11.3. Arbeitsanweisung Management FFH WLRT_20-04-2026.pdf

Aktualisierung von Natura-2000-Managementplänen für Waldlebensräume

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung 3

  2. Grundsätze zur Erfassung und Bewertung sowie der Festlegung von Erhaltungszielen und

Maßnahmen bei Wald-LRT 4

2.1 Begriffsbestimmungen 4

2.2 Erfassung und Bewertung 9

2.3 Erhaltungsziele, Maßnahmenplanung und Berichte im Wald 12

2.3.1 Erhaltungsziele für Wald-FFH-Lebensraumtypen unter Berücksichtigung der Erhaltungszustände

12

2.3.2 Maßnahmenplanung (Schutz-, Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen) 14

2.3.3 Wirkungscontrolling 15

2.3.4 Inhalte und Aufbau des Fachbeitrages Wald als Bestandteil im FFH-Managementplan 16

  1. Kartier- und Bewertungsanleitung 17

3.1 Bewaldete Küstendünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region (EU-Code

  1. 17

3.2 Hainsimsen-Buchenwald (EU-Code 9110) 22

3.3 Waldmeister-Buchenwald (EU-Code 9130) 26

3.4 Mitteleuropäische Kalkbuchenwälder (EU-Code 9150) 30

3.5 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (EU-Code 9160) 33

3.6 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) (EU-Code 9180*) 36

3.7 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen (EU-Code 9190) 40

3.8 Moorwälder (EU-Code 91D0*) 43

3.9 Erlen- und Eschenwälder an Fließgewässern (Alno-Padion, Alnion incanae) (EU-Code

91E0*) 48

3.10 Weichholzauenwälder an Fließgewässern (Salicion albae) (EU-Code 91E0*) 53

3.11 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus (EU-Code 91G0*) 56

3.12 Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder (EU-Code 91T0) 61

3.13 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe (EU-Code 91U0) 64

  1. Anlagen 67

4.1 Kartierhinweise zur Erfassung von Moorwäldern 91D0* 67

4.2 Kartierung von Mooren mit kürzlich veränderten Wasserständen (infolge Wiedervernässung

oder Entwässerung) 68

4.3 Managementmaßnahmen im Wald Natura 2000 76

4.4 Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen und Gesamtartenliste der in Deutschland

wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzen 90

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 2 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

1. Einleitung

Laut Kabinettsbeschluss vom 25.05.2004 erfolgt die Managementplanung für FFH-Gebiete

im Wald für Wald-Lebensraumtypen (sogenannter „Fachbeitrag Wald“) durch die Landes-

forstverwaltung im Einvernehmen mit der Naturschutzverwaltung. Die Arbeitsanweisung gibt

die Methodik zur Abgrenzung der Wald-LRT, zur Bewertung ihrer Erhaltungszustände, zur

Ermittlung der Erhaltungsziele sowie zur Maßnahmenplanung vor. Wald-LRT im Sinne dieser

Arbeitsanweisung sind:

 Bewaldete Küstendünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region, EU-

Code 2180

 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), EU-Code 9110

 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum), EU-Code 9130

 Mitteleuropäische Kalk-Buchenwälder (Cephalanthero-Fagion),

EU-Code 9150

 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum), EU-Code 9160

 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion), EU-Code 9180*

 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen,

EU-Code 9190

 Moorwälder, EU-Code 91D0*

 Erlen-Eschenwälder und Weichholzauenwälder an Fließgewässern

(Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae), EU-Code 91E0*

 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus,

EU-Code 91G0*

 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe, EU-Code 91U0

 Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder, EU-Code 91T0

Die Arbeitsanweisung unterliegt der Fortschreibung, die zwischen der obersten Forst- und

der obersten Naturschutzbehörde einvernehmlich abzustimmen und zu dokumentieren ist.

Die Umsetzung der FFH-Richtline ist in Mecklenburg-Vorpommern immer an den aktuellen

Stand der Wissenschaft und Rechtsprechung anzupassen, um eine zeitgemäße Anwendung

neuester Erkenntnisse und des aktuellen wissenschaftlichen Niveaus zu ermöglichen. Aktu-

elle Gründe für die Fortschreibung waren beispielsweise neue wissenschaftliche Erkennt-

nisse wie die im Jahr 2026 erfolgte Änderung der Klimastufen in Mecklenburg-Vorpommern

an die veränderten klimatischen Bedingungen. Bisher ausgewiesene Wald-LRT bleiben

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 3 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

grundsätzlich erhalten. Neuausweisungen von zusätzlichen Lebensraumtypenflächen wer-

den auf der Grundlage der neuen Klimastufengrenzen vollzogen. Darüber hinaus erfolgte

eine stärkere Orientierung an den durch das Bundesamt für Naturschutz empfohlenen Min-

deststandards für die Erhebung und Bewertung für FFH-Lebensraumtypen im Wald.

Die Kartier- und Bewertungsergebnisse werden getrennt dargestellt.

Die Erfassung und Bewertung der Lebensraumtypen des Anhang I (Offenland) und der Arten

des Anhangs II der FFH-Richtlinie erfolgt durch die Naturschutzverwaltung, auch wenn sie im

Wald vorkommen.

2. Grundsätze zur Erfassung und Bewertung sowie der Festlegung

von Erhaltungszielen und Maßnahmen bei Wald-LRT

2.1 Begriffsbestimmungen

A. Lebensraumtypische Habitatstrukturen

Unter Waldentwicklungsphase versteht man einen Abschnitt im Rahmen der Waldentwick-

lung, in der die Waldbestände eine bestimmte Struktur (Höhe und BHD) aufweisen. Die

Wuchsklasse ist ein synonymer Begriff hierfür. Um als Waldentwicklungsphase gewertet zu

werden, muss der Flächenanteil an der Bewertungseinheit (BE) für die Phasen 1 und 6

mindestens 5% und für die Phasen 2-5 mindestens 10 % sein.

Folgende sechs Waldentwicklungsphasen werden als Abgrenzungsmerkmal nach der

Wuchsleistung unterschieden:

  1. Etablierungsphase Blöße bis Bäume mit einem Deckungsgrad ≥ 0,5 und einer

Höhe ≥ 1,5m

  1. Verjüngungsphase Jungwuchs bis Stangenholz, BHD ≤ 19cm

  2. Qualifizierungsphase geringes Baumholz, BHD ≥ 20cm bis < 35cm

  3. Optimalphase mittleres Baumholz, BHD ≥ 35cm bis < 50cm

  4. Altholzphase I starkes Baumholz, BHD ≥ 50 bis < 70cm

  5. Altholzphase II sehr starkes Baumholz / Altholz, BHD ≥ 70cm

Schlussgrad: Volumenschluss- bzw. Bestockungsgrad.

Nutzungsfreie Wälder

Mit der Bezeichnung „nutzungsfreie Wälder“ werden in dieser Arbeitsanweisung inhaltlich

alle BHE zusammengefasst die temporär (mind. die nächsten 10 Jahre) oder dauerhaft

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 4 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

nicht mehr einer forstlichen Bewirtschaftung unterliegen. Dazu gehören Altholzinseln, Na-

turwaldreservate, nutzungsfreie Flächen in Schutzgebiete usw.

Unter Altholzinseln werden 0,5 bis 5,0 Hektar große Altholzbestände überwiegend heimi-

scher Baumarten verstanden, die mindestens 100 Jahre alt sind. Der Schlussgrad darf bei

Ausweisung nicht unter 0,6 (d. h. Bestandesschluss geschlossen bis locker) liegen. Althol-

zinseln bleiben temporär, d. h. bis zum Zeitpunkt ihres weitest gehenden Zerfalls nut-

zungsfrei. Bei einem Schlussgrad von unter 0,1 werden sie wieder in die bewirtschaftete

Fläche eingegliedert (vgl. "ABT-Konzept Konzept zum Schutz von Altholzinseln, Biotop- bäumen und Totholz für die Landesforstanstalt MV"1). Vorhandene Naturwaldreservate

werden unabhängig von ihrem Alter, ihrem Schlussgrad und ihrer Fläche als Altholzinseln

erfasst, wenn sie Teil eines Wald-LRT sind. Die Flächenanteile beziehen sich auf die Flä-

che der jeweiligen Bewertungseinheit des Wald-LRT.

Biotopbäume und Totholz:

Biotopbäume sind Höhlen- und Horstbäume sowie Bäume ab BHD > 30 cm mit Faulstellen,

abfallender Rinde, Pilzkonsolen, Stamm- oder Kronenbrüchen, Blitzrinnen, Rissen oder

Spalten, Mulmkörpern oder solche mit bizarren Formen.

Weitere Erläuterungen:

 Höhlenbaum: Höhle muss vorhanden sein; BHD hierbei auch < 30 cm zulässig; aber

kein Totholz mit Höhle!

 Horstbaum: eindeutiger Mittel- oder Großhorst (z.B. Greifvogel, Schwarzstorch)

 Faulstellen: Stamm- oder Astfäule ab ca. fünffacher Handtellergröße (ca. 500 cm2)

 Tiefgehende Faulstellen: z. B. Wassertopf oder starker Schleimfluss sichtbar

 Pilzbaum: Fruchtkörper sind sichtbar

 Stammbruch: Bruch unterhalb der Krone; Baum hat wieder ausgetrieben

 Kronenbruch: vollständiger oder teilweiser Kronenbruch; Baum hat wieder ausgetrieben

 Risse: mit einer Länge ab ca. 20 cm (grobe Richtgröße)

 Spalten

 Rindentaschen zulässig

 Bizarre Formen: starkastige Bäume an Waldinnen- und –außenrändern, Schneitel-

bäume, Mehrstämmigkeit mit Ausnahme von Zwieseln, Trieseln und Erlenstockausschlag,

Windflüchter

1 Herausgegeben durch das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern im Dezember 2026

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 5 Ländliche Räume und Umwelt

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Totholz (Starktotholz): Hierunter versteht man abgestorbene Bäume oder Teile hiervon (z.

B. Hochstümpfe, abgebrochene Starkäste oder Kronenteile) bzw. gefälltes Holz, das keiner

wirtschaftlichen Verwendung mehr zugeführt werden soll ab einem Mindest-BHD (bei ste-

hendem Totholz) bzw. ab einem Mindestdurchmesser des stärkeren Endes bei liegendem Totholz  30 cm und ab einer Mindesthöhe/-länge von 3 Metern. Unabhängig von der Erfassung der Biotopbäume sowie des Totholzes führt eine vollstän-

dige Beräumung eines Altbestandes i. d. R. zu erheblichen Beeinträchtigungen in den

Wald-LRT (vgl. „Grundsätze zur Behandlung von Wald-LRT in NATURA 2000-Gebieten“,

Fortschreibung vom 04.12.2014).

Lebensraumtypisches Arteninventar

Die Ermittlung des Arteninventars erfolgt an Hand des Gesamtflächenanteils der

Schichten sowie aller lebensraumtypischen Haupt- und Nebenbaumarten in den als Wald-

LRT identifizierten Flächen einer Bewertungseinheit.

Die Herleitung der Baumartenanteile erfolgt flächengewogen unter Einbeziehung des

Volumenschlussgrades der jeweiligen Schicht.

Das Vorhandensein einer lebensraumtypischen Artenzusammensetzung der Krautschicht

ist ebenfalls ein Kennzeichen für einen günstigen Erhaltungszustand. Diese ist jedoch

sehr stark abhängig vom Kronenschlussgrad des Oberstandes und ggf. auch vom Vor-

handensein eines Zwischen- und Unterstandes, so dass sich auf die Erfassung von soge-

nannten Störzeigern beschränkt wird. Hiermit sind Pflanzenarten gemeint, die sich infolge

anthropogen bedingter Veränderung der lebensraumtypischen Standortbedingungen aus-

breiten konnten (z. B. durch Eutrophierung).

In Abhängigkeit vom Lebensraumtyp sind dies Vorkommen folgender Arten:

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 6 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Wald-ArtDe-Störung
LRTckung
2180, 9110, 9130, 9150, 9190 9160, 9180*, 91G0*Flatterbinse (Juncus effusus)> 5%Verdichtung
Sumpfreitgras (Calamagrostis canescens)> 5%
Winkelsegge (Carex remota)> 25%
Rasenschmiele (Deschampsia caespitosa)> 25%
Brombeere (Rubus fruticosus)> 25%N-Eintrag
Holunder (Sambucus nigra)> 5%
Brennnessel (Urtica dioica)> 5%
91D0*Pfeifengras (Molinia caerulea)*1> 50 %Entwässerung
Flatterbinse (Juncus effusus)*³> 5%
Himbeere (Rubus idaeus)
Brombeere (Rubus fruticosus)
Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
91E0*Rasenschmiele (Deschampsia cespitosa)>25 %Entwässerung
Brennnessel (Urtica dioica)> 5%Entwässerung / N-Eintrag
Holunder (Sambucus nigra)
Giersch (Aegopodium podagraria)*2
Bingelkraut (Mercurialis perennis)*2
Kletten-Labkraut (Galium aparine)
Gemeine Nelkenwurz (Geum urbanum)*2
Stinkender Storchschnabel (Geranium roberti- anum)*2
Hexenkraut (Circaea lutetiana)*2
Gemeiner Wurmfarn (Dryopteris filix mas)
Hopfen (Humulus lupulus)
91T0Grünstengliges Astmoos (Scleropodium purum)> 5%N-Eintrag
Rotstengliges Astmoos (Pleurozium schreberi)
Landreitgras (Calamagrostis epigeos)
Blaubeere (Vaccinium myrtillus)
Drahtschmiele (Avenella flexuosa)
Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
Brombeere (Rubus fruticosus)
91U0Gemeines Knäuelgras (Dactylus glomerata)> 25%N-Eintrag
Glatthafer (Arrhenatherum elatius)
Landreitgras (Calamagrostis epigejos)> 5 %

*1 wenn Torfmoos > 50% Artmächtigkeit aufweist, ist Pfeifengras kein Störzeiger *2 kein Störzeiger auf N…2w, O…4ü und O…4w-Standorten

*³ kein Störzeiger im Randsumpfbereich

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Beeinträchtigungen

Wesentliche Beeinträchtigungen, die für die meisten Wald-LRT von Bedeutung sind, wer-

den im Folgenden erläutert.

Befahrung:

Bei forstwirtschaftlich genutzten Wald-LRT kann eine Befahrung im Zuge der Holzent-

nahme die Böden zerwühlen und verdichten, wodurch die Bodenlebewelt, die Vegeta-

tion und störungsempfindliche Arten beeinträchtigt werden. Für eine Bewertung wird

der Flächenanteil der gesamten Aufnahmefläche mit Bodenverdichtung infolge Befah-

rung geschätzt.

Das Vorhandensein von Störzeigern in der Krautschicht ist ein Hinweis für eine er-

hebliche Beeinträchtigung. Außerdem werden die räumliche Verteilung der Befahrung

auf und neben den Rückegassen sowie die Intensität der Befahrung in Hinblick auf

eine Gleisbildung gutachterlich bewertet. Beachtungszeitraum sind dabei die letzten

10 Jahre. Die Befahrung wird entsprechend der ökosystemaren Empfindlichkeit be-

wertet. Bei erkennbarer Befahrung ohne Rückegassensystem erfolgt die Bewertung

im Zustand „C“.

Bodenbearbeitungsverfahren sind immer mit Befahrung und/oder Bodenverdichtung

verbunden. Sie werden daher als flächige Befahrung bewertet.

Schäden an der Waldvegetation:

Gemeint sind hier Verletzungen oder Schäden an Bäumen, die zeitweise oder auch

ständig zu einer deutlich eingeschränkten Vitalität oder Stabilität führen, sowie Beein-

trächtigungen der Bodenvegetation. Als Schäden werden angesprochen (Erfassung

des Flächenanteils in 5 %-Stufen):

 frische oder frisch überwallte, deutlich sichtbare Rindenverletzungen

100 cm² (Fäll- und Rückeschäden, Schälschäden)

 Verbiss des Leittriebes

 Trittschäden an der Bodenvegetation oder flächige Vermüllung

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 8 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Weitere Beeinträchtigungen:

Dieses Merkmal deckt weitere wesentliche Schäden an lebensraumtypischen Standort-

verhältnissen, der Waldvegetation und Struktur der Bestände (einschließlich Nutzung) ab.

Die Bewertung erfolgt gutachterlich. Liegen solche Schäden vor, muss in dem Bemer-

kungsfeld die Art dieser Schäden genannt werden. Bei der Kartierung vor Ort können not-

wendige Ergänzungen aufgenommen und dokumentiert werden.

Bei Vorkommen der Beeinträchtigungen auf > 10 % der LRT-Fläche wird diese Bewer-

tungseinheit grundsätzlich um eine Bewertungsstufe herabgesetzt. (A→B; B→C).

  1. Durch überhöhte Schalenwildbestände fehlt die natürliche Verjüngung der Haupt-

baumarten und/oder Nebenbaumarten trotz ausreichenden Lichteinfalls (ausge-

schlossen 91D0*).

  1. Für die WLRT 9110, 9130 und 9150 wurden Großschirmschlagverfahren angewen-

det (vollflächiges Verjüngungsverfahren ab einer Flächengröße von 2,00 ha; es ent-

stehen Zweischichtbestände mit einem Höhenunterschied von > 10 m und einer flä-

chigen Einzelbaumverteilung mit Volumenschlussgrad < 0,4).

2.2 Erfassung und Bewertung

 Wald-Lebensraumtypen werden aufgrund vorhandener Baumarten (über alle Schichten)

und der vorherrschenden Bodenform/Stamm-Standortsformengruppe gebildet. Als Min-

destbedingung für die Baumarten gilt grundsätzlich:

  1. mind. 30% Anteil Hauptbaumart + mind. 20% Anteil Nebenbaumart + max.

20% natürlich vorkommende Pionierbaumart

  1. mind. 70% lebensraumtypische Baumarten

 Auswertung der Standortskartierung und Bestockungsangaben (Haupt- und Neben-

baumarten) auf der Ebene der forstlichen Behandlungseinheit. Bei den grundwasserbe-

einflussten Wald-LRT 9160, 91D0* und 91E0* ist in jedem Fall eine Vorort-Überprüfung der Standortsmerkmale erforderlich,2. Alle Waldlebensraumtypen werden durch einen

Vorort-Begang aktuell erfasst, bewertet und mit möglichen Erhaltungs- oder Entwick-

lungsmaßnahmen beplant.

 Die Mindestgröße für zu erfassende Teilflächen von Wald-LRT beträgt 0,5 ha, d. h. klei-

nere Wald-LRT-Flächen werden nicht erfasst. Für die prioritären Wald-LRT 9180*,

91D0*, 91E0*, 91G0* sowie für die sehr seltenen Wald-LRT 91T0 und 91U0 liegt die

Mindestgröße bei 0,1 ha. Bei allen Wald-LRT-Flächen mit einer Fläche < 0,5 ha sollte

2 Über die Aktualität einer Kartierung entscheidet der BT 2 der LFoA M-V.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 9 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

die Mindestbreite und Mindestlänge 25 m betragen3 (eine Ausnahme bildet der 9180* -

kartografische Draufsicht mindestens 10 m Breite).

 Die im Wald ausgewiesenen Offenland-Lebensraumtypen (ab 0,1 ha Flächengröße) sind

in die Forstgrundkarte zu übertragen und wenn möglich als Nichtholzböden (NHB) zu

kennzeichnen. Unstimmigkeiten zur Grenzziehung und Ausweisung sind direkt mit dem

zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt zu klären.

 Nur Orchideenbuchenwälder (Wald-LRT 9150) und Steppenkiefernwälder (Wald-LRT

91U0) werden laut Biotopkartieranleitung (2013) im Bereich von Steilküsten als eigener

Wald-LRT kartiert. Alle anderen Wald-LRT werden dem LRT 1230 (Steilküsten) zuge-

ordnet.

 Bewertungseinheiten (BE) bestehen aus den Flächen eines Wald-LRT in einem FFH-

Gebiet. Die Abgrenzung der Bewertungseinheiten erfolgt nach natürlichen/anthropoge-

nen Landschaftsstrukturen und/oder Verwaltungseinheiten, wobei die Größe des jeweili-

gen Wald-LRT von 250 ha nicht überschritten werden darf. Für die Wald-LRT 91D0* und

91E0* sind Bewertungseinheiten nach hydrologischen Gegebenheiten abzugrenzen. D.

h. Waldflächen sind nur zusammenzufassen, wenn sie auch hydrologisch eine Einheit

bilden und weniger als 100 m auseinanderliegen. Es werden demnach drei Kennzeich-

nungen für die Bewertungseinheiten vorgenommen (Kennzeichnung 1 = alle 91D0*;

Kennzeichnung 2 = alle 91E0*; Kennzeichnung 3 = 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9190,

91U0, 91T0; Kennzeichnung 4 = 9180*; Kennzeichnung 5 = 91G0*).

 Die Ermittlung des Erhaltungszustandes eines Wald-LRT im GGB erfolgt als flächenge-

wogenen Mittel aus den Bewertungseinheiten.

 Bewertungseinheiten werden zusätzlich für Naturschutzgebiete und nutzungsfreie Wäl-

der gebildet. Naturschutzgebiete werden grundsätzlich nicht mit sonstigen nutzungs-

freien Wäldern zusammengefasst. Nutzungsfreie Wälder müssen eine Mindestfläche

von 50 ha aufweisen.

 Die Bewertung des Erhaltungszustands des Wald-LRT auf der Ebene der Bewertungs-

einheit erfolgt durch Auswertung der Bestockungsunterlagen und Begehung. Die Doku-

mentation der Bewertung erfolgt anhand der Wald-LRT-spezifischen Bewertungsvor-

schriften.

3 Schmalere Flächen können ggf. zu Offenland-LRT gehören (z. B. Erlensäume an Fließgewässern zu LRT 3260)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 10 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

 Die drei Hauptbewertungskriterien werden pro Wald-LRT für jede Bewertungseinheit zu

einem Wert (entsprechend dem Wert im Standard-Datenbogen: A, B oder C) aggregiert. o Für das Hauptkriterium „Beeinträchtigungen“ gilt:

 Sollte ein Unterkriterium mit „C“ bewertet worden sein, so wird das gesamte

Hauptkriterium mit „C“ bewertet.

 Eine Bewertung in „A“ kann nur erfolgen, wenn mehr als die Hälfte der Unter-

kriterien mit „A“ bewertet wurden und alle landschaftsbeeinflussenden Unter-

kriterien (Bodenbearbeitung, Befahrung, Wasserhaushalt etc.) mit „A“ bewer-

tet wurden.

o Fehlende Beeinträchtigungen (A) dürfen im Bewertungsprozess nicht zur Verbes-

serung von ungünstigen Zuständen (C) in den Habitatstrukturen oder dem Artenin-

ventar führen.

Die Bewertung der Habitatstrukturen ist im Entscheidungsfall schwerwiegender als die Be-

wertung des Arteninventars.

 Eine Ausnahme bildet die Bewertung des Wald-LRT 91D0*. Das Kriterium „Habitatstruk-

tur“ wird nicht erfasst. Das Kriterium „Arteninventar“ wird doppelt gewertet und dann mit

dem Kriterium „Beeinträchtigungen“ zu einem Gesamtwert aggregiert.

 Innerhalb der Hauptkriterien Arteninventar und Habitatstrukturen wird, sofern mind. drei

selbständige Unterkriterien vorhanden sind, folgende Aggregationsregel angewendet, o 1 x A, 1 x B und 1 x C ergibt B o 2 x A und 1 x C ergibt B o In allen anderen Fällen entscheidet der doppelt vergebene Wert (2 x A und 1

x B ergibt A, 2 x B und 1 x A ergibt B, 2 x B und 1 x C ergibt B,

2 x C und 1 x A ergibt C, 2 x C und 1 x B ergibt C)

Habitatstruk- turenAAAAAAAAABBBBBBBBBCCCCCCCCC
ArtinventarAAABBBCCCAAABBBCCCAAABBBCCC
Beeinträchti- gungenABCABCABCABCABCABCBACABCABC
ErgebnisAABABBBBCABBBBCBBCBBCBBCCCC

 Die besonders standortssensiblen Wald-LRT 9180*, 91D0* und 91E0* können nur in

den Erhaltungszustand A eingestuft werden, wenn keine Befahrung und eine extensive,

einzelstammweise Nutzung stattgefunden hat – gutachterliche Einschätzung.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 11 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

2.3 Erhaltungsziele, Maßnahmenplanung und Berichte im Wald

2.3.1 Erhaltungsziele für Wald-FFH-Lebensraumtypen unter Berücksichtigung der Erhaltungs-

zustände

Die Wald-Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie sind wesentliche Bestandteile

des Natura-2000-Netzes. Übergeordnetes Ziel ist der Erhalt sowie – bei ungünstigem Aus-

gangszustand – die schrittweise Verbesserung des Erhaltungszustandes dieser Lebens-

raumtypen. Maßgebliche Zielgröße ist ein günstiger Erhaltungszustand (A oder B), der sich

durch eine lebensraumtypische Artenausstattung, naturnahe Strukturen, funktionierende

ökologische Prozesse sowie eine ausreichende Flächengröße und Kohärenz auszeichnet

(Art. 1 lit. e i. V. m. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie)). Eine Ver-

schlechterung des aktuellen Erhaltungszustandes ist in allen Fällen zu vermeiden (Ver-

schlechterungsverbot FFH-Richtlinie Art. 6 Abs. 2 sowie § 33 BNatSchG).

Die Forstbehörden sind für die Erhaltung des zum Zeitpunkt der Meldung (bzw. der Manage-

mentplanung) vorhandenen günstigen Erhaltungszustandes bezogen auf die Gebietsebene

im Bereich des landeseigenen Waldes (Landeswald und Wald der Landesforstanstalt M-V)

verantwortlich. Mittels Beratung, Betreuung sowie Anwendung des forstlichen Ordnungs-

rechts und der forstlichen Förderprogramme wird in allen übrigen Waldbesitzarten die not-

wendige Einhaltung des Verschlechterungsverbots unterstützt.

Zur differenzierten Zielsetzung wird zwischen prioritären bzw. seltenen Wald-Lebensraumty-

pen und großflächigen bzw. forstwirtschaftlich genutzten Wald-Lebensraumtypen unterschie-

den.

  1. Prioritäre bzw. seltene Wald-Lebensraumtypen (9150, 9180*, 91D0*, 91E0*, 91E1*,

91G0*, 91T0, 91U0):

 Für prioritäre Wald-Lebensraumtypen gilt das Ziel, einen sehr guten Erhaltungszustand

(A) zu erreichen und dauerhaft zu sichern. Befindet sich ein prioritärer Wald-Lebens-

raumtyp aktuell im guten Erhaltungszustand (B), ist dessen Stabilisierung sowie – soweit

fachlich und standörtlich möglich – eine Weiterentwicklung zu Erhaltungszustand A an-

zustreben. Weist ein prioritärer Wald-Lebensraumtyp einen ungünstigen Erhaltungszu-

stand (C) auf, besteht eine verpflichtende Verbesserung mindestens zu Zustand B.

 Der Erhaltungszustand A zeichnet sich insbesondere durch eine standorttypische Baum-

artenzusammensetzung, einen ausgeprägten Strukturreichtum mit allen Alters- und Zer-

fallsphasen, hohe Anteile an starkem Totholz, eine lebensraumtypische Bodenvegeta-

tion sowie das Wirken natürlicher Waldentwicklungsprozesse aus. Diese Strukturen und

Prozesse sind zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 12 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

 Forstwirtschaftliche Nutzungen sind in prioritären Wald-Lebensraumtypen nur in sehr

eingeschränktem Umfang zulässig und ausschließlich dann, wenn sie den Erhaltungszu-

stand nicht beeinträchtigen oder der Erreichung der Erhaltungsziele dienen. Forstwirt-

schaftliche Nutzungen, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes führen

könnten, sind auszuschließen. Der Schutz der natürlichen Lebensraumfunktionen besitzt

Vorrang vor wirtschaftlichen Nutzungsinteressen.

  1. Großflächige bzw. forstwirtschaftlich genutzte Wald-Lebensraumtypen (2180, 9110, 9130,

9160, 9190):

 Für großflächig verbreitete, nicht prioritäre Wald-Lebensraumtypen ist das Ziel der Erhalt

eines günstigen Erhaltungszustandes (mindestens B) unter Einbindung einer naturna-

hen, nachhaltigen forstwirtschaftlichen Nutzung. Wald-Lebensraumtypen im sehr guten

Erhaltungszustand (A) sind in diesem Zustand zu sichern; eine Verschlechterung zu B

oder C ist grundsätzlich auszuschließen.

 Befinden sich großflächige Wald-Lebensraumtypen im guten Erhaltungszustand (B), ist

dieser langfristig zu stabilisieren. Forstliche Maßnahmen sind so auszurichten, dass le-

bensraumtypische Strukturen, insbesondere eine standortgerechte Baumartenzusam-

mensetzung, ein strukturreicher Waldaufbau, eine lebensraumtypische Bodenvegetation

sowie angemessene Totholzanteile, erhalten bleiben.

 Bei Wald-Lebensraumtypen im ungünstigen Erhaltungszustand (C) ist eine Entwicklung

zu Erhaltungszustand B umzusetzen. Hierzu sind bewirtschaftungslenkende Maßnah-

men zu ergreifen, die eine naturnahe Waldentwicklung fördern und strukturelle Defizite

abbauen. Nutzungsintensivierungen, die einer Verbesserung des Erhaltungszustandes

entgegenstehen, sind verboten.

Zusammenfassende Zielvorgaben:

 Erhaltungszustand A: Erhalt und Sicherung des Zustandes

 Erhaltungszustand B: Stabilisierung; bei prioritären Wald-LRT Weiterentwicklung zu A

 Erhaltungszustand C: Weiterentwicklung mindestens zu B

Die Überwachung der Erhaltungszustände im Rahmen der Fortschreibung der Fachbeiträge

Wald mit Durchführung eines Wirkungscontrollings, stellt die Auswirkungen der getroffenen

Maßnahmen sowie ggf. von Plänen und Projekten dar. Durch sie wird der Artikel 11 der FFH-

RL direkt umgesetzt:

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 13 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Die Mitgliedstaaten überwachen den Erhaltungszustand der in Artikel 2 genannten Arten und

Lebensräume, wobei sie die prioritären natürlichen Lebensraumtypen und die prioritären Ar-

ten besonders berücksichtigen.

2.3.2 Maßnahmenplanung (Schutz-, Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen)

Die Maßnahmenfestlegung für die Wald-LRT erfolgt durch die Forstverwaltung.

Die Maßnahmen werden durch den Bearbeitenden des Fachbeitrages Wald festgelegt.

Bereits laufende oder festgesetzte Maßnahmen (wie z.B. Kompensations- oder Moorschutz-

maßnahmen) sind nachrichtlich zu übernehmen.

Die Maßnahmenplanung sichert die Umsetzung von Artikel 2, Abs. 2 der FFH-RL:

Die aufgrund dieser Richtlinie getroffenen Maßnahmen zielen darauf ab, einen günstigen Er-

haltungszustand der natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von

gemeinschaftlichem Interesse zu bewahren oder wiederherzustellen.

Die Maßnahmenplanung muss den Anforderungen aus der Gebietsbewertung gerecht werden

und soll sozioökonomischen und örtlichen Belangen Rechnung tragen („Anforderungen von

Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten“, vgl.

Art. 2 Abs. 3 FFH-RL).

Grundsätzlich soll der „günstige“ Erhaltungszustand der Schutzobjekte erreicht werden.

Die Übersicht der Maßnahmen im Wald ist in Anlage 5.3. ersichtlich.

Kategorien der Maßnahmen:

  1. Schutzmaßnahmen – Maßnahmen die zwingend notwendig sind um den aktuellen

Zustand der LRT oder Habitate zu erhalten

  1. Wiederherstellungsmaßnahmen – Maßnahmen die zwingend umgesetzt werden

müssen um einen LRT / Habitat wiederherzustellen oder den verschlechterten Zu-

stand wieder zu verbessern

  1. Vorrangige Entwicklungsmaßnahmen – Maßnahmen die zwingend notwendig sind

um einen erkennbaren Verschlechterungstrend für LRT oder Habitate aufzuhalten

  1. Wünschenswerte Entwicklungsmaßnahmen – Maßnahmen die der grundsätzlich po-

sitiven Entwicklung von LRT oder Habitaten dienen

Die vorabgestimmten Maßnahmen werden schutzgutbezogen, raumbezogen und adressa-

tenbezogen mit Hilfe einer Maßnahmentabelle sowie einer damit korrespondierenden Dar-

stellung in einer digitalen Karte dokumentiert.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 14 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Maßnahmenplanung bei Überlagerung von Natura2000-Gebieten

In GGB mit sich überlagernden EU-Vogelschutzgebieten sind die Maßnahmen für die rele-

vanten Waldbestände mit den Erhaltungszielen des jeweiligen anderen Gebietes abzuglei-

chen. Sofern für das jeweils zu berücksichtigende EU-Vogelschutzgebiet noch kein Manage-

mentplan vorliegt, ist die Anlage 1 der Natura2000-LVO M-V heranzuziehen.

Die Überprüfung der Verträglichkeit der Maßnahmen mit den Erhaltungszielen des jeweils

anderen Gebietes ist in kurzer Form darzulegen. Sofern keine Konflikte ersichtlich sind, ge-

nügt eine überblickshafte Betrachtung.

Maßnahmenplanung bei Überlagerung mit Naturschutzgebieten (NSG)

Für Waldflächen eines GGB mit gleichzeitigem Schutz durch Naturschutzgebiete erfolgt eine

zusammenfassende Maßnahmenplanung. Die Verbote und Gebote der Naturschutzgebiets-

verordnung werden in der Maßnahmenplanung geprüft und die Maßnahmen werden diesen

Anforderungen angepasst. Unstimmigkeiten werden in Zusammenarbeit mit der Obersten

Naturschutzverwaltung geklärt.

2.3.3 Wirkungscontrolling

Das Wirkungscontrolling bei Wald-LRT dient der systematischen Überprüfung von:

  1. Umsetzung der geplanten Managementmaßnahmen

  2. Wirkung der geplanten Managementmaßnahmen.

Das Wirkungscontrolling sichert u.a. die Umsetzung von Satz 3 der FFH-RL: Es sind Vorkeh-

rungen zu treffen, durch die sich eine Überwachung des Erhaltungszustandes der in dieser

Richtlinie genannten natürlichen Lebensräume und Arten sicherstellen lässt.

Die Ergebnisse der Zustandsüberwachung werden mit den festgelegten Erhaltungszielen ab-

geglichen. Bei Zielverfehlung erfolgt eine Diskussion der Zielsetzung und der Maßnah-

menausrichtung. Daraufhin können Managementmaßnahmen angepasst, intensiviert oder

neu ausgerichtet werden.

Ziel des Wirkungscontrollings ist es, die Ursachen beobachteter Zustandsveränderungen dif-

ferenziert zu analysieren. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob eine Verschlechterung durch:

 eine unzureichende Umsetzung von zuvor geplanten Managementmaßnahmen,

 eine nicht naturschutzfachlich ausgerichtete forstliche Bewirtschaftung,

 natürliche Dynamiken (z. B. Sukzession, Klimafaktoren, Schadereignisse), oder

 methodische Änderungen in der Datenerhebung bzw. Bewertung

bedingt ist.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 15 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Das Wirkungscontrolling verbindet damit Zustandsüberwachung und Management und soll

sicherstellen, dass Maßnahmen nicht nur umgesetzt werden, sondern auch hinsichtlich ihrer

Wirkung bewertet werden. Dadurch wird Transparenz geschaffen, die fachliche Qualität der

Schutzgebietsbetreuung erhöht und eine langfristige Sicherung der Wald-Lebensraumtypen

gewährleistet.

Das Wirkungscontrolling liefert damit die fachliche Grundlage für eine adaptive Steuerung

des Gebietsmanagements und zielgerichteten Maßnahmenplanung.

Die Parameter des Controllings sind:

 Kriterien und Parametern der FFH-Zustandsüberwachung (Strukturen und Funktio-

nen, Beeinträchtigungen)

 Fläche der Lebensraumtypen

 wechselseitige Beeinflussung von Maßnahmen der FFH-Lebensraumtypen (Anhang

I) und FFH-Arten (Anhang II und IV)

2.3.4 Inhalte und Aufbau des Fachbeitrages Wald als Bestandteil im FFH-Managementplan

Der Fachbeitrag Wald sollte die nachstehenden Inhalte abdecken:

 einleitend Anlass, Zielstellung und rechtlicher Rahmen

 Datengrundlage und Methodik

 Gebietsbezogene Ausgangssituation Wald (Überblick über die Wald-Lebensraumty-

pen im Gebiet, Schutzgebiete, nutzungsfreie Wälder, weitere Biotope und FFH-

Arten im Wald)

 Detailkapitel je Wald-LRT (Bezeichnung, Verbreitung, Flächengröße, standörtliche

Ausprägung, strukturelle Ausstattung, Bewertung des Erhaltungszustandes, Beein-

trächtigungen und Gefährdungen)

 Zielkonzept Wald-LRT (Übergeordnete Erhaltungsziele, Verschlechterungsverbote

je LRT, Ziel-Erhaltungszustand je Wald-LRT, flächenbezogene Entwicklungsziele)

 Maßnahmenplanung Wald (LRT-spezifische Maßnahmen (Schutzmaßnahmen, Wie-

derherstellungsmaßnahmen und Entwicklungsmaßnahmen)

 Wirkungscontrolling

 Zusammenfassende Bewertung ggf. mit Priorisierung von Handlungsbedarfen und

Dringlichkeiten (Schwerpunkte)

 Anlagen (LRT-Flächenkarte, Tabelle Erhaltungszustände, Maßnahmenmatrix, Flä-

chenbilanz)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 16 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3. Kartier- und Bewertungsanleitung

3.1 Bewaldete Küstendünen der atlantischen, kontinentalen und borealen

Region (EU-Code 2180)

Definition

Dieser Lebensraumtyp umfasst auf Küstendünen alle Waldgesellschaften vom Kiefernwald

über den Stieleichenwald bis zum Buchenwald, die zur natürlichen Sukzessionsfolge von Dü-

nenmosaiken der Küstenschwemmsandgebiete gehören. Auch anthropogen entstandene

und forstlich beeinflusste standortstypische Bestände mit lebensraumtypischer Bodenvegeta-

tion gehören dazu.

Die Hauptbaumarten der Küstendünenwälder stellen die Gemeine Kiefer, Stieleiche, Trau-

beneiche und Rotbuche dar. Die Gemeine Kiefer besiedelt als Pionierbaumart die bodenge-

schichtlich wenig entwickelten jungen Küstendünen. Forstlich gefördert nimmt sie auch po-

tenzielle Stieleichen- und Buchenwaldstandorte der Küstendünen ein. Die natürliche Sukzes-

sionsfolge ist in diesen Beständen gestört, d.h. die Bodenentwicklung steht mit der Baumar-

tenentwicklung nicht in einem harmonischen Verhältnis (Astmoos-Drahtschmielen-Kiefern-

wald). Eine Besonderheit sind die durch Windschur und Salzeinfluss niedrigwüchsigen und z.

T. strauchwüchsigen Buchenwälder, welche im Zuge des Küstenabtrags sekundär durch Dü-

nen übersandet wurden. Als Nebenbaumarten der Küstendünenwälder können mit unter-

schiedlichen Anteilen Sandbirke, Moorbirke, Wildobst und Roterle sowie in der 2. Baum-

schicht Eberesche, Stechpalme, Eibe und Wacholder vorkommen. Der Anteil der lebens-

raumtypischen Gehölzarten muss wenigstens 70 % betragen. Dabei können entsprechend

der anthropogenen Beeinflussung und des Sukzessionsverlaufes die Haupt- und Neben-

baumarten mit verschiedenen Anteilen (Gemeine Kiefer, Stieleiche, Traubeneiche, Rotbuche

30 %) und mit unterschiedlichem Schlussgrad auftreten.

Das potenzielle Vorkommen der Küstendünenwälder beschränkt sich auf Gebiete im unmit-

telbaren Einwirkungsbereich der Ostsee und der Boddengewässer, wo marine Sande zu

Küstendünensystemen aufgeweht und durch Vegetationsbedeckung stabilisiert wurden.

Küstendünenwälder bestocken trockene bis mittelfrische arme und ziemlich arme Standorte.

Zum Komplex der bewaldeten Küstendünen gehören auch die vom Wind bis zum Grundwas-

serstand ausgeblasenen Dünen-Täler (Deflationsmulden) sowie vom Meer abgeschnittene

Strandseen (Riegen), wenn sie bewaldet sind. Auf diesen feuchten-nassen Standorten kön-

nen in Abhängigkeit von den Feuchte- und Nährkraftverhältnissen Feucht- und Bruchwälder

verschiedener Ausprägung entwickelt sein.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 17 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Die Humuszustände weisen bei unterschiedlicher Feuchte eine Spannbreite bei unterschied-

licher Feuchte von Rohhumus (auch Magerrohhumus und Hungerrohhumus) bis zum rohhu-

musartigen Moder auf.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung des Lebensraumtyps bilden Angaben zum Dünenrelief aus der

forstlichen Naturraumkartierung. Um als Sukzessionsstadium bzw. Standortstyp erfasst zu

werden, muss eine räumlich zusammenhängende Fläche von 0,1 ha dem jeweiligen Sukzes-

sionsstadium entsprechen.

Forstliche Naturraum- und Standortsmerkmale

Reliefangabe aus der NaturraumkarteHäufige Hauptbodenformen
u - Küstendünenfelder i - KüstenniederungenSand-Ranker Sand-Saumpodsole Sand-Filzsaumpodsole Sand-Graupodsole Sand-Filzgraupodsole

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzensoziologi- sche Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten
KlasseVaccinio- PiceeteaBoreal-hochmontane Nadelwälder
OrdnungPiceetalia excelsaeBodensaure Nadelwälder Eurasi- ens
VerbandDicrano-Pinion syl- vestrisTrockene Tieflandskiefernvorwäl- der und Kiefern-Halbforste nähr- stoffarmer, saurer Standorte
AssoziationVaccinio-myrtilli-Pi- netum sylvestrisBeerstrauch-Kiefernwald
Empetro nigri–Pine- tum sylvestris Cladino-Pinetum sylvestrisWintergrün-Küsten-Kiefernwald Flechten-Kiefern-Wald91T0, außerhalb von Küsten- dünenstandorten
VerbandFestuco-Pinion syl- vestrisTrockene Waldsteppen-Kiefern- Wälder und -Halbforste
AssoziationPeucedano oreose- lini-Pinetum sylve- stris Pino-FestucetumHaarstrang-Kiefern-Trockenwald Dünenschafschwingel-Kiefern- Wald91U0, außerhalb von Küsten- dünenstandorten
Ausbildungsform
KlasseQuercetea robori- petaeaeBodensaure Eichen- und Buchen- Mischwälder9110 bei Dominanz der Bu- che, außerhalb von Küsten- dünenstandorten; 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten

Ordnung Quercetalia roboris Bodensaure Eichen- und Buchen- 9110 bei Dominanz der Bu- Mischwälder West- und Osteuro- che, außerhalb von Küsten- pas dünenstandorten; 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 18 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologi- sche Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten
Verband Assoziation Verband AssoziationLuzulo luzuloides- Fagion sylvaticae Vaccinio myrtilli-Fa- getum sylvaticae Quercion roboris Betulo-pendulae- Quercetum roborisBuchenwälder nährstoffarmer, bo- densaurer Standorte Schattenblümchen-Buchen-Wald Eichen-Wälder bodensaurer Standorte Birken-Eichenwald bodensaurer Standorte9110 bei Dominanz der Bu- che, außerhalb von Küsten- dünenstandorten 9110 bei Dominanz der Bu- che, außerhalb von Küsten- dünenstandorten 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten

Abgrenzung gegen andere Wald-LRT Die Abgrenzung der Waldgesellschaften des Wald-LRT 2180 gegen alle anderen Lebensraumtypen, die Waldgesellschaften mit vergleichbarer Baumartenzusammensetzung und ähnlichen Feuchte- und Trophieansprüchen umfassen (9110, 9190, 91T0, 91U0; in den Dünentälern auch 91D0* und 9160), ergibt sich aus dem Standort (Küstendünen).

Biotope des LRT 2180 (nach BKA MV 2013) WNA - Birken- (und Erlen-) Bruch nasser, mesotropher Standorte WNR – Erlen- (und Birken-) Bruch nasser, eutropher Standorte WFA - Birken- (und Erlen-) Bruch feuchter, mesotropher Standorte WFR - Erlen- (und Birken-) Bruch feuchter, eutropher Standorte WBP - Feuchter Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBD - Frischer bis trockener Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBV - Frischer bis trockener Buchenwald verhagerter Standorte WEM - Nasser Moorbirken-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEV - Feuchter Vogelbeer-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEA – Frischer bis trockener Eichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WKS – Steppen-Kiefernwald mäßig nährstoffversorgter bis kräftiger Standorte WKF – Flechten-Kiefernwald WKA – Bodensaurer Kiefernwald WKZ – Sonstiger Kiefernwald trockener bis frischer Standorte WVT - Vorwald aus heimischen Baumarten trockener Standorte In Verbindung mit UGK – Überlagerungscode für Küstendünenstandorte

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Betula pendula, Betula pubescens, Fagus sylvatica, Pinus sylvestris, Populus tremula, Quer- cus robur, Quercus petraea, Sorbus aucuparia, in Dünentälern Alnus glutinosa

Strauchschicht: Betula pendula, Fagus sylvatica, Frangula alnus, Lonicera periclymenum, Pinus sylvestris, Quercus robur, Rubus idaeus, Sorbus aucuparia, Rubus fructicosus

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Küstendünenstandorte einschl. Dünentälern; Küstendynamik mit An- landungs- und Dünenbildungsprozessen
Lebensraumstrukturen:Vollständigkeit und Abfolge der Wald-Sukzessionsstadien mit Über- gängen zu anderen Küstendünen-LRT entsprechend des Standortpo- tentials (2120, 2130, 2140, 2150, 2160, 2170, 2190)
Funktionale Beziehungen auch au- ßerhalb des FFH-Gebietes:Abtragungsbereiche als Materialquellen für die Anlandung; seeseitig an den LRT angrenzender Bereich als Raum für Anlandungs- und Dü- nenbildungsprozesse; weitere Küstendünen-LRT (Verzahnung, Arten- potenzial)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 19 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 2180)

Kriterien / ParameterABC
Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Ha- bitatstrukturenhervorragende Ausprägunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprägung
WaldentwicklungsphasenMind. 3 Waldentwicklungspha- sen; dabei Auftreten der Phasen 4, 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von > 35% in guter VerteilungMind. 2 Waldentwicklungs- phasen; dabei Auftreten der Phasen 4, 5 und 6 in der Summe auf einem Flächen- anteil von > 20% in guter Ver- teilung oder > 35 % bei un- günstiger Verteilung oder reine Altholzbeständesofern nicht A oder B
Vorkommen verschiedenermindestens drei verschiedene Typen (Flächenanteil jeweils ≥ 10 %) flächenhaft im küstennahen Be- reich (Breite mehr als 10 m)mindestens zwei verschie- dene Typen (Flächenanteil je- weils ≥ 10 %) linear im küstenseitigen Be- reich verlaufend (Breite höchstens 10 m)sofern nicht A oder B nicht vorhanden
Sukzessionsstadien und
Standorttypen (Kiefern-Dü-
nenwald – Flechtentyp,
Kiefern-Dünenwald - Hei-
detyp, bodensaurer Ei-
chenwald, bodensaurer
Buchenwald, Bruch-/Moor-
wald)
und
lückiger Kiefern-Küstendü-
nenwald oder Buchen-
Buschwald mit charakteris-
tischen Wuchsformen (kein
Forst)
Flächenanteil Nutzungs-> 2 %> 1 %Bei Fehlen des Kriteriums er-
freier Wälderfolgt keine Abwertung
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz≥ 5 Stück/ha, dabei sowohl lie-≥ 3 Stück/ha, dabei liegendessofern nicht A oder B
gendes als auch stehendes vor-und/oder stehendes vorhan-
handenden
charakterist. WuchsformenKiefer tritt überwiegend in cha- rakterist. Wuchsformen aufKiefer tritt zu mind. 1/3 in cha- rakterist. Wuchsformen aufsofern nicht A oder B
Vollständigkeit des le-lebensraumtypisches Artenin- ventar vorhandenlebensraumtypisches Artenin- ventar weitgehend vorhandenlebensraumtyp. Arteninven- tar. nur in Teilen vorhanden
bensraumtypischen Ar-
teninventars
Haupt- u. Nebenbaumarten≥ 100 % der lebensraumtypi- schen Arten; mind. 5 dieser Baumarten > 90 % der Fläche mit lebens- raumtypischer Artenkombination≥ 90 % der lebensraumtypi- schen Arten; mind. 3 dieser Baumarten ≥ 70 % der Fläche mit lebens- raumtypischer Artenkombina- tion≥ 70 % der lebensraumtypi- schen Arten > 70 % der Fläche mit le- bensraumtypischer Arten- kombination
und
Bodenvegetation (Arten-
vorkommen nach Biotop-
kartieranleitung (2))
Beeinträchtigungenkeine/geringe Beeinträchtigun-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
gen
Anteil standortfremderfehlen (allenfalls einzelne Exemplare)< 10%> 10-30%
Baumarten
Anteil StörungszeigerStörungszeiger fehlen oder spärlich, allenfalls Einzelexemp- larenur punktuelle Vorkommen, invasive Arten ohne Ausbrei- tungstendenzflächige Vorkommen oder Tendenz zur Ausbreitung
(z.B. Ruderalarten, Neo-
phyten (1)
Beeinträchtigung bzw. Prä-KeineGering bis mäßigStark
gung der Struktur durch
Küstenschutzmaßnahmen
Störungen des Wasser- haushaltsKeineGeringe Entwässerung durchstarke Entwässerung durch
Gräben oder Trinkwasserge-Gräben oder Trinkwasser-ge-
winnungwinnung
Freizeitnutzung (inkl. Tritt- belastung)Gering, Schädigung nicht er- kennbarKleinflächig bzw. in mäßigem UmfangStarke Störungen (z.B. starke
Zerschneidung durch Wege
oder Trampelpfade)
Bodenbearbeitungkeine< 10%> 10%
Befahrungsschädenkeine< 10%> 10%

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 20 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Kriterien / ParameterABC
Schäden an der Waldvege-nicht zu erkennen oder festzu-maximal auf 1/3 der Flächeauf > 1/3 der Fläche
tationstellen
Weitere Beeinträchtigun-
gen (gutachterliche Ein-
schätzung)

(1) Ob die Ausbreitung von Nitrophyten in Brutvogelkolonien als Beeinträchtigung zu bewerten ist, muss im Ein- zelfall entschieden werden. Sofern das Dünengebiet so ausgedehnt ist, dass auch die typische Dünenvegetation nährstoffärmerer Standorte großflächig vorkommt, ist eine Abwertung der eutrophierten Brutbereiche nicht erfor- derlich. Neophyten sind dann als Beeinträchtigung zu bewerten, wenn es sich um invasive, konkurrenzstarke Ar- ten handelt.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 21 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.2 Hainsimsen-Buchenwald (EU-Code 9110)

Definition

Die Rotbuche stellt die allein- bis vorherrschende Baumart der Hainsimsen-Buchenwälder

dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen, Stieleiche und Traubenei-

che, seltener Hainbuche und Winterlinde, Spitz- und Bergahorn sowie natürlich vorkom-

mende Pionierbaumarten wie Gemeine Kiefer und Gemeine Birke (max. 20%) beigemischt

sein. Für die Mindestausstattung der Hainsimsen-Buchenwälder muss der Anteil der standör-

tlich lebensraumtypischen Gehölzarten (Buche > 30 %) wenigstens 70 % betragen. Die Aus-

prägung der Krautschicht hinsichtlich Artenvielfalt und –mächtigkeit hängt im Wesentlichen

von der verfügbaren Lichtmenge ab. Hainsimsen-Buchenwälder weisen jedoch durchschnitt-

lich ein geringeres Arteninventar als Waldmeister- und Orchideen-Buchenwälder auf.

Das potenzielle Vorkommen der Hainsimsen-Buchenwälder beschränkt sich in Mecklenburg-

Vorpommern auf sandige Moränenflächen und Böden der Sander, Talsande, Beckensande

und Dünen (bodensaure Buchenwälder auf Küstendünen werden dem Lebensraumtyp 2180

zugeordnet). Die Hainsimsen-Buchenwälder besiedeln natürlicherweise innerhalb dieser

Landschaftsareale die anhydromorphen trockenen bis frischen und semihydromorphen

feuchten bodensauren (basenarmen) Standorte mit mittlerer bis armer Nährkraftausstattung.

Außerdem stellen sie die natürliche Waldgesellschaft (Schlusswaldstadium) auf stark ent-

wässerten Moorböden armer bis mittlerer Trophie dar, häufig mit einem hohen Anteil an

Stieleiche. Die Humuszustände weisen eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von

Rohhumus über rohhumusartigen Moder bis Moder auf.

Im äußersten Südosten des Landes M-V werden die Hainsimsen-Buchenwälder auf den an-

hydromorphen Standorten infolge der zunehmenden Kontinentalität bei Niederschlägen von

wenig über 500 mm im Jahr von Linden-Eichen- und Eichen-Kiefernwaldgesellschaften ab-

gelöst.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung des Lebensraumtyps bilden vorhandene forstliche Unterlagen mit

Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung

sowie die Angaben zur Bestockung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps eignen sich au-

ßerdem besonders die Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen A (=

arm), Z (= ziemlich arm) und M (= mäßig nährstoffversorgt) der an- und semihydromorphen

Standorte der forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch „Forstliche Standortskartie-

rung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen und –gruppen“ 1999). Erstauf-

forstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 22 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 23]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Forstliche Standortsmerkmale

KlimastufeStandortsformengruppen
f, lf, m, lmM3, M3v, M2, M2g, M+2, M+2g, M2v, M1, M1w, WM2, NM3, NM2, NM2w, OM4, OM4w
Z3, Z3v, Z2, Z2g, Z+2, Z+2g, Z2v, Z1, Z1w, WZ2, NZ3, NZ2, NZ2w, OZ4, OZ4w
A3, A3v, A2, A2g, A+2, A+2g, A2v, A1, A1w, WA2, NA3, NA2, NA2w, OA4, OA4w
tNM2, NM2w, OM4, OM4w
NZ2, NZ2w, OZ4, OZ4w
NA2, NA2w, OA4, OA4w
t*M3, M3v, M2, M2g, M+2, M+2g, M2v, M1, M1w, WM2, NM3
Z3, Z3v, Z2, Z2g, Z+2, Z+2g, Z2v, Z1, Z1w, WZ2, NZ3
A3, A3v, A2, A2g, A+2, A+2g, A2v, A1, A1w, WA2, NA3

t* nur an Nordhängen möglich

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-soziolo- gische Einheitlateinische Bezeich- nungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten
KlasseQuercetea robori-pe- traeaeBodensaure Eichen- und Buchen-Mischwälder9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 auf Küstendünen
OrdnungQuercetalia roborisBodensaure Eichen- und Buchen- Mischwälder West- und Mitteleuropas9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 auf Küstendünen
VerbandLuzulo luzuloidis-Fa- gion sylvaticaeBuchen-Wälder nährstoff- armer, bodensaurer Standorte9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 auf Küstendünen
Assoziation Ausbildungsform außerdemLonicero-periclymeni- Fagetum sylvaticaePfeifengras-Eichen-Bu- chen-Wald9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 in feuchten Dünentälern
Vaccinio myrtilli-Fa- getum sylvaticae Dicrano-Fagetum Milio-FagetumSchattenblümchen-Bu- chenwald Hagermoos-Buchenwald Flattergras-Buchenwald2180 auf Küstendüne 2180 auf Küstendünen (9130 auf kräftigen Standorten); 2180 auf Küstendünen
Fraxino-FagetumRasenschmielen- Eschen- Buchenwald(9130 auf kräftigen feuchten Standorten); 9180* bei Domi- nanz von Edellaubbaum-arten an Hängen; 2180 in feuchten Dünentälern

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9130: anspruchsvollere Standorte und Arten in der Krautschicht, i. d. R. ar- tenreicher, anspruchsvollere Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht Abgrenzung gegen 9150: kalkführende Standorte und anspruchsvollere Arten in der Krautschicht, nur in den FFH-Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Buche < 30 %, Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, i. d. R. steile kühl feuchte Hänge > 25° Abgrenzung gegen 9190: Anteil der Buche < 30 %, Anteil von Stiel- und Traubeneiche ≥ 30 % Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 23 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 24]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Biotope des LRT 9110 WBP - Feuchter Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBR - Feuchter Buchenwald mäßig nährstoffversorgter Standorte WBD - Frischer bis trockener Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBL - Frischer bis trockener Buchenwald mäßig nährstoffversorgter Standorte WBV - Frischer bis trockener Buchenwald verhagerter Standorte WBX - Sonstiger Buchenmischwald

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Betula pendula, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Pinus sylvestris (nur natürliche Vorkommen), Quercus petrea, Quercus robur, Tilia cordata, Strauchschicht: Fagus sylvatica, Ilex aquifolium, Lonicera periclymenum, Sorbus aucuparia,

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Nährstoffarme bis mäßig nährstoffversorgte Böden
Lebensraumstrukturen:mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 24 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9110)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durch-
schnittlich
Vollständigkeit der lebensraumty- pischen Habitatstrukturenhervorragende Ausprä- gunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprä- gung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungs- phasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungs- phasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 20%sofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei so- wohl liegendes als auch stehendes vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, da- bei liegendes und/oder stehendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebensraumty- pischen Arteninventarslebensraumtypisches Arteninventar vorhan- denlebensraumtypisches Arteninventar weitge- hend vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar nur in Teilen vorhanden
Haupt- und Nebenbaumarten≥ 90 % der Arten sind le- bensraumtypisch≥ 80 % der Arten sind le- bensraumtypisch≥ 70 % der Arten sind le- bensraumtypisch
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beein-mäßige Beeinträchti-starke Beeinträchtigun-
trächtigungengungengen
Deckungsanteil von Störungs-/ Eutro-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
phierungszeigern (inkl. Neophyten) in
der Krautschicht (Artenliste erstellen,
Gesamtdeckung [%] nennen)
Deckungsanteil neophytischer Ge-≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
hölzarten gemäß Fußnote in der
Baum- und Strauch-schicht (Arten
und Deckungsanteil [%] der einzelnen
Arten nennen)
Befahrungsschäden< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungsli- nien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Feiner- schließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien
Schäden an der Waldvegetation≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Weitere Beeinträchtigungen (gut-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
achterliche Einschätzung)
  1. Erfasst werden neophytische Gehölzarten, bei denen die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Aus- breitung besteht, insbesondere Acer negundo (Eschen-Ahorn), Ailanthus altissima (Götterbaum), Amelanchier la- marckii (Kupfer-Felsenbirne), Buddleja davidii (Fliederspeer), Fraxinus pennsylvanica (Rot-Esche), Fraxinus ame- ricana (Weiß-Esche), Mahonia spp. (Mahonien), Prunus laurocerasus (Lorbeerkirsche), Prunus serotina (Spätblü- hende Traubenkirsche), Rhus spp. (Essigbaum), Robinia pseudoacacia (Robinie), Symphoricarpus spp. (Schnee- beere). Weitere neophytische Gehölzarten können berücksichtigt werden, wenn nach gutachterlicher Einschätzung im Einzelfall die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Ausbreitung besteht.

  2. Im Falle eines vorübergehenden Auftretens größerer Mengen von Störungs-/Eutrophierungszeigern wie z. B. Impatiens parviflora kann bei geringer Gesamtdeckung der Krautschicht die Bewertung dieses Merkmals in be- troffenen Beständen gutachterlich korrigiert werden.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 25 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 26]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.3 Waldmeister-Buchenwald (EU-Code 9130)

Definition

Die Rotbuche stellt die allein- bis vorherrschende Baumart dieses Lebensraumtyps dar. Als

Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Stieleiche, Traubeneiche, Hainbuche,

Vogelkirsche, Esche, Bergahorn und seltener Bergulme, Elsbeere und Linde beigemischt

sein. Für die Mindestausstattung der Waldmeister-Buchenwälder muss der Anteil der lebens-

raumtypischen Gehölzarten (Buche > 30 %) wenigstens 70 % betragen. Die Ausprägung der

Krautschicht hinsichtlich Artenvielfalt und –mächtigkeit hängt im Wesentlichen von der ver-

fügbaren Lichtmenge ab. Wälder dieses Lebensraumtyps weisen jedoch ein höheres Arten-

inventar als die Hainsimsen-Buchenwälder auf. Ausgewiesene Waldmeister-Buchenwälder

die sich aufgrund der natürlichen Entwicklung in eine Phase mit Dominanz des Bergahorns

entwickeln, werden weiterhin als Waldlebensraumtyp entsprechend der FFH-RL geführt.

Die Waldmeister-Buchenwälder würden potenziell den größten Teil der terrestrischen

Standorte in Mecklenburg-Vorpommern bestocken. Das betrifft vor allem die geschiebelehm-

und –mergelreichen Moränenflächen, aber auch die nährstoffreicheren Sandbereiche der

Moränen und moränennahen Sander. Der Lebensraumtyp besiedelt natürlicherweise die

anhydromorphen trockenen bis frischen und semihydromorphen feuchten basenreichen

Standorte mit kräftiger bis reicher Nährkraftausstattung. Die natürlichen Humuszustände

weisen damit eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von mullartigem Moder bis Mull

auf.

Im äußersten Südosten des Landes M-V werden die Waldmeister-Buchenwälder auf den an-

hydromorphen Standorten infolge zunehmender Kontinentalität bei Niederschlägen wenig

über 500 mm im Jahr von Eichen-Lindenwaldgesellschaften abgelöst.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Angaben

zur Bestockung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps eignen sich außerdem besonders die

Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen K (= kräftig) und R (= reich) der

an- und semihydromorphen Standorte der forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch

„Forstliche Standortskartierung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen und

–gruppen“ 1999). Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 26 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Forstliche Standortsmerkmale

KlimastufeStandortsformengruppen
f, lf, m, lmR3, RC3, R2, R2g, RC2, RC2g, R1, R1w, WR2, RC1, RC1w, WRC2, NR3, NR2, NR2w, OR4
K3, KC3, K2, K2g, KC2, KC2g, K1, K1w, WK2, KC1, KC1w, WKC2, NK3, NK2, NK2w, OK4
MC3, MC2, MC2g, MC1, MC1w, WMC2
tWR2, WRC2, R1w, RC1w, NR2, NR2w, OR4
WK2, WKC2, K1w, KC1w, NK2, NK2w, OK4
WMC2, MC1w

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-soziolo- gische Einheitlateinische Bezeich- nungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten
KlasseCarpino-FageteaEdellaubholz- und Bu- chenwälder mäßig nähr- stoffarmer bis nährstoff- reicher Standorte9150 auf hochanstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stieleiche; 9180* bei Dominanz von Edellaubbaumarten; 91G0* auf trockeneren Standor- ten der Klimastufen t und m
OrdnungFagetalia sylvaticaeBuchen- und Buchen- mischwälder nährstoffrei- cher Standorte9150 auf hochanstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbu- che u./o. Stieleiche
VerbandFraxino excelsioris- Fagion sylvaticaeBuchenwälder reicher, fri- scher bis mäßig frischer Standorte9150 auf hoch anstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stieleiche
AssoziationFraxino excelsioris- Fagetum sylvaticaeEschen-Buchenwald(9110 auf mittleren feuchten Standorten); 91E0* bei Dominanz von Esche u./o. Erle; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u.o. Stieleiche
Mercuriali perennis- Fagetum sylvaticaeFrühlingsplatterbsen-Bu- chenwald(9150 auf hochanstehendem Kalk)
VerbandFagion sylvaticaeBuchenwälder kräftiger, frischer bis mäßig frischer Standorte
Assoziation AusbildungsformAsperulo odorati-Fa- getum sylvaticaeWaldmeister-Buchenwald
Milio-FagetumFlattergras-Buchenwald(9110 auf mittleren anhydromor- phen Standorten)

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9110: anspruchslose Standorte und Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenär- mer, anspruchslose Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht Abgrenzung gegen 9150: kalkführende Standorte und anspruchsvollere Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenreicher, anspruchsvollere Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht; i. d. R. durch Vorkommen kalkliebender Orchideen charakterisiert; nur in den FFH-Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin Abgrenzung gegen 9160: Anteil der Buche < 30 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche ≥ 30 % Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Buche < 30 %, Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, i. d. R. steile kühl feuchte Hänge > 25° Hangneigung Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 27 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 28]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Abgrenzung gegen 91E0*: Anteil der Buche < 30 %, Anteil der Esche und/oder Erle ≥ 30 % und hydrologischer Zusammenhang mit einem natürlichen Fließgewässer muss gegeben sein

Biotope des LRT 9130 WBE - Feuchter Buchenwald kräftiger und reicher Standorte WBW - Frischer bis trockener Buchenwald kräftiger Standorte WBG - Frischer bis trockener Buchenwald reicher Standorte WBX - Sonstiger Buchenmischwald

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus avium, Quercus petrea, Quercus robur, Sorbus torminalis, Tilia cordata, Ulmus glabra Strauchschicht: Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Sambucus nigra

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Kräftige bis reiche Bodenverhältnisse
Lebensraumstrukturen:mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 28 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 29]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9130)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durch-
schnittlich
Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruktu- renhervorragende Ausprägunggute Ausprägungdurchschnittliche Aus- prägung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächen- anteil von 20%sofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder stehen- des vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninventarslebensraumtypisches Ar- teninventar vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhandenlebensraumtypisches Arteninventar nur in Teilen vorhanden
Haupt- und Nebenbaumarten≥ 90 % der Arten sind lebens- raumtypisch≥ 80 % der Arten sind le- bensraumtypisch≥ 70 % der Arten sind le- bensraumtypisch
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beeinträch-mäßige Beeinträchtigun-starke Beeinträchtigun-
tigungengengen
Deckungsanteil von Störungs-/≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Eutrophierungszeigern (inkl. Neo-
phyten) in der Krautschicht (Ar-
tenliste erstellen, Gesamtdeckung
[%] nennen)
Deckungsanteil neophytischer≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
Gehölzarten gemäß Fußnote in
der Baum- und Strauch-schicht
(Arten und Deckungsanteil [%]
der einzelnen Arten nennen)
Befahrungsschäden< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahr- spuren und Gleisbildung au- ßerhalb von Feinerschlie- ßungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Feiner- schließungslinien und/oder mäßige Gleisbildung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien
Schäden an der Waldvegetation≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Weitere Beeinträchtigungen (gut- achterliche Einschätzung)≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
  1. Erfasst werden neophytische Gehölzarten, bei denen die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Aus- breitung besteht, insbesondere Acer negundo (Eschen-Ahorn), Ailanthus altissima (Götterbaum), Amelanchier la- marckii (Kupfer-Felsenbirne), Buddleja davidii (Fliederspeer), Fraxinus pennsylvanica (Rot-Esche), Fraxinus ame- ricana (Weiß-Esche), Mahonia spp. (Mahonien), Prunus laurocerasus (Lorbeerkirsche), Prunus serotina (Spätblü- hende Traubenkirsche), Rhus spp. (Essigbaum), Robinia pseudoacacia (Robinie), Symphoricarpus spp. (Schnee- beere). Weitere neophytische Gehölzarten können berücksichtigt werden, wenn nach gutachterlicher Einschätzung im Einzelfall die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Ausbreitung besteht.

  2. Im Falle eines vorübergehenden Auftretens größerer Mengen von Störungs-/Eutrophierungszeigern wie z. B. Impatiens parviflora kann bei geringer Gesamtdeckung der Krautschicht die Bewertung dieses Merkmals in be- troffenen Beständen gutachterlich korrigiert werden.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 29 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 30]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.4 Mitteleuropäische Kalkbuchenwälder (EU-Code 9150)

Definition

Die Rotbuche stellt i. d. R. die alleinige bis vorherrschende Baumart der Orchideen-Kalk-Bu-

chenwälder dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Gemeine Esche,

Vogelkirsche, Bergahorn, Spitzahorn, Elsbeere, Hainbuche und in der 2. Baumschicht Feld-

ahorn, seltener Eibe beigemischt sein. Als Mindestausstattung der Orchideen-Kalk-Buchen-

wälder muss der Anteil der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten (Buche > 30 %)

wenigstens 70 % betragen. Die Ausprägung der Krautschicht hinsichtlich Artenvielfalt und –

mächtigkeit hängt im Wesentlichen von der verfügbaren Lichtmenge ab. Diese Wälder wei-

sen ein deutlich höheres Arteninventar als die Hainsimsen-Buchenwälder auf. Charakteris-

tisch sind i. d. R. Kalk liebende Orchideen. Dagegen spielt das Vorkommen thermophiler Ar-

ten in Mecklenburg-Vorpommern eine eher untergeordnete Rolle.

Der Lebensraumtyp besiedelt die anhydromorphen mittelfrischen und die aufgrund von Kup-

pen- und Hanglage trockenen Standorte reicher bis kräftiger Trophie bei denen Kreide ober-

flächig ansteht. Das ist vor allem im Nordosten der Insel Rügen der Fall.

Die kennzeichnende Humusform der Orchideen-Kalk-Buchenwälder ist Mull und mullartiger

Moder, in exponierten verhagerten Bereichen auch trockener Moder. Auf kalkreichen anhyd-

romorphen Standorten im äußersten Südosten des Landes werden die Orchideen-Kalk-Bu-

chenwälder bei Niederschlägen wenig über 550 mm/Jahr von Linden-Eichenwaldgesellschaf-

ten abgelöst.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Angaben

zur Bestockung. Darüber hinaus müssen lebensraumtypische Trennarten gegenüber dem

Wald-LRT 9130 vorkommen (s. u.). Der Wald-LRT ist nur in den FFH-Gebieten DE1447-302

Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin zu kartieren.

Forstliche Standortsmerkmale

Standortsformengruppen RC3, RC2, RC1, RC1w, WRC2 KC3, KC2, KC1, KC1w, WKC2 MC3, MC2, MC2g, MC1, MC1w, WMC2

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 30 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 31]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-sozi- ologische Ein- heitlateinische Be- zeichnungdeutsche Be- zeichnungWeitere Wald-LRT und Verwechslungsmög- lichkeiten
KlasseCarpino-FageteaEdellaubholz- und Buchenwälder mäßig nährstoffar- mer bis nährstoff- reicher Standorte9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stielei- che 9180* bei Dominanz von Edellaubbaumarten 91G0* auf trockenen Standorten der Klimastufe t und m
OrdnungFagetalia sylvati- caeBuchen- und Bu- chenmischwälder nährstoffreicher Standorte9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stielei- che 91G0* auf trockenen Standorten der Klimastufe t und m
VerbandSorbo-Fagion sylvaticaeGehölz trockener Kalk- und Mergel- hänge91G0* auf trockenen Standorten der Klimastufe t und m
AssoziationCarici-Fagetum sylvaticaeOrchideen-Bu- chenwald
VerbandFraxino exelsio- ris - Fagion syl- vaticaeBuchenwälder rei- cher, frischer bis mäßig frischer Standorte9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stielei- che 91E0* bei Dominanz von Esche u./o. Erle
AssoziationMercuriali peren- nis – Fagetum syvaticaeFrühlingsplatterb- sen-Buchenwald9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk*
  • außer auf frischen und wechselfrischen Standorten

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9110: anspruchslose Standorte und Arten in der Krautschicht, artenärmer, an- spruchslose Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht; Kreide und Kalk stehen oberflächig nicht hoch an Abgrenzung gegen 9130: Buche bestockt sowohl an- als auch semihydromorphe, sowohl kräftige als auch reiche Standorte, bei denen Kreide und Kalk oberflächig nicht hoch anstehen, außer auf frischen und wechselfrischen Standorten; le- bensraumtypische Trennarten fehlen Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, steile kühl feuchte Hänge > 25° Hangneigung; Kreide und Kalk stehen oberflächig nicht hoch an Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche

Biotope des LRT 9150 WBO - Buchenwald trockener bis mäßig frischer Kalkstandorte

Lebensraumtypische Pflanzenarten Baumschicht (Trennarten gegenüber Wald-LRT 9130 fett gedruckt): Acer campestre, Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus avium, Pyrus communis, Sorbus torminalis, Taxus baccata Strauchschicht (Trennarten gegenüber Wald-LRT 9130 fett gedruckt): Acer campestre, Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Cornus sanguinea, Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Lonicera xylosteum, Pyrus communis, Ribes alpinum, Sorbus torminalis, Taxus baccata, Viburnum opulus

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 31 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 32]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Krautschicht (nur Trennartren gegenüber Wald-LRT 9130): Bromus ramosus, Cephalanthera damasonium, Cephalanthera longifolia, Cephalanthera rubra, Cypripedium calceolus, Epipactis helle- borine, Hypericum montanum, Orchis purpurea, Phyteuma spicatum, Pimpinella saxifraga, Platanthera bifolia, Pyrola rotundifolia, Solidago virgaurea, Vincetoxicum hirundinaria, Viola mirabilis

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Kalkreiche Bodenverhältnisse
Lebensraumstrukturen:Mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume, artenreiche Baum-, Strauch- und Krautschicht
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial)

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9150)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durchschnitt-
lich
Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Habi- tatstrukturenhervorragende Ausprägunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprä- gung
Vollständigkeit der le-
bensraumtypischen Habi-
tatstrukturen
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächenanteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächenanteil von 20%sofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vor- handen> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des le-lebensraumtypisches Arten- inventar vorhandenlebensraumtypisches Arten- inventar weitgehend vorhan- denlebensraumtypisches Ar- teninventar nur in Teilen vorhanden
bensraumtypischen Ar-
teninventars
Haupt- und Nebenbaumar-≥ 90 % der Arten sind lebens-≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch > 3 Arten≥ 70 % der Arten sind lebens-
ten undraumtypischraumtypisch
lebensraumtypischer Trenn-> 7 Arten> 1 Art
arten gegenüber Wald-LRT
9130
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beeinträchti-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
gungen
Deckungsanteil von Stö-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
rungs-/ Eutrophierungszei-
gern (inkl. Neophyten) in
der Krautschicht (Artenliste
erstellen, Gesamtdeckung
[%] nennen)
Deckungsanteil neophyti-≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
scher Gehölzarten gemäß
Fußnote in der Baum- und
Strauch-schicht (Arten und
Deckungsanteil [%] der ein-
zelnen Arten nennen)
Befahrungsschäden< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspu- ren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens gering11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/o- der mäßige Gleisbildung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschlie- ßungslinien oder starke Gleis- bildung auf den Rückelinien
Schäden an der Waldvege-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
tation
Weitere Beeinträchtigungen (gutachterliche Einschät- zung)≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 32 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 33]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.5 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (EU-Code 9160)

Definition

Die Hauptbaumarten dieses meist artenreichen Lebensraumtyps sind Stieleiche und Hainbu-

che. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen, Roterle, Flatterulme und

Esche vorkommen. Als Mindestausstattung der Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder

muss der Anteil der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten (Stieleiche und/oder

Hainbuche > 30 %) wenigstens 70 % betragen.

Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben die Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwälder in Be-

reichen der flachen lehmigen Grundmoräne mit hoch anstehendem Stauwasser. Außerdem

besiedelt diese Waldgesellschaft in Talsandgebieten die Standorte, welche von nährstoffrei-

chem, hoch anstehendem Grundwasser beeinflusst werden. Der Lebensraumtyp besiedelt

natürlicherweise primär die nassen mineralischen kräftigen bis reichen Böden.

Die charakteristischen Humuszustände sind nasser mullartiger Moder und Mull.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Anga-

ben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.

Forstliche Standortsmerkmale

Standortsformengruppen (natürlich) NR1, NR1w, NK1, NK1w

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzensoziolo- gische Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten
KlasseCarpino-FageteaEdellaubholz- und Bu- chenwälder mäßig nähr- stoffarmer bis nährstoff- reicher Standorte9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk; 9180* bei Dominanz von Edel- laubbaumarten an Hängen
OrdnungFagetalia sylvaticaeBuchen- und Buchen- mischwälder nährstoffrei- cher Standorte9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk
VerbandFraxino excelsioris- Fagion sylvaticaeBuchenwälder reicher, fri- scher bis mäßig frischer Standorte9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk
AssoziationFraxino excelsioris- Fagetum sylvaticaeEschen-Buchenwald9110 bei Dominanz der Buche auf mittleren feuchten Standorten; 9130 bei Dominanz der Buche

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 33 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 34]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziolo- gische Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten
Ausbildungsform4Stellaria-CarpinetumEichen-Hainbuchenwald

Abgrenzung gegen andere Wald-LRT Abgrenzung gegen 9130: Anteil der Buche ≥ 50 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche < 50 %, Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche < 50 %, steile kühlfeuchte Hänge > 25°, auf an- und semihydromorphen Standorten Abgrenzung gegen 9190: anspruchslose Standorte und Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenärmer auf Grund der geringen Trophieausstattung, auf an- und semihydromorphen Standorten Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima und kleinflächig im mäßig trockenen Tief- landsklima auf anhydromorphen Standorten, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche Abgrenzung gegen 91E0*: Anteil der Esche und/ oder Erle ≥ 30 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche < 50 %, es besteht ein hydrologischer Zusammenhang mit einem natürli- chen Fließgewässer oder einem Quellstandort.

Biotope des LRT 9160 WEH - Nasser Hainbuchen-Stieleichenwald kräftiger bis reicher Standorte WEE - Feuchter Hainbuchen-Stieleichenwald kräftiger bis reicher Standorte WHE - Nasser Stieleichen-Hainbuchenwald kräftiger bis reicher Standorte WHF - Feuchter Stieleichen-Hainbuchenwald kräftiger bis reicher Standorte

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer pseudoplatanus, Alnus glutinosa, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Quercus robur, Ulmus laevis; Cerasus avium Strauchschicht: Corylus avellana, Crataegus spec., Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus padus, Ribes sanguinea, Sambucus nigra, Viburnum opulus

Maßgebliche Bestandteile

Kräftige und reiche Standorte mit zumindest zeitweise hohem
Grundwasserstand
Lebensraumstrukturen:Waldentwicklungsphasen, Totholz, Biotopbäume
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt, Waldklima, Artenpo- tenzial)

4 Die Abgrenzung einer eigenen Gesellschaft der Eichen-Hainbuchenwälder wurde durch BERG, C. et. al., 2004, für M-V nicht vorgenommen. Nach ELLENBERG, H. und anderen Autoren (z. B. TÜXEN) werden die feuchten Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder als Stellario-Carpinetum stachyetosum dem Verband Carpinion zugeord- net.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 34 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 35]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9160)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durchschnitt-
lich
Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruk- turenhervorragende Ausprä- gunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprä- gung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 20%sofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tarslebensraumtypisches Ar- teninventar vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhandenlebensraumtypisches Arten- inventar nur in Teilen vorhan- den
Haupt- und Nebenbaumarten≥ 90 % der Arten sind le- bensraumtypisch≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch≥ 70 % der Arten sind lebens- raumtypisch
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beein-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
trächtigungen
Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophierungszeigern (inkl. Ne- ophyten) in der Krautschicht (Artenliste erstellen, Gesamtde- ckung [%] nennen≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten gemäß Fußnote in der Baum- und Strauchschicht (Arten und Deckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen)≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
Befahrungsschäden< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens ge- ring11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspu- ren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien o- der starke Gleisbildung auf den Rückelinien
Schäden an der Waldvegetation≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
oberflächliche Entwässerung, z.keinegering bis mäßig, z. B. durch einige flache Gräbenstarke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben
B. durch Gräben (Expertenvo-
tum mit Begründung)
Weitere Beeinträchtigungen≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
(gutachterliche Einschätzung)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 35 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 36]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.6 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) (EU-Code 9180*)

Definition

“Schlucht- und Hangwälder” sind edellaubholzreiche Mischwälder („Hangmischwälder“) auf

Standorten steiler Hänge (Hangneigung > 25°), auf denen die Buche aufgrund menschlicher

Einflussnahme (Störung durch Nutzung wie Weide, Kahlschlag u. a.) oder durch ausge-

prägte natürliche Windwurfdisposition zeitweilig fehlt, wenig präsent oder nicht dominant ist.

Die Hauptbaumarten dieses Lebensraumtyps stellen in M-V Bergahorn, Gemeine Esche und

Winterlinde dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Rotbuche, Stiel-

eiche, Traubeneiche, Flatter-, Bergulme, Vogelkirsche, Hainbuche und Spitzahorn vorkom-

men. Der Anteil der lebensraumtypischen Gehölzarten muss wenigstens 70% betragen. Da-

bei können entsprechend der anthropogenen Beeinflussung und des unterschiedlichen Suk-

zessionsverlaufes verschiedene Mischungsanteile von Haupt- und Nebenbaumarten (Rotbu-

che und/oder Stiel- und Traubeneiche < 50 %) auftreten.

Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben die Schlucht- und Hangwälder in M-V (als Zwischen-

waldstadien der Buchenwälder) in den Durchbruchstälern von Bächen und Flüssen der End-

moräne, in den Übergängen von den Hochflächen der kuppigen Grundmoräne und der End-

moräne zu den ebenen Moränenflächen sowie dem Sander. Sie finden sich auch kleinflächig

im Bereich der Steilküste, werden hier jedoch einem anderen Wald-LRT zugeordnet. Außer-

dem können sie innerhalb der Grundmoräne die zu den Seen hin steil abfallenden Hänge

und Erosionsrinnen an den Rändern der großen Zungenbecken besiedeln. Schlucht- und

Hangmischwälder besiedeln die Hänge kräftiger bis reicher Nährkraft der steilen Moränenab-

fälle, der Täler und Rinnen. Die meist schattseitige Lage, die Nähe zu Bach- und Flussläufen

sowie Sickerwassereinfluss sorgen für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, im Oberhangbereich

können auch mittelfrische bis trockene Standorte dazugehören.

Am Hangfuss auf nährstoffreichem, aus Bodenabtrag vom Hang stammendem Material (Kol-

luvium) kann der Hangmischwald mosaikartig mit einem Giersch-Moschuskraut-Ahorn-

Eschenwald verzahnt sein.

Die Humuszustände weisen eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von mullartigem

Moder bis Mull auf. Im äußersten Südosten des Landes M-V stellen bei Niederschlägen we-

nig über 500 mm/Jahr und infolge zunehmender Kontinentalität auf anhydromorphen Hang-

standorten hainbuchen- und spitzahornreiche Hangwälder Zwischenwaldstadien der linden-

reichen Eichen-Hainbuchen-Wälder des Lebensraumtyps 91G0* (Pannonische Eichen-Hain-

buchenwälder) dar. „Hangmischwälder“ können anthropogen oder natürlich bedingt in ver-

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 36 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

schiedenen Waldentwicklungsphasen (z.B. Jungwuchs; Baumholz etc.), und zwar mit unter-

schiedlicher Verzahnung und Raumstruktur auftreten. Außerdem können Übergänge zu den

Waldlebensraumtypen 9130, 9150 und 91G0* vorkommen.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von

mindestens 25 m aufweisen.

Grundlage der Abgrenzung sind die Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der

Karte der Forstlichen Standortskartierung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps im Gelände

eignen sich besonders die Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen K (=

kräftig) und R (= reich) und die Feuchtestufen 3 (trocken), 2 (mäßig frisch) und 1 (frisch) der

forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch „Forstliche Standortskartierung in

Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen und –gruppen“ 1999). Erstaufforstungen

mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.

Forstliche Naturraum- und Standortsmerkmale

ReliefneigungStandortsformengruppen
>25°R3, RC3, R2, R2g, RC2, RC2g, R1, R1w, RC1, RC1w, WR2, WRC2
K3, KC3, K2, K2g, KC2, KC2g, K1, K1w, KC1, KC1w, WK2, WKC2
MC3, MC2, MC2g, MC1, MC1w , WMC2

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-soziologi- sche Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten
KlasseCarpino-FageteaEdellaubholz- und Buchen-wäl- der mäßig nährstoffarmer bis nährstoffreicher Standorte9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hoch-anstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./ o. Stieleiche; 91G0* bei Dominanz von Eiche und Linde auf anhydromorphen Standorten der Klimastufe t und trockenen süd-exponierten Standorten der Klimastufe m
OrdnungAceretalia pseu- doplataniEdellaubholzreiche Mischwäl- der
VerbandTilio platyphylli- AcerionEdellaubholzreiche Mischwäl- der
AssoziationAdoxo moschatel- linae-Aceretum pseudoplataniAhorn-Eschen-Hangwald
Prunus avium- Aceretum plata- noides2Vogelkirschen-Spitzahorn-Steil- hangwald19150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk; 91GO bei Dominanz von Eiche und Linde auf anhydromorphen

2 Bei Ausprägung ohne nennenswerten Buchenanteil. Gesellschaft auf warmtrockenen-sickerfrischen Bereichen von Kalk- und Mergelhängen mit häufigen Erosionsereignissen

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 37 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 38]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzen-soziologi- sche Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten
Hangstandorten der Klimastufe t und trockenen süd-exponierten Standorten der Klimastufe m

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9130: Anteil der Buche ≥ 30 % Abgrenzung gegen 9150: Anteil der Buche ≥ 30 %, kalkführende Standorte, i. d. R. durch Vor- kommen kalkliebender Orchideen charakterisiert; nur in den FFH- Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nörd- lich von Remplin Abgrenzung gegen 9160: Anteil von Stieleiche und Hainbuche ≥ 30 %, vollhydromorphe Stand- orte Abgrenzung gegen 9190: Anteil von Stiel- und Traubeneiche ≥ 30 %, anspruchslose Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenärmer auf Grund der geringen Trophieaus- stattung Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche Abgrenzung gegen 91E0*: ein hydrologischer Zusammenhang mit einem Fließgewässer oder ei- nem Quellstandort ist gegeben Abgrenzung gegen 1230: Standort unmittelbar an der Küste

Biotope des LRT 9180* WSA - Ahorn-Steilhangmischwald

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus avium, Quercus petraea, Quercus robur, Sorbus torminalis, Tilia cordata, Ulmus glabra

Strauchschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Sambucus nigra, Ulmus glabra, Viburnum opulus, Ribes uva-crispa, Ribes rubrum

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Hangneigung mind. 25° aktives Erosionsgeschehen
Lebensraumstrukturen:mehrere Waldentwicklungsphasen Kronenschluss- grad, Totholzanteil, Biotopbäume
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Materialtransport durch Rut- schung)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 38 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 39]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9180*)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durchschnitt-
lich
Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Ha- bitatstrukturenhervorragende Ausprägunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprä- gung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 WaldentwicklungsphasenAuftreten mind. einer Baum- holzphase (Phase 3 und hö- her)sofern nicht A oder B
Raumstruktur infolge be- stimmter Pflege- und Nut- zungsverfahrenKeine Nutzungeinzelbaumweise auf 100 % der Flächesofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vor- handen> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder stehen- des vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tarslebensraumtypisches Artenin- ventar vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar nur in Teilen vorhanden
Haupt- u. Nebenbaumar- ten100 % der lebensraumtypischen Arten≥ 90 % der lebensraumtypi- schen Arten≥ 70 % der lebensraumtypi- schen Arten
Beeinträchtigungenkeine/geringe Beeinträchti-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
gungen
Deckungsanteil von Stö-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
rungs-/ Eutrophierungszei-
gern (inkl. Neophyten) in
der Krautschicht (Arten-
liste erstellen, Gesamtde-
ckung [%] nennen
Deckungsanteil neophyti-0%> 0 bis ≤ 10 %> 10 %
scher Gehölzarten gemäß
Fußnote in der Baum- und
Strauchschicht (Arten und
Deckungsanteil [%] der
einzelnen Arten nennen)
Befahrungsschädenkeine Fahrspuren≤ 10 % Flächenanteil (40m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 10 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschlie- ßungslinien oder starke Gleis- bildung auf den Rückelinien
weitere Schäden an le-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
bens-raumtypischen
Standortverhältnissen,
Waldvegetation und Struk-
tur (einschließlich Nut-
zung) (Expertenvotum mit
Begründung)
Weitere Beeinträchtigun- gen (gutachterliche Ein- schätzung)≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
  1. Hier ggf. auch zu berücksichtigen: Einschlag von Habitatbäumen oder selektive Entnahme von Neben- oder Pionierbaumarten. Forstliche Maßnahmen zur Waldverjüngung, die die Zukunft von Wald-LRT-Flächen entschei- dend negativ beeinflussen können, z. B. Unterpflanzung/Voranbau mit neophytischen oder nicht standortgerech- ten Gehölzen.
  2. Soweit in den Bewertungsbögen nicht anders festgelegt, stellt eine naturnahe, boden- und waldpflegliche Waldbewirtschaftung keine Beeinträchtigung dar. Einzelne Bewirtschaftungsweisen, in deren Folge sich das le- bensraumtypische Waldinnenklima erheblich negativ verändert, können aber zu starken Beeinträchtigungen füh- ren.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 39 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 40]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.7 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen (EU- Code 9190)

Definition

Die Eichenwälder der bodensauren Standorte stellen relativ artenarme, durch beide Eichen-

arten (Quercus robur, Quercus petraea) geprägte Wälder dar, deren Krautschicht auf Grund

der relativ hohen Lichtdurchlässigkeit der Baumschicht aber meist deckungsreich ausgeprägt

ist. Die Stieleiche und/oder Traubeneiche stellen die vorherrschenden Baumarten dar. Als

Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Moorbirke, Roterle, Gemeine Kiefer,

Rotbuche, Sandbirke, Aspe und Vogelbeere, trophiebedingt seltener auch Linde, Hainbuche,

Esche und Bergahorn vorkommen. Als Mindestausstattung muss der Anteil der lebensraum-

typischen Gehölzarten (Eiche > 30 %) wenigstens 70 % betragen.

Der Lebensraumtyp besiedelt natürlicherweise primär die armen und ziemlich armen terrest-

rischen Standorte und die armen und ziemlich armen feuchten und entwässerungsfrischen

Nassstandorte innerhalb der kontinental getönten, niederschlagsarmen Klimastufe t im äu-

ßersten Südosten und Osten des Landes. In den restlichen Klimastufen besiedelt der Wald-

LRT natürlicherweise nur die feuchten Nassstandorte armer Trophie.

Die Humusformen des Lebensraumtyps 9190 können Rohhumus, rohhumusartiger Moder

und Moder mit den verschiedenen Feuchteabstufungen sein.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie

Angaben zur Bestockung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps eignen sich besonders

die Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen A (= arm), Z (= ziemlich

arm) der an- und semihydromorphen Standorte und die Nährkraftstufen A und Z der

vollhydromorphen Standorte der forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch

„Forstliche Standortskartierung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen

und –gruppen“ 1999). Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.

Forstliche Standortsmerkmale

KlimastufeStandortsformengruppen (natürlich)
tZ3, Z3v, Z2, Z2g, Z2v, Z+2, Z+2g, Z1, NZ3, NZ2, NZ2w, NZ1, NZ1w, OZ4, OZ4ü
A3, A3v, A2, A2g, A2v, A+2, A+2g, A1, NA3, NA2, NA2w, NA1, NA1w, OA4, OA4ü
f, lf, m, lmNA2, NA2w, NA1, NA1w, OA4, OA4ü, NZ1, NZ1w, OZ4ü

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 40 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-sozio- logische Einheitlateinische Be- zeichnungdeutsche BezeichnungWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten
KlasseQuercetea robori- petraeaeBodensaure Eichen- und Buchen-Mischwälder9110 bei Dominanz der Buche; 2180 auf Küstendünen
OrdnungQuercetalia roborisBodensaure Eichen- und Buchen-Mischwälder West- und Mitteleuropas9110 bei Dominanz der Buche; 2180 auf Küstendünen
VerbandQuercion roborisEichenwälder bodensaurer Standorte2180 auf Küstendünen
AssoziationBetulo pendulae- Quercetum roborisBirken- Eichen- Wald bo- densaurer Standorte2180 auf Küstendünen
außerdem3Fago-QuercetumEichen-Buchenwald(9110- bei Dominanz der Buche), 2180 auf Küstendünen
VerbandLuzulo luzuloides – Fagion sylvaticaeBuchenwälder nährstoffar- mer, bodensaurer Standorte9110 bei Dominanz der Buche; 2180 auf Küstendünen
Assoziation Ausbildungsform4Lonicero peri- clymeni-Fagetum sylvaticaePfeifengras-Eichen-Buchen- Wald(9110- bei Dominanz der Buche); 2180 in feuchten-nassen Küsten- Dünentälern
Querco roboris- Be- tuletum molinieto- sumFeuchter Birken-Eichen- Wald2180 in feuchten- nassen Küsten- Dünentälern
KlasseMolinio-Betuletea pubescentisWälder und Gebüsche mä- ßig nährstoffarmer Feucht- standorte91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten
Ordnung VerbandCalamagrostio ca- nescentis-Saliceta- lia cinereae Lysimachio vulga- ris-Quercion robo- risTorfmoos-Moorbirkengehölz Gilbweiderich-Pfeifengras- Stieleichen-Gehölze91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten 91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten
AssoziationLysimachio vulga- ris-Quercetum ro- borisGilbweiderich-Pfeifengras- Stieleichen-Wald(91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten)
außerdem4Betulo-Quercetum alnetesumNasser Birken-Eichen-Wald2180 in feuchten-nassen Küsten- Dünentälern

Abgrenzung gegen andere Wald-LRT Abgrenzung gegen 9110: Anteil der Buche ≥ 50 %, Anteil der Stieleiche < 30 % Abgrenzung gegen 9160: anspruchsvollere Arten in der Krautschicht, i.d.R. artenreicher, anspruchs- vollere Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht, auf vollhydro- morphen kräftigen und reichen Standorten Abgrenzung gegen 91D0*: Anteil von Gemeiner Kiefer und Moorbirke ≥ 30 %, auf organischen Nass- standorten, stetiges Vorkommen von Torfmoosen Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima und kleinflächig im mäßig trockenen Tief- landklima, auf anhydromorphen mittleren, kräftigen und reichen Standorten, neben der Traubeneiche hoher Anteil an Winterlinde und Hainbuche

Biotope des LRT 9190 WEM - Nasser Moorbirken-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEV - Feuchter Vogelbeer-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEA - Frischer bis trockener Eichenwald armer bis ziemlich armer Standorte

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Alnus glutinosa, Betula pendula; Betula pubescens, Fagus sylvatica, Pinus sylvestris, Populus tremulus, Quercus petraea, Quercus robur, Sorbus aucuparia,

3 Die buchenreiche Variante der bodensauren Eichenwälder auf anhydromorphen Standorten wird nach ELLENBERG, H., 1996, dem Verband Quercion robori-petreae – den eichenreichen Mischwäldern – zugeordnet. 4 Bei dieser Ausbildungsform handelt es sich nach ELLENBERG, H., 1996, um bodenfeuchtebedingte Subassozi- ationen innerhalb der Assoziation Betulo-Quercetum des Verbandes Quercion robori-petreae

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 41 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Strauchschicht:Betula pendula, Betula pubescens, Frangula alnus, Lonicera periclymenum, Quercus petraea, Quercus robur, Rubus fructicosus; Rubus idaeus, Sorbus aucuparia,

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Nährstoffarme und ziemlich arme Bodenverhältnisse
Lebensraumstrukturen:Mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial)

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9190)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durchschnitt-
lich
Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruk- turenhervorragende Ausprä- gunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprä- gung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 20%sofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tarslebensraumtypisches Ar- teninventar vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhandenlebensraumtypisches Arten- inventar nur in Teilen vorhan- den
Haupt- und Nebenbaumarten≥ 90 % der Arten sind le- bensraumtypisch≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch≥ 70 % der Arten sind lebens- raumtypisch
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beein-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
trächtigungen
Deckungsanteil von Störungs-/≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Eutrophierungszeigern (inkl. Ne-
ophyten) in der Krautschicht
(Artenliste erstellen, Gesamtde-
ckung [%] nennen
Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten gemäß Fußnote in der Baum- und Strauchschicht (Arten und Deckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen)≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
oberflächliche Entwässerung, z. B. durch Gräben (Expertenvo- tum mit Begründung)keinegering bis mäßig, z. B. durch einige flache Gräbenstarke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben
Befahrungsschäden< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens ge- ring11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspu- ren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien o- der starke Gleisbildung auf den Rückelinien
Schäden an der Waldvegetation≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Weitere Beeinträchtigungen≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
(gutachterliche Einschätzung)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 42 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 43]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.8 Moorwälder (EU-Code 91D0*)

Definition

Moorwälder mit den prägenden Baumarten Gemeine Kiefer, Moorbirke und/oder Gemeiner

Birke besiedeln die nassen und sehr nassen Standorte mit permanent hohem Wasserstand

der oligotroph-sauren, mesotroph-sauren und mesotroph-subneutralen bzw. –kalkreichen

Moore.

Gemeine Kiefer, Moorbirke und/oder Gemeine Birke stellen meist die alleinherrschenden

Baumarten der Moorwälder dieses Lebensraumtyps in Mecklenburg-Vorpommern dar. Es

kommen jedoch auch erlenreichere, oft sekundär versauerte Ausbildungen vor (z. B. auf den

Durchströmungsmooren der östlichen Flusstäler). Reine Erlenbruchwälder gehören im Re-

gelfall nicht zum Waldlebensraumtyp 91D0*. Für die Moorwälder der basen- und kalkreichen

Moorstandorte ist zusätzlich das Vorkommen von Kreuzdorn typisch. Für die Mindestausstat-

tung der Moorwälder muss der Anteil der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten we-

nigstens 70 % betragen (Kiefer/Birke > 30 %).

Grundlage für die Zuordnung zum Lebensraumtyp Moorwald sind typische Standortbedin-

gungen, die Ausprägung eines Waldcharakters und eine lebensraumtypische Bodenvegeta-

tion. mit spärlicher, lückiger oder dichter Torfmoosschicht. Die lebensraumtypische Bodenve- getation entspricht folgenden Zustands-Vegetationsformengruppen5:

Zustands-Vegetationsformengruppe/ ökologische MoortypenFeuchte; Nährkraft; Standortsformen- gruppe; (Exposition)
Braunmoos-Sumpfreitgras-Kreuzdorn-(Erlen)- Birken-Moorwaldnass; mesotroph –basen-/ kalkreiche Moore; OMC3, OZC3
Braunmoos-Seggen-Pfeifengras-Kreuzdorn- (Erlen)-Birken-Moorwaldsehr nass; mesotroph –basen-/ kalkreiche Moore; OMC2, OZC2
Sauerklee-Torfmoos-Pfeifengras-Kiefern-Birken- Moorwaldnass; mesotroph- saure Moore; OZ3, OZC3
Torfmoos-Schnabelseggen-Pfeifengras-Kiefern- Birken-Moorwaldsumpfig; mesotroph- saure Moore; OZ2
Trunkelbeeren-Kiefern-Moorwald-Formengruppenass; oligotroph- saure Moore; OA3
Torfmoos-Zwergstrauch-Scheidiges-Wollgras- Birken-Kiefern-Moorwaldsumpfig; oligotroph- saure Moore; OA2

Moorwälder entwickeln sich natürlicherweise vor allem in den Rand- und Übergangsberei-

chen von Regenmooren, Verlandungsmooren, Durchströmungsmooren und Kesselmooren.

Besonders im Fall der Kessel- und Verlandungsmoore können Moorwälder das gesamte

Moor überziehen, wenn der Torfkörper dem Grundwasserspiegel weit genug entwachsen ist.

5 Zustands-Vegetationsformengruppen zur standörtlichen Ansprache im Gelände (LFG 1999, Forstli- che Standortskartierung in M-V, Teil B: Standortsformen und –gruppen und Gliederung der ökologi- schen Moortypen nach SUCCOW, M. und JOOSTEN, H., 2001)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 43 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 44]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Der größte Teil der Moorwälder hat sich aber erst auf Grund von anthropogen bedingten Stö-

rungen des Moorwasserhaushaltes entwickeln können.

Das Hauptvorkommen der Moorwälder entspricht der Verbreitung der genannten Moortypen

in Mecklenburg-Vorpommern. Regenmoore konnten sich vor allem in den niederschlagsrei-

chen westlichen und küstennahen Landesteilen entwickeln. Der Schwerpunkt der Kessel-

moore liegt innerhalb der Endmoräne und kuppigen Grundmoräne. Verlandungsmoore kom-

men in den seenreichen Grundmoränengebieten vor. Bei den Durchströmungsmooren han-

delt es sich um den charakteristischen Moortyp der Flusstäler der ostmecklenburgischen und

vorpommerschen Grundmoränenebene.

Moorwälder können vor allem standortsfeuchtebedingt in verschiedenen Waldentwicklungs-

phasen auftreten. Eine kleinflächige Verzahnung verschiedener Waldentwicklungsphasen in

Form von vertikalen und horizontalen Schichtungen ist für Moorwälder untypisch.

Des Weiteren sind Übergänge zu den Gebüschstadien der jeweiligen Moortypen, flächige

Absterbeerscheinungen und Totholzreichtum typisch.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von mindes- tens 25 m aufweisen.

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Angaben

zur Bestockung. Der Volumenschlussgrad muss mindestens 0,3 betragen und die Höhe der

Baumschicht > 5 m sein. Die Bewertungseinheiten sind nach hydrologischen Gegebenheiten

abzugrenzen. Tritt eine Verzahnung mit stark entwässerten Bereichen auf, muss die, dem

Wald-LRT entsprechende Bodenvegetation auf > 50 % der Fläche ausgebildet sein, wobei

zumindest eine räumlich zusammenhängende Fläche von 0,1 ha dem Wald-LRT entspre-

chen muss. Linienförmig ausgebildete eutrophe Randsumpfbereiche gehören bis zu einer

durchschnittlichen Breite von 10 m zum Wald-LRT.

Forstliche Standortsmerkmale

Standortsformengruppen OMC3, OMC2 OZ3, OZ3ü OZC3, OZC3ü, OZ2, OZC2 OA3, OA3ü, OAC3, OAC3ü, OA2, OAC2, (OA1), OD3, OD2, ODC2, ODC3

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 44 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 45]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-soziolo- gische Einheitlateinische Bezeich- nungdeutsche BezeichnungWeitere LRT und Ver- wechslungs-möglichkei- ten ( )
KlasseVaccinio uliginosi-Pine- tea sylvestrisWälder und Gebüsche nähr- stoffarmer Feucht- und Nass- standorte(7120); (7140)
OrdnungVaccinio uliginosi- Pine- talia sylvestrisWälder und Gebüsche nähr- stoffarmer Feucht- und Nass- standorte(7120); (7140)
VerbandVaccinio uliginosi-Pi- nion sylvestrisKiefern-Moorwälder feuchter Standorte(7120); (7140)
Vaccinio uliginosi-Pine- tum sylvestrisTrunkelbeer- Kiefern-Wald

Assoziation Ledo palustris-Pinetum Sumpfporst-Kiefernwald sylvestris Klasse Molinio-Betuletea pube- Wälder und Gebüsche mäßig 9190 Dominanz der Stiel- scentis nährstoffarmer Feuchtstand- eiche auf mineralischen orte Standorten und stark entwässerten Moorbö- den; (7140); (7210); (7230) Ordnung Salici pentandro-Betule- Basiphile Lorbeerweiden- (7140); (7210); (7230) talia pubescentis Moorbirken-Gehölze Verband Salici pentandro-Betu- Basiphile Lorbeerweiden- (7140); (7210); (7230) lion pubescentis Moorbirken-Gehölze Assoziation Junco subnodulosi-Be- Sumpfbaldrian-Moorbirken- (7140) tuletum pubescentis Gehölz Assoziation Salici pentandro-Betule- Lorbeerweiden-Moorbirken- (7140) tum pubescentis Gehölz Verband Rhamno catharticae- Kreuzdorn-Moorbirken-Gehölz Betulion pubescentis Assoziation Rhamno catharticae- Kreuzdorn-Moorbirken-Gehölz Betuletum pubescentis

Ordnung Calamagrostio cane- Torfmoos-Moorbirken-Gehölze 9190 Dominanz der Stiel- scentis- Salicetalia ci- eiche auf mineralischen nereae Standorten und stark entwässerten Moorbö- den (7120); (7140) Verband Lysimachio vulgaris- Gilbweiderich-Pfeifengras- 9190 Dominanz der Stiel- Quercion roboris Stieleichen-Gehölze eiche auf mineralischen Standorten und stark entwässerten Moorbö- den (7129); (7140) Assoziation Molinio-Franguletum Pfeifengras-Faulbaum-Ge- (7120); (7140) alni büsch Assoziation Lysimachio vulgaris- Gilbweiderich-Pfeifengras- 9190 Dominanz der Stiel- Quercetum roboris Stieleichen-Wald4 eiche auf mineralischen Standorten und stark entwässerten Moorbö- den

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 45 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 46]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 91E0: im Falle der erlen- und moorbirkenreichen Ausprägungen auf Durchströmungsmooren der östlichen Flusstäler besteht durch periodische Überflutungen ein hydrologischer Zusammenhang mit einem Fließgewässer Abgrenzung gegen 9190: Anteil von Stiel- und Traubeneiche ≥ 30 %, Anteil von Moorbirke und Kiefer auf den feuchten organischen Standorten < 30 % Abgrenzung gegen 9110: Anteil der Buche ≥ 50%, Anteil von Moorbirke und Kiefer auf den feuchten organischen Standorten < 30 % Abgrenzung gegen 7140, 7120, 7230: Deckung der Baumschicht < 30 % oder Höhe der Baumschicht < 5 m

Biotope des LRT 91D0* WNA - Birken- (und Erlen-) Bruch nasser, mesotropher Standorte WFA - Birken- (und Erlen-) Bruch feuchter, mesotropher Standorte MDB – Birken-Kiefernmoorwald MZM – Birkenmoorwald der Basen- und Kalk-Zwischenmoore

Lebensraumtypische Pflanzenzarten Baumschicht: Betula pendula, Betula pubescens, Pinus sylvestris, Alnus glutinosa; Rhamnus cathartica, Salix pentandra, Sorbus aucuparia Strauchschicht: Andromeda polifolia, Betula humilis, Betula pubescens, Calluna vulgaris, Empetrum nig- rum, Erica tetralix, Frangula alnus, Ledum palustre, Myrica gale, Pinus sylvestris, Rham- nus cathartica, Salix aurita, Salix cinerea, Salix pentandra, Salix repens, Sorbus aucupa- riaVaccinium uliginosum Krautschicht: Agrostis canina, Calamagrostis canescens, Carex elongata, Carex appropinquata, Carex canescens, Carex lasiocarpa, Carex nigra, Carex rostrata, Cirsium palustre, Deschampsia cespitosa, Dryopteris cristata, Eriophorum angustifolium, Eriophorum vaginatum, Galium palustre, Galium uliginosum, Lotus uliginosus, Lysimachia thyrsiflora, Lysimachia vulgaris, Lythrum salicaria, Molinia caerulea, Oxalis acetosella, Peucedanum palustre, Phragmites australis, Potentilla erecta, Potentilla palustris, Thelypteris palustris, Trientalis europaea, Vaccinium oxycoccus, Valeriana dioica Moose: Aulacomnium palustre, Bryum pseudotriquetum, Calliergonella cuspidata, Campylium po- lygamum, Climacium dendroides, Drepanocladus revolvens, Fissidens adianthoides, Mylia anomala, Plagiomnium elatum, Plagomnium undulatum, Pohlia sphagnicola, Polytrichum commune, Polytrichum strictum, Sphagnum angustifolium, Sphagnum capillifolium, Sphagnum fallax, Sphagnum fimbriatum, Sphagnum palustre, Sphagnum squarrosum, Sphagnum terres

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Arme und ziemlich arme Moorstandorte mit naturnahem Was-
serhaushalt (dauerhaft hoher Grundwasserstand)
Lebensraumstrukturen:Natürliche Dynamik der Aufwuchs- und Absterbeprozesse
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 46 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 91D0*)

Kriterien/WertstufenABC
Vollständigkeit des lebensraumtypischenvorhandenvorhandenweitgehend vorhandenweitgehend vorhandennur in Teilen vorhandennur in Teilen vorhanden
Arteninventars
Deckungsanteil [%] der lebensraumtypischen Gehölzarten in Baum- und Strauchschicht100≥ 90 bis < 100< 90
lebensraumtypisches Arteninventar und Do- minanzverteilung der Krautschichtcharakteristischgering verändertstark verändert
Deckung [%] Torfmoose≥ 30≥ 10 bis < 30< 10
Beeinträchtigungenkeine bis ge-mittelstark
ring
Deckungsanteil [%] neophytischer Gehölzar- ten in der Baum- und Strauchschicht0> 0 bis ≤ 10> 10
Deckungsanteil [%] von Störungs-/Eutrophie- rungszeigern (inkl. Neophyten) in der Kraut- schicht≤ 5> 5 bis ≤ 10> 10
Bodenverdichtung infolge Befahrung, die eine erhebliche Beeinträchtigung der Krautschicht verursachtkeine Befahrung≤ 10 % Flächenanteil mit Bodenverdichtung und/oder wenige Fahrspuren und we- nig Gleisbildung außerhalb von Rückegassen und/oder mäßige Gleisbildung auf den Rückegassen-> 10 % Flächenanteil mit Bodenverdichtung und/oder erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Rückegassen und/oder starke Gleisbildung auf den Rückegassen
Veränderungen der Hydrologie inklusive oberflächlicher Entwässerung, z. B. durch GräbenKeine oder ober- flächennaher Anstaugeringe bis mäßige, z. B. durch einige flache Gräbenstarke, z. B. durch tiefe Gräben
Veränderungen des Torfkörpers (Sackung, Zersetzung, Mineralisation), betroffenen Flä- chenanteil nennen [%]auf ganzer Flä- che nicht oder nur punktuell er- kennbarmehr als nur punktuell er- kennbar bis ≤ 50 % der Flä- cheauf > 50 % der Fläche er- kennbar, insgesamt be- standsgefährdend
weitere Schäden an lebensraumtypischen Standortverhältnissen, Waldvegetation und Struktur (einschließlich Nutzung)keine (unge- stört)geringe bis mittlerestarke
weitere Beeinträchtigungen für LRT 91D0* (Expertenvotum mit Begründung)keine bis ge- ringemittlerestarke

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 47 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 48]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.9 Erlen- und Eschenwälder an Fließgewässern (Alno-Padion, Alnion incanae) (EU-Code 91E0*)

Definition

In Mecklenburg-Vorpommern kommt überwiegend der Subtyp „Erlen- und Eschenwälder“

vor. Dieser besiedelt einerseits Uferstandorte entlang von naturnahen Flüssen und Bächen,

die im Beeinflussungsraum der Fließgewässer liegen und andererseits intakte Quellstandorte

mit stetig sickerndem abfließendem Grundwasser.

Roterle und/oder Gemeine Esche stellen die vorherrschenden Baumarten dieses Lebens-

raumtyps dar. Die Esche besiedelt natürlicherweise verstärkt die kräftigen bis reichen, feuch-

ten oder wasserzügigen Standorte. Als Nebenbaumarten können Stieleiche, Flatterulme,

Weidenarten, in der 2. Baumschicht auch Gewöhnliche Traubenkirsche vorkommen. (In den

ufernahen periodisch überfluteten Erlen-Uferwäldern, auf den Durchströmungsmooren der

östlichen Flusstäler, kann auch die Moorbirke einen höheren Anteil einnehmen.) Der Anteil

der lebensraumtypischen Gehölzarten muss wenigstens 70 % betragen (Anteil der Haupt-

baumarten Erle / Esche > 30 %).

Uferbegleitende Erlen- und Eschenwälder, die episodisch überflutet werden oder deren

Standort zumindest, in Abhängigkeit vom Wasserstand des Fließgewässers, vom Grundwas-

ser durchsickert wird, können die Talbereiche von Flüssen und Bächen innerhalb der End-

moräne, der Grundmoräne, des Sanders und des Urstromtales besiedeln.

Quellstandorte mit Wasserabfluss, die von Erlen- und Eschenwäldern besiedelt werden,

kommen vor allem an Hängen der Täler innerhalb der Endmoräne und kuppigen Grund-

moräne vor. Viele dieser Quellgebiete stellen Zuflüsse für Bäche und Flüsse dar. Entwäs-

serte Bereiche mit ausschließlich nitrophiler Bodenvegetation und Erlen-Eschenwälder

entlang von Gräben (künstlich angelegte Entwässerungsanlagen) gehören nicht zum Le-

bensraumtyp.

Bei den Erlen-Eschenwäldern des Lebensraumtyps 91E0* handelt es sich somit um Waldge-

sellschaften mit verschiedenartiger Ausprägung auf mineralischen und organischen Standor-

ten verschiedenster Feuchte- und Nährkraftstufen (siehe Tabelle 1, Forstliche Standorts-

merkmale). Die Humusformen dieses Lebensraumtyps weisen auf den mineralischen Stand-

orten eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von Moder bis Mull auf.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 48 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von min- destens 25 m aufweisen6. Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterla-

gen mit Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Stand-

ortskartierung sowie Angaben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm

sind ausgeschlossen. Die Bewertungseinheiten sind nach hydrologischen Gegebenheiten

abzugrenzen. Erlensäume an Fließgewässern, die kein Wald sind, gehören bis zu einer

Größe von 0,5 ha und einer Breite von 25 m zum LRT 3260, sofern das Gewässer als

solcher identifiziert wird. Tritt eine Verzahnung mit stark entwässerten Bereichen auf,

muss der, dem Wald-LRT entsprechende Standort auf > 50% der Fläche ausgebildet

sein, wobei zumindest eine räumlich zusammenhängende Fläche von 0,1 ha dem Wald-

LRT entsprechen muss.

Forstliche Standortsmerkmale

Standortsformengruppen
NR2w, NR1, NR1w, NR0,ÜR2, ÜRC2, ÜR1, ÜR0OR4w, OR4ü , OR3, OR3ü
NK2w, NK1, NK1w, NK0,ÜK2, ÜKC2, ÜK1, ÜK0OK4w, OK4ü, OK3, OK3ü, OK2, (OK1)
NM2w, NM1, NM1w, NM0ÜM2, ÜM1, ÜM0OM4w, OM4ü, OM3, OM3ü, OMC3, OMC3ü, OM2, (OM1)

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-sozi- ologische Ein- heitlateinische Bezeich- nungdeutsche Bezeich- nungWeitere LRT und Verwechslungs- möglichkeiten ( )
KlasseAlnetea glutinosaeErlen-Eschen- und Wei- dengehölze nährstoff- reicher Feucht- und Nassstandorte außer- halb der Stromauen
OrdnungCardamino amarae– Al- netalia glutinosaeSchaumkraut-Erlen-Ge- hölze
VerbandCardamino amarae- Fraxinion excelsiorisSchaumkraut-Eschen- Erlen-Gehölze
AssoziationCratoneuro filicini-Alne- tum glutinosaeKalk-Quell-Gehölze7220
Cardamino amarae-Al- netum glutinosaeSchaumkraut-Erlen-Ge- hölz
VerbandCarici remotae- Fraxinion excelsiorisWinkelseggen-Erlen- Eschen-Wald
AssoziationCarici remotae-Fraxi- netum excelsiorisWinkelseggen-Erlen- Eschen-Wald
OrdnungAlnetalia glutinosaeWalzenseggen-Erlen- Bruchgehölze
VerbandIrido pseudacori-Alnion glutinosaeSchwertlilien-Erlen- Bruchwälder

6 Fließgewässerbegleitende Bestände, die nicht diese Größe aufweisen, werden als maßgebliche Be- standteile der Fließgewässer-LRT, sofern es sich um solche handelt, bzw. als Uferstruktur der Fließ- gewässer-LRT erfasst.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 49 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzen-sozi- ologische Ein- heitlateinische Bezeich- nungdeutsche Bezeich- nungWeitere LRT und Verwechslungs- möglichkeiten ( )
AssoziationIrido pseudacori-Alne- tum glutinosaeBeinwell-Schwertlilien- Erlen-Bruchwald
OrdnungAlno glutinosae-Fraxi- netalia excelsiorisMädesüß-Erlen- Eschen-Gehölze
VerbandAlno-Ulmion-minorisTraubenkirschen-Erlen- Eschen-Gehölze
AssoziationPruno padi-Fraxinetum excelsiorisTraubenkirschen-Erlen- Eschen-Wald
KlasseMolinio-Betuletea pube- scentisWälder und Gebüsche mäßig nährstoffarmer Feuchtstandorte91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer
OrdnungSalici pentandro-Betule- talia pubescentisBasiphile Lorbeerwei- den-Moorbirken-Ge- hölze91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer
VerbandSalici pentandro-Betu- lion pubescentisBasiphile Lorbeerwei- den-Moorbirken-Ge- hölze91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer
AssoziationJunco subnodulosi-Be- tuletum pubescentisSumpfbaldrian-Moorbir- ken- Gehölz91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer
AssoziationSalici pentandro-Betule- tum pubescentisLorbeerweiden-Moorbir- ken-Gehölz(91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer)
VerbandRhamno catharticae- Betulion pubescentisKreuzdorn-Moorbirken- Gehölze91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer
AssoziationRhamno catharticae- Betuletum pubescentisKreuzdorn-Moorbirken- Gehölz(91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer)

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9160: Anteil von Stieleiche und Hainbuche ≥ 30 %, kein hydrologischer Zu- sammenhang mit einem Fließgewässer Abgrenzung gegen 9180*: Mischungen verschiedener Edellaubbaumarten besiedeln steile, in der Regel kühlfeuchte Hänge > 25°, kein hydrologischer Zusammen- hang mit einem Fließgewässer, es werden keine Quellstandorte mit austretendem und oberflächig abfließendem Grundwasser bestockt Abgrenzung gegen 91D0*: Die Moorbirken-Erlen-Moorwälder des Wald-LRT 91D0* bestocken Bereiche der Durchströmungsmoore der Flusstalmoore, die nicht im Überflutungsbereich der Flüsse liegen.

Biotope des LRT 91E0* WNÜ - Erlen-Eschenwald auf überflutungsnassen, eutrophen Standorten WNQ - Erlen- und Eschen-Quellwald WFÜ -Erlen-Eschenwald auf überflutungsfeuchten, eutrophen Standorten VSZ – Standorttypischer Gehölzsaum an Fließgewässern (ab 25 m Breite und 0,5 ha Größe)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 50 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 51]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer pseudoplatanus, Alnus glutinosa, Betula pubescens, Fraxinus excelsior, Quercus robur, Rhamnus cathartica, Salix alba, Salix pentandra, Ulmus laevis Strauchschicht: Acer pseudoplatanus, Alnus glutinosa, Crataegus laevigata, Fraxinus excelsior, Prunus padus, Ribes nigrum, Salix aurita, Salix cinerea, Sambucus nigra, Ulmus laevis, Vibur- num opulus,

Maßgebliche Bestandteile:

Standörtliche Voraussetzungen:Naturnaher Wasserhaushalt und naturnahe Gewässerdynamik
Lebensraumstrukturen:mehrere Waldentwicklungsphasen, Totholz, Biotopbäume; natur- nahe Uferstrukturen
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt, Artenpotenzial); Gewäs- seroberlauf

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 51 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 91E0*, Subtyp Erlen- und Eschenwäl- der an Fließgewässern):

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durchschnittlich
Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Ha- bitatstrukturenhervorragende Ausprä- gunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprägung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächen- anteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächenanteil von 20%sofern nicht A oder B
Raumstruktur infolge be- stimmter Pflege- und Nut- zungsverfahrenKeine Nutzungeinzelbaumweise auf 100 % der Flächesofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des le- bensraum-typischen Arteninventarslebensraumtypisches Ar- teninventar vorhandenlebensraumtypisches Arten- inventar weitgehend vorhan- denlebensraumtypisches Artenin- ventar nur in Teilen vorhanden
GehölzartenAnteil der lebensraumtypi- schen Gehölzarten = 100 %Anteil der lebensraumtypischen Gehölzarten > 90 %sofern nicht A oder B
Beeinträchtigungenkeine/geringe Beeinträch-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
tigungen
Deckungsanteil von Stö-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
rungs-/ Eutrophierungs-
zeigern (inkl. Neophyten)
in der Krautschicht (Ar-
tenliste erstellen, Ge-
samtdeckung [%] nen-
nen)
Deckungsanteil neophyti-≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
scher Gehölzarten ge-
mäß Fußnote in der
Baum- und Strauch-
schicht (Arten und De-
ckungsanteil [%] der ein-
zelnen Arten nennen)
Veränderungen der Hyd-keinegeringe bis mäßige, z. B. durch einige flache Gräbenstarke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben
rologie inklusive ober-
flächlicher Entwässerung,
z. B. durch Gräben (Ex-
pertenvotum mit Begrün-
dung)
Bodenverdichtung infolge Befahrung, die eine er- hebliche Beeinträchti- gung der Kraut-schicht verursacht (betroffener Flächenanteil [%])keine Befahrung≤ 10 % Flächenanteil mit Bo- denverdichtung und/oder we- nige Fahrspuren und wenig Gleisbildung außerhalb von Rückegassen und/oder mäßige Gleis-bildung auf den Rücke- gassen> 10 % Flächenanteil mit Boden- verdichtung und/oder erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung au- ßerhalb von Rückegassen und/oder starke Gleisbildung auf den Rücke- gassen
Schäden an der Waldve-nicht zu erkennen oder fest-maximal auf 1/3 der Flächeauf > 1/3 der Fläche
getationzustellen
Weitere Beeinträchtigun-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
gen (gutachterliche Ein-
schätzung)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 52 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 53]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.10 Weichholzauenwälder an Fließgewässern (Salicion albae) (EU-Code 91E0*)

Definition:

Zu den in Mecklenburg-Vorpommern nur sporadisch vorkommenden Weichholzauenwäldern

gehören einerseits die Weiden-Auengebüsche im direkten, regelmäßig überfluteten Uferbe-

reich und andererseits der Auenwald, zumeist aus Silberweide, der die höher gelegenen,

nicht mehr so oft und rasch überströmten, feinkörnigeren Auenböden besiedelt. Die Auen-

wälder und –gebüsche können in störungsfreien Zeiten aufgrund der vom Fluss regelmäßig

abgelagerten Nährstofffracht eine üppige Bodenvegetation aufweisen. Zur lebensraumtypi-

schen Baumartenzusammensetzung gehören Silberweide, Salweide und Bruchweide sowie

seltener die Schwarzpappel, außerdem die strauchförmigen weiden wie Mandelweide, Pur-

purweide und Korbweide. Nebenbaumarten können Roterle, Gemeine Esche und Ulmenar-

ten sein. Kennzeichnend ist eine lockere Baumschicht. Für die Mindestausstattung muss der

Anteil lebensraumtypischer Baum- und Straucharten wenigstens 70% betragen (Anteil der

Hauptbaumarten Salweide, Silberweide, Bruchweide und Schwarzpappel >=50%). Der Le-

bensraumtyp besiedelt die mineralischen Böden, die neben den Überflutungsereignissen

auch der Dynamik des zügigen, stark wechselnden Grundwassers unterliegen. Es handelt

sich um meist kräftige bis reiche überflutungsfeuchte bis überflutungssumpfige, mineralische

Standorte. Humusformen können sich im Bereich der periodisch überfluteten Aueböden nicht

entwickeln. Das natürliche Vorkommen der Weichholzauenwälder ist in Mecklenburg-Vor-

pommern auf das Elbtal sowie die durch das Elbehochwasser entstandenen Aueböden ent-

lang der zum Rückstaugebiet der Elbe gehörenden und in diese mündenden Flüsse be-

schränkt. Die Bestände unterliegen in Abhängigkeit von der Hochwasserdynamik starken pe-

riodischen Veränderungen, was Auswirkungen auf die möglichen Waldentwicklungsphasen,

deren Verzahnung und Raumstruktur hat.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise:

Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von min- destens 25 m aufweisen7. Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterla-

gen mit Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Stand-

ortskartierung sowie Angaben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 20 Jah-

ren sind ausgeschlossen.

7 Fließgewässerbegleitende Bestände, die nicht diese Größe aufweisen, werden als maßgebliche Be- standteile der Fließgewässer-LRT, sofern es sich um solche handelt, bzw. als Uferstruktur der Fließ- gewässer-LRT erfasst.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 53 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Forstliche Standortsmerkmale

Standortsformengruppen ÜR0, ÜR1; ÜR2 ÜK0, ÜK1, ÜK2 NR0ü, NK0ü

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-sozi- ologische Ein- heitlateinische Bezeich- nungdeutsche Bezeich- nungWeitere LRT und Verwechslungs- möglichkeiten ( )
KlasseSalicetea purpureaeWeiden-Ufergebüsche und -Wälder
OrdnungSalicetalia purpureaeWeiden-Ufergebüsche und -Wälder
VerbandSalicion albaeTiefland-Weiden-Auge- hölz
AssoziationSalicetum triandro-vini- malisMandelweiden-Auege- büsch
Salici albae – Popule- tum nigraeSilberweiden-Auwald89

Abgrenzung gegen andere Kartiereinheiten Abgrenzung gegen 91F0: Hartholz wie Eiche, Esche und Ulme können lediglich als Neben- baumarten auftreten; höhere Grundwasserstände Abgrenzung gegen 91D0*: Die Moorbirken-Erlen-Moorwälder des Wald-LRT 91D0* bestocken Bereiche der Durchströmungsmoore der Flusstalmoore, die nicht im Überflutungsbereich der Flüsse liegen

Biotope des LRT 91E1* WAW - Weichholzauenwald im Überflutungsbereich WAS - Weichholzauenwald im nicht mehr überfluteten Bereich der Flussaue

Lebensraumtypische Gehölzarten: Baumschicht: Populus nigra; Salix alba, Salix fragilis; Salix triandra, Salix minimali; Salix purpurea Strauchschicht: Salix triandra; Salix vinimalis; Humulus lupulus; Salix x rubens; Salix pendrata; Salix fra- gilis; Rubus caesius; Salix alba,

Maßgebliche Bestandteile (LRT *91E0, Subtyp Weiden-Weichholzaue):

Naturnaher Wasserhaushalt und naturnahe Gewässerdynamik
mit regelmäßigen Hochwasserereignissen
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt, Artenpotenzial); Gewäs- seroberlauf
Lebensraumstrukturen:Schichtung; Naturnahe Uferstrukturen

8 Weichholzauwald im Überflutungsbereich (WAW) nach Biotopkartieranleitung M-V 9 Standortstypischer Gehölzsaum an Fließgewässern (VSZ) nach Biotopkartierlanleitung M-V

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 54 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (LRT *91E0, Subtyp Weiden-Weichholzaue):

Kriterien / ParameterABC
Vollständigkeit der lebensraumtypi- schen Habitatstrukturenhervorragende Ausprä- gunggute Ausprägungmäßige bis durchschnittliche Ausprägung
Überflutungsschlenken und Blößenvorhanden bzw. direkt angrenzendnicht vorhanden
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück / ha1 - 3 Stück /hasofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebensraum-typi- schen Arteninventarslebensraumtypisches Ar- teninventar vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhandenlebensraumtypisches Artenin- ventar nur in Teilen vorhan- den
Gehölzarten (Baum- und Straucharten)Anteil der lebensraumty-Anteil der lebensraumty- pischen Gehölzarten ≥90%sofern nicht A oder B
pischen Gehölzarten =
100 %
Beeinträchtigungen:keine/geringe Beeinträch-mittlere Beeinträchtigun-starke Beeinträchtigungen
tigungengen
Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophie-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
rungszeigern (inkl. Neophyten) in der Kraut-
schicht (Artenliste erstellen, Gesamtde-
ckung [%] nennen)
Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
gemäß Fußnote in der Baum- und Strauch-
schicht (Arten und Deckungsanteil [%] der
einzelnen Arten nennen)
Veränderungen der Hydrologie inklusive oberflächlicher Entwässerung, z. B. durch Gräben (Expertenvotum mit Begrün-dung)keinegeringe bis mäßige, z. B. durch einige flache Grä- benstarke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben
Fahrspuren und Bodenbearbeitung und forstliche Nutzung 1nicht sichtbarsofern nicht A oder B
keine
keine
Standortsverhältnisse, Nutzungkeine erkennbaren Ver-keine wesentlichen Ver- änderungen der lebens- raumtypischen Standorts- verhältnisseerhebliche Veränderungen der lebensraumtypischen Standortsverhältnisse
änderungen der lebens-
raumtypischen Standorts-
verhältnisse
Schäden an der Vegetationnicht zu erkennen oder festzustellenmaximal auf 1/3 der Flä- cheauf > 1/3 der Fläche

[1] Initialpflanzungen sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit der Buhnenerhaltung zählen nicht als Beeinträchtigung

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 55 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 56]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.11 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus (EU-Code 91G0*)

Definition Die Pannonischen Eichen-Hainbuchenwälder besiedeln in M-V natürlicher Weise die trocke-

nen, mäßig trockenen und frischen anhydromorphen Standorte mit mittlerer bis reicher Nähr-

kraftausstattung innerhalb des trockenen Tieflandsklimas t (Niederschläge um 500 mm/Jahr),

insofern es sich nicht um reliefbedingt kühl-feuchte Nordhänge handelt.

Auf wärme- und sonneneinstrahlungsbegünstigten Standorten des mäßig trockenen Tief-

landklimas kann der Lebensraumtyp im Einzelfall auch vorkommen.

Die Eichen (Stieleiche, Traubeneiche), Linden (Winter- und Sommerlinde) und die Hainbu-

che stellen die charakteristischen Baumarten der subkontinentalen Eichen-Hainbuchenwäl-

der dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Esche, Elsbeere, Spit-

zahorn, Feldahorn, Feld- und Bergulme außerdem mit geringem Anteil Gemeiner Birke bei-

gemischt sein. Für die Mindestausstattung der Eichen-Hainbuchenwälder muss der Anteil

der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten wenigsten 70% (Eichen, Linden, Hainbu-

chen >30 %) betragen. Die Krautschicht weist trophie- und feuchteabhängig ein den Buchen-

wäldern vergleichbares Arteninventar auf, ergänzt durch wärmeliebende Arten der thermo-

philen Säume.

Das potenzielle Vorkommen dieses Lebensraumtyps in M-V ist gering und beschränkt sich

auf sandig-lehmige und lehmig-mergelige Böden der Moränen in den östlichen und südöstli-

chen Landesteilen und kleinklimatisch bedingten Ausnahmen in anderen Landesteilen.

Die Humuszustände weisen eine Spannbreite von Moder bis Mull auf.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von min-

destens 25 m aufweisen.

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Anga-

ben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.

Als Mindestausstattung eines Wald-LRT 91G0* müssen Indikatorarten in der Krautschicht vor-

handen sein:

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 56 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 57]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzenarten mit hohem Indikationswert:

BiotoptypLatein. NameDeutscher NameBiotoptypLatein. NameDeutscher Name
WHT / WELWESAlliaria petiolataKnoblauchsraukeWESPhleum phleoidesSteppen-Liesch- gras
WESAllium oleraceumKohl-LauchWESPimpinella saxifragaKleine Bibernelle
WESAllium scoro- doprasumSchlangen-LauchWHT / WELPoa nemoralisHain-Rispengras
WESArrhenatherum elatiusGewöhnlicher GlatthaferWHT / WELWESPrimula elatiorHohe Schlüssel- blume
WESBrachypodium pinnatumFieder-ZwenkeWHT / WELWESPrimula verisEchte Schlüssel- blume
WHT / WELBrachypodium syl- vaticumWald-ZwenkeWHT / WELPulmonaria obs- curaDunkles Lungen- kraut
WESChaerophyllum temulumHecken-Kälber- kropfWHT / WELSanicula euro- paeaSanikel
WHT / WELDactylis polygamaWald-KnäuelgrasWESSolidago virgau- reaEchte Goldrute
WESEuphorbia cyparis- siasZypressen-Wolfs- milchWESThalictrum minusKleine Wiesenraute
WESGeranium sangui- neumBlutroter Storch- schnabelWESTrifolium mediumMittlerer Klee
WHT / WELHepatica nobilisLeberblümchenWESVeronica teucriumGroßer Ehrenpreis
WHT / WELLathyrus nigerSchwärzende PlatterbseWHT / WELVicia cassubicaKassuben-Wicke
WESOrobanche caryo- phyllaceaNelken-Sommer- wurzWHT / WELVicia sylvaticumWald-Wicke
WESPeucedanum oreoselinumBerg-HaarstrangWESVincetoxicum hi- rundinariaWeiße Schwalben- wurz

Forstliche Standortsmerkmale

KlimastufeStandortsformengruppen
t (m-sonnenexponierte Lagen)R3, RC3, R2, R2g, RC2, R1, RC1, NR3
K3, KC3, K2, K2g, KC2, K1, KC1, NK3
M3, M3v, MC3, M2, M2g, M2v, MC2, MC2g, M+2, M+2g, M1, MC1

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 57 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 58]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-sozi- ologische Ein- heitlateinische Bezeich- nungdeutsche BezeichnungWeitere LRT und Verwechs- lungsmöglichkeiten ( )
KlasseCarpino-FageteaEdellaubholz- und Bu- chenwälder mäßig nähr- stoffarmer bis nährstoff- reicher Standorte 9130 bei Dominanz der Bu- che auf kräftigen und rei- chen an- und semihydro- morphen Standorten  9150 bei Dominanz der Bu- che auf anhydromorphen Standorten mit hoch an- stehendem Kalk  9160 bei Dominanz der Stieleiche und Hainbuche auf kräftigen und reichen semi- und vollhydromor- phen Standorten  9180* Edellaubholzreiche Wälder auf steilen Hang- standorten kräftiger und reicher Trophie
OrdnungFagetalia sylvaticaeBuchen- und Buchen- mischwälder nährstoffrei- cher Standorte 9130 bei Dominanz der Bu- che auf kräftigen und rei- chen an- und semihydro- morphen Standorten  9150 bei Dominanz der Bu- che auf anhydromorphen Standorten mit hoch an- stehendem Kalk  9160 bei Dominanz der Stieleiche und Hainbuche auf kräftigen und reichen semi- und vollhydromor- phen Standorten
Verband10Carpinion betuliEichen-Hainbuchenwälder
UnterverbandGalio-sylvatici-Carpe- niongemäßigt kontinentale Ei- chen-Hainbuchenwälder
AssoziationTilio-CarpinetumEichen-Linden-Hainbu- chenwald11
VerbandSorbo-Fagion sylvati- caeGehölz trockener Kalk- und Mergelhänge 9150 bei Dominanz der Bu- che auf anhydromorphen Standorten mit hoch an- stehendem Kalk
Assoziation12Vincetoxico hirundina- riae – Quercetum pe- traeaeSchwalbenwurz-Eichen- Trockenwald

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9110: Anteil der Buche ≥ 30%, Anteil von Linde, Eiche und Hainbuche ≤ 50% Abgrenzung gegen 9130: Anteil der Buche ≥ 30%, Anteil von Linde, Eiche und Hainbuche ≤ 50% Abgrenzung gegen 9150: Anteil der Buche ≥ 30% bzw. im Bereich steiler Lagen ≥ 30% zugunsten der Esche, oberflächig hoch anstehender Kalk und Kreide; Anteil von Linde, Eiche, Hainbuche ≤ 50 %, auf trockenen und mäßig frischen

10 BERG, C. et al.2004, weisen für MV diese pflanzensoziologischen Einheiten nicht extra aus. Sie wurden den Ausführungen von ELLENBERG, H 1996, entnommen und umfassen die trocken-frischen, mittleren-reichen Standorte ohne reliefbedingte Besonderheiten. 11 Winterlinden-Hainbuchenwald (WHW) nach Biotopkartieranleitung M-V 12 Diese Waldgesellschaft ist auf südlich exponierte Hänge beschränkt, die im Sommer einer starken Erwärmung unterliegen.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 58 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 59]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Standorten; nur in den FFH-Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin zu kartieren Abgrenzung gegen 9160: Eichenwälder auf vollhydromorphen Standorten Abgrenzung gegen 9180*: Anteil von Gemeiner Esche und Bergahorn ≥ 50 %, i. d. R. kühl- feuchte Hänge und deren Hangkuppen Abgrenzung gegen 9190: Eichenwälder bodensaurer Standorte mit armer bis mittlerer Tro- phie, eventueller Anteil von Linde und Hainbuche gering; weniger als drei lebensraumtypische Trennarten vorhanden

Biotope des LRT 91G0* WEL - Hainbuchen-Winterlinden-Traubeneichenwald WES - Linden-Traubeneichen-Trockenwald WHT - Traubeneichen-Winterlinden-Hainbuchenwald

Lebensraumtypische Baumarten Acer campestre, Acer platanoides, Betula pendula, Carpinus betulus, Fraxinus excelsior, Malus sylvestris, Prunus avium, Quercus petraea, Quercus robur, Sorbus torminalis, Tilia cordata, Tilia platyphyllos, Ulmus glabra, Ulmus minor

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:Kontinental geprägtes Klima; reiche bis mittlere Bodenverhält-
nisse ohne bzw. mit geringem Grundwassereinfluss
Lebensraumstrukturen:Mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume, artenreiche Baum-, Strauch- und Krautschicht
Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes:Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial,)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 59 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 60]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 91G0*)

A – hervorragendB - gutC - mäßig bis durch-
Erhaltungszustand
schnittlich
hervorragende Ausprägunggute Ausprägungdurchschnittliche Aus- prägung
Vollständigkeit der lebens-
raumtypischen Habitatstruktu-
ren
≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 40%≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 20%sofern nicht A oder B
Waldentwicklungsphasen
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
> 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehendes vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder stehen- des vorhandensofern nicht A oder B
Totholz
lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhandenlebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhandenlebensraumtypisches Arteninventar nur in Teilen vorhanden
lebensraumtypisches Ar-lebensraumtypisches
Vollständigkeit des lebens-
teninventar weitgehendArteninventar nur in
raumtypischen Arteninventars
vorhandenTeilen vorhanden
≥ 90 % der Arten sind lebens- raumtypisch≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch≥ 70 % der Arten sind le- bensraumtypisch
Haupt- und Nebenbaumarten
keine / geringe Beeinträch-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigun-
Beeinträchtigungen
tigungengen
≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Deckungsanteil von Störungs-/
Eutrophierungszeigern (inkl. Neo-
phyten) in der Krautschicht (Ar-
tenliste erstellen, Gesamtdeckung
[%] nennen
0%> 0 bis ≤ 10 %> 10 %
Deckungsanteil neophytischer
Gehölzarten in der Baum- und
Strauch-schicht (Arten und De-
ckungsanteil [%] der einzelnen
Arten nennen)
< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahr- spuren und Gleisbildung au- ßerhalb von Feinerschlie- ßungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien
Befahrungsschäden
Schäden an der Waldvegetation≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Weitere Beeinträchtigungen (gut-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
achterliche Einschätzung)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 60 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 61]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.12 Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder (EU-Code 91T0)

Definition

Zum Lebensraumtyp gehören die flechtenreichen Kiefernwälder auf bodensauren Sand-

standorten im Binnenland des nordostdeutschen Tieflands mit der Vegetation der Gesell-

schaft Cladino-Pinetum sylvestris innerhalb des Verbandes Dicrano-Pinion sylvestris. Die

Flechten-Kiefernwälder des Wald-LRT besiedeln extrem arme, arme und ziemlich arme tro-

ckene bis mäßig frische Sandböden, bei denen es sich um anthropogen entstandene Rohbö-

den (z.B. Truppenübungsplätze und Binnendünen) mit weitgehend fehlender Humusdecke

handelt.

Die Flechten-Kiefernwälder des Wald-LRT besitzen ihren aktuellen Verbreitungsschwerpunkt

im Dünensandgebiet innerhalb des weichselglazialen Urstromtales zwischen Lübtheen, Lud-

wigslust und Dömitz sowie auf ehemals entwaldeten Sanderflächen der Griesen Gegend und

im Neustrelitzer Klein Seenland südlich von Neustrelitz. Kleinflächig kommt der Flechten-Kie-

fernwald auch am Rande der großen Truppenübungsplätze in der Ueckermünder Heide öst-

lich von Torgelow vor.

Der Lebensraumtyp wird von der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris) als Hauptbaumart mit

mehr als 30 % dominiert und kann Nebenbaumarten wie Traubeneiche (Quercus petraea),

Stieleiche (Quercus robur), Gemeine Birke (Betula pendula), Aspe (Populus tremula) und

Vogelbeere (Sorbus aucuparia) aufweisen. An der Deckung der vorhandenen Bodenvegeta-

tion besitzen Strauchflechten einen Anteil von mindestens 10 %.

Zur Wahrung seiner Lebensraumfunktionen benötigt der Flechten-Kiefernwald ein Mosaik

aus vegetationsarmen bis vegetationslosen Blößen und waldbestockten Flächen in günstiger

räumlicher Verzahnung. Dabei sind neben einem relativ niedrigen Kronenschlussgrad inner-

halb der waldbestockten Flächen besonders Störungen der natürlichen Prozesse der Boden-

und Vegetationsentwicklung (z. B. durch Übersandung) von Bedeutung.

Flechten-Kiefernwälder stellen ein Pionierstadium der Waldentwicklung auf rohen bodensau-

ren Sandböden dar. Mit zunehmender Bodenalterung und Sukzession entwickeln sich die

Flechten-Kiefernwälder über Beerstrauch- oder Drahtschmielen-Kiefernwälder zu bodensau-

ren Laubwäldern.

Forstliche Standortsmerkmale

StandortsformengruppenHumusform
A3, A3v, A2, A2v, A2g, A+2, A+2g Z3, Z3v, Z2, Z2v, Z2g, Z+2, Z+2gHu – Hungerrohhumus, Rb - Rohbodenhumus

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 61 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 62]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-soziolo- gische Einheitlateinische Bezeichnungdeutsche Bezeichnung und BiotoptypWeitere LRT und Ver- wechslungsmöglich- keiten ( )
KlasseVaccinio-PiceateaBoreal-hochmontane Nadelwäl- der
OrdnungPiceatalia excelsaeBodensaure NadelwälderEurasi- ens
VerbandDicrano-Pinion syl- vestrisTrockene Tieflands-Kiefern-Vor- wälder und Kiefern-Halbforste nährstoffarmer, saurer Standorte
AssoziationCladino-Pinetum sylvestrisFlechten-Kiefernwald; WKF2180 auf Küsten-dü- nen; (91U0 bei Dominanz östlich verbreiteter Sandtrockenrasen- arten)

Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 91U0: nur auf M3, MC3, K3 und KC3 Abgrenzung gegen 2180: nur auf Küstendünen Abgrenzung gegen 2310, 2330, 4010: keine Waldeigenschaft (Kronenschluss < 0,5; Flächen im Offenland < 0,5 ha oder mittlere Breite < 25 m)

Biotope des LRT 91T0 WKF - Flechten-Kiefernwald

Lebensraumtypische Pflanzenarten: Gehölzschicht: Betula pendula, Calluna vulgaris, Pinus sylvestris, Populus tremula, Quercus pet- rea, Quercus robur, Sorbus aucuparia, Vaccinium vitis-idaea Krautschicht: Aira caryophyllea, Aira praecox, Carex arenaria, Corynephorus canescens, Festuca ovina, Hieracium pilosella, Hieracium umbellatum, Jasione montana, Rumex acetosa Moosschicht: Dicranum scoparius, Hypnum cupressiforme agg., Polytrichum piliferum, Ptilidium ciliare Strauchflechten: Cladonia arbuscula ssp. mitis, Cladonia foliacea, Cladonia furcata ssp. furcata, Cladonia glauca, Cladonia gracilis, Cladonia macilenta, Cladonia portentosa, Cladonia rangiferina, Cladonia squamosa, Cladonia uncialis

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:trockene bis mäßig frische Standorte auf armen und ziemlich armen
Sandböden mit den Humusformen Hungerrohhumus (Hu) und Rohbo-
denhumus (Rb)
Lebensraumstrukturen:lichtes Kronendach mit ausgeprägtem Lückensystem (Lichtungen, Blößen)
Funktionale Beziehungen auch außer- halb des FFH-Gebietes:die Verzahnung mit Trockenrasen, Heiden und ähnlichen Flächen er- höht das Artenpotenzial

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 62 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 63]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustandes (Wald-LRT 91T0)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durchschnittlich
Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruk- turenhervorragende Ausprägunggute Ausprägungdurchschnittliche Ausprägung
Waldentwicklungsphasen und≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phase 3 und höherAuftreten mind. einer Baum- holzphase (Phase 3 oder hö- her)sofern nicht A oder B
Deckung [%] von Strauchflech-≥ 25 % im überwiegenden Teil des jeweiligen Vorkommens≥ 15 bis < 25 % im überwiegen- den Teil des jeweiligen Vorkom- mens< 15 % im überwiegenden Teil des jeweiligen Vorkommens
ten (inkl. Cladonia-Arten mit
becher- und stabförmigen Po-
detien) auf dem Waldboden 1)
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vorhanden≥ 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tarslebensraumtypisches Arten- inventar vorhandenlebensraumtypisches Arten- inventar weitgehend vorhan- denlebensraumtypisches Arteninven- tar nur in Teilen vorhanden
Haupt- und Nebenbaumarten≥ 90 % der Arten sind lebens-≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch≥ 70 % der Arten sind lebensraumty-
undraumtypischpisch
Anzahl typischer Arten der> 63-5≤ 2
Strauch-/Becherflechten
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beeinträchti-mäßige Beeinträchtigungenstarke Beeinträchtigungen
gungen
Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophierungszeigern (inkl. Neophyten) in der Krautschicht (Artenliste erstellen, Gesamt- deckung [%] nennen≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten in der Baum- und Strauchschicht (Arten und De- ckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen)≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
Befahrungsschäden≤ 5 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspu- ren und Gleisbildung außer- halb von Feinerschließungsli- nien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens gering> 5 bis ≤ 10 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahr- spuren und Gleisbildung außer- halb von Feinerschließungsli- nien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 10 % Flächenanteil (bis 20m Ab- stand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feiner- schließungslinien oder starke Gleis- bildung auf den Rückelinien
Deckung [%] Degeneration an- zeigender Gräser, insbeson- dere Deschampsia flexuosa≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Schäden an der Waldvegeta-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
tion
Weitere Beeinträchtigungen≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
(gutachterliche Einschätzung)

Erfasst werden neophytische Gehölzarten, bei denen die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Aus- breitung besteht, insbesondere Acer negundo (Eschen-Ahorn), Ailanthus altissima (Götterbaum), Amelanchier lamarckii (Kupfer-Felsenbirne), Buddleja davidii (Fliederspeer), Fraxinus pennsylvanica (Rot-Esche), Fraxinus americana (Weiß-Esche), Mahonia spp. (Mahonien), Prunus laurocerasus (Lorbeerkirsche), Prunus serotina (Spätblühende Traubenkirsche), Rhus spp. (Essigbaum), Robinia pseudoacacia (Robinie), Symphoricarpus spp. (Schneebeere). Weitere neophytische Gehölzarten können berücksichtigt werden, wenn nach gutachterlicher Ein- schätzung im Einzelfall die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Ausbreitung besteht.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 63 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 64]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

3.13 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe (EU-Code 91U0)

Definition

Zum Lebensraumtyp gehören Kiefernwälder im Binnenland des nordostdeutschen Tieflands

auf basenreicheren oder kalkhaltigen Sandstandorten mit Vegetation der Gesellschaft

Peucedano oreoselini – Pinetum sylvestris innerhalb des Verbandes Festuco- Pinion. Ausbil-

dungen des Steppen-Kiefernwaldes kommen nur kleinflächig entwickelt auf mesoklimatisch

wärmebegünstigten trockenen Standorten mit mittlerer bis kräftiger Trophie vor, bei denen es

sich um anthropogen entstandene Rohböden mit unterbrochener oder gestörter Humus-

bzw. Oberbodenentwicklung handelt (z.B. Waldrodung, Ackernutzung, Freilage, Trockenra-

sen, Waldweide, Streunutzung). Charakteristische Standorte stellen basenreichere Sande

der Binnendünen, Oszüge, sandig-kiesige Erosionshänge, Talhänge und Hänge der großen

Zungenbecken dar. Aktuelle Vorkommen gibt es am Ostufer der Feisneck bei Waren, im

NSG Schwarze Berge im Uecker-Randow-Tal und an Hängen der Travemündung.

Der Lebensraumtyp wird von der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris) als Hauptbaumart mit

mehr als 30 % dominiert und kann Nebenbaumarten wie Traubeneiche (Quercus petraea),

Stieleiche (Quercus robur), Gemeine Birke (Betula pendula) und Aspe (Populus tremula) auf-

weisen. An der Bodenvegetation besitzen licht- und wärmeliebende „Sandtrockenrasenarten“

die ihren Verbreitungsschwerpunkt z. T. im östlichen Mitteleuropa oder in Osteuropa haben,

einen prägenden Anteil. Zur Wahrung seiner Lebensraumfunktionen benötigt der Steppen-

Kiefernwald daher einen niedrigen Kronenschlussgrad mit einem ausgeprägten System von

Lichtungen und Blößen. Dabei sind innerhalb der waldbestockten Flächen besonders Störun-

gen der natürlichen Prozesse der Boden- und Vegetationsentwicklung von Bedeutung.

Steppen-Kiefernwälder stellen in M-V ein Vorwaldstadium dar. Bei ungestörter Bodenalte-

rung und Sukzession entwickeln sich die Steppen-Kiefernwälder zu mesophilen Laubwäl-

dern.

Kartierungs- und Abgrenzungshinweise

Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den

Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Anga-

ben zur Bestockung.

Forstliche Standortsmerkmale

Standortsformengruppen K3, KC3, M3, MC3

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 64 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 65]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Pflanzensoziologische Einordnung

Pflanzen-soziolo- gische Einheitlateinische Bezeichnungdeutsche Bezeichnung und BiotoptypWeitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten
KlasseVaccinio-PiceateaBoreal-hochmontane Na- delwälder
OrdnungPiceatalia excelsaeBodensaure Nadelwälder Eurasiens
VerbandFestuco-Pinion syl- vestrisWaldsteppen-Kiefern- Wälder und -halbforste
AssoziationPeucedano oreose- lini-Pinetum sylve- strisHaarstrang-Kiefern-Tro- ckenwald; WKS2180 auf Küstendünen; (91T0 bei Dominanz acido- philer Strauchflechten)

Abgrenzung gegen andere LRT Abgrenzung gegen 91T0: nur auf A- und Z-Standorten Abgrenzung gegen 2180: nur auf Küstendünen Abgrenzung gegen 2330, 6120*: keine Waldeigenschaft (Kronenschluss < 0,5; Flächen im Offenland < 0,5 ha oder mittlere Breite < 25 m)

Biotope des LRT 91U0 WKS - Steppen-Kiefernwald mäßig nährstoffversorgter bis kräftiger Standorte

Lebensraumtypische Baumarten: Betula pendula, Pinus sylvestris, Populus tremula, Quercus petraea, Quercus robur

Pflanzenarten mit hohem Indikationswert für den hervorragenden Erhaltungszustand des Wald-LRT: Astragalus arenarius, Dianthus arenarius, Filipendula vulgaris, Melampyrum arvense, Peucedanum oreoselinum, Pulsatilla pratensis, Pulsatilla vulgaris, Silene otites,

Maßgebliche Bestandteile

Standörtliche Voraussetzungen:trockene wärmebegünstigte Standorte auf basenreichen oder kalkhal-
tigen Sanden
Lebensraumstrukturen:lichtes Kronendach mit ausgeprägtem Lückensystem (Lichtungen, Blößen)
Funktionale Beziehungen auch außer- halb des FFH-Gebietes:die Verzahnung mit Trockenrasen und ähnlichen Flächen erhöht das Artenpotenzial

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 65 Ländliche Räume und Umwelt

[Seite 66]

Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Bewertung des Erhaltungszustandes (Wald-LRT 91U0)

ErhaltungszustandA – hervorragendB - gutC - mäßig bis durch-
schnittlich
Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruktu- renhervorragende Ausprä- gunggute Ausprägungdurchschnittliche Aus- prägung
Waldentwicklungsphasen≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phase 3 und höherAuftreten mind. einer Baumholzphase (Phase 3 oder höher)sofern nicht A oder B
Biotopbäume> 6 Stück / ha> 3 Stück / hasofern nicht A oder B
Totholz> 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden> 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder ste- hendes vorhandensofern nicht A oder B
Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninventarslebensraumtypisches Arteninventar vorhan- denlebensraumtypisches Arteninventar weitge- hend vorhandenlebensraumtypisches Arteninventar nur in Teilen vorhanden
Haupt- und Nebenbaumarten≥ 90 % der Arten sind le-≥ 80 % der Arten sind le- bensraumtypisch≥ 70 % der Arten sind le-
bensraumtypischbensraumtypisch
Beeinträchtigungenkeine / geringe Beein-mäßige Beeinträchti-starke Beeinträchtigun-
trächtigungengungengen
Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophierungszeigern (inkl. Ne- ophyten) in der Krautschicht (Ar- tenliste erstellen, Gesamtde- ckung [%] nennen≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten in der Baum- und Strauch-schicht (Arten und De- ckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen)≤ 5%> 5 bis ≤ 10 %> 10 %
Deckung [%] Degeneration an- zeigender Gräser, insbesondere Deschampsia flexuosa≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Befahrungsschäden< 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungsli- nien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien> 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien
Schäden an der Waldvegetation≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
Weitere Beeinträchtigungen (gut-≤ 5%> 5 bis ≤ 25 %> 25 %
achterliche Einschätzung)

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 66 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

4. Anlagen

4.1 Kartierhinweise zur Erfassung von Moorwäldern 91D0*

Grundsätzlich sind für die zweifelsfreie Kartierung vom Wald-LRT 91D0* Vorkennt-

nisse zu Entstehungsgeschichte, der Ökologie und der naturräumlichen Einordnung

von Mooren notwendig. Ebenso sind Vorkenntnisse zur Siedlungsgeschichte und zur

Landnutzung in MV notwendig, um eine sichere Bewertung von Moorwäldern vorneh-

men zu können. Die Unterschiede zwischen den hydrologischen Moortypen (z. B.

Verlandungsmoor, Kesselmoor, Durchströmungsmoor, Regenmoor etc.) als auch

zwischen den ökologischen Moortypen (Sauer-Armmoor, Sauer-Zwischenmoor, Ba-

sen-Zwischenmoor, Kalk-Zwischenmoor etc.) sollten den Bearbeitern in Theorie und

Praxis bekannt sein.

Moorwälder können sowohl primäre als auch sekundäre Lebensraumtypen darstel-

len, letztere entstehen häufig nach Entwässerung und Torfnutzung.

Des Weiteren können sich verschiedene Faktoren (z. B. Klima, Abtorfung, Entste-

hungsgeschichte) überlagern und sich unterschiedlich beeinflussen, was eine Einord-

nung und Bewertung von Moorwäldern erschwert. Zum Beispiel kann der weitgehend

unbeeinflusste Moorwald eines Sauer-Armmoores im Bereich der Verbreitungs-

grenze von Regenmooren in MV wesentlich „entwässerter“ aussehen, trotz der Na-

türlichkeit dieses Sukzessionsprozesses, als der sekundäre Moorwald auf einem ab-

getorften Regenmoor im klimatischen Optimum.

Häufig sind Übergänge zwischen den verschiedenen Moortypen zu finden. Um diese

Moore und deren Moorwälder erkennen und bewerten zu können, sind ebenso

Kenntnisse über die bisherige Entwicklungsgeschichte und die mögliche weitere Ent-

wicklung notwendig. Diese Kenntnisse sind bei dem vorhandenen Grundlagenwissen

(s. o.) meist logisch ableitbar.

Anders als pflanzensoziologische Einheiten basieren die Zustands-Vegetationsfor-

mengruppen der SEA 95 als Ansprachehilfe für Moorstandorte auf einem dynami-

schen nachvollziehbaren naturräumlichen Gesamtkonzept und ermöglichen die Ein-

stufung in die aktuelle Trophie- und Wasserversorgung.

Je nährstoffärmer und je wassergesättigter ein ph-saures Moor ist, umso spezialisier-

ter und damit i. d. R. artenärmer ist dieses. Basen- und Kalk-Zwischenmoore weisen

trotz ihrer relativen Nährstoffarmut eine deutlich höhere Pflanzenartenvielfalt auf. Der

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 67 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Wald-LRT 91D0* kann nur unter bestimmten Wasserverhältnissen existieren. Natürli-

cherweise ist dieser Moorwald eine Folge der hydrologischen Zonierung eines Moo-

res in Abhängigkeit von dessen Sukzessions- und Alterungsprozesses, oder, (und

das ist in MV häufig der Fall), eine Folge von Entwässerung und Abtorfung. Eine da-

nach wieder einsetzende oder einsetzbare natürliche Entwicklung ist fallweise mög-

lich.

Moorwälder auf Basen- und Kalk-Zwischenmooren reagieren mit ihrem Pflanzenar-

tenspektrum sehr empfindlich auf Entwässerungen und lassen sich deshalb nach

derzeitigen Erkenntnissen nicht nach den Nährkraftstufen „Z“ und „M“ trennen. Des-

halb werden diese Moorwälder auf den vermuteten OZC3 und OMC3 Standorten zu-

sammengefasst. Auf „A“ Standorten sind Moorwälder dieser Ausprägungen in M-V

nicht bekannt. Für Moorwälder auf OZC2- und OMC2-Standorten existieren in MV

derzeit keine statistisch gesicherten Vegetationsaufnahmen. Diese Moorwälder tre-

ten ohnehin nur sehr kleinflächig auf (z. B. Kalkflachmoor Zarrentin am Schaalsee)

und weisen je nach Typ meist höhere Deckungen von Cladium mariscus, Carex ap-

propinquata, Thelypteris palustris oder Calliergonella spec. und anderen Braunmoo-

sen auf.

4.2 Kartierung von Mooren mit kürzlich veränderten Wasserständen (infolge Wiedervernässung oder Entwässerung)

Die Ansprache des Wald-LRT erfolgt über die Zustands-Vegetationsform (als For-

mengruppe). Diese entspricht in wiedervernässten oder entwässerten Mooren in wel-

chen sich die Vegetation noch nicht an den geänderten Wasserstand angepasst hat,

nicht der Stamm-Standortsformengruppe.

Das bedeutet, dass ein über den aktuellen Wasserstand als

  • O..4-Standort kartiertes Moor, welches über die Vegetation mit Torfmoosen als To-

SiKi, BrSeBi oder ToSkBi (siehe nachfolgende Seiten) angesprochen wird, als LRT

ausgewiesen wird.

-O..3-Standort kartiertes Moor, welches in der Bodenvegetation keine Torfmoose auf-

weist, nicht als LRT ausgewiesen wird.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 68 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Die Diskrepanz zwischen Zustands-Vegetationsform und Stamm-Standortsformen-

gruppe geht bei Entwässerungen in die Bewertung des Kriteriums Beeinträchtigun-

gen ein und muss in jedem Fall im MAP erläutert werden.

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 69 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Stamm-Standortsformengruppe OA2 Zustands-Vegetationsformengruppe: Torfmoos-Wollgras-Kiefern-Birken-Formengruppe ToWoKi

Feuchtestufe sumpfig sumpfig Grundwasserform 13 23 33 Humusform keine

Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau)

beim Auftreten der Art nur geringe Deckung beim Auftreten der Art nur geringe Deckung beim Auftreten der Art nur geringe Deckung

beim Auftreten der Art nur geringe Deckung hochstete Art mit oft hoher Deckung

Trennart (auf OZ2 Standorten nicht vorhanden) Trennart (auf OZ2 Standorten nicht vorhanden)

Trennart (auf OZ2 Standorten nicht vorhanden)

Andromeda polifolia
Aulacomnium palustre
Betula pubescens B
Calluna vulgaris S
Carex lasiocarpa
Carex nigra
Carex rostrata
Cephalozia connivens
Drosera rotundifolia
Erica tetralix S
Eriophorum angustifolium
Eriophorum vaginatum
Frangula alnus B
Ledum palustre S
Molinia caerulea
Oxycoccus palustris S
Pinus sylvestris B
Pleurozium schreberi
Polytrichum commune
Polytrichum strictum
Sorbus aucuparia B
Sphagnum fallax
Sphagnum fimbriatum
Sphagnum fuscum
Sphagnum magellanicum
Sphagnum palustre
Sphagnum recurvum
Sphagnum rubellum
Vaccinium myrtillus S
Vaccinium uliginosum S

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 70 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Stamm-Standortsformengruppe OA3 Zustands-Vegetationsformengruppe: Torfmoos-Siebenstern-Kiefern-Birken-Formengruppe ToSiKi

Feuchtestufe nass 24 34 Grundwasserform 44 Humusform keine

Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau)

meist nur im Küstenraum auftretend

hochstete Art oft noch mit hoher Deckung

Trennart (auf OZ3 Standorten selten, auf OA2 Standorten nicht vorhanden) im Küstenraum meist mit höherer Deckung meist nur im Küstenraum auftretend

Trennart (auf OZ3 Standorten selten vorhanden)

Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden) Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden)

Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden) Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden)

Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden)

Aulacomnium palustre
Avenella flexuosa
Betula pubescens B
Calluna vulgaris S
Carex nigra
Cephalozia connivens
Dryopteris carthusiana
Empetrum nigrum
Erica tetralix
Eriophorum angustifolium
Eriophorum vaginatum
Frangula alnus B
Ledum palustre S
Leucobryum glaucum
Leucobryum glaucum
Molinia caerulea
Myrica gale S
Oxycoccus palustris S
Pinus sylvestris B
Pleurozium schreberi
Pohlia nutans
Polytrichum commune
Polytrichum strictum
Quercus robur B
Scleropodium purum
Sorbus aucuparia B
Sphagnum fallax
Sphagnum fimbriatum
Sphagnum fuscum
Sphagnum magellanicum
Sphagnum palustre
Sphagnum papillosum
Sphagnum rubellum
Sphagnum recurvum agg.
Trientalis europaea
Vaccinium myrtillus S
Vaccinium uliginosum S

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 71 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Stamm-Standortsformengruppe OZC2, OZC3, OMC2, OMC3 Zustands-Vegetationsformengruppe: Braunmoos-Seggen-Birken-Erlen-Formengruppe BrSeBi

Feuchtestufe nass (sumpfig) Grundwasserform 24 34 44 (13 23 33) Humusform keine

Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten rot)

hochstete Art hochstete Art Charakterart

Charakterart

Charakterart

oft mit hoher De- ckung hochstete Art

Charakterart

hochstete Art Charakterart

Alnus glutinosa B
Betula humilis S
Betula pubescens B
Bryum pseudotriquetrum
Calamagrostis canescens
Calamagrostis stricta
Calliergonella cuspidata
Carex appropinquata
Carex diandra
Carex dioica
Carex elata
Carex elongata
Carex flacca
Carex flava
Carex nigra
Carex panicea
Carex pulicaris
Carex pulicaris
Carex rostrata
Cirsium palustre
Cladium mariscus
Dactylorhiza incarnata
Deschampsia cespitosa
Eriophorum latifolium
Equisetum fluviatile
Eupatorium cannabinum
Frangula alnus B
Geum rivale
Juncus subnodulosus
Lotus pedunculatus
Lysimachia vulgaris
Molinia caerulea
Peucedanum palustre
Phragmites australis
Pinus sylvestris B
Plagiomnium elatum
Potentilla erecta
Potentilla palustris
Rhamnus catharticus S
Salix cinerea S
Salix pentandra S
Salix repens S
Sphagnum contortum
Sphagnum teres
Sphagnum warnstorfii
Thelypteris palustris
Thelypteris palustris
Valeriana dioica

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 72 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Stamm-Standortsformengruppe OZ2 Zustands-Vegetationsformengruppe Torfmoos-Seggen-Birken-Kiefern-Erlen-Formengruppe ToSeBi

Feuchtestufe sumpfig Grundwasserform 13 23 33 Humusform keine

Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau) Agrostis canina Alnus glutinosa B Andromeda polifolia Aulacomnium palustre Betula pubescens B Calamagrostis canescens Trennart (auf OA2 Standorten nicht vorhanden) Carex canescens Carex lasiocarpa Carex nigra Carex rostrata Dryopteris carthusiana Eriophorum angustifolium Eriophorum vaginatum geringe Deckung Frangula alnus B Galium palustre Trennart (auf OA2 Standorten nicht vorhanden) Molinia caerulea Peucedanum palustre Pinus sylvestris B Pleurozium schreberi Polytrichum commune Sorbus aucuparia B Sphagnum capillifolium Sphagnum fallax Sphagnum fimbriatum Sphagnum palustre Sphagnum recurvum agg. Sphagnum russowii Trennart (auf OA2 Standorten meist nicht oder nur Sphagnum squarrosum im Randbereich vorhanden) Vaccinium uliginosum

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 73 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Stamm-Standortsformengruppe OZ3 Zustands-Vegetationsformengruppe Torfmoos-Sauerklee-Birken-Kiefern-Erlen-Formengruppe ToSkBi

Feuchtestufe nass Grundwasserform 24 34 44 Humusform keine

Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau) Agrostis canina meist höhere Stetigkeit und Deckung als auf OZ2 Alnus glutinosa B Standorten Aulacomnium palustre Avenella flexuosa Betula pubescens B Calamagrostis canescens hochstete Art mit oft hoher Deckung Carex canescens Carex elongata Carex nigra Carex rostrata Deschampsia cespitosa Dryopteris carthusiana Dryopteris dilatata Eriophorum angustifolium Eriophorum vaginatum Frangula alnus B Galium palustre Trennart (auf OZ2 und OA3 Standorten meist nicht Lysimachia thyrsiflora vorhanden)

Lysimachia vulgaris Trennart (auf OA3 Standorten nicht vorhanden)

Mnium hornum Molinia caerulea im Küstenraum meist mit höherer Deckung Trennart (auf OZ2 und OA3 Standorten meist nicht Oxalis acetosella vorhanden) Peucedanum palustre Pinus sylvestris B Quercus robur B nur mit geringer Deckung auftretend, sonst OA4 Rubus idaeus S Standort Scleropodium purum Sorbus aucuparia B

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 74 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

Sphagnum capillifolium Sphagnum fallax Sphagnum fimbriatum Sphagnum palustre Sphagnum recurvum Sphagnum squarrosum Verbindungsart zu kalkreichen Mooren, keine hohe Thelypteris palustris Stetigkeit und Deckung Vaccinium myrtillus Viola palustris

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 75 Ländliche Räume und Umwelt

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4.3 Managementmaßnahmen im Wald Natura 2000

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
1Ws1SchutzErhalt von vorhande- nen nutzungsfreien alten Bäumen (Alter > 120 Jahre; RER > 60 Jahre)nur bei Restvorrat oder Überhalt lebensraumtypi- scher Baumarten;2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----baum- und/oder horst-bewohnende ArtenHohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper
2Ws2SchutzErhalt von Habitat- bäumen (Höhlen-, Horst-, Träger-, Quartier-, Brut-, kar- tierte Potentialbäume etc.) und Biotopbäu- men durch Belassen, Markieren und ggf. Freistellenes ist das grundsätzliche Ziel mind. 10 Stück/ha Bio- topbäume zu entwickeln bzw. zu erhalten; vorzugs- weise in Gruppen mit Kro- nenschluss2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0We03, We04, We08, We12--baum-, horst-und/o- der totholz-bewoh- nende ArtenHohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper
3Ws3SchutzErhalt von Totholz (liegend und ste- hend), Stubben und Wurzeltellernstehendes und liegendes Totholz mind. 20m3/ha alle Wald-LRT außer 91D0*2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Wv09--gewässer-, baum-, horst-, totholz-bewoh- nende ArtenKammmolch, Großes Mausohr, Mittelspecht, Schwarzspecht, Rotbauchunke, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Ziegenmelker, Zwergschnäpper
4Ws4SchutzErhalt von Altholzin- seln2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----baum-, horst-und/o- der totholz-bewoh- nende ArtenMittelspecht, Schwarzspecht, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Eremit,
5Ws6SchutzErhalt dichter und geschlossener Wald- teile (mind. 100m um das Vorkommen)Waldstruktur erhalten, dau- erhafte Beschattung des Standorts sowie kühl, feuchtes Waldinnenklima für das Grüne Besenmoo- sesunabhängig vom Wald- LRT----boden-, baum- und horst-bewohnende ArtenGrünes Besenmoos, Schreiadler

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
6Ws7SchutzDauerbestockung er- haltenSofern eine Dauerbesto- ckung benötigt oder ein Wald-LRT und seine Arten- gemeinschaft durch starke Eingriffe gefährdet würde (z.B. Erosion). Der B° des Oberstandes darf erst unter 0,5 abgesenkt werden wenn die Höhe des Unter- standes mind. 10m beträgt. alle Wald-LRT außer 91D0*, 91T0, 91U02180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*Wv10--boden-, baum- und horst-bewohnende ArtenZwergschnäpper, Grünes Besenmoos, Mopsfleder- maus, Schreiadler
7Ws8SchutzErhalt von Lichtun- gen, offenen Waldflä- chen und lückigen Beständen in Wäl- dern und deren Randbereichen - keine Aufforstung von Nichtholzboden- flächen, keine Voran- oder Unterbautendiese Maßnahme bezieht sich auf die Wald-LRT 91T0 und 91U0 (im günstigen Er- haltungszustand) als auch auf die Waldränder in den Vogelschutzgebieten91T0, 91U0; in VSG unab- hängig vom Wald-LRTWe06--alle ArtengruppenGroßes Mausohr, Hohltaube, Wiedehopf, Raufuß- kauz, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Rotmilan, Baumfalke, Wanderfalke, Schwarzspecht, Bauchige Windelschnecke, Schmale Windelschnecke, Hirsch- käfer, Biber, Neuntöter, Heldbock, Ziegenmelker, Schwarzstorch, Heidelerche, Wendehals
8Ws9SchutzErhalt von dauerhaf- ten Freiflächen von 0,1-1 ha (z.B. Wald- lichtungen)in VSG unab- hängig vom Wald-LRTWe06--boden- und/oder ge- wässer-bewohnende ArtenWiedehopf, Neuntöter, Rotbauchunke, Kamm- molch, Ziegenmelker, Heidelerche
9Ws10SchutzErhalt naturnaher ge- wässerbegleitender Bestockungfür die LRT 91E0*/3260 und insektenfressende Arten91E0*Ae11, Ae123260gewässer-, horst-, baum- und boden-be- wohnende ArtenKammmolch, Groppe, Eisvogel, Baumfalke, Neuntöter, Mittelspecht, Schwarzstorch, Mopsfle- dermaus
10Ws11SchutzAuf Einbringung nicht lebensraumtypischer Baumarten verzich- tenDiese Maßnahme zielt da- rauf ab, dass der Anteil nicht lebensraumtypischer Baumarten bereits sehr hoch ist und die Bewertung bereits C ist oder von B nach C zu kippen droht. alle WaldLRT2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----
11Ws12SchutzErhalt von Kleinge- wässern sowie deren Trophiekeine Befahrung mit schwe- ren Maschinen; keine Abla- gerung von Schlagabraum--Ae08, Ae13, We01, We023130, 3140, 3150, 3160gewässer- und baum- bewohnende ArtenKammmolch, Rotbauchunke, Große Moosjungfer, Mopsfledermaus

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 77 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
12Ws13SchutzErhalt des vorhande- nen Wasserstandeskeine Entwässerungsmaß- nahmen; Wald-LRT 9160, 9190, 91D0*, 91E0*9160, 9190, 91D0*, 91E0*Ae093130, 3140, 3150, 3160gewässer- und baum- bewohnende ArtenKammmolch, Rotbauchunke, Große Moosjungfer, Mopsfledermaus, Schreiadler
13Ws15SchutzKeine Freistellung von Horst- und Höh- lenbäumenunabhängig vom Wald- LRT----horst- und höhlenbe- wohnende ArtenGreifvogelschutz, Rot- und Schwarzmilan, Schwarzspecht, Großes Mausohr, Mopsfledermaus
14Ws16SchutzFreistellung von Ha- bitatbäumen / Poten- tialbäumenmit dieser Maßnahme ist ausschließlich der einzelne Biotopbaum gemeint, es handelt sich nicht um eine flächige Maßnahmeunabhängig vom Wald- LRTWv03--baum-bewohnende ArtenEremit
15Ws17SchutzVerzicht auf flächi- gen Insektizideinsatz1. direkter Artenschutz 2. Reduktion des Nah- rungsangebotes für Insek- tenfresser, Akkumulation von PSM durch gehäufte Aufnahme geschädigter In- sekten ggf. mit Auswirkun- gen auf Fertilität und Re- produktionsrateunabhängig vom Wald- LRTWe11--alle ArtengruppenEremit, Heldbock, Hirschkäfer, Große Moosjungfer, alle Windelschnecken, Mopsfledermaus, Großes Mausohr
16Ws18SchutzVerzicht auf Umbau von Laubbaum- in Nadelbaumbeständealle Wald-LRT außer 91T0 und 91U02180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*----gewässer-, horst-, baum- und boden-be- wohnende ArtenMoorwälder, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Mopsfledermaus, Eremit
17Ws19Schutz10% aller Buchen- Baumholzbestände sollen einen Besto- ckungsgrad von mind. 0,9 aufweisenBuchenbestände ab 20cm BHD (ab ca. 60 Jahren) mit B°>0,9unabhängig vom Wald- LRT----baum-bewohnende ArtenZwergschnäpper
18Ws20SchutzFahrschäden vermei- den durch Erschlie- ßungskonzeptErschließungskonzept soll hier umfassend, d.h. ein- schließlich der Anlage von Feinerschließungslinien und der Verlegung ungüns- tig platzierter Erschlie- ßungseinrichtungen ver- standen werden; Maß- nahme wird verwendet wenn kein Erschließungs-2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----alle Artengruppen

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 78 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
konzept erkennbar ist; alle Wald-LRT
19Ws21SchutzWildschäden redu- zierenWildverbiss, Fege- und Schälschäden, Selektions- fraß durch Schalenwild; Maßnahme wird für die Be- wertungseinheit verwendet, wenn die Verjüngung auf über 10% der Fläche ge- schädigt wird; alle Wald- LRT2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----alle Artengruppen
20Ws22SchutzReduzierung von Störungen, Erhalt störungsarmer Berei- cheBesucherlenkung; Beseiti- gung von Abfällen jeglicher Art; Umsetzung der Ma- nagementplanung z.B.: In- formation der Öffentlichkeit, Sperrung von Wegen für Fahrzeuge und/oder Fuß- gänger2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Se01, Sv01, Sv02, Sv03, Sv04, Sv05, Sv06, Sv07, Sv08, Sv09, Sv11, Sv12alle offenen LRTalle Artengruppen
21Ws23SchutzAnlage und Unterhal- tung von Rückegas- sen im Abstand von mind. 40mMaßnahme wird verwendet auf allen Nass-Standorten (N), wechselfeuchten Standorten (W) und Über- flutungsstandorten (Ü) - gilt nicht für den 91D0*9110, 9130, 9160, 9190, 91E0*, 91G0*----baum-bewohnende ArtenSchreiadler
22Ws24SchutzUmsetzung der Ver- kehrssicherungs- pflicht aufgrund rechtlicher Vorgabe (doppelte Baum- länge)Maßnahme wird verwendet in Flächen in denen die Verkehrssicherungspflicht besteht, es werden alle be- stehenden artenschutz- rechtlichen Belange zum Zeitpunkt der Maßnahmen- planung geprüftunabhängig vom Wald- LRT----
23Ws25SchutzProzessschutzVerzicht auf forstwirtschaft- liche Bewirtschaftung jegli- cher Artunabhängig vom Wald- LRT----boden-bewohnende ArtenGrünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schreiadler

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 79 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
24Ws26SchutzErhalt der ausgewie- senen Habitatfläche in Fläche und Erhal- tungszustandunterwuchsarme Laub(misch)-waldbestände (BHD >= 20, SG>=0,8 ; mind. 20% RBU-Anteil ; max. 60% Eichen- oder Ndh-Anteil) 1. Ohne UN 2. UN mit BHD<20cm, SG<0,4 3. UN RBU mit BHD>=20cmunabhängig vom Wald- LRT----baum-bewohnende ArtenGroßes Mausohr
25Ws27SchutzDauerhafte Offenhal- tung von LRT und NHBFFH-Lebensraumtypen des Offenlandes sind dauerhaft bestockungsfrei zu halten--Ae06, Nv09alle offenen LRTRotbauchunke, Kammmolch, Gr. Moosjungfer, Bau- chige Windelschnecke, Schmale Windelschnecke
26Ws28SchutzNutzungen sterben- der/abgestorbener Bäume mit Rin- denablösung dürfen nur im Zeitraum No- vember bis Ende Februar stattfinden, sofern mind. 10 Bio- topbäume/ha auf der Fläche verbleibenUmsetzung des §44 BNatSchGunabhängig vom Wald- LRT----baum-bewohnende ArtenMopsfledermaus, vorkommende Brutvögel
27Ws29SchutzErhalt der Dynamik und des ReliefsSchutzmaßnahmen für LRT 2110 – 2190, Wald-LRT 21802180Ae05, Ae06, Ae072110 - 2190
28Ws30SchutzErhalt naturnaher Fließgewässerstruk- turen inkl. vorhande- ner Überflutungsbe- reicheSchutzmaßnahmen für LRT 3260, Wald-LRT 91E0*91E0*Ae10, Ae11, Ae12, Ae13, Ae153260gewässer- und feuchtstellen-bewoh- nende Arten
29Ws31SchutzAusgewiesene LRT 4110-6510 gemäß Managementplanung erhaltenSchutz von offenen LRT 4110-6510--alle Maßnahmen Ne, Np4110 - 6510
30Ws32SchutzErhalt von Sonder- strukturen (Hecken, Feldgehölzen, Gebü- schen, Bäumen, Al- leen, Waldsäumen,keine Beseitigung, Beschä- digung oder sonstige er- hebliche Beeinträchtigungunabhängig vom Wald- LRTalle Maßnahmen He--horst-, baum- und bo- den-bewohnende Ar- tenSpechte, Greifvögel, Eremit, Fledermäuse, Amphi- bien, Insekten

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 80 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
Waldrändern und Le- sesteinhaufen)
31Ws33SchutzSperrung von Wald- wegen von März bis AugustSchutzmaßnahme aus der Managementplanungunabhängig vom Wald- LRTWv04--horst-, baum- und bo- den-bewohnende Ar- ten
32Ws34SchutzErhalt toter Nadel- bäume mit ablösen- der Rinde, vorzugs- weise in GruppenTötungen von Mopsfleder- mäusen können effektiv nur verhindert werden, wenn der Einschlag sterben- der/toter Nadelbäume vor der Schollenbildung oder nach deren Abfall erfolgtunabhängig vom Wald- LRT--baumbewohnende ArtenMopsfledermaus
33Ws35SchutzHiebsruhe bis zur nächsten Zustands- überwachungaufgrund von Artenschutz wird in der Waldfläche bis zur nächsten Inventur keine Nutzung stattfindenunabhängig vom Wald- LRT----horst-, baum- und bo- den-bewohnende Ar- tenMopsfledermaus, Großes Mausohr, Grünes Besen- moos
34Ws36SchutzErhalt des Schluss- grades im Oberstand auf > 0,40zum Schutz des Erhal- tungszustandes für Wald- Lebensraumtypen muss der Schlussgrad des Oberstan- des > 0,40 gehalten werden2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*----alle Artengruppen
35Ww1Wieder- herstel- lungIn Verbindung mit Schutz- und Entwick- lungsmaßnahmen soll ein sehr guter Er- haltungszustand ei- nes Wald-LRT er- reicht werden. Event. Durchführung einer Machbarkeitsstudie!Maßnahme zielt auf Wie- derherstellung eines sehr guten Erhaltungszustandes eines Wald-LRT ab.2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0--alle offenen LRTalle Artengruppen
36Ww2Wieder- herstel- lungIn Verbindung mit Schutz- und Entwick- lungsmaßnahmen soll ein günstiger Er- haltungszustand ei- nes Wald-LRT er- reicht werden. Event. Durchführung einer Machbarkeitsstudie!Maßnahme zielt auf Wie- derherstellung eines günsti- gen Erhaltungszustandes eines Wald-LRT ab.2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0--alle offenen LRTalle Artengruppen

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 81 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
37Ww3Wieder- herstel- lungWiederherstellung ei- ner verloren gegan- genen Wald-LRT- FlächeHerstellung einer Wald- LRT-Fläche im Bereich des GGB2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0--alle offenen LRTalle Artengruppen
38We1Entwick- lungErhöhung der Anzahl an nutzungsfreien al- ten Bäumen mind. 10/haMaßnahme zielt auf Erhö- hung von Altbäumen ab. Sie meint vorrangig eine sukzessive Erhöhung durch Belassen alter Bäume (Al- ter > 120 Jahre) inkl. deren Förderung (B° ≤0,1). Alle Wald-LRT außer 91D0*.2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----alle ArtengruppenHohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper
39We2Entwick- lungErhöhung der Anzahl an Biotopbäu- men/Potentialbäu- menMaßnahme zielt auf Erhö- hung von Biotopbäumen ab. Sie meint vorrangig eine sukzessive Erhöhung durch Belassen neu entste- hende Biotopbäume inkl. deren Förderung (mind. 10 Stück/ha)in allen Wald-LRT2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Wv01--alle ArtengruppenHohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper
40We3Entwick- lungErhöhung der Tot- holzmengeMaßnahme zielt auf Erhö- hung von Totholz ab - mind. 20m³. Sie meint vorrangig eine sukzessive Erhöhung durch Belassen anfallenden Totholzes, in allen Wald- LRT außer 91D0* und 91U02180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----alle ArtengruppenKammmolch, Großes Mausohr, Mittelspecht, Schwarzspecht, Rotbauchunke, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Ziegenmelker, Zwergschnäpper
41We3aEntwick- lungErhöhung der Menge an stehendem Tot- holzMaßnahme zielt auf Erhö- hung von stehendem Tot- holz ab (mind. 3 Stück pro ha), besonders bedeutend für den Artenschutz---baum- und höhlenbe- wohnende Artengrup- penEremit, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Mit- telspecht, Schwarzspecht

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 82 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
42We4Entwick- lungAusweisung von temporären Altholzin- selnDiese Maßnahme soll dazu dienen Strukturen reifer Entwicklungsphasen in Endnutzungsbeständen in die nächste Waldgeneration zu überführen. (Richtlinie zur Sicherung von Alt- und Totholzanteilen im Wirt- schaftswald)2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Wv08--alle ArtengruppenSchreiadler, Mittelspecht, Schwarzspecht, Mopsfle- dermaus, Großes Mausohr, Eremit,
43We4aEntwick- lungAusweisung von dauerhaften Althol- zinseln (B°≥1,0, Al- ter≥120 Jahre)Diese Maßnahme soll dazu dienen natürliche Waldpro- zesse dauerhaft zu gewähr- leisten (inkl. Totholzakku- mulation).2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Wv08--alle ArtengruppenHirschkäfer, Eremit, Fledermäuse, Spechte
44We5Entwick- lungStammzahlreicher ÜberhaltDiese Maßnahme soll dazu dienen, Strukturen reifer Entwicklungsphasen in Endnutzungsbeständen in die nächste Waldgeneration zu überführen (B° ≥0,1- 0,35). Wald-LRT 9110, 9130, 91509110, 9130, 9150----baum-bewohnende ArtenSpechte, Schnäpper, Käuze, Greifvögel
45We7Entwick- lungMischwuchsregulie- rung zugunsten von Laubholz / lebens- raumtypischen Baumartenalle Wald-LRT, außer 91T0 und 91U02180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*----alle ArtengruppenGroßes Mausohr, Hohltaube, Raufußkauz, Mit- telspecht, Biber, Eremit, Heldbock, Grünes Besen- moos, Mopsfledermaus
46We8Entwick- lungLebensraumtypische Baumarten fördernMaßnahme ist erforderlich, wenn ohne aktive Förde- rung der lebensraumtypi- schen Baumarten der güns- tige Zustand nicht gewahrt oder hergestellt werden kann; gemeint ist die Förde- rung durch waldbauliche Maßnahmen2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 83 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
47We9Entwick- lungNichtlebensraumtypi- sche Baumarten ent- fernen inkl. Nadel- holzanteilenMaßnahme ist erforderlich, wenn ohne das Entfernen der lebensraumuntypischen Baumarten der günstige Zustand nicht gewahrt oder hergestellt werden kann; alle Wald-LRT2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----baum-, horst-, gewäs- ser-, boden-bewoh- nende ArtenBiber, Bauchige Windelschnecke, Hohltaube, Ere- mit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfleder- maus, Schwarzstorch
48We10Entwick- lungMaßnahmen zur Ein- leitung der Naturver- jüngung von lebens- raumtypischen BaumartenMaßnahme ist erforderlich, um spezielle Baumarten zu unterstützen oder um mehr- schichtige Strukturen zu er- halten oder zu schaffen, alle Wald-LRT2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----
49We11Entwick- lungRäumung des Schlagabraums aus dem GewässerbettMaßnahme für wasserfüh- rende OLRT--Av113130, 3140, 3150, 3160, 3260gewässer-bewoh- nende ArtenKammmolch, Gemeine Flussmuschel, Neunaugen, Fische
50We12Entwick- lungRenaturierung und Wiedervernässung von MoorstandortenWald-LRT 91D0* und 91E0*91D0*, 91E0*Av017120, 7140, 7150, 72XXalle ArtengruppenRotbauchunke, Kammmolch, Biber, Bauchige Win- delschnecke, Schmale Windelschnecke, Eisvogel, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Mittelspecht
51We13Entwick- lungEntwässerungsein- richtungen beseitigen bzw. verbauenWichtigste Maßnahme in Mooren; Verbau kann im Verfüllen von Schlitzgräben mit Torf, oder aber im Ein- bau von Stauwehren beste- hen; für die Detailplanung ist in der Regel eine detail- lierte Erhebung des Reliefs und der Gräben erforder- lich, Wald-LRT 9160, 9190, 91D0* u. 91E0*9160, 9190, 91D0*, 91E0*alle Maßnahmen Av3130, 3140, 3150, 3160, 3260, 7120, 7140, 7150, 72XXalle ArtengruppenRotbauchunke, Kammmolch, Biber, Bauchige Win- delschnecke, Schmale Windelschnecke, Eisvogel, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Mittelspecht
52We14Entwick- lungNaturnahen Wasser- haushalt wieder her- stellenMaßnahme ist erforderlich wenn der günstige Zustand aufgrund des Wasserman- gels nicht gewahrt oder nicht hergestellt werden kann (Wald-LRT 9160, 9190, 91D0* und 91E0*)9160, 9190, 91D0*, 91E0*alle Maßnahmen Av3130, 3140, 3150, 3160, 3260, 7120, 7140, 7150, 72XXalle ArtengruppenRotbauchunke, Kammmolch, Biber, Bauchige Win- delschnecke, Schmale Windelschnecke, Eisvogel, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Mittelspecht

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 84 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
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53We15Entwick- lungFreistellen und offen- halten besiedelter KleingewässerEntwicklungsmaßnahme für Arten der Feuchtgebieteunabhängig vom Wald- LRTNv09unabhängig vom LRTGewässer-bewoh- nende ArtenKammmolch, Rotbauchunke, Schwarzmilan, Eisvo- gel
54We16Entwick- lungNährstoffeinträge vermeidenMaßnahme ist erforderlich wenn der günstige Zustand aufgrund des Nährstoffein- trages nicht gewahrt oder nicht hergestellt werden kann (hauptsächlich Wald- LRT 91D0*, 91T0))2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Av09alle oligo- und me- sotrophen LRTFirnisglänzendes Sichelmoos
55We17Entwick- lungFahrschäden vermei- den durch Erschlie- ßungskonzept (grundsätzliches Ziel sollte dabei ein Rückegassenab- stand von 40m sein)Erschließungskonzept soll hier umfassend, d.h. ein- schließlich der Anlage von Feinerschließungslinien und der Verlegung ungüns- tig platzierter Erschlie- ßungseinrichtungen ver- standen werden.2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----
56We18Entwick- lungWildschäden redu- zierenWildverbiss, Fege- und Schälschäden, Selektions- fraß durch Schalenwild ist deutlich erkennbar, über- schreitet aber noch nicht den 10%-Flächenanteil2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----
57We19Entwick- lungReduzierung von StörungenBesucherlenkung; Umset- zung der Managementpla- nung z.B.: Information der Öffentlichkeit, Sperrung von Wegen für Fahrzeuge und/oder Fußgänger2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0Se01, Sv01, Sv02, Sv03, Sv04, Sv05, Sv06, Sv07, Sv08, Sv09, Sv11, Sv12alle offenen LRTalle Artengruppen

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 85 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
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58We20Entwick- lungUmbau von Nadel- baum- in Laub- bzw. BuchenwaldMaßnahme ist erforderlich, um das Waldinnenklima und die Grundwasser-neu- bildung positiv zu verän- dern; auf humussensiblen Standorten soll aufgrund des Bodenschutzes kein dominierendes Nadelholz wachsen; Waldbestände in der direkten Umgebung von 3130, 3140, 3150, 3160 so- wie offene Moore (7140)unabhängig vom Wald- LRTWv113130, 3140, 3150, 3160baum-bewohnende ArtenZwergschnäpper, Schreiadler
59We21Entwick- lungFörderung blühender Pflanzen und Ge- hölze -Anlage von Waldaußenrändern (10-30m)Maßnahme ist erforderlich, um Nährstoffzufuhr aus dem benachbarten Offen- land zu verhindern und/o- der Windruhe im Wald zu erhöhen; Förderung blü- hender Gehölze zur Erhö- hung Insektenreichtumsunabhängig vom Wald- LRT----alle Artengruppen
60We21aEntwick- lungFörderung blühender Pflanzen und Ge- hölze - Anlage von Waldinnenrändern (10-15m)Maßnahme ist erforderlich, um unterschiedlich ausge- prägte Waldstrukturen, z. B. entlang von Waldwegen, Bachläufen und Lichtungen zu erhalten bzw. zu entwi- ckeln; Förderung blühender Gehölze und blühenden krautigen Pflanzen, Erhö- hung der Besonnung, Erhö- hung des Insektenangebo- tesunabhängig vom Wald- LRT----alle Artengruppen
61We22Entwick- lungNutzungsverzicht sensibler BereicheMaßnahme ist erforderlich, um besonders sensible Be- reiche von Wald-Lebens- raumtypen und/oder Habi- taten positiv zu entwickelnunabhängig vom Wald- LRT----alle Artengruppen
62We23Entwick- lungAusweisung von Puf- ferflächen im Offen- landbereichMaßnahme ist erforderlich, um prioritäre Wald-Lebens- raumtypen im Grenzbereich zum Offenland positiv zu entwickeln, Wald-LRT 9180*, 91D0*, 91E0*,91G0*9180*, 91D0*, 91E0*,91G0*Nv05, Ne00--Arten-gemeinschaf- ten aller Moorstand- orte

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 86 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
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63We24Entwick- lungSchaffung von Lich- tungen, offenen Waldflächen und lü- ckigen Beständen in Wäldern und deren Randbereichen - keine Aufforstung von Nichtholzboden- flächen, keine Voran- oder UnterbautenMaßnahme ist erforderlich, um Wald-Lebensraumtypen 91T0 und 91U0 in einen günstigen Erhaltungszu- stand zu entwickeln, in VSG die Vögel der Wald- ränder zu unterstützen und in Moorkomplexen die Was- serverdunstung zu reduzie- ren91T0, 91U0; in VSG und Moorkomple- xen unabhän- gig vom Wald-LRTNe06, Nv10--Hohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Rotmilan, Baumfalke, Wander- falke, Schwarzspecht, Neuntöter, Heldbock, Zie- genmelker, Heidelerche, Wendehals
64We25Entwick- lungPflege von Kleinge- wässern, inkl. Neu- anlage und Vergrö- ßerungMaßnahme ist erforderlich um Kleingewässer zu ent- wickeln bzw. vorsorglich eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes zu verhindern--Av01, Av04, Av11, Av143130, 3140, 3150, 3160Kammmolch, Rotbauchunke
65We26Entwick- lungFreilegen des Roh- bodensMaßnahme ist erforderlich, um Wald-Lebensraumtyp 91T0 positiv zu entwickeln91T0Nv10--Strauchflechten
66We27Entwick- lungAnpflanzung lebens- raumtypischer Baum- artenMaßnahme ist erforderlich, um durch Kalamitäten oder Naturereignisse gestörte Wald-Lebensraumtypen wiederherzustellen2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0----
67We28Entwick- lungPflanzung von Ei- chen und Förderung von Eichen aus Na- turverjüngungMaßnahme ist erforderlich für den Artenschutzunabhängig vom Wald- LRTWv02, Wv05--Eremit, Hirschkäfer, Mittelspecht
68We29Entwick- lungNeuanlage bzw. Ent- wicklung von zusätz- lichen Lebensraum- typen (FFH-RL)Maßnahme ist erforderlich um die Fläche der FFH- Waldlebensraumtypen dau- erhaft zu sichern und zu er- höhen. Besondere Bedeu- tung haben dabei die Ei- chenwälder 9160, 9190 und 91G0*.9160, 9190, 91G0*, 91T0, 91U0Av03--alle ArtengruppenMittelspecht, Zwergschnäpper, Eremit, Heldbock, Rotbauchunke, Kammmolch, Große Moosjungfer, Windelschnecken

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 87 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
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69We30Entwick- lungUmbau von Fichten- beständen in laub- holzdominierte MischbeständeMaßnahme ist erforderlich um die Klimaresilienz der Wälder zu verbessern, bei den Laubhölzern sollen die tiefwurzelnden Hartholzar- ten dominierenunabhängig vom Wald- LRT----alle Artengruppen
70We31Entwick- lungAuflichtung der Be- stockung in/an Habi- taten sowie am Rand von Gewässerle- bensraumtypenReduktion der Besto- ckungsdichte um Licht- und Wärmeeinfall zu ermögli- chen (LRT 3140-3160, 3260)unabhängig vom Wald- LRTAv063130, 3140, 3150, 3160, 3260, 4010, 6410, 6430, 6440, 7110*, 7120, 7140, 7210*, 7220, 7230Kammmolch, Rotbauchunke
71We32Entwick- lungAusweisung einer Bi- otopbaumgruppeum einen Quartierbaum ef- fektiv zu schützen kann eine Biotopbaumgruppe um das Quartier ausgewiesen werden, damit bleibt das unmittelbare Umfeld dauer- haft geschütztunabhängig vom Wald- LRT----Vögel und Fleder- mäuseMittelspecht, Schwarzspecht, Mopsfledermaus
72We33Entwick- lungErhalt von Sonder- strukturen (Hecken, Feldgehölzen, Gebü- schen, Bäumen, Al- leen, Waldsäumen, Waldrändern und Le- sesteinhaufen)Verbesserung von Habita- ten (Pflanzung von Gehöl- zen, Anlage von Hecken o- der Lesestein-/Totholzhau- fen)unabhängig vom Wald- LRTalle Maßnahmen Hvunabhängig vom OLRTbodenbewohnende Artengruppen, VögelSpechte, Greifvögel, Eremit, Fledermäuse, Amphi- bien, Insekten
73We34Entwick- lungAusgewiesene LRT gemäß Manage- mentplanung entwi- ckelnVerbesserung von offenen LRT 4110-6510--alle Maßnahmen Nv4110 - 6510bodenbewohnende ArtengruppenAmphibien, Insekten
74We35Entwick- lungBeseitigung von MüllablagerungenBeseitigung von Abfällen jeglicher Art2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0alle offenen LRTalle Artengruppen

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 88 Ländliche Räume und Umwelt

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen

lfd. Nr.Maß- nahme Nr.ZielMaßnahme Be- schreibungErläuterungZuordnung Wald-LRTZuordnung Maß-Zuordnung OLRTProfitierende Arten- gruppenProfitierende Arten (Bsp.)
nahmen Ma-
nagement-pla-
nung
75We36Entwick- lungWaldweideEinführung, Fortführung o- der Anpassung einer an die Ansprüche des Schutzguts angepassten Waldnutzung, Erhalt od. Entwicklung lich- ter Waldbereiche durch re- gelmäßige mechanische Freistellung der Höhlen- bäume und Waldweide, Er- halt der Brutbäume, Förde- rung der Potentialbäume9160, 9190, 91G0, 91TU, 91U0Xylobionte Käfer, co- prophage Insekten, Pflanzenarten ther- mophiler SäumeEremit, Östlicher Juchtenkäfer, Heldbock, Hirschkä- fer, Schmetterlinge, Wildbienen, Mittelspecht, Sper- lingskauz, Neuntöter, Mopsfledermaus, Bechstein- fledermaus, Großer Abendsegler

Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 89 Ländliche Räume und Umwelt

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4.4 Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen und Gesamtartenliste der in Deutschland wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzen (BfN 2025, Skript 731)

WissenschaftlicherDeutscher NameStatus - Einstufung
Name
Acaena novae-zelan- diaePiripiri-StachelnüsschenUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Acer negundoEschen-AhornEtabliert Invasive Art - Managementliste
Ailanthus altissima*Drüsiger GötterbaumEtabliert Invasive Art - Managementliste
Allium paradoxumWunder-LauchEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Amaranthus tubercula- tusWarzenfrüchtiger Fuchs- schwanzUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Ambrosia artemisiifoliaBeifuß-AmbrosieEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Amelanchier spicataBesen-FelsenbirneEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Amorpha fruticosaGewöhnlicher Bastardin- digoEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Artemisia verlotiorumVerlot-BeifußEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Asclepias syriaca*Echte SeidenpflanzeEtabliert Invasive Art - Managementliste
Azolla filiculoidesGroßer AlgenfarnEtabliert Invasive Art - Managementliste
Cotoneaster horizonta- lisFächer-ZwergmispelEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Crassula helmsiiNadelkrautEtabliert Invasive Art - Managementliste
Cynodon dactylonGewöhnliches Hunds- zahngrasEtabliert Invasive Art - Managementliste
Cyperus esculentusErdmandelEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Dianthus giganteusRiesen-NelkeEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Dipsacus strigosusSchlanke KardeEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Dittrichia graveolensKlebalantEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Echinocystis lobataGelappte StachelgurkeEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Echinops exaltatusDrüsenlose KugeldistelEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Echinops sphaeroce- phalusDrüsige KugeldistelEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Elaeagnus angustifoliaSchmalblättrige ÖlweideEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Elodea canadensisKanadische WasserpestEtabliert Invasive Art - Managementliste
Elodea nuttallii*Nuttall-WasserpestEtabliert Invasive Art - Managementliste
Epilobium brachycar- pumKurzfrüchtiges Weiden- röschenEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Epilobium ciliatumDrüsiges WeidenröschenEtabliert Invasive Art - Managementliste
Erigeron annuusEinjähriges BerufkrautEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Fallopia bohemicaBastard-FlügelknöterichEtabliert Invasive Art - Managementliste
Fallopia japonicaJapanischer Flügelknöte- richEtabliert Invasive Art - Managementliste

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen Mecklenburg-Vorpommern

WissenschaftlicherDeutscher NameStatus - Einstufung
Name
Fallopia sachalinensisSachalin-FlügelknöterichEtabliert Invasive Art - Managementliste
Fraxinus pennsylva- nicaRot-EscheEtabliert Invasive Art - Managementliste
Galega officinalisEchte GeißrauteEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Galeobdolon argenta- tumSilberblättrige GoldnesselEtabliert Invasive Art - Managementliste
Gleditsia triacanthosAmerikanische Gledit- schieUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Glyceria striataGestreifter SchwadenEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Helianthus tuberosusTopinamburEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Heracleum mantegaz- zianum*Riesen-BärenklauEtabliert Invasive Art - Managementliste
Humulus scandens*Japanischer HopfenUnbeständig Invasive Art - Aktionsliste
Hyacinthoides massar- tianaBastard-HasenglöckchenEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Hydrocotyle ra- nunculoides*Hahnenfuß-WassernabelEtabliert Invasive Art - Managementliste
Impatiens balfouriiBalfour-SpringkrautUnbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Impatiens edgeworthiiBuntes SpringkrautEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Impatiens glandulifera*Drüsiges SpringkrautEtabliert Invasive Art - Managementliste
Impatiens parvifloraKleinblütiges SpringkrautEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Koenigia polystacha*Himalaja-BergknöterichEtabliert Invasive Art - Managementliste
Lagarosiphon major*Große ScheinwasserpestEtabliert Invasive Art - Managementliste
Lemna minutaZierliche WasserlinseEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Lemna turioniferaRote WasserlinseEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Lepidium drabaPfeil-KresseEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Lonicera henryiHenry-HeckenkirscheUnbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Lonicera japonicaJapanisches GeißblattUnbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Lonicera tataricaTataren-HeckenkirscheEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Ludwigia grandiflora*Großblütiges Heusenk- rautEtabliert Invasive Art - Managementliste
Ludwigia x kentianaKent-HeusenkrautUnbeständig Invasive Art - Aktionsliste
Lupinus polyphyllusStauden-LupineEtabliert Invasive Art - Managementliste
Lycium barbarumGewöhnlicher BocksdornEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Lysichiton americanus*Gelbe ScheincallaEtabliert Invasive Art - Managementliste
Mahonia aquifoliumGewöhnliche MahonieEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Mimulus guttatusGefleckte GauklerblumeEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen Mecklenburg-Vorpommern

WissenschaftlicherDeutscher NameStatus - Einstufung
Name
Miscanthus saccharif- lorusGroßes StielblütengrasUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Miscanthus sinensisJapanisches Stielblüten- grasUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Muscari armeniacumArmenische Traubenhya- zintheEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Myriophyllum aquati- cum*Brasilianisches Tausend- blattEtabliert Invasive Art - Managementliste
Myriophyllum hetero- phyllum*Verschiedenblättriges TausendblattEtabliert Invasive Art - Managementliste
Oenothera biennisZweijährige NachtkerzeEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Oenothera coroniferaKronen-NachtkerzeEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Parthenocissus quin- quefolia agg.JungfernrebenEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Paulownia tomentosaKaiser-PaulownieEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Phedimus spuriusKaukasus-AsienfetthenneEtabliert Invasive Art - Managementliste
Phedimus stoloniferAusläufer-AsienfetthenneUnbeständig Invasive Art - Aktionsliste
Phytolacca americanaAmerikanische Kermes- beereEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Pinellia ternataDreizählige PinellieUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Pinus contortaKüsten-KieferUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Pinus nigraSchwarz-KieferEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Pinus strobusWeymouth-KieferEtabliert Invasive Art - Managementliste
Pistia stratiotes*WassersalatUnbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Populus canadensisKanadische PappelEtabliert Invasive Art - Managementliste
Potentilla indicaScheinerdbeer-Finger- krautEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Prunus laurocerasusPontische LorbeerkirscheEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Prunus serotinaSpäte Trauben-KirscheEtabliert Invasive Art - Managementliste
Pseudotsuga menziesiiGrüne DouglasieEtabliert Invasive Art - Managementliste
Quercus rubraRot-EicheEtabliert Invasive Art - Managementliste
Rhododendron ponti- cumPontische AlpenroseUnbeständig Invasive Art - Managementliste
Rhus typhinaEssigbaumEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Robinia pseudoacaciaGewöhnliche RobinieEtabliert Invasive Art - Managementliste
Rosa rugosaKartoffel-RoseEtabliert Invasive Art - Managementliste
Rubus armeniacusArmenische BrombeereEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Rubus laciniatusSchlitzblättrige Brom- beereEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Rubus phoenicolasiusJapanische WeinbeereEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste

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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen Mecklenburg-Vorpommern

WissenschaftlicherDeutscher NameStatus - Einstufung
Name
Rudbeckia laciniataSchlitzblättriger Sonnen- hutEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Sagittaria latifoliaBreitblättriges PfeilkrautEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Salvinia molesta*Lästiger SchwimmfarnUnbeständig Invasive Art - Aktionsliste
Sarracenia purpureaRotbraune Schlauch- pflanzeEtabliert Invasive Art - Managementliste
Senecio inaequidensSchmalblättriges Greis- krautEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Sicyos angulatusHaargurke UnbeständigPotenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Silphium perfoliatumDurchwachsene SilphieUnbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Solanum carolinenseKarolina-NachtschattenUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Solidago canadensisKanadische GoldruteEtabliert Invasive Art - Managementliste
Solidago giganteaRiesen-GoldruteEtabliert Invasive Art - Managementliste
Spartina anglicaEnglisches SchlickgrasEtabliert Invasive Art - Managementliste
Symphoricarpus albusWeiße SchneebeereEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Symphyotrichum lanceolatumLanzett-HerbstasterEtabliert Invasive Art - Managementliste
Symphyotrichum novi- belgiiNeubelgien-HerbstasterEtabliert Invasive Art - Managementliste
Syringa vulgarisGewöhnlicher FliederEtabliert Invasive Art - Managementliste
Telekia speciosaGewöhnliche TelekieEtabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste
Toxicodendron radi- cansEfeu-GiftsumachUnbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste
Vaccinium atlanticumAmerikanische Strauch- HeidelbeereEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Vallisneria spiralisGewöhnliche Wasser- schraubeEtabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste
Viburnum rhytido- phyllumRunzelblättriger Schnee- ballUnbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste

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Alle Unterlagen dieser Ausschreibung