflügel in der Fassade, wodurch ein hoher Nutzerkomfort und eine Reduktion des mechanischen Lüftungsbedarfs erreicht werden. Die Raumkonditionierung erfolgt über wassergeführte Fussbodenheizung die auch zur Kühlung herangezogen werden kann und mit niedrigen Vor- und Rücklauftemperaturen betrieben werden um eine hohe Energieeffizienz zu ermöglichen.
Archivbereiche
Die Archivräume sind bewusst erdberührend angeordnet, um stabile Temperatur- und Feuchtebedingungen zu gewährleisten. Durch den Verzicht auf direkte solare Einstrahlung und die Minimierung der Infiltration wird ein optimaler Schutz der Archivobjekte erreicht und platzraubende Anlagentechnik reduziert. Die Belüftung erfolgt über eine zentrale mechanische Zuluftanlage mit bedarfsgerechter Be- und Entfeuchtung. Im Sinne einer energetisch effizienten Luftführung wird eine Kaskadenlüftung eingesetzt: Die Abluft aus dem Archiv strömt in das Atrium und trägt dort zur Belüftung der angrenzenden Zonen bei.
Das Gebäudedach bleibt bewusst frei von technischen Aufbauten. Luftansaugung und -abführung erfolgen seitlich im Fassadenbereich sowie über definierte Kernzonen.
Die Energieversorgung erfolgt über Wärmepumpen in Kombination mit Geothermie. Ergänzend werden glasintegrierte Photovoltaikelemente in den Oberlichtern (ca. 200m2) eingesetzt, um regenerative Energie direkt am Gebäude zu erzeugen.
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Außenraum und Mikroklima
Das intensiv begrünte, öffentlich begehbare Dach fungiert als Erweiterung des Literaturparks. Es übernimmt Funktionen der Regenwasserrückhaltung und -versickerung, verbessert das lokale Mikroklima durch Verdunstung und trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei. Gleichzeitig nutz die begrünte Dachfläche um thermische Spitzen im Gebäude zu reduzieren.
Das Klimakonzept folgt konsequent der Architektur: passiv, zoniert und landschaftlich integriert. Geometrie, Masse und Nutzung übernehmen den größten Teil der Klimaarbeit – die Technik ergänzt nur dort, wo sie notwendig ist.
Grundzüge für ein Brandschutzkonzept:
Brandabschnitte
Nach § 19 VStättVO müssen (3) Versammlungsstätten mit Versammlungsräumen von insgesamt mehr als 3600 m² Grundfläche eine automatische Feuerlöschanlage haben. Die Gesamtfläche des Veranstaltungsbereiches beträgt weniger als 3.000 m². Dieser soll als ein Großraum betrachtet werden, eine selbsttätige Löschanlage ist nicht erforderlich. Lagerräume und Technikräume werden durch feuerbeständige Wände abgetrennt. Das Maganzingebäude wird durch eine Brandwand vom Veranstaltungsbereich abgetrennt. Im Magazingebäude werden die Decken feuerbeständig sein. Die offen geführte Treppe erhält einen Raumabschluss durch feuerbeständige Wände, an oberster Stelle Öffnungen zur Rauchableitung. Die Raumgröße der einzelnen Magazinräume ist in Abstimmung mit dem Bauherren auf Grundlage eines Sicherheitskonzeptes abzustimmen. Bei einer Ausdehnung von max. ca. 80 m ist eine weitere Unterteilung vorauszusetzen.
Rettungswege
Versammlungsbereich: Der Konferenzraum, der von der übrigen Fläche abgetrennt werden kann, erhält einen unmittelbaren Ausgang ins Freie. Alle vom Großraum des Veranstaltungsbereiches abgetrennten Aufenthaltsräume erhalten Sichtverbindung zum Großraum. Von der Großraumfläche existieren zahlreiche Ausgänge unmittelbar ins Freie. Das Magazingebäude verfügt über einen notwendigen Treppenraum. Dieser hat seinen Ausgang ins Freie im 1. Obergeschoss. Aufenthaltsräume erhalten zwei Rettungswege, neben der Anbindung an den Treppenraum einen Ausgang ins Freie oder in einen gesicherten Bereich (anderen Brandabschnitt. Die zulässige Rettungsweglänge im Veranstaltungsbereich wird eingehalten. Im Magazingebäude wird durch Übergänge in gesicherte Bereiche die Rettungsweglänge entsprechend verkürzt.
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Anlagentechnische Maßnahmen
• Brandmeldeanlage Kategorie 1
• Gaslöschanlage für den Magazinbereich in Abstimmung mit dem Bauherren für besonders zu schützendes Kulturgut.
• Wandhydranten Typ F
• Rauchableitung im Veranstaltungsbereich thermisch über Öffnungen zur Rauchableitung. Im Magazingebäude in Abstimmung auf das Sicherheitskonzept. Bei Vorhandensein einer Gaslöschanlage nur Druckentlastung, ansonsten maschinelle Rauchableitung.
Brandschutzpläne:
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UG